Beißlust nach Plan

  • persilia
Gleich zum Problem, zu dem ich eure Meinung erwünsche:

gestern ereignete sich zwischen unseren Hunden ein Zwischenfall, dessen Nachbehandlung durch meinen LG ich für falsch empfinde.

Die Hunde:
Karl (DeutschDrahthaar-GroßerMünsterländer Mischling) hat die älteren Hausrechte, gebärdet sich gerne dominant, rassetypischer Beutetrieb und Verteidigungstrieb, ist aber sehr sozial mit
Käthe (AmStaff), hat sich in der Zweierbeziehung untergeordnet, lässt sich aber nicht alles gefallen, hat ausgeprägten Rudeltrieb, kommt mit allen Hunden sehr gut aus, hat keinerlei Macken, verfügt auch über ausgeprägten Beutetrieb. Sie ist nur mein Hund. Karl ist unser gemeinschaftlicher Hund, gemeinsam angeschafft, doch da ich seinerzeit einen anderen Kandidaten lieber genommen hätte als den Karl, sieht mein LG ihn eher als seinen Hund an. Allerdings bin ich der fast alleinige Gassigeher und auch Erzieher. Mein LG ist in erster Linie (nicht ausschliesslich) der liebe Onkel zu beiden Hunden.
Als Käthe vergangen Januar zu uns kam, griff Karl sie mehrfach aus kleinem Anlass an, biss ihr in den Kopf. Ich war darauf vorbereitet, dass es anfängliche Probleme geben würde, mein LG hat da eine geringe Geduld und sprach nach 14 Tagen davon, dass einer der beiden Hunde wegen dieser Beissereien weg müsse(die lediglich von Karl ausgingen). Sie wehrte sich nicht. Wer weg müsse, war klar.

Ich zog dann alle Register, die mir einfielen, Karl an die neue Situation zu gewöhnen und es fruchtete (kein Wunder, das Zusammenleben mit der vorigen Hündin hatte ja auch geklappt).
Alle paar Monate gab es doch nochmal eine kleine Beißerei, fast immer während der Spaziergänge, bei der Karl stets zu beißen anfing (das ging ums Stöckchen, um ein zu suchendes Leckerli, einmal auch weil sie ihn stets zum Spielen animiert, er aber fast nie spielen will und er dann genervt, bestimmt auch nach vorheriger Warnung, zubiss.
Mit der Zeit biß Käthe auch zurück und es entwickelte sich das terriertypische verhalten, dass Käthe beim Zubeißen nicht mehr losließ und auch stets nach setzte. Die Zeit, als sie einer Beißerei aus dem Wege geht, waren vorbei, ganz im Gegenteil, für sie schien das ein tolles Spiel, egal, welche Wunden man davon trägt, welches man nicht abbrechen will.
100% kann ich sagen, dass sie niemals mit Beißen begann und niemals provozierte. Sie spielt und rauft mit dem Boxer Lemmy aufs Härteste, wobei sie immer verwunderte Zuschauer haben, und noch niemals war bei der Gelegenheit irgendein Ansatz von Aggression.

Gestern interessierte sich Karl wieder (wie 5 mal täglich) für einen alten Knochen, den er unter der Couch her vorzog. Für Käthe ist dieser dann auch interessant und sie sitzt lauernd daneben, um eine Gelegenheit zu finden, ihn zu bekommen, wenn er ihn fallen lässt. Das ist ein beliebtes Spiel zwischen beiden und findet mehrmals täglich statt. Manchmal nimmt auch der eine den Knochen dem anderen vorsichtig aus dem Maul.
Diesmal passt Karl Käthes Anwesenheit nach einigen Minuten nicht, er brummt kurz und schnappt kurz zu und sie dann fröhlich auch. Die Hunde waren rasch getrennt, Käthe will nicht aufhören und windet sich in meinem Griff, um erneut an Karl heran zu kommen. Da tritt mein LG sie ans Maul, reißt sie aus meinem Griff am Halsband hoch, hält sie hoch und wirft sie auf die Couch, sagt zu ihr: beim nächsten Mal kannst Du was erleben, ich habe nämlich keine Angst vor Dir, Fräulein.

