Checkliste Züchter-/ Welpenwahl

  • KsCaro
In einem anderen Thread habe ich folgenden Beitrag geschrieben:



Daraufhin kam von mehreren Seiten die Idee, diese "Checkliste" zu erweitern, um Welpeninteressenten die Suche nach einem wirklich guten Züchter zu erleichtern. Hier im Forum wird immer wieder bemängelt, dass Welpeninteressenten ja gar nicht wüssten, wie man einen guten Züchter erkennt - helfen wir ihnen!
Ich fände es schön, wenn man in diesem Thread tatsächlich nur Ergänzungen vornimmt, und nicht darüber diskutiert, ob Zucht sein muss, ob nicht ein Hund aus dem TH besser wäre usw. - dafür gibt es genügend andere Threads im Forum:).

Also auf, was habe ich noch vergessen in der Aufzählung?

LG
Mareike

Auch persönlicher Eindruck der Zuchtstätte sollte beachtet werden. Haben die Welpen Familienanschluss oder werden sie isoliert gehalten?
Ist du Mutterhündin souverän oder eher ängslich?
Macht der "Unterbringungsort" (sorry, mir fällt kein besserer Begriff ein) einen sauberen gepflegten Eindruck?
Werden mehrere Würfe gleichzeitig großgezogen?
Hat man als Welpenkäufer die Gelegenheit, eventuell auch vor der Abgabe sich schon intensiv mit seinem Welpen zu beschäftigen? Die Prägephase, die ich zu Hause noch zur Verfügung habe, ist nicht unendlich.
Keine Mitleidskäufe tätigen, weil die Welpen ja ach so arm dran sind. Der möglicherweise folgende Rattenschwanz ist nicht absehbar und man könnte unter Umständen auch sehr dubiose Machenschaften unterstützen (damit meine ich jetzt nicht, wenn in einem Wurf ein einzelner Welpen nicht so gut dabei ist, das ganze aber sonst einen guten Eindruck macht. Hier würde man in der Regel auch Hilfe und Entgegenkommen vom Züchter erwarten können)

Der Schaller hat hat mal geschrieben: geh zu den Züchter über den alle lästern und mit dessen Hunde die meisten züchten :) Das war er wohl selbst; nur die Idee ist immer noch aktuell

Bei einem guten Züchter werden die Welpen sozialisiert und mit einigen Außenreizen (Autos, Straßenbahnen, Radfahrer, allerlei Geräusche und Gegenstände etc.) "bekannt gemacht".

Wobei ich mir auch die Whg. anschaue und wenn man so gar keinen Anhalt für Hundehaltung findet,gehe ich davon aus das Zwingerhaltung angesagt ist und der Hund nur für Besuch ins Haus kommt .;)

Was Geräusche angeht, da bleibt mit Sicherheit die meiste Arbeit an den neuen Haltern hängen, was ja auch völlig ok und verständlich ist.

@spandau:
1. Geräuschangst bzw -empfindlichkeit ist (wie ich schon in dem anderen Thread schrieb) stark erblich, also kann man durch die Selektion der Zuchttiere großen Einfluss darauf ausüben.
2. Es geht gar nicht darum, dass der Welpe alle Geräusche (bzw. geht's ja um Umwelt, also Optik, Akustik und Haptik / Untergründe etc.) beim Züchter kennenlernt, sondern lediglich angemessen viele.
Er lernt dadurch, dass ihm unbekannte Dinge nichts Schlimmes sind, sondern nur ein neues Abenteuer. Natürlich ist es normal, wenn ein Welpe sich erschreckt - aber ein gesunder Welpe rennt danach neugierig zur Quelle, um das "Ungeheuer" zu erkunden.

Das ist der große Unterschied zu Fehl- oder Mangelprägung (bzw. -Sozialisation).

Wie lang ist der letzte Wurf der Hündin her? Wie alt war sie beim ersten Wurf?
Kaiserschnitt- oder Spontangeburten?
Mal die Wurfzeiten erfragen: Wie lang hat es vom ersten bis zum letzten Welpen gedauert?
Kann der Vaterrüde angesehen werden?
Wie häufig macht der Züchter Wurfwiederholungen?

