Rücktritt von Silvana Koch-Mehrin

So sehen Du und ich das, Martina, aber ich glaube, daß Personen, die "da oben" stehen, häufig "ohne" gar nicht können - Sei es aus Machtgründen, wegen der Publicity, Geld oder einfach weil sie glauben, nur sie könnten diese Position ausfüllen. Oder weil sie schlicht und einfach Angst haben, vergessen zu werden...
 
  • 17. Juni 2024
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Was man dadurch allerdings nicht weiß und nie erfährt ist, ob sich diese "Seuche" nur auf Prominente und Politiker beschränkt.

Und ich kann das halt irgendwie nicht so ganz glauben. Die sind sicher keine besseren Menschen, aber ich halte sie auch nicht alle grundsätzlich für so viel schlechter...

Bestimmt nicht, aber die stehen nun mal in der Öffentlichkeit und grade die müssten wissen das es deren Lieblingsbeschäftigung ist, anderen ans Bein zu pieseln. Und wer dann so dumm dreist ist und denk das das niemanden auffällt... Starkes Stück.

Die Sache an sich ist nicht besser oder schlechter, aber den Ruf der Politiker ruinieren sie damit bestimmt. Grade wenn ich in der Öffentlichkeit stehe, für etwas einstehe oder auch verurteile, dann darf ich das einfach nicht wenn ich Dreck am stecken habe.

Just my 2 cents
 
So sehen Du und ich das, Martina, aber ich glaube, daß Personen, die "da oben" stehen, häufig "ohne" gar nicht können - Sei es aus Machtgründen, wegen der Publicity, Geld oder einfach weil sie glauben, nur sie könnten diese Position ausfüllen. Oder weil sie schlicht und einfach Angst haben, vergessen zu werden...

Stimmt, mir fiel beim Lesen jetzt auch umgehend der Friedmann ein, den ich letztens in einem Polittalk gesehen habe. Das konnte ich nämlich auch nicht nachvollziehen und habe nur gedacht, er scheint zu meinen, die Welt käme ohne seine Kommentare nicht klar.

Manchen scheint die Sucht nach Öffentlichkeit tatsächlich mehr zu drücken als ein Schamgefühl.
 
dafür liebe ich das internet :love:

demnächst müssen sich die ghost-writer richtig ins zeug legen.
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Ich moechte nochmal zurueck zu dem Anspruch der an Politiker gestellt wird:

Wir reden immerhin von Menschen, die hier nicht nur das Land steuern, sondern auch Gesetze schaffen, die dazu gedacht sind, Recht von Unrecht zu unterscheiden. Und ja, an solche Leute habe ich einen deutlich erhoehten Anspruch! Da verlange ich Neutralitaet, den Willen sich sachkundig zu machen, etc.





Bestimmt nicht, aber die stehen nun mal in der Öffentlichkeit und grade die müssten wissen das es deren Lieblingsbeschäftigung ist, anderen ans Bein zu pieseln. Und wer dann so dumm dreist ist und denk das das niemanden auffällt... Starkes Stück.

Die Sache an sich ist nicht besser oder schlechter, aber den Ruf der Politiker ruinieren sie damit bestimmt. Grade wenn ich in der Öffentlichkeit stehe, für etwas einstehe oder auch verurteile, dann darf ich das einfach nicht wenn ich Dreck am stecken habe.

Mir ist endlich (irgendwann heute Nachmittag beim Mülltonnen reinholen... :D) eingefallen, wo hier meiner Meinung nach der Denkfehler liegt...
Bzw. vielleicht, was mich an dieser Argumentation schon die ganze Zeit gestört hat.

Diese "Prominenten", an die wegen ihres hohen Amtes jetzt so hohe Ansprüche gestellt werden (durchaus zu Recht) - die waren ja nicht immer prominent. Oder zumindest nicht so prominent.

Und da liegt der Hase im Pfeffer.

Man promoviert nicht erst, wenn man berühmt und karrieremäßig etabliert ist, man tut das idR direkt im Anschluss an das Studium. Da weiß man als Nachwuchs-Politiker schon, dass man Politiker werden will (außer vermutlich Guttenberg, der war wohl irgendwie ein Spätstarter mit über 30???), aber wie weit man es da bringt, ob Kreisklasse, Land- oder gar Bundestag oder höhere Weihen in Europa... ist doch meist noch nicht abzusehen?

Ich hab das jetzt mal nachgesehen:

Mit der Promotion begonnen hat er 1999. Fertig wurde sie erst 2006, und zwar wohl darum, weil der Doktorvater ihm mehr oder weniger die Pistole auf die Brust gesetzt hatte (nach so einer langen Zeit nicht unüblich, eben eine Frist zu setzen, und anderenfalls das Thema quasi abzulehnen und die Dissertation nicht mehrn zuzulassen.)