Ich sagte bis dahin nichts, weil ich den Hund nicht zusätzlich verwirren will (da ich ihr Chef bin, ich aber auch keine streit mit meinem LG provozieren möchte) und sie ehedem in einer Trieblage ist, wo sie nicht viel hört (im wahrsten Sinne des Wortes).
Zu meinem LG sage ich anschließend, dass er mit dem Hund gar nichts zu machen hat, da ich mich darum kümmern werde. Sachliche Gespräche sind mit ihm in solchen (will mal sagen, triebgelagerten) Situationen kaum möglich.

Er unterstellt der Käthe, sie habe nun volle 5 Minuten neben dem Karl gesessen, um ihn zu provozieren, damit sie beißen könne, das sei ihr Ziel gewesen. Das sei auch das, was die Leute meinen mit dem Kampfhunden, sie habe ganz offensichtlich Spaß daran, zu beißen Das werde er ihr austreiben.

as soll man noch zu so etwas sagen? Die ganze Nacht habe ich über rationale Argumente nachgedacht, die ich anderntags anbringen könnte, und besonders diese Verfallen ins Klischee (die haben Spaß daran) stieß mir sehr übel auf, behauptete er doch bislang stets das Gegenteil. Auch behauptete er stets richtigerweise, dass Hunde keine Niederträchtigkeiten planen, da dies ihr Verhaltensrepertoire nicht zulasse. Der Käthe wird nun aber eine solche Planung unterstellt.

Heute morgen ging ich wie immer mit den Hunden spazieren. Als wir nach Hause kamen und er dann unten war, schnitt er Käthe und tat so, als sei sie nicht da. Ich begann dann noch mit einem Gespräch über die Sache, was jedoch in völliger Unsachlichkeit endete, sodass ich wieder meine Hund schnappte und meiner Wege ging.
Wie kann ich mich besser verhalten?
 
  • SaSa22
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Hi persilia :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • persilia
noch zur Info: beide Hunde sind 10 Jahre alt, Käthe lebte vorher 8vorm (TH) auf der Straße und kommt von daher wahrscheinlich gut mit allen Hunden und Menschen aus.
 
  • MeikeMitBenny
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Mein Benny ist auch so ein echter Chaoshund... 



Habt ihr es schon mit einer Hundeschule probiert? In zwei Hundeschulen haben wir seine Macken nicht in den Griff bekommen. Wir haben es dann letztlich mit einem Online Hundetraining von einer Hundetrainerin geschafft. Deutlich günstiger als die Hundeschule vor Ort ist es auch noch gewesen!

Hier der Link zu ihrer Seite! 
Möchte ich jedem Hundehalter ans Herz legen, der sich offen eingestehen kann, dass er seinen liebsten Vierbeiner eben doch nicht immer wie gewünscht im Griff hat.

Melde dich doch mal zurück, ob sie dir auch helfen konnte! 

LG Meike mit Benny
  • Biggy
ich hab jetzt von Deinem langen Posting für mich folgende Absätze als wichtig raus gepickt, nämlich einmal das hier und einiges fett gemacht
Da tritt mein LG sie ans Maul, reißt sie aus meinem Griff am Halsband hoch, hält sie hoch und wirft sie auf die Couch, sagt zu ihr: beim nächsten Mal kannst Du was erleben, ich habe nämlich keine Angst vor Dir, Fräulein.
....................