Neben allen Bemühungen um eine gute Umweltsozialisation sollen die Welpen auch nicht überfordert werden. Wenn der Welpenbereich aussieht wie ein Vergnügungspark sollte man sich fragen, ob die Hunde nicht ständig überfordert werden.
Ich bin heute der Meinung, dass ein gesundes Mittelmass angesagt ist = normale geräuschkulisse eines 4-5 Personenhaushalts. Mehr ist nicht nötig möglicherweise aber schädlich!
Der Welpe wird nicht gut auf Umweltreize sozialisiert, wenn seine Unsicherheit mit Triebmitteln überspielt wird. Anzeichen dafür: der Welpe dreht bei jedem neuen Erlebnis tierisch auf.

Was mir persönlich auch wichtig ist ,wenn der Züchter schon länger züchtet :
Was ist mit den Alttieren ?

Für mich ist ein guter Züchter , wenn er seine Stammhunde hat ,auch im Alter !

Grundsätzliche Dinge zur Züchterwahl:

- Züchter nimmt seine Welpen bei Urlaub der Käufer in Pflege
- züchtet nur 1 oder 2 verschiedene Rassen (am Besten nur eine)
- der Züchter stellt Fragen und läßt sich beim Gespräch Zeit
- der Züchter kennt seine Hunde und berät Sie, bis Sie den Welpen mit dem passenden Charakter gefunden haben

- die Welpen sind lebhaft, zutraulich und haben keine große Scheu/Angst/Schreckhaftigkeit
- die Welpen machen einen gesunden Eindruck

Nee, das muss ich ablehnen. Dann müsste ich die Hunde in den Zwinger sperren - ich kann doch nicht einen Haufen unkastrierter, möglicherweise zu Mensch oder Tier gar nicht freundlicher Diensthunde hier lustig durcheinanderlaufen lassen, am besten wenn die Mama gerade heiß ist...? Solange die Hunde nett und verträglich sind habe ich grundsätzlich kein Problem damit, aber ich bin berufstätig, und würde nie meine Hunde mit fremden Hunden alleine lassen. Nee, pauschal würde ich das nie verlangen, da sollte man schon den Einzelfall sehen.

Mir kam noch so ein Gedanke, aber vermutlich tut das ein guter Züchter von sich aus. Sollte ein Welpenkäufer abgelehnt werden, wäre es für diesen sehr schön, dass der Züchter den Grund/die Gründe dafür nennt. So kann der potentielle Käufer evtl. "an sich arbeiten". Ich rede in diesem Fall natürlich von seriösen Interessenten und nicht irgendwelchen Idioten, die "voll krasse Hund xy" brauchen.

Da muß ich Dir widersprechen !
Wenn ich als Züchter ihm sein Makel aufzeige , weiß er um das und kann besser schauspielern .
Sicherlich ich sage schon meist meine Gründe , wenn es z.B. um die LHVO geht,die persönlichen Umstände usw.

Aber manchen kannst Du es nicht sagen oder es kommt sowieso nicht an !

Zu Punkt 9 würde mir noch fehlen, dass der Züchter den Hund nicht nur bei Krankheit zurücknimmt, sondern auch dann, wenn der Besitzer den Hund aus anderen Gründen nicht mehr halten kann.

Kaufe nie einen Hund aus Mitleid!
Kommt dir etwas komisch vor: frag nach. Ist die Antwort nicht befriedigend: kaufe den Welpen/Hund nicht!
Bleibt eine Frage ungeklärt: kaufe den Welpen/Hund nicht!
Ist Dein Bauchgefühl zum Züchter nicht gut: kaufe den Welpen/Hund nicht!

Hallo,

ich habe vor kurzem einen Artikel zu diesem Thema geschrieben: Die Verantwortung gegenüber dem Lebewesen und die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.




Ich bin selber übrigens kein Züchter, aber es ist mir ein besonderes Anliegen, dass potentielle Käufer ihre Augen auf machen, bevor sie sich einen Hund zulegen. Der Umgang mit manchen Rassen bzw. die Einführung kaum verbreiteter Rassen muss in meinen Augen sensibler werden.

sind Kinder und andere Tiere im Haushalt
auf welchen Untergründen wachsen die Welpen in den ersten 8 wochen auf bzw worauf laufen sie
wie werden sie angefüttert, ggf. Barf?

Ich war mal so frei allen Input zusammenzustellen und als EINEN Beitrag fertig zu stellen.
Es darf weiterhin gerne ergänzt werden. ;)
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi KsCaro :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
  • MeikeMitBenny
  • #Anzeige
Übrigens... Es ist enorm wichtig auch an das richtige (!) Hundefutter zu denken.