2006 war Gutteberg schon seit 4 Jahren Abgeordneter, aber im Grunde Hinterbänkler. Außerhalb von Bayern kannte den kein Mensch.
Dass er 2009 mehr oder weniger durch einen Zufall Wirtschafts-, und dann im neuen Kabinett Verteidigungsminister sein würde, konnte er da noch nicht ahnen. Er bewegte sich in gehobenem, aber nicht im höchsten Rahmen und stand nicht im Licht der Öffentlichkeit. Wie x andere Doktoranden auch.
Also war nicht davon auszugehen, dass jemals irgendwen interessieren würde, was in seiner Doktorarbeit steht.

Ähnlich im Grunde Koch-Mehrin

Als Vertreterin der Jungen Liberalen (?) war sie seit 1999 im Bundesvorstand der FDP. Promoviert wurde sie 2000, was bedeutet, die Arbeit wurde vermutlich etwa zeitgleich eingereicht wie sie in den Vorstand kam.
Ins Europaparlament ist sie aber erst 2004 eingezogen, davor glänzte die FDP 4 Jahre dort durch Abwesenheit.
Ich denke, auch bei ihr war 2000 noch nicht abzusehen, dass sie es "weit bringen" und "im Licht der Öffentlichkeit stehen" würde.

Im Grunde waren beide zum Zeitpunkt ihrer Promotion stark politisch engagiert bzw. beruflich dort eingebunden, aber noch nicht unbedingt in einer Position, die höhere Weihen verhieß... "relativ normale" Promovenden halt, mit "relativ wenig Zeit" (solche gibt es auch außerhalb der Politik).

Und darum bin ich fast überzeugt davon, dass gerade auf diesem Gebiet vermutlich bei wesentlich mehr Leuten derartige Passagen in ihren Abschlussarbeiten gefunden werden würden, wenn man nur mal suchen würde...

Und ja, man könnte daraus schließen, dass halt von den Studenten, die es gibt, offenbar nur die unanständigen Politiker werden... und darüber nachdenken, was das über unsere Politiker aussagt.

Aber

1. wird ja niemand veröffentlichen, wie viele Disserationen von Politikern er schon erfolglos durchsucht hat, bevor er fündig geworden ist... eine Liste der "ehrlichen" Schreiber gibt es ja noch nicht, oder?

und

2. wissen wir eben nicht, bei wievielen nicht ganz so prominent Gewordenen man auch Erfolg hätte, wenn man denn bloß suchen würde - was aber keiner macht, weil die ja keinen interessieren.

Ich finde es übrigens vom akademischen Standpunkt her ganz in Ordnung, dass sowas geahndet wird, alles andere ist im Grunde ein Schlag ins Gesicht der Leute, die sich die Mühe machen, Literatur zu sichten und selbst einen Text zu schreiben...

Ich finde es nur unfair, das ausschließlich als "typische Politiker-Sünde" hinzustellen und "ja klar, die Politiker..." zu sagen.

Mir zeigt das eher, dass wir hier im Lande zu einem recht großen Teil kein Unrechtsbewusstsein mehr haben, wo Leute lieber den leichteren Weg gehen, und Schummeln okay ist, solange es nicht auffliegt... und jeder irgendwo "ein bisschen" betrügt, und manche eben ein bisschen mehr.

Die Politiker auch, aber eben nicht nur.

Und das finde ich insgesamt eben schlimm.
 
Lekto, einerseits hast Du sicherlich recht, allerdings gehe ich davon aus, daß Leute wie Guttenberg oder auch Koch-Mehrin durchaus die Ambitionen haben/hatten, es bis nach ganz oben zu schaffen. Dafür könnte u.a. auch gerade die Tatsache, daß sie eben neben ihren Abgeordnetentätigkeiten einen Doktor machen wollen, sprechen.

Im Grunde genommen ist es aber völlig egal - Auch wenn ich nicht ins Rampenlicht will, akzeptiere ich die Regeln und die "Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit" oder wie das heißt - teils sogar per eidestattlicher Versicherung.

Ich habe zwar "nur" eine ca. 100 Seiten lange Diplomarbeit geschrieben, aber selbst da mußte ich die Versicherung abgeben.

Pech haben die Leute nur, daß das Internet die Recherche jetzt so einfach macht...

Übrigens habe ich gestern gelesen, daß jetzt auch immer mehr Manager etc. unter die Lupe genommen werden - Viele Hinweise bekommen die Plagiatsjäger direkt aus derem Umfeld.