Er unterstellt der Käthe, sie habe nun volle 5 Minuten neben dem Karl gesessen, um ihn zu provozieren, damit sie beißen könne, das sei ihr Ziel gewesen. Das sei auch das, was die Leute meinen mit dem Kampfhunden, sie habe ganz offensichtlich Spaß daran, zu beißen Das werde er ihr austreiben.
ich halt nicht viel davon, einen Hund zu treten, verlange aber auch von niemand, ein Übermensch zu sein und sich allzeit im Griff zu haben - ich bin nämlich selber nur ein Mensch mit Fehlern ...

andererseits: das ist eine massive Überreaktion gewesen, sowohl in Taten wie in Worten und ich gehe zusammen mit dem Absatz hier
Heute morgen ging ich wie immer mit den Hunden spazieren. Als wir nach Hause kamen und er dann unten war, schnitt er Käthe und tat so, als sei sie nicht da. Ich begann dann noch mit einem Gespräch über die Sache, was jedoch in völliger Unsachlichkeit endete, sodass ich wieder meine Hund schnappte und meiner Wege ging.
Wie kann ich mich besser verhalten?
davon aus, dass LG irgendwas anderes über den Hund zum Thema macht, der Hund also nur Stellvertreter-Funktion hat

für mich wäre die Frage daher nicht, wie Du Dich besser verhalten kannst, sondern wo das eigentliche Problem liegt, also das menschliche ....

kann natürlich sein, dass ich total daneben liege, kenne ja weder Dich noch ihn, sondern argumentiere rein auf Grund eigener Lebenserfahrung (die nicht die Deine sein muss und bestimmt auch nicht Allgemeingültigkeit hat)
 
  • Pommel
Oh oh ... das klingt nach zu händelndem Problem mit Hund und schwerer zu händelndem Problem mit dem LG.

Hmmm .... ich würde mir auf jeden Fall strengstens verbitten, dass er eingreift ... damit er nicht lernt, seine Trieblage auszuleben ... und sehe es so wie Biggy.
 
  • Budges66482
Wie kann ich mich besser verhalten?

Du stellst DIR allen Ernstes diese Frage?

Oh ha! Ich bin ein sehr ruhiger Mensch, mich bringt niemand so schnell auf die Palme. Doch das hätte mich auf 180 gebracht! :sauer:

Ich gehe zuerst mal auf die Situation der Hunde ein. Ich würde in der Richtung überhaupt nichts Zuhause rumliegen lassen, wenn es schon häufiger zu Raufereien gekommen ist.
Mir wäre dieses Schauspiel, dass sich die Hunde quasi gegenseitig hochschaukeln, weil Ressourcen rumliegen zu heikel.
Meine Beiden kriegen sich nur in die Wolle, wenn unkontrolliert Fressbares rumliegt. Und das sind kurze, unblutige Auseinandersetzungen, wo ich auch nicht trennen muss. So wie das bei euch gelagert ist, kann ich auch nur empfehlen, nichts mehr rumliegen zu lassen.

Das Verhalten deines LG geht gar nicht. Ich bin ehrlich, ich könnte mich da so reinsteigern, dass er komplett die Finger von dem Hund zu lassen hätte.
 
  • SaSa22
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  • Bostonbully
sodass ich wieder meine Hund schnappte und meiner Wege ging.



.....mit Abstand die beste Lösung und längerfristig gesehen auch die einzige die dein (euer) Leben verbessern wird....

...so wie sich das liest sehe ich schwarz das es sich zusammen bessern wird...Konfliktresistenter, agressiver (erst mal nur dem Hund gegenüber) LG....extrem angespannte Situation die auch den Hunden nicht entgeht und wie du sicher weisst reagieren Tiere sehr feinfühlig auf solche *Stimmung* in ihrem Rudel....ergo...angespannte Menschen....angespannte Hunde....sehr angespannte Situation....weitere Vorfälle (leichtere oder auch schwerere) sind vorprogrammiert.

Zu dem völlig unrationalen Verhalten und nöch blödsinnigeren Einstellung der Rasse deines Hundes deines LG's lass ich mich jetzt lieber mal nicht weiter aus....:unsicher:...sonst riskier ich hier noch eine Sperrung.....
 
