Falsch verhalte bei Futteragression?

Melli84

Hi,

Obwohl das Ganze nun 7 Monate her ist und unser Hund heute ein absolutes Lämmchen ist beschäftigt es mich sehr ob ich mich damals falsch/ungerecht dem Hund gegenüber verhalten habe. Hintergrund ist ein empörter Angriff auf meine Methode , die dem Hund in seinen ureigenen Rechten beschneiden würde. Das hat mich zutiefst verunsichert.

Also, wir haben letztes Jahr Ende März einen Border Collie Welpen an einer Tankstelle gefunden. Der Hund wurde wahrscheinlich am Bauernmarkt nicht verkauft da er sehr klein war (wir leben in Colorado/USA). Da wir vier kleine Kinder im Alter zwischen 2 und 9 Jahren und bereits einen anderen Hund haben wusste ich, dass es sehr viel werden würde, aber da die Tierheime überfüllt und sehr viele Hunde eingeschläfert werden entschieden wir uns dazu den Kleinen zu behalten.

Schnell stellte sich heraus, dass der Hund ziemlich sicher aus einer Arbeitslinie stammt (Verhalten, Aussehen).

Mit 11 Wochen fing er an Futteragressiom zu zeigen. Und ja, hätte ich vorher irgendwo gelesen, dass ein Welpen in den Alter ernsthaft beißt, hätte ich das für lächerlich gehalten. Ich beschreibe jetzt mal 3 Vorfälle. Sohn isst einen Apfel, der fällt runter, will ihn aufheben, Hund rennt knurrend hin und beißt ihn in die Hand. Alles vier Zähne gingen durch die Haut, blutete stark. Ich war erschrocken, aber er ist is noch ein Welpen, war sicher nicht ernst gemeint. Dann am Tag drauf stieß Tochter ein Glas Milch um und wollte das Glas aufheben. Hund beißt in den Oberarm. Da sie einen dicken Pulli anhatte "nur" blaue Stellen. Zwei Tage drauf fraß der Kleine in den Küche, Tochter wollte im Flur daneben ein Spielzeug aufheben, Hund rannte hin und biß ihr in die Backe. Blutete wie verrückt, alle vier Zähne durch die Haut.

Ich sah Handlungsbedarf. Nahm Welpe and Geschirr an die Leine und ließ die Kinder Essen runterfallen und aufheben und sie hielten sich beim Fressen im gleichen Raum auf. Wenn er drauf gehen wollte sagte ich Nein und zog ihn zurück. Er kapierte schnell und als er entspannt war gaben die Kinder ihm Leckerli und warfen leckere Sachen in seinen Napf.

Heute liebt er die Kinder, spielt vorsichtig mit ihnen, die könnten theoretisch mit ihm aus einem Napf fressen und ihm Knochen aus dem Maul holen. Er ist ein Schatz (er ist jetzt so 10 Monate alt).

Nun wurde ich angegriffen, dass der Hund jedes Recht hätte sich zu verteidigen, ich hätte die Aufsichtspflicht verletzt und einen Welpen um seine Rechte gebracht.

Ich muss sagen ich vertraue diesen Hund heute 100 Prozent. Er ist auch völlig entspannt beim Fressen.

Wie hättet ihr die Situation gehändelt? Ich lerne auch sehr gerne dazu.

LG Melli
 
  • 21. Mai 2024
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Hi Melli84 ... hast du hier schon mal geguckt?
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Hä? Muss man kinder beissen lassen, weil sonnst die hundpsyche einen knacks bekommt? Sicher nicht.

Heidi bekam mit fuenf wochen schon eine derbe ohrfeige, als sie solche anwandlungen hatte. Es ist vorbei, bei menschen macht sie das nicht mehr.
 
  • 21. Mai 2024
  • #Anzeige
Mein Benny ist auch so ein echter Chaoshund... 



Habt ihr es schon mit einer Hundeschule probiert? In zwei Hundeschulen haben wir seine Macken nicht in den Griff bekommen. Wir haben es dann letztlich mit einem Online Hundetraining von einer Hundetrainerin geschafft. Deutlich günstiger als die Hundeschule vor Ort ist es auch noch gewesen!

Hier der Link zu ihrer Seite! 
Möchte ich jedem Hundehalter ans Herz legen, der sich offen eingestehen kann, dass er seinen liebsten Vierbeiner eben doch nicht immer wie gewünscht im Griff hat.

Melde dich doch mal zurück, ob sie dir auch helfen konnte! 

LG Meike mit Benny
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Who in the hell told you that you infringed on the rights of the puppy??
 
Na ja, die Begründung war, dass der Hund uns noch nicht kannte, ich die Kinder räumlich vom Hund trennen muss und der Hund als Welpe nicht aggressiv sein konnte.

Ich bin froh, dass ihr das etwas anders seht. Ich dachte mir schon ich bin verrückt. Ich war der Meinung, dass der Hund durchaus lernen kann nicht zu beißen und auch tolerieren kann, dass jemand beim Füttern in gleichem Raum ist.