 
@Lekto, wir betrachten das Thema aus 2 unterschiedlichen Richtungen. Mein Anspruch an die Politiker ist der, dass jemand, der "Dreck am Stecken" hat, vielleicht auch ein wenig mehr Verstaendnis fuer Fehlgriffe anderer Menschen haben sollte. CSU-Mitglieder sind jetzt aber nicht wirklich bekannt als liberal (im Sinne von freiheitlich und nicht dem, was die FDP daraus gemacht hat), vertreten eben oft zero-Tolerance-Positionen.

Die Titanik hat sich daraus frueher einen Spass gemacht und regelmaessig gemeldet, wenn ein CSU-Politiker wg. Alkohol am Steuer den Lappen abgeben musste :gerissen:

Gerade Guttenberg verkaufte sich ja als grundehrlicher Saubermann.

Haette er nicht diese Witzrede gehalten, als das Kind schon im Brunnen war, sondern haette in dem Moment, wo's raus war, Klartext geredet, waere der Schaden fuer ihn erheblich kleiner gewesen.

Aber hier greift vermutlich die Kognitive Dissonanz mal wieder... Wenn man das System zu lange von innen sieht, wird man fachblind und leugnet die Realitaet, die von aussen klar sichtbar ist.
 
Na ja, ein Herr Guttenberg hätte ja nach dem Aufdecken seines Plagiats einfach zu seinem Fehler stehen können. Hat er aber nicht, er hat dummdreist einfach alles abgestritten.

Das ist ein Verhalten (weniger das Plagiieren als der Umgang mit der Aufdeckung), das für mein Empfinden bei einem Politiker in seiner Position ein NoGo ist. Genau genommen hat er es auch in seinen Politik-Jobs nicht anders gemacht, Schuld waren immer andere und die wurden dann von ihm ruckzuck von ihren Ämtern entbunden, während er sich an sein Amt geklammert hat als gäbe es kein Morgen. Ich fand das richtig ein bisschen peinlich...

Und dass er unfähig ist, war in meinen Augen schon bei seinem Umgang mit der Kundus-Affäre deutlich zu erkennen...


Lektoratte schrieb:
Mir zeigt das eher, dass wir hier im Lande zu einem recht großen Teil kein Unrechtsbewusstsein mehr haben, wo Leute lieber den leichteren Weg gehen, und Schummeln okay ist, solange es nicht auffliegt... und jeder irgendwo "ein bisschen" betrügt, und manche eben ein bisschen mehr.

Gerade darum habe ich den Anspruch an Politiker als Volksvertreter, dass sie nicht betrügen sollten und wenn sie eben doch dabei erwischt werden, dann damit aber auch nicht durchkommen dürfen.

Und ich habe an Politiker eben auch den Anspruch, dass sie nicht vermitteln, dass man mal eben Kinder kriegen, Firmen leiten, politische Ämter innehaben, in Talkshows auftreten und ganz nebenbei mal eben eine Doktorarbeit schreiben kann. Dann wird's irgendwann heißen, "Unsere "Leistungsträger" in der Politik konnten ja auch alles neben dem Schreiben der Doktorarbeit wuppen. Dann werden z.B. allein erziehende Mütter während der Doktorarbeit ja wohl noch locker 'nen Vollzeitjob hinkriegen - warum also unterstützen?"

Ich find das auch vor diesem Hintergrund irgendwie schon wichtig, dass diese Betrügereien aufgedeckt werden...

Interessant wäre aber wirklich mal, wie viele akademische Arbeiten Plagiate sind (also auch die von Nicht-Prominenten)... und geahndet sollten sie eigentlich alle werden.

Aber ich habe ja die Hoffnung, dass seit dem Auffliegen von Guttenberg und anderen künftig nicht mehr so viel plagiiert wird.
 
Hier mal aus Sicht der Plagiatsjäger, fand ich ganz interessant:

 
Na ja, ein Herr Guttenberg hätte ja nach dem Aufdecken seines Plagiats einfach zu seinem Fehler stehen können. Hat er aber nicht, er hat dummdreist einfach alles abgestritten.

das kreid ich ihm nicht an. wahrscheinlich kannte er "seine" arbeit in diesem moment noch gar nicht und wollte das erstmal prüfen. :D
 
Na ja, ein Herr Guttenberg hätte ja nach dem Aufdecken seines Plagiats einfach zu seinem Fehler stehen können. Hat er aber nicht, er hat dummdreist einfach alles abgestritten.

das kreid ich ihm nicht an. wahrscheinlich kannte er "seine" arbeit in diesem moment noch gar nicht und wollte das erstmal prüfen. :D

Oder er hat sein Ehrenwort gegeben, dass er den Schreiber nie verraten wird. :lol:
 
"weil ich ein absolut reines gewissen habe".. :albern:

diese promis.. :D
 
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