  • Noxpit
also bitte zuerst die "" ressourcen-verteidigung"" einstellen.....alles wegräumen----schau daskein knochen kein spielzeu rumliegt. lass es nicht zu das sie aus dem maul stiehlt..... hatte meine mali auch immer gemacht.. :( übernimm da seine entscheidung..sag DU nein --bevor es der rüde auf seine art macht. sie ist etwas "distanzlos", da bist du gefragt.. klar einige male lässt er es sich gefallen --aber --irgendwann mag er nicht mehr...

zu deinem LG... . :eg: sorry.....da würd ich rot sehen....niemand hat meinen hund ( einen hund ) ins maul zu treten--oder irgendwo hinzuwerfen.....ich glaub nach SO einer aktion würde ich NICHT mehr überlegen ""wie"" ich mich verhalten soll. er sollte seine """"erziehungsmethoden"""" mit sofort einstellen--für immer.. das geht mal gar nicht--diese situation musst du ansprechen.....was,wenn du mal einige tage weg bist --oder stunden---was macht er dann viell. wen er !!! glaubt !!! deine hündin erziehen zu müssen.....??? :( ( ich würde mich auch fragen ob ich so nen cholerika der noch dazu "kindisch nachtragend " ist----als vater meiner kinder möchte ----sorry--ist so )
 
  • Wiwwelle
persilia kurz: Dein LG hat nen riesen Knall und das kannste ihm ruhig auch mitteilen. Ich sag ja nichts wenn man mal etwas gröber eingreift..aber treten in einer solchen Situation geht ja schon mal gar nicht.....völlig überzogene Handlung.
 
  • Cornelia T
Oh oh ... das klingt nach zu händelndem Problem mit Hund und schwerer zu händelndem Problem mit dem LG.

Hmmm .... ich würde mir auf jeden Fall strengstens verbitten, dass er eingreift ... damit er nicht lernt, seine Trieblage auszuleben ... und sehe es so wie Biggy.

Ich schließe mich Pommel und Biggy an.
Jeder kann mal ausflippen und meinen Mann oder mich haben unsere Terrierdickköpfe auch das eine oder andere Mal sehr genervt, aber einen Hund gegen das Maul treten?
Und ihm vorsätzliches Verhalten, mit dem Ziel einen Anlaß zu haben einen anderen Hund beißen zu können, unterstellen?
Da steckt etwas anderes dahinter.
Und ich hätte keine ruhige Minute mehr, wenn er mit den Hunden allein ist. Wer weiß, was er sich noch an Gründen überlegt gegen deine Hündin vorzugehen.
 
  • staff85
kann es sein, dass dein lg angst vor dem hund hat? hört sich für mich so an...
 
  • sabsi
Sorry, aber das ist für mich ein absolutes Nogo!
Ganz ehrlich, wenn jemand aus solch geringem Anlass so dermaßen überzogen aggressiv reagiert, würde ich mir schon die Frage stellen, welche anderen Situationen so ein Verhalten auslösen können.
 
  • matty
Sorry, aber das ist für mich ein absolutes Nogo!
Ganz ehrlich, wenn jemand aus solch geringem Anlass so dermaßen überzogen aggressiv reagiert, würde ich mir schon die Frage stellen, welche anderen Situationen so ein Verhalten auslösen können.

Genau das ging mir auch durch den Kopf und zusätzlich noch, wieso, wenn es schon diese Probleme in der Vergangenheit gab, so ein Knochen unter der Couch liegen kann uund das wohl auch nicht als Ausnahmesituation.


Das geht für mich auch gar nicht.
Immer, wenn ich mehrere Hunde hatte, von denen einer auch nur evtl. Ressourcen verteidigt hätte, habe ich zumindest zu Hause erfolgreich versucht, solche Situationen zu vermeiden.
 
  • Ruhrlady
naja, das Verhalten des LG in der akuten Situation ist eine Sache...
das Verhalten danach und jetzt ist richtig bedenklich...