Ich habe für unseren Dicken seeehr lange nach dem richtigen Futter gesucht. Durch Zufall habe ich den hier vom Forum angebotenen kostenlosen Futtercheck gefunden und konnte dort tatsächlich in Erfahrung bringen, welches Futter ganz konkret von anderen Hundebesitzern mit genau der gleichen Hunderasse bevorzugt wird.

Und unser Benny liebt sein neues Futter! Es hat sich gelohnt!! 

Wer ihn noch nicht ausprobiert hat, hier findet ihr den Futtercheck! Dauert weniger als eine Minute.

Ach ja, ihr könnt übrigens zusätzlich noch am Ende des Futterchecks gratis Futterproben von bis zu 20 verschiedenen Herstellern anfordern! 

So sah hier dann nach ein paar Tagen unser Tisch aus:



Euer Hund wird euch lieben! 

Hier nochmal der Link zum Futtercheck

LG Meike mit Benny
  • lektoratte
Cool, Caro...

Danke schön. :)
 
  • Christy
Gute Zusammenfassung.

Allerdings fehlen mir hier die gesundheitlichen Aspekte HD, ED, Rücken usw....

Und - *wunder* kaufen Leute Welpen ohne sich den Vater bzw. am besten Nachzuchten div. Altersklassen angeschaut zu haben?
 
  • Fact & Fiction
Und - *wunder* kaufen Leute Welpen ohne sich den Vater bzw. am besten Nachzuchten div. Altersklassen angeschaut zu haben?

Ja, bei mir/uns :) Ist vielleicht nicht repräsentativ, aber zu mir/uns kamen mehrheitlich Welpeninteressenten, denen wir als gute Züchter empfohlen wurden. Denen war die Abstammung weniger wichtig. Wichtiger war ihnen die Interaktion zwischen den erwachsenen Hunden und den Welpen. Dass ich mir bei der Wahl des Rüden Gedanken gemacht habe, davon sind sie ausgegangen. Bilder vom Vater (der nicht mit im Haushalt wohnt) wurden wohlwollend angeschaut, das wars. Nachfragen nach anderen Nachkommen des Rüden: Null.

Natürlich gibt es andere, denen die Abstammung sehr wichtig ist, aber die hatten sich dann selbst gründlich vorinformiert.
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Danke für den Tipp, Meike! Den Futtercheck (und vor allem die kostenlosen Futterproben :D) werde ich mir mal gönnen.
  • nelehi
...ich finde es eher bedenklich, wenn der Deckrüde "zufällig" auch im Haushalt lebt und ich ihn auch anschauen kann....
I.d.R. passt der eigene Rüde nicht 100 %ig auf die eigene Hündin. Man will ja die "Fehler" (jeder Hund hat Fehler!) der Hündin ausgleichen.
Bei unserem vorletzten Wurf kam der Rüde aus Estland. Ich habe ihn mir lange zuvor immer wieder live angeschaut und natürlich auch alle sein Unterlagen (AT, div. Gesundheitszeugnisse, Prüfungen in Form der Leistungskarte und Ausstellungstitel) in Kopie geben lassen. Beim letzten Wurf kam der Rüde aus dem Ruhrgebiet. Das waren nur 500 km Fahrt einfach.

Mir ist Gesundheit (mehr Untersuchungen, als der Zuchtverband verlangt, aber bitte die, die sinnvoll sind), die Linie (für Laien eher weniger), der Umgang der Mutterhündin mit den Welpen, der Umgang des Züchters mit seinen Hunden (egal, ob groß oder klein) wichtig. Das gilt für Zuchthündin und Deckrüde. Gern habe ich den Rüden ein bissl älter, das geht aber leider nicht immer.
Na, und mir persönlich ist das Exterieur natürlich auch wichtig.



LG nicole
 
  • bxjunkie
Kann das einer sehen?
 