LG Melli (die sich jetzt etwas besser fühlt)
 
Was diese Person da von sich gab, ist Unsinn. Der Welpe war aggressiv. Sonst wäre kein Blut geflossen. Und er hat sich nicht verteidigt, er hat angegriffen. Natürlich musstest du da eingreifen, und deiner Schilderung nach hast du das sehr gut gemacht.
 
  • 21. Mai 2024
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Ich hätte vermutlich genauso gehandelt.
Wer weiß, wenn du ihm das hättest durchgehen lassen, würde er vllt heute in noch mehr Situationen denken, mit beißen kommt er durch.

Wenn der Hund jetzt gut erzogen ist, weißt du ja, dass es funktioniert hat!
 
Das hast du doch total super hinbekommen. Das Resultat zeigt es doch. Lass dich nicht blöde zuquatschen. ;)
 
Ja, das dachte ich mir eben auch. Wie soll er auch wissen was unerwünscht ist, wenn man es nicht korrigiert.

Die Freundin meiner Tante hat ihren Welpen (lustigerweise auch Border Collie) mit dieser Methode aufgezogen, dass die sich bei Knurren zurückzieht. Der Hund ist heute so alt wie Zorro und schnappt und beißt und die kann ihn nicht mehr aus den Auto holen, wenn er nicht will.

Ich hätte eben auch nie gedacht, dass Welpen agressiv sein können, weil meine Hündinnen vorher einfach nicht so waren. Aber er hätte glaube ich das Potential zum Problemhund gehabt

LG Melli
 
Ich finde es auch gut, was du gemacht hast, da es für euch und für euren Hund der richtige Weg war :)

Wenn ich es aber richtig verstanden habe, hättest du nicht durchgehen lassen sollen, dass der Hund die Kinder beißt, sondern so strikt trennen, wenn Hund und/oder Kinder irgendwas eßbares haben, dass es gar nicht zu solchen Situationen kommt, oder?
Ich weiß nicht, ob die Geschichte dann heute schon erledigt wäre, der Hund hätte ja keine Chance gehabt, was zu lernen.
 
1. Dir fehlt so wie so die Zeitmaschiene um es rückgängig zu machen.
2. Der Hund hat Kinder gebissen. Blutig. Der kann froh sein, wenn nur seine "Rechte" eingeschränkt worden. Andere hätten ihn mal kurz in seiner Gesundheit eingeschränkt.
3. Es hat funktioniert. Ein Hund mit einem bleibenden Schaden wäre jetzt nicht ein toller familienhund, der mehr Freiheiten genießt als ein Hund der sein Recht auf was auch immer hätte verteidigen dürfen.
 
Ja, ich hätte diese Situationen laut der Person erst mal strikt vermeiden müssen. Das war mir zu heikel, da er ja größer wird und ein Angriff dann noch böser ausgehen hätte können. Außerdem gibt man den Kindern ja ab und zu mal was in die Hand und da hätte ich ihn dann ständig wegsperren müssen. Für uns wäre das schwierig gewesen.

Ja, eigentlich sollte ich einfach nicht hinhören, aber ich bin da irgendwie total sensibel.

LG Anna
 
Ja, ich hätte diese Situationen laut der Person erst mal strikt vermeiden müssen. Das war mir zu heikel, da er ja größer wird und ein Angriff dann noch böser ausgehen hätte können. Außerdem gibt man den Kindern ja ab und zu mal was in die Hand und da hätte ich ihn dann ständig wegsperren müssen. Für uns wäre das schwierig gewesen.

Ja, eigentlich sollte ich einfach nicht hinhören, aber ich bin da irgendwie total sensibel.

LG Anna
Weißt du, wie alt der Hund war, als ihr ihn aufgenommen habt?
Vielleicht war er ja auch einfach noch zu jung und hatte viel zu wenig Zeit, die Beißhemmung mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zu lernen?
Ich wünsch euch auf jeden Fall viel Spaß mit ihm :)
 
Weißt du, wie alt der Hund war, als ihr ihn aufgenommen habt?
Vielleicht war er ja auch einfach noch zu jung und hatte viel zu wenig Zeit, die Beißhemmung mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zu lernen?
Ich wünsch euch auf jeden Fall viel Spaß mit ihm :)


es gibt hunden die brauchen nachilfeunterricht in sachen beisshemmung, das nuetzt nichts wenn er es nicht bei seine mutter macht und ich vermute das der hund nicht fuer nichts ausgesetzt wurde.
 
Wir wissen es nicht. Der Tierarzt schätzte ihn auf etwa 7 Wochen. Er hatte damals auch nur 2,5 Pfund uns war extrem mager. Also ich konnte seine Futteragression schon nachvollziehen. Vielleicht bekam er nicht genug in den ersten Wochen.

Deshalb wollten wir ihn mit den Leckerlies bei Entspannung zeigen, dass Kinder keine Konkurrenz sind. Aber dass die erst mal zu ihm hinkamen mûsste ich ihn korrigieren da er ja sofort angriff.