Im Affekt kann besonders unter Stress u Angst etwas passieren dass man später bereut...
normalerweise lernt man daraus, entschuldigt sich beim andren Menschen, und verändert sein Verhalten gegenüber dem Hund...Gegenmaßnahmen siehe oben bei den anderen....

Bedenklich ist das Beharren auf der Richtigkeit der Aktion und das Androhen weiterer Aktionen....

Das würde ich in einem ruhigen Gespräch ein für alle mal klären...

wenn nur Ressourcenverteidigung die Konflikte unter den Hunden schafft, dann kann man das in den Griff kriegen, genau wie man Käthe verbal abrufen kann, wenn sie durch wiederholte Spielaufforderungen nervt...

Ich seh das Problem leider auch nicht bei den Hunden sondern bei den Menschen...

und da mußt du jetzt alleine durch...

mach dir einen Plan was genau du sagen willst, welche Grenzen du deinem LG in Bezug auf deinen Hund setzt und versuche es ruhig und sachlich rüber zu bringen...

viel Erfolg...
 
  • Hovi
Ich würde auch auf den Spaziergängen sowas

bei der Karl stets zu beißen anfing (das ging ums Stöckchen, um ein zu suchendes Leckerli,

unbedingt vermeiden. Du hast offenbar zwei Hunde, die beide Ressourcen verteidigen. Wenn Du mit einem etwas machen möchtest (z. B. Leckerli suchen, Stöckchen spielen etc.) solltest Du den anderen so lange ablegen.

Bei so einer Konstellation würde ich sehr drauf achten, dass ich alleine die Ressourcen verwalte.

Zum Verhalten Deines LAG ist ja schon alles gesagt.
 
  • persilia
Herzlichen Dank für Eure Resonanz um mein Problem(chen).
Was ich daraus mitnehme:
die beiden alten Knochen sind weggeräumt und es wird auch nichts dergleichen mehr in der Wohnung verbleiben;
unterwegs wird es zunächst kein Suchspiel um ein Leckerchen mit beiden Hunden gleichzeitig mehr geben, ungeachtet dessen, daß die Streitereien um dieses nur sehr selten auftreten;
von mehreren Schreibern wurde ausgesprochen, daß meine Hündin hier in einer Stellvertreterposition gewesen sein könnte und das finde ich naheliegend, wennzwar ich auch selbst nicht darauf kam.
Es war stets so (und ist es seit gestern im Laufes des Tages auch wieder), daß sie vom LG übertrieben hoffiert wird, im Sinne von schlechter Erziehung. (zur Erläuterung: vor vielen Jahren bin ich ausgezogen und wohne “nebenan”, zwar auf demselben Grundstück, aber in einem kleinen Häuschen, welches ich mir aus Gründen der räumlichen Trennung habe bauen lassen. Natürlich befinde ich mich oft drüben in der Hauptwohnung und mein Hund zeitlich noch länger, da beide Hunde offenbar gerne Hundegesellschaft haben) Sie darf dort all das, was sie bei mir nicht darf. Deshalb werde ich sie wieder häufiger mit zu mir nehmen und Karl ebenfalls.
Das Verhalten des LG war mit Biggy's Worten gut umschrieben
"das ist eine massive Überreaktion gewesen, sowohl in Taten wie in Worten"
und nicht untypisch, da man sagen kann, daß er sich nicht gut im Griff hat, wie en kleines Kind, das ein Geschwister mit dem Lego bewirft wenn dieses etwas anderes bauen will, als es selbst und dessen Bauwerk zertritt.
Ich kenne das ja und bin da wahrscheinlich zu abgestumpft. Es fiel mir auf, weil ich der Zuschauer war und ich es unfair fand und andererseits auch das Gefühl hatte, gegenüber meinem Hund versagt zu haben, da ich nicht eingetreten bin. Genau darauf bezog sich die Frage: wie kann ich mich besser verhalten?
Ungeachtet dessen, daß ich mich nicht eindeutig ausgedrückt habe, waren die Antworten dennoch genau und auf mein Thema bezogen. Vielen, vielen Dank.
Ach ja, auch die Anmerkung von staff85 fand ich bedenkenswert, auch wenn ich nicht glaube, dass es so ist.
Schlußendlich bleibt es Aufgabe für mich, wie hier merhfach angemerkt, festzustecken und durchzusetzen, welche Befugnisse andere gegenüber meinem Hund / mienen Hunden haben.