  • bxjunkie
Link works. Man muss nur einen account haben, um es sich anzuschauen.
Danke für's Feedback...das habe ich befürchtet...es geht um Rütters Rassecheck und gerade sehe ich es mir an...Dobermann und DCM und der Studie von Dr.Wess dazu...hätte es gerne geteilt :(
 
  • Hans-Peter
Hier sind die 12 Tipps wie man einen guten Züchter erkennt :)
  1. Ein Züchter sollte nur eine maximal 2 Hunderassen züchten.
  2. Ein seriöser Züchter lädt dich ein um dich persönlich kennen zu lernen.
  3. Der Züchter frägt dir ein Loch in den Bauch.
  4. Ein seriöser Züchter hat die Mutterhunde und die vorherige Generation im Haus
  5. Die Welpenväter sind fremde Hunde und leben nicht mit im Zwinger.
  6. Ein guter Züchter hat einen sehr liebevollen Kontakt zu seinen Hunden.
  7. Ein guter Züchter hält seine Hunde im Haus und nicht in einem Zwinger.
  8. Die Welpen haben ein extra Welpenzimmer
  9. Das Zuhause ist sauber und riecht nicht nach Hund.
  10. Angfressene Stuhlbeine sind ein gutes Zeichen.
  11. Ein guter Züchter beantwortet dir alle Fragen
  12. Ein guter Züchter ist in einem Zuchtverband.
 
  • Hans-Peter
Die Hausfrau, die das mit einem 12er Wurf Schäferhunde im Haus dauerhaft schafft, muss ich unbedingt mal nach ihrem Geheimnis fragen :D

Ok Du hast recht :) wobei mein Dicker alleine bestimmt wie ein 12er Wurf Schäferhunde riecht :)
 
  • andidoi
Die medizinische Seite wurde etwas ausser acht gelassen.
Ist die Mutter geimpft, entwurmt und ist sie auf rassetypische Genmutationen, wie z.B. PRA / Katarakt, dilute Farben und noch einiges mehr getestet.
Sind die Welpen entwurmt und wie oft ., Sind sie bei Abgabe geimpft.

LG Andrea
 
  • toubab
Na ja, in echt habe ich mich noch nie und never die wurmkuren ( wo beweisst wer was wann genommen hat) und impfstatus von die elterntiere zeigen lassen, dafuer hd, ed, pra und andere rassebedingte spaesse schon, inklusive roentchen bilder.
 
  • Hans-Peter
Ich denke die medizinische Seite, ist für eine Punkte Übersicht zu viel da es wie Andidoi schon schreibt ein recht umfangreicher Aspekt ist.

Die medizinische Seite wurde etwas ausser acht gelassen.
Ist die Mutter geimpft, entwurmt und ist sie auf rassetypische Genmutationen, wie z.B. PRA / Katarakt, dilute Farben und noch einiges mehr getestet.
Sind die Welpen entwurmt und wie oft ., Sind sie bei Abgabe geimpft.

LG Andrea

Vielleicht habt ihr aber eine Anregung wie man die medizinische Seite in die Punkte Übersicht sinnvoll integrieren könnte.
 
  • pat_blue
Die gesundheitlichen Aspekte einer Rasse sind ja auch verschieden. Nicht jede Rasse braucht die selben Untersuchungen / Tests.
Warum da angefressene Stuhlbeine gut sein sollen, erschliesst sich mir nicht. Auch Welpen kann man vom Stuhlbein wegschieben, wenn die anfangen da zu knabbern. Eigenes Welpenzimmer braucht es (für mich zumindest) auch nicht, mir ist lieber, die sind bei der Familie und den anderen Hunden und haben da ihren Bereich. Unter Züchterauswahlkriterien stelle ich mir vielleicht was anderes vor. Aber kenne mich da auch zu wenig aus.
 
  • Fact & Fiction
Wir hatten auch ein eigenes Zimmer für die Mama und ihre Welpen. Wenn du mehrere Hunde im Haus hast, ist das für die erste Zeit ab der Geburt ganz praktisch. Für unsere anderen Hunde bedeuteten die Babys keine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, dafür hatten Mama und Kinder ihre Ruhe. Nicht jede frisch gebackene Mama will ihre Kinder sofort mit den anderen Hundekumpels "teilen". Setzt voraus, dass so ein Welpenzimmer kein abgeschiedenes Kabuff ist, normale Alltagsgeräusche dahin dringen und die Zweibeiner sich reichlich kümmern.

Ein eigenes Welpenzimmer kann ein gutes Zeichen sein - oder ein ganz schlechtes ;) Wenn so ein Zimmer dazu dient, die Welpen wegzusperren, ist es Mist. Dasselbe gilt für eine Aufzucht im Schlafzimmer.

Man muss schon das Gesamtpaket Züchter / Aufzuchtbedingungen sehen und möglichst beurteilen können.
 
