Rücktritt von Anne Spiegel

Um es mal zu ergänzen:

Natürlich sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, auch der Familie Raum zu geben. Finde ich grundsätzlich wichtig.

Aber: Es gibt einfach Berufe, da geht das nicht jederzeit.

Die Feuerwehrfrau, die sich mitten im Einsatz abmeldet, weil sie wegen ihrer Familie nur Teilzeit arbeitet, wird sicher mehr als komische Blicke riskieren, ebenso wie der Chirurg, der mitten in der Not-OP das Skalpell fallen lässt, weil die Kita gleich zumacht und er diese Woche die Kinder abholt, sich wird zu Recht von Patienten/innen wie Kollegen /innen das eine oder ander anhören müssen.

Ein Rettungsschwimmer im Dienst kann sich keine kreative Pause nehmen, ein Fluglotse ebenso wenig...

Ein Ministeramt hat zu bestimmten Zeiten ähnliche Anforderungen. Und das war ein solcher Zeitpunkt.

Und wenn man das nicht organisiert kriegt/nicht schafft/was auch immer - kann man eine solche Arbeit nicht machen oder ein solches Amt nicht ausüben.

Naja, deine Vergleiche hinken. Denn diese Berufe, die du aufzählst, können nicht einfach pausiert werden mitten in der Ausübung. Aber ein Feuerwehrmann oder ein Arzt dürfen dennoch Urlaub machen. Eben vorher angekündigt. Ähnlich verhält es sich wohl bei Frau Spiegel. Auch sie hat ja nicht plötzlich alles stehen und liegen lassen und war plötzlich weg im Urlaub.

Ob es sinnvoll ist, 10 Tage nach einer Flutkatastrophe als Ministerin in den Jahresurlaub zu fahren, steht nochmal auf einem anderen Blatt.

Aber mir stellt sich da immer die Frage, warum müssen Politiker bei solchen Ereignissen persönlich vor Ort sein? Wem nützt das? Ihrer Arbeit können sie auch vom Schreibtisch aus nachgehen. Ob der nun im Ort nebenan, auf Mallorca oder sonst wo "steht".

Dass Frau Spiegel aber scheinbar gelogen hat und behauptet, sie hätte aus der Ferne an Kabinettssitzungen teilgenommen, verstehe ich nicht. Wem bringt das etwas?
 
  • 17. Juni 2024
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Hi Sonnenschein ... hast du hier schon mal geguckt?
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Aber mir stellt sich da immer die Frage, warum müssen Politiker bei solchen Ereignissen persönlich vor Ort sein? Wem nützt das? Ihrer Arbeit können sie auch vom Schreibtisch aus nachgehen. Ob der nun im Ort nebenan, auf Mallorca oder sonst wo "steht".
Wem es nützt, wenn die zuständige Ministerin (UND Vize-Ministerpräsidentin!), Kopf der zuständigen Behörde, nach einer derartigen Katastrophe vor Ort ist?
Den verzweifelten Betroffenen, den Angehörigen der Toten, den zuständigen Lokalpolitikern und Hilfsorganisationen, die Unterstützung und Führung brauchen z. B.

Sicher wäre es auch theoretisch möglich, das Meiste "von Mallorca aus" zu erledigen und zu delegieren, aber eine politische Führungskraft hat nicht nur ihre "Verwaltungsaufgaben" abzuwickeln, sondern sie hat auch Anstand zu wahren, Präsenz zu zeigen, Sicherheit zu vermitteln, vielleicht sogar Trost zu spenden in solchen Ausnahmesituationen. Das alles gehört auch zu den Aufgaben einer zuständigen Ministerin und Vize-"Landesmutter". Und sich in den Jahresurlaub zu verdünnisieren, während Menschen, "IHRE LEUTE", gerade ALLES verloren haben, Tote zu beklagen sind, eine ganze Region einfach weggerissen wurde, hat mit Anstand und Verantwortungsbewusstsein nun wirklich überhaupt nix zu tun, finde ich.

Das ist ja, als wäre der Dampfer auf den Eisberg gelaufen (übrigens durch die nicht unerhebliche Mitschuld, bzw. fehlende Geistesgegenwart oder Lahmarschigkeit des Kapitäns und seiner Führungsriege), und wenn der Kahn dann auseinandergebrochen ist, die Leichen vorbei getrieben sind und es darum geht, wie man den Rest der Besatzung in die Rettungsboote und wieder auf Kurs kriegt, sagt der Captain: "So, ihr Lieben, sorry und so, aber ich hab's zuletzt auch nicht leicht gehabt, ich bin jetzt mal eben 4 Wochen im Urlaub und leg mal die Füße hoch. Wie ihr rudern müsst und wie's dann weitergeht, kann ich euch ja auch per Funk durchgeben, wenn ihr allein nicht klarkommt. Tschö."