Doch jetzt noch eine Frage: ich schaffe es bei Käthe sehr schlecht, mich bei einer beginnenden Beißerei durchzusetzen. Hört der Karl auf mein “Schluß”- Kommando auf, tut es die Käthe erstmal nicht. Ich muß sie wegreißen, oder, als das einmal nicht möglich war, mußte ich das Kommando zig mal wiederholen, wie man es gar nicht machen soll.
Ich müßte dieses Kommando mit ihr wesentlich vertiefen, weiß aber keine Situationen, in denen ich das machen kann ( in allen anderen bekannten Situationen hört sie gut darauf und eine Beißerei will ich zum Übungszwecke ja nicht provozieren). Oder bin ich damit überfordert und muß mich zu den Fachleuten begeben?
 
  • Hovi
Ich verstehe gerade nicht ganz:

Redest Du von einer BEISSEREI oder einer (spielerischen) Rauferei?

Kein Hund lässt sich aus einer ernsthaften Beschädigungsbeißerei abrufen. Da wäre er auch blöd, da ihn der Gegner ja massivst verletzen würde, würde er selber loslassen und dem Gegner den Rücken zudrehen.
 
  • persilia
Hovi;2196247 ... Redest Du von einer BEISSEREI oder einer (spielerischen) Rauferei? ... .[/quote schrieb:
ja, das ist ein Unterschied. Ich meine eine Rauferei, bei der das Spiel in Aggression umgeschlagen ist und gebissen wird.
 
  • lektoratte
Persilia, du hast ja auch nach deinem Verhalten den Hunden gegenüber gefragt.

Nun ist das ja schwierig festzustellen, aber ich habe beim Lesen deines Eingangsberichtes das Gefühl gehabt, dass du beiden Hunden viel zuviel durchgehen lässt und viel zu spät eingreifst.

Du hast offenbar mehrfach zugelassen, dass Karl Käthe gebissen hat. Und "alle Register gezogen, damit das aufhört". Hat es dann ja auch, aber... jö. Bis dahin war sie halt schon diverse Male gebissen worden.

Und dann hat es "alle paar Monate wieder" gekracht. Weil sie zB ihn immer wieder zum Spielen aufgefordert hat, und ihm hat es irgendwann gereicht.

Jö - und wo warst du? Du musstest trennen.

Und damit warst du zu spät.

Zweite Situation: Die mit dem Knochen. Die beiden sitzen da 5 Minuten da und der eine belauert den anderen. Okay, du hast auch geschrieben, das passiert mehrmals täglich.

Würde ich so aber gar nicht erst erlauben.

Du sagst auch selbst, dass du Käthe dann, wenn es erstmal soweit ist, nicht abrufen kannst. Nicht unter Kontrolle hast, und sie sich "aus deinem Griff windet, um wieder an den anderen Hund heranzukommen".
Und das ist, finde ich, mehr als ne kleine Rauferei, und irgendwie muss da mehr Grundgehorsam rein. Oder AUfmerksamkeit, was auch immer.


Abgesehen davon, dass zum Thema "Überreaktion" (des LG) ja schon alles relevante gesagt wurde - kann ich dir sagen, dass meinen LG jede Beißerei alle paar Monate extrem nerven würde, egal wer angefangen hat. Da "sein" Hund zuerst da war und nicht gebissen hat, bevor "dein" Hund gekommen ist, ist "natürlich" aus Sicht des LG "dein" Hund Schuld am Unfrieden im Haus.