  • andidoi
@toubab, ich finde es definitiv wichtig, dass Mutterhündin und Welpen ordentlich entwurmt sind, fast genauso wichtig, wie korrekt abgeschlossene rassespezifische Untersuchungen.
Natürlich sucht man sich aber auch einen Züchter aus, bei dem das körpereigene " Bauchgefühl" stimmt ;)

LG Andrea
 
  • toubab
@toubab, ich finde es definitiv wichtig, dass Mutterhündin und Welpen ordentlich entwurmt sind, fast genauso wichtig, wie korrekt abgeschlossene rassespezifische Untersuchungen.
Natürlich sucht man sich aber auch einen Züchter aus, bei dem das körpereigene " Bauchgefühl" stimmt ;)

LG Andrea

Gute morgen, hast du das gefuehl das ich bei einen zuechter kaufe, der nicht entwurmt? Und ob das genau so wichtig ist wie pra oder hd etc, wage ich zu bezweifeln. Wo ich wohne entwurmt kein meinsch seine hunden, ausser ich, wenn die hunden genug zu fressen haben, werden auch die gross, inklusive wuermer.
 
  • andidoi
Bei Interesse kann gerne einmal folgendes gelesen werden:
Toxocara canis beim Hund
Steckbrief: einer der häufigsten Darmparasiten bei Hund und Katze, bis 19 cm lang, auf
Menschen (insbes. Kinder) übertragbar

Die Eier werden vom Endwirt (Hund, Katze, etc.) mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt
entwickelt sich aus den Eiern über zwei Larvenstadien das infektiöse Larvenstadium L3. Dieses
wird peroral (Schnuppern, Lecken, Kotfressen, infizierte Mäuse) aufgenommen. Daneben ist eine
Übertragung der Mutter auf ihre Welpen möglich beim Hund bereits im Mutterleib, bei Hund und
Katze während der Säugezeit.
In den Endwirt aufgenommen machen die Larven eine Wanderung durch den Körper.
Bei sehr jungen Hunden oder auch bei älteren Hunden, die zuvor noch nie mit Spulwürmern in
Kontakt gekommen sind, wandern die Larven vom Darm über die Leber in die Lunge, häuten
sich zum Larvenstadium L4, werden hochgehustet und abgeschluckt, gelangen erneut in den
Dünndarm und häuten sich erneut. Nach dieser letzten Häutung entwickeln sich die Würmer
zur Geschlechtsreife. Neue Eier werden mit dem Kot ausgeschieden.
Bei älteren Hunden kommt es zu einer sogenannten somatischen Wanderung. Die Larven
wandern über die Lunge ohne sich zu häuten in verschiedene Organe des Körpers und kapseln
sich letztlich in der Muskulatur ab, wo sie über Jahre verbleiben können. Diese Larven können
im Rahmen einer Trächtigkeit während des letzten Drittels der Trächtigkeit aktiviert werden. Dies
kommt durch veränderte Hormonspiegel der trächtigen Hündin zustande. Die aktivierte Stadien
gelangen über den Blutweg in die Gebärmutter und setzen sich vorwiegend in der Leber der
ungeborenen Welpen ab. Die Weiterwanderung über die Lunge zum Darm erfolgt dann unmittelbar
nach der Geburt der Welpen. Die ruhenden Larven können aber auch in die Milchdrüse gelangen
und nach der Geburt über die Milch auf die Welpen übertragen werden.
Gesundheitlichen Schaden können Spulwürmer überall da hinterlassen, wo sie entlang wandern.
So können Spulwürmer zum Beispiel Leberentzündungen verursachen, ebenso Entzündungen
des Lungengewebes mit Husten und Nasenausfluss als Krankheitsbild. Das typische
Krankheitsbild bei einer hochgradigen Verwurmung betrifft den Magendarmtrakt mit Durchfall und
Verstopfung im Wechsel, blutiger oder schleimiger Kot, Bauchschmerzen, Abmagerung, glanzloses
Fell, Schuppen, etc.
Ein deutliches Krankheitsbild ist in den meisten Fällen bei jungen Hunden oder Hunden mit
geschwächtem Immunsystem zu sehen. Ältere Hunde erkranken selten an einem Wurmbefall,
spielen aber für die Verbreitung der Würmer durch das Ausscheiden von Wurmeiern trotzdem
eine Rolle.
Auch für den Menschen ist der Spulwurm nicht ganz ungefährlich. Die Aufnahme erfolgt durch
perorale Aufnahme der infektiösen Stadien (kontaminierte Nahrungsmittel, Hand-Mund-Kontakt, etc.).
In der Regel sind allerdings Kinder besonders infektionsgefährdet (Sandkasten!). Beim Menschen
kommt es stets zur somatischen Wanderung, die Erkrankung heißt „Larva migrans visceralis“ oder
auch „Larva migrans interna“.