Absolut untragbar, solche Leute.
Ich hab die Eidesformel nicht im Wortlaut auf dem Schirm, aber ich glaube kaum, daß der Amtseid, den eine Ministerin, erst recht eine Vize-Ministerpräsidentin geschworen hat, so ausgelegt werden kann, dass man sich verdrückt, wenn's brennt.
 
Ich finde es interessant, wie unterschiedlich man ihren Auftritt wahrnehmen kann. Ich fand ihren Auftritt eine ganz miserable schauspielerische Leistung. Ähnlich miserabel wie die geheuchelte Reue unseres CSU Harry Potter von und zu Guttenberg.

Ich habe beiden nicht ein Wort von dem, was sie da von sich gaben, abgekauft. Und auch keine einzige Träne. Das mag aber auch an meinen moralischen Ansprüchen liegen. Meiner Meinung nach ist kein Mensch unfehlbar, jeder Mensch kann falsche Entscheidungen treffen. Das ist "überhaupt kein Problem", solange man diesen Fehler offen und ehrlich einräumt und die Konsequenzen trägt. Lügen und sich rauslavieren, auf andere zeigen und mit Schmutz werfen - ach pfui bah. Da is bei mir Schluss mit Verständnis.
 
Ich finde es interessant, wie unterschiedlich man ihren Auftritt wahrnehmen kann. Ich fand ihren Auftritt eine ganz miserable schauspielerische Leistung. Ähnlich miserabel wie die geheuchelte Reue unseres CSU Harry Potter von und zu Guttenberg.

Ich habe beiden nicht ein Wort von dem, was sie da von sich gaben, abgekauft. Und auch keine einzige Träne. Das mag aber auch an meinen moralischen Ansprüchen liegen. Meiner Meinung nach ist kein Mensch unfehlbar, jeder Mensch kann falsche Entscheidungen treffen. Das ist "überhaupt kein Problem", solange man diesen Fehler offen und ehrlich einräumt und die Konsequenzen trägt. Lügen und sich rauslavieren, auf andere zeigen und mit Schmutz werfen - ach pfui bah. Da is bei mir Schluss mit Verständnis.
Leider ist aber genau das modern und gesellschaftsfähig geworden, daß Fehler nicht mehr zugegeben werden und sich nicht mehr entschuldigt wird. Nicht nur auf politischer Ebene. Niemand rudert mehr zurück, hinterfragt sich auch mal selbst oder verzichtet zugunsten Anderer. Jedenfalls nicht aus eigenem Antrieb und ohne Druck von außen. Das gilt für Hänschen Müller leider ebenso, wie für Politgrößen.

In der Politik ist das allerdings deshalb ganz besonders schlimm, weil Politiker sich nun mal dem Gemeinwesen verpflichtet haben. FREIWILLIG!
Leider scheint sehr vielen das mit Ablegen ihres Amtseides schlagartig zu entfallen.
 
Niemand rudert mehr zurück, hinterfragt sich auch mal selbst oder verzichtet zugunsten Anderer. Jedenfalls nicht aus eigenem Antrieb und ohne Druck von außen. Das gilt für Hänschen Müller leider ebenso, wie für Politgrößen.
Sorry, aber das ist mir jetzt ne Spur zu arg
Da ist meine Wahrnehmung GsD eine ganz andere
 
Ich hab die Eidesformel nicht im Wortlaut auf dem Schirm, aber ich glaube kaum, daß der Amtseid, den eine Ministerin, erst recht eine Vize-Ministerpräsidentin geschworen hat, so ausgelegt werden kann, dass man sich verdrückt, wenn's brennt.
Der Amtseid in Rheinland-Pfalz unterscheidet nicht zwischen Ministerpräsidentin und Ministerin. Der ist für Alle gleich: „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, dass ich mein Amt unparteiisch, getreu der Verfassung und den Gesetzen zum Wohl des Volkes führen werde, so wahr mir Gott helfe.“(natürlich auch ohne religiöse Beteuerung).
Auslegen kann man da sicherlich sehr viel. Genauso, wie man es als "Verdrücken" interpretieren kann.
 
Aber mir stellt sich da immer die Frage, warum müssen Politiker bei solchen Ereignissen persönlich vor Ort sein? Wem nützt das? Ihrer Arbeit können sie auch vom Schreibtisch aus nachgehen. Ob der nun im Ort nebenan, auf Mallorca oder sonst wo "steht".
Nun ja, das stimmt schon, dass die eigentliche Arbeit vom Schreibtisch aus gemacht wird, aber das "Flagge zeigen" vor Ort, um zu signalisieren "ich kümmere mich, ich bin für euch da" würde ich in der Außenwirkung auf die Betroffenen nicht unterschätzen.