Mein LG wäre nicht nur genervt von einem solchen Hund, der sich mittlerweile auch selbst verbeißt und nicht mehr abrufen lässt und keine Ruhe gibt, er hätte tatsächlich Angst vor ihm. (Er kann das auch zugeben, das kann aber nicht jeder Mann. ;) )

Ich denke, ihr bewertet die Situation einfach unterschiedlich.

Du siehst Friede, Freude, Eierkuchen (überspitzt gesagt), und alle paar Monate knallt es mal, ach Gott, ja, und Käthe verbeißt sich dann Terriertypisch, ist aber ja nicht schlimm, da die Aggression nie von ihr ausgeht... im Grunde ist ja Karl der Stinktstiefel... aber nu, kriegt man alles in den Griff...

dein LG will männertypisch nur seine Ruhe und dass es eben gar nicht kracht, und findet möglicherweise diese "unbedeutenden" Episoden echt nervenaufreibend. Und deine Einstellung nachlässig bis gedankenlos bis leichtsinnig.

Als sehr typischer Mann könnte er das so aber nicht sagen, da muss dann irgendwas anderes her.

Das ist aber nur das, was ich aus deinem Bericht herauslese, und der ist natürlich auch sehr subjektiv eingefärbt...

Mein Gefühl ist, dass auch du ein wenig Stellvertreter spielst, und Käthe zu positiv bewertest, und Karl eventuell zu negativ.

Vielleicht solltest du also wirklich mal einen neutralen Beobachter auf beide Hunde gucken lassen, um zu schauen, von wem hier die "Aggression" ausgeht. Nem anderen distanzlos immer auf die Pelle rücken und sein Spielzeug auch haben wollen ist im Grunde auch eine Art von Aggression oder zumindest Distanzunterschreitung.

Im Moment würde ich sagen, bei Kleinkindern ist genau dieses Verhalten die häufigste Ursache für "Kloppen und Schubsen" - und wenn ich dabei bin, tolleriere ich bei meinem und anderen Kindern werder letzteres noch die Vorstufe - wenn ich es mitkriege.

(Ich bin aber auch oft zu langsam... das nur nebenbei.)
 
  • persilia
öö, ich bin anderer Meinung. Ohne auf Deine Worte im einzelnen einzugehen, sage ich es so: der Hund Karl hat sich, nachdem er eine zeitlang bei uns war (der kam im Alter von einem Jahr aus dem TH) als sehr menschenbezogener Hund herausgestellt, der seine gleichgeschlechtlichen Artgenossen überhaupt nicht leiden konnte und Hündinnen zu 50% auch nicht. Mein LG fand das gar nicht von Nachteil. Ich schon, weil sehr viel durch dieses Verhalten unmöglich gemacht wurde und ich auch nicht auf Dauer einen Einzelhund wollte (mein LG auch nicht, aber es war ja nicht daran zu denken, dagegen etwas zu machen. Von zu Hause kannte er ausschließlich die Haltung eines großen Rudels, in dem es immer mal wieder heftig gekracht hat, wie er mir viele Episoden berichtete).

Jahre verstrichen dann kam die erste Hündin dazu und es war ein voller Erfolg. Sie war älter, souveräner. Nach ihr kam ein uralter Rüde ohne jegliche Ambitionen, den er völlig ignorierte.
Daß es mit Käthe krachen würde, war mir klar und notfalls hätte ich beide völlig getrennt gehalten. Es krachte aber nicht in dem Maße, erst recht nicht so, wie der LG das befürchtete und die frühe und ständige Zusammenhaltung der beiden ging von ihm aus. Er stellte sich vor (und erwartete das möglicherweise), daß er der Käthe sogleich den Gar ausmachen würde, weil er meint, daß so kleinere Hund wie Käthe keine Chance gegen einen größeren hätte.
Sein Potential in Sachen echter Beißereien hatte Karl ja leider bereits mehrfach bei fremden Hunden unter Beweis gestellt.