Bekämpfung
Routinemäßig sollte alle 3 bis 4 Monate oder nach vorheriger Kotuntersuchung mit einem
geeigneten Präparat entwurmt werden.
Welpen sollten im Alter von 2, 4 und 12 Wochen entwurmt werden, bei starkem Befall zusätzlich
mit 8 Wochen.
Hündinnen sollten 2 und 4 Wochen nach der Geburt behandelt werden. Gegen die somatischen
Stadien sollte 40 und 10 Tage vor sowie 10 und 40 Tage nach der Geburt entwurmt werden.
Bandwürmer
Dipylidium und Taenia
Steckbrief: Parasiten von Tieren und Menschen, in der Tierwelt sehr weit verbreitet - kommen
bei Fischen, Amphibien, Reptilien Vögeln und Säugern vor, können von wenigen Millimetern bis
zu 25 Metern lang werden, bestehen aus einem Kopf und einen platten breiten Körper, der aus
wenigen bis über 4.000 Gliedern besteht, die einzeln abgestoßen werden und oft massenhaft
(bei Taenia z. B. im Schnitt 100.000) Eier in jedem einzelnen Glied enthalten, die Bandwurmglieder
ähneln Reiskörnern und häufig kann eine Eigenbewegung beobachtet werden

Die Bandwurmglieder werden vom Endwirt (Hund, Katze, etc.) mit dem Kot ausgeschieden oder können durch Eigenbewegung den Darm verlassen. Die Bandwurmglieder werden von einem
Zwischenwirt aufgenommen. Bei Dipylidium ist das ein Floh im Larvenstadium, bei den
verschiedenen Taenia-Arten sind es verschiedene (Nagetiere, Hasen, Kaninchen, etc).
Im Zwischenwirt erfolgt eine Entwicklung aus dem Ei zu einem infektiösen Zwischenstatium.
Dieses gelangt dann durch Aufnahme des Zwischenwirtes (Floh, Maus, etc.) in den
Endwirt (z. B. Hund oder Katze) und entwickelt sich im Magen-Darm-Trakt des Endwirtes
zum erwachsenen Bandwurm, der im Darm wächst und wiederum einzelne reife Bandwurmglieder
abgibt.
Die Symptome bei Hund und Katze sind meist nur leicht. Inappetenz, Durchfall, häufiges
Belecken des Anus oder "rutschen" können auf einen Befall mit Bandwürmern hindeuten.
Zu einem Darmverschluss durch Bandwurmknäuel kommt es nur in Ausnahmefällen.
Auch der Mensch ist für Bandwürmer empfänglich. In den meisten Fällen kommt es nur zu
leichten Symptomen im Magen-Darm-Trakt. Allerdings gibt es einen sehr gefährlichen Bandwurm
für den Menschen: den gefährlichen Fuchsbandwurm (Echinoccocus multilocularis). Eine Infektion
mit diesem Bandwurm gilt als eine der gefährlichsten parasitären Erkrankungen beim Menschen.
Die Erkrankung verläuft schleichend-chronisch und endet bei unbehandelten Patienten in der Regel
tödlich. Infizieren kann der Mensch sich zum einen über Hand-Mund-Kontakt nach Berühren
infizierter Endwirte (Hund, Fuchs) oder von Hunden, die sich in Fuchslosung gewälzt haben.
Aber auch die Aufnahme ungewaschener Wildbeeren oder Gemüse/Fallobst kann Quelle einer
Infektion sein.