Und sie ist ja nicht von ihrem Schreibtisch am Urlaubsort aus ihrer Arbeit nachgegangen. Sie hat Urlaub gemacht.

In der Situation den wohlverdienten Jahresurlaub zu nehmen ist sicherlich legal, aber es signalisiert halt auch wo die Prioritäten gesetzt werden.
Demgegenüber haben viele Menschen, die keinen solchen Amtseid "zum Wohle des Volkes" geschworen hatten, ihren Jahresurlaub dafür drangegeben, vor Ort zu helfen, wie wir uns alle erinnern.
 
Und viele arbeitende Menschen, "kleine Angestellte", müssen wegen sehr viel weniger auf ihre Ferien verzichten, bzw. ihren mit Sicherheit auch wohlverdienten Urlaub verschieben. Manchmal "nur", weil ein Kollege krank wird oder es eine überraschende Auftragslage erfordert o. ä. Passiert. Ist unangenehm, aber da muß jeder von uns durch.
Wenn man aber politische Führungsverantwortung übernimmt, muss man sich doch erst recht im Klaren sein, daß solche Situationen auf einen zukommen können.
 
Aber ein Feuerwehrmann oder ein Arzt dürfen dennoch Urlaub machen. Eben vorher angekündigt
Jein - wenn zB in einer Klinik zu viele Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen, kann es ganz schnell auch nachträglich Urlaubssperre geben.

Dass jemand aus dem Urlaub zurückgerufen würde, habe ich noch nicht mitgekriegt. Dass jemand seine Urlaub nicht antreten konnte, durchaus.

Ein politischer Entscheidungsträger (und das sind Minister:innen nun mal) ist nicht immer unabkömmlichömmlich, aber grade in einer Krise vielleicht ja doch?
 
Lügen und ihre wohl belegten Bemühungen, sich auf dieser Grundlage Beistand hinter den Kulissen zu organisieren, dass geht für mich gar nicht und es war schon ein Hinweis darauf, dass sie da bereits überfordert war. Warum man sie dann noch zur Ministerin aufsteigen musste, erschließt sich mir nicht.
 
Ich wurde von mein alten chef, jeeedeee ferien, mehrmals kontaktiert und musste sachen organisieren. Ich fands zum kotzen, und war auch keine ministerin.

umgekehrt habe ichs nie gemacht, ich konnte durchaus selber entscheidungen treffen.
 
Übrigens hatten die obamas die oma im (weissen) haus, die für die töchter verantwortlich war. Alles nur eine sache der organisation.
 
Lügen und ihre wohl belegten Bemühungen, sich auf dieser Grundlage Beistand hinter den Kulissen zu organisieren, dass geht für mich gar nicht und es war schon ein Hinweis darauf, dass sie da bereits überfordert war. Warum man sie dann noch zur Ministerin aufsteigen musste, erschließt sich mir nicht.
Nicht genug Frauen für die Quote, da muss Frau , Qualifikation hin oder her, eben ran. Oder auch zweimal ran. Geht mit echt auf den Geist. Das Land braucht fähige Politiker, er/sie/es ist sowas von egal.
 
Offensichtlich mangelt es aber an guten Politikern. Die Verteidigungsministerin bringt ja auch nicht wirklich was zusammen, zu Lasten der Ukraine.
 
An dieser Stelle könnte man jetzt mal wieder den abgedroschenen Stammtischklopper raushauen: "Unser Fachkräftemangel zeigt sich nirgends so offensichtlich, wie in der Politik."
Aber den verkneif ich mir natürlich. ;)
 
Offensichtlich mangelt es aber an guten Politikern. Die Verteidigungsministerin bringt ja auch nicht wirklich was zusammen, zu Lasten der Ukraine.
Ich denke, Merkel war so lange dran, dass alle anderen einfach keine Ahnung vom regieren und Verantwortung tragen haben. Das rächt sich jetzt. Und dann noch der Anspruch mit der Frauenquote. Nun, irgendwen werden sie schon finden.:rolleyes:
Ich denke der einzig wirklich wahre Satz von ihr war, dass sie überfordert war.
 
Dazu passt
An dieser Stelle könnte man jetzt mal wieder den abgedroschenen Stammtischklopper raushauen: "Unser Fachkräftemangel zeigt sich nirgends so offensichtlich, wie in der Politik."

Naja, dazu passt...

"Mach mit, mach's nach, mach's besser..." ;)

Im Gegensatz zu zu vielen anderen Berufen steht es ja jedem deutschen Staatsbürger frei, ein politisches Amt anzustreben... :nixweiß:
 
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