Naja, auf jeden Fall ist er jetzt ganz toll

LG Melli
 
Hallo!
Ich finde, dass du angemessen reagiert hast. Ich denke es ist besser etwas kurz und knapp klären als dann nachher aufwendig und langwierig eingefahrene Probleme zu lösen. Und der Weg den du gewählt hast, war anscheinend genau passend, wenn er es schnell verstanden und es sich dann erledigt hat. ;)
 
Ich habe mittlerweile auch gelernt, nicht jeden der einem was über Hunde erzählen will gleich alles zu glauben und nicht jedes Buch als "die Wahrheit" anzusehen, so wie ich es früher gemacht habe. Man muss immer diesen einzelnen Hund sowie genau diese ganzen anderen Umstände betrachten, es gibt nicht oft Pauschallösungen bzw. Methoden. Man sollte sich das für einem wichtige und nützliche herausnehmen und auch vor Augen halten: Macht es bei meinem Hund so Sinn? Kommt mein Hund damit klar? Wie könnte das bei meinem Hund aussehen?

Wenn man ein gewisses Grundwissen hat und diesen Hund gut kennt, schadet es auch nicht auf sein Bauchgefühl zu hören, das habe ich auch zu lange außer acht gelassen. Irgendwann weiß man dann von lauter verschiedenen Infos von Personen und Büchern gar nicht mehr was man wie machen soll oder auch nicht. Ich habe zB meinem Hund, der früher auf zwei Beinen in der Leine stand und schwer zu halten war bei gewissen Hundebegegnungen, beigebracht in diesen Situationen mit mir Kontakt aufzunehmen bzw. auch sich neutral zu verhalten.

Das hat auch geklappt und er hat dieses Verhalten später auch von sich aus angeboten, ich freute mich eine Lösung gefunden zu haben. Gerade am Anfang musste ich ihn quasi "abblocken" und er wollte an mir vorbei, nachdem er nach einigen Wiederholungen sah dass er nichts regeln braucht bzw. zu befürchten hat, konnte ich ihn auch schneller erreichen. Dann habe ich wieder gelesen, dass es genau so nicht gut sein soll, da der Hund Stress hat wenn ich ihm den Auslöser nicht mehr anschauen lasse, da er ihn ja so nicht im Blick hat. Das hatte mich damals wieder verunsichert und ich machte mir wieder Gedanken, wie ich es sonst machen könnte.

Das war auch bei gewissen anderen Sachen so, bis ich (auch durch dieses Forum) gelernt habe, zu erkennen wann etwas für mich und meinen Hund passen könnte oder wann eher nicht, also dass man sich öfter auf sein Gefühl verlassen sollte. In genau diesem Fall mit den Hundebegegnungen kam ich dann zu dem Entschluss, wenn er es mir von sich aus anbietet kann ich ja nicht so falsch liegen. Habe dann mit der Zeit auch gelernt, dass man solche Fixierungen besser gleich unterbindet bzw. umleitet und nicht erst, wenn der Hund in der Leine hängt. Wir machen es heute auch noch so und mittlerweile klappt es sogar, zumindest mit einer Straße dazwischen, wenn er (beide an der Leine) angegangen wird dass er sich an mich wendet.
 
Wenn ich das richtig verstanden habe bestand die Korrektur aus an der Leine festhalten und nein sagen? Meine Güte. Das wäre sogar ungefähr meine Wattebauschmethode. Natürlich gibt es eine paar Leute, um nicht zu sagen Spinner, die jedes Mal denken, dass ein Hund gleich einen Knacks bekommt, wenn man mal Nein zu ihm sagt. Ich bin auch der Meinung dass man den Hund möglichst positiv erziehen sollte, aber im Grunde war das nichts anderes als Management (Hausleine), Abbruch (Nein) und dann positiver Verstärkung des richtigen Verhaltens. Natürlich hätte man den Welpen auch weiter Theater, machen lassen können und warten, dass er irgendwann von selbst ruhig ist und das dann bestätigen... Aber wenn man mal ehrlich ist, ist es für den Hund oft stressiger lange in so einer Situation zu sein, als einmal kurz unterbrochen zu werden und dann direkt eine Alternative zu kriegen.

Bei einem Welpen, der gleich mit den Zähnen ran geht, würde ich auch nicht lange Fackeln, sondern das Problem sofort angehen - und wenn der Hund immer aus einer Situation rausgehalten wird, wie soll er das richtige Verhalten lernen?

Hausleine ist sowieso absolut nichts negatives, das wird auch von eingefleischten Wattebauschlern verwendet, um den Hund da zu managen, wo er noch kein angemessenes Verhalten gelernt hat.

Unterm Strich würde ich laufen, wenn jemand mit den Persönlichkeitsrechten des Hundes ankommt, das sind dann die Leute, die den Hund auch Jagen lassen, weil er sich ja frei entfalten soll und solche Scherze. Beim Hundetraining gibt's eh nur einen wirklich guten, zuverlässigen Ratgeber und der heißt gesunder Menschenverstand.
 
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