"Kreischen" als Auslöser von Aggression?

LuLiaNA

Zur Erklärung des Titels:

In den vergangenen Wochen ist mir verstärkt aufgefallen, dass bei meinem Hund quasi ein Schalter umgelegt wird, wenn ein anderer Hund aus Angst oder vor Schmerz "kreischt/schreit". Ich kann es nicht besser beschreiben. Sind immer kleine Hunde gewesen, die aus welchem Grund auch immer (Beißerei, aus Angst schon auf Entfernung) angefangen haben zu schreien. Mein Hund hatte nie etwas mit dem Grund des Gekreisches zu tun. Aber durch dieses Geräusch wird sie wie angestachelt, rennt hin, bekommt einen starren Blick und will sich (auch) auf besagten Hund stürzen.

Gestern war eine Situation, in der ein ein kleiner Hund gebissen wurde (vermutlich auch gleich verwundet) und anfing zu schreien. Meine Stormy und ein 4. Hund hörten das, waren plötzlich wie in einem Jagdwahn und wollten auch auf den Kleinen rauf. Es gab ein riesen Gemenge, ich schmiss mich auf meinen Hund als sie den Kleinen fast hatte und hinderte sie noch dran, blickte zur Seite wo der Kleine (immer noch schreiend) wegrannte und sich der 4. Hund der Gruppe auf ihn stürzte. Ein 5. lief jaulend um die Szene rum.
War echt grausam ... zumal es alles grosse Hunde waren und das Opfer ein 3 kg Hündchen :( .

So, die eigentliche Frage:
Löst das Gekreische irgendeinen Instinkt aus? Ich dachte erst, mein Hund wäre gestört. Aber jetzt haben die anderen genauso reagiert.

LG
 
Interessieren würde mich das auch mal, Anni zeigt ähnliches Verhalten, auch ängstliche Hunde möchte sie manchmal angehen...
 
So ganz spontan fällt mir dazu Jagdverhalten bzw. Beutetrieb ein. Viele Beutetiere kreischen, nicht umsonst spielen so viele Hunde gern mit "Quietschies".
Bei entsprechender Veranlagung führt also ein solches Geräusch zu Beutegreifhandlungen bzw. verstärkt diese.

LG
Mareike
 
Ich würde auch der Erklärung von Bones folgen, da ich das beschriebene Verhalten auch kenne, allerdings von einer anderen Rasse her. Meine Hündin macht das gottlob nicht, aber verschiedene der Pflegerüden, vor allem die mit gut ausgeprägtem Jagdtrieb und etwas leicht erregbarem Temperament sind da auch immer sofort von Null auf Hundert.
 
Zum Einen gebe ich Bones Recht. Wenn Hunde (oder Wölfe) eine Beute greifen, dann schreit diese um ihr Leben. Damit das Tier nicht wieder entweicht und damit jeder ein Stück von der Beute abbekommt, stürzen sich alle Anderen auch darauf.

Zum Anderen gibt es innerhalb eines Rudels immer einen der ganz oben steht - im günstigsten Fall der Hundehalter. Allerdings gibt es auch genausojemanden der ganz unten steht - der ängstliche, kleine Schwächling. Der hat leider nicht viel Glück im leben, da er von den Anderen einfach als "Fußabtreter" benutzt wird - jeder kann seine Laune an ihm auslassen und das wird auch gemacht.
 
@Bürste: Auch möglich. Allerdings tritt dieses Verhalten nach meiner Erfahrung gar nicht so oft in Rudelkonstellationen auf sondern verstärkt bei fremden, "wuseligen", kleinen Hunden (=Beutereiz). Und nicht selten sind dann die Handlungen eher auf Verletzung/Tötung/Jagd ausgerichtet als auf Unterwerfung.
Ist aber nur meine Beobachtung, bin da sicher kein Experte.

LG
Mareike
 
Hi!

Hier darf ich auch mal meinen Senf dazu geben. :)

Die Situationen in denen so etwas passiert sind nicht alle gleich auch wenn sie zunächst so wirken. Interessant ist zu wissen ob die Hunde sich z.B. gekannt haben oder eben völlig fremd waren, ob sie das bei größeren Hunden genauso zeigen oder eben nur bei ganz kleinen.
Das Schreien bei dem kleinen Hund ist tortzallem nämlich ein hundetypisches Geräusch, also keines was mit dem Angstschrei oder gar Todesschrei einer Beute verwechselt werden dürfte. Hunde sind soziale Wesen, die innerartlich kommunzieren, wenn da z.B. eine pauschle Reaktion auf dieses Angstkreischen von einem Hund erfolgt, kann das viele Gründe haben. Einer wäre z.B. das Ausleben der eigenen Stärke und das Vertreiben aus dem Rudel oder gar das Töten um schwache "Konkurrenz" auszuschalten. Eine andere Möglichkeit der Interpretation ist tatsäsächlich eine Art Jagdtrieb, der sich gegen die gleiche ARt wenden kann, weil irgendwann einmal ein diesbezügliches Schlüsselerlebnis erlebt wurde. Der Jagdtrieb ist ein Überbegriff für verschiedene Komponenten