Ich war trotzdem stets anderer Meinung über ihn (wie mein LG, daß er fast völlig unverträglich sei) , und Sabsi hat in einem Beitrag hier in diesem Unterforum meine schwammigen Vorstellung einmal exakt in Worte gefaßt:
Diese Art der Kommunikation ist den Hunden gegeben, um gerade aggressive Auseinandersetzungen mit ernsthaften Verletzungen zu vermeiden. Selbst wenn der andere Hund nicht submissiv reagiert sondern sich stellt, bedeutet das gerade bei Rüden und gerade dann, wenn es ausschließlich um die beiden beteiligten Hunde geht, noch lange nicht, dass eine blutige Auseinandersetzung folgt. Diese ritualisierten Kommentkämpfe bieten jede Möglichkeit zum Schlagabtausch, ohne dass es zu Verletzungen kommt.

Meine Erfahrung mit Rüden solchen kalibers sind die, dass man diese Hunde gut kontrollieren muss, damit sie nicht von sich aus zu anderen Hunden hinlaufen. Das erlaubt man nicht. Kommt aber ein anderer Hund zu nahe an einen solchen hund heran und hat man als HH keine Möglichkeit, diesen Hund zu vertreiben, so sollte man auch mal dem eigenen Hund vertrauen. ...
http://forum.ksgemeinde.de/newreply.php?do=newreply&p=2138572
der Hund ist ein Kaliber, doch warum soll ich das nicht versuchen? Das hat in meinen Augen geklappt. Aber ich bin weder so schnell wie ein Hund, um so schnell einzugreifen, wie Hunde ihre Aggressionen aufbauen, noch bin ich ein perfekter Hundeleser, der voraussehen kann, wie sie reagieren werden, sofern alles noch eitel Sonnenschein ist.
Wenn ich es so sehe, darf ich Käthe natürlich niemals mit dem Lemmy raufen lassen. Jeder von den beiden könnte jederzeit zubeißen. Ich habe jedoch das Vertauen in Käthe, daß sie es nicht tut, wie sie es ein Jahr lang nicht getan hat.

Käthe ist halt dahingehend “doof”, daß sie es nicht lernt, daß Karl nicht mit ihr spielt, wie es Lemmy tut und sie ihn täglich 10fach auffordert und seine Weigerung in 99,5% versteht, es dennoch aber immer wieder versucht.

Sie ist im Vergleich zu Karl ein völliger Anfängerhund und sehr einfach. Mit dem Karl bin ich ganz anders verbunden. Ich bin froh, ihn von dem Dünkel befreit zu haben, daß neben ihm kein anderer Hund existieren könne.

Und ja, sicher mache ich ettliche Fehler, so wie ich früher sehr viel Fehler bei dem Karl gemacht habe, die mir erst später als solche deutlich wurden.

Gerne hätte ich, daß jemand anderes auf die beiden schauen würde, um zu sehen, von wem die Aggression ausginge. Da kann es nie genügend Meinungen geben. Ein Verwandter, ehemaliger Hundeführer, der vergangenes Jahr bei uns wohnte, schrieb die aggressive und stark unterdrückende Rolle dem Karl zu. Aber ja, Rollen können sich ändern.
 
  • lektoratte
Danke für die Hintergrundinfo.

Jetzt verstehe ich die Situation etwas besser - ich schrob ja schon, dass ich nur das deuten kann, was ich lese.

Ich möchte aber nochmal nachfragen: Ist es denn bei den beiden so, dass sie, wenn sie sich in der Wolle haben und Käthe sich festbeißt, sich nicht verletzen?

Du hast da im ersten Beitrag etwas von "aufbrechenden Wunden" geschrieben, das klag für mich eher nach - naja, nach aufbrechenden Wunden eben. ;)

Oder war das bloß eine Metapher und außer ein paar Kratzern, viel Krach und viel fliegender Wolle passiert im Grunde nichts?
 
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