Hakenwürmer
Ancylostoma und Uncinaria
Steckbrief: Parasiten von Hund und Katze, etwa 5 bis 30 mm lang, Hakenwurmlarven können
in die Haut des Menschen eindringen und dort Veränderungen hervorrufen

Die Eier werden vom Endwirt (Hund, Katze, etc.) mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt entwickelt sich aus den Eiern über zwei Larvenstadien das infektiöse Larvenstadium L3. Dieses
wird - je nach Hakenwurmart - peroral (Schnuppern, Lecken, Kotfressen, infizierte Mäuse)
aufgenommen oder kann auch über die Haut in den Wirt eindringen. Daneben ist eine Übertragung
von der Mutter über die Muttermilch auf ihre Welpen möglich.
Nach peroraler Infektion (über orale Aufnahme) gelangen die Larven in den Magen-Darm-Trakt, entwickeln sich dort über weitere Stadien zum geschlechtsreifen Wurm und geben Eier in den Darm ab, die wieder mit dem Kot ausgeschieden werden.
Nach perkutaner Infektion (über die Haut) können die Larven über die Lunge, die Luftröhre und
die Speiseröhre in den Magen-Darm-Trakt gelangen, wo sie sich genauso weiterentwickeln, wie
nach peroraler Aufnahme. Daneben können sie auch durch verschiedene Organe wandern und
sich letztlich in der Muskulatur niederlassen, wo sie verbleiben, bis sie reaktiviert werden. Das
geschieht zum Beispiel während einer Trächtigkeit. Die reaktivierten Larven wandern gegen Ende
der Trächtigkeit in die Milchdrüse und werden so über die Muttermilch auf die Welpen übertragen.

Gesundheitlichen Schaden können Hakenwürmer überall da hinterlassen, wo sie entlang wandern. So können sie beispielsweise allergische Reaktionen an der Hautstelle, an der sie eingedrungen sind, verursachen. Auch können die Larven in der Lunge kleine Blutungen und entzündliche
Veränderungen hervorrufen, sowie entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut. Im
schlimmsten Fall kann es zu verzögertem Wachstum, Abmagerung, Blutverlust, blutigem Durchfall
und sogar zu Herzinsuffizienz kommen. Massive Auswirkungen auf den Körper hat allerdings nur
ein massiver Befall bei einem sehr jungen oder immunschwachen Tier.
Auch für den Menschen ist der Hakenwurm nicht ganz ungefährlich. Die Aufnahme erfolgt über die Haut, die Larve verursacht dort dann lokale Veränderungen und Entzündungen der Haut.

Empfehlungen
Hundewelpen während der Laktation

Die erste Behandlung erfolgt mit 2 Wochen, dann mit 4 Wochen und mit 12 Wochen, da es bei Hunden schon während der Trächtigkeit und bei Hunden und Katzen über die Muttermilch zu einer Infektion kommen kann.
Hündin und Katze, die säugt
Die erste Behandlung nach der Geburt erfolgt nach ca. 2 Wochen, da sich nach der Geburt Nachschübe wandernder Larven und aus dem Welpenkot aufgenommender Stadien im Darm ansiedeln können.
Hunde und Katzen über 12 Wochen
Die Entwurmung erfolgt sehr individuell von 2-4 x jährlich bis deutlich häufiger bei Risikofaktoren wie enger Kontakt zu kleinen Kindern oder bei eifrigen Mäusefängern. Es besteht auch die Möglichkeit, über eine Kotuntersuchung den Verwurmungsstatus festzustellen und nur bei Bedarf zu entwurmen.
Entwurmen nach Flohbefall
Nach erfolgreicher Flohbehandlung sollte eine Entwurmung vorgenommen werden, um evtl. Bandwurmbefall vorzubeugen. Alternativ dazu kann durch eine Kotprobenuntersuchung festgestellt werden, ob es zu Bandwurmbefall durch die Flöhe gekommen ist und ob eine
Entwurmung notwendig ist.
Entwurmung bei Wurmbefall
Sind Würmer in Kot oder Erbrochenem gefunden worden, sollte 2 x im Abstand von 14 Tagen entwurmt werden. Bei starkem Befall empfiehlt es sich zusätzlich, den Erfolg der Entwurmung per Kotuntersuchung zu überprüfen.

ENDE
Ist nun leider etwas lang geworden und für mich nicht mehr diskutabel, ich finde es schon wichtig, genauso wie die rassespezifischen Untersuchungen.
Man sollte aber auch einmal die andere Seite, die Züchterseite, betrachten. Ich glaube nicht das ein guter und verantwortungsvoller Züchter, natürlich mit dem Augenmerk auf die Rasse, jedem x-beliebigen Interessent, einen Welpen anvertraut.

LG Andrea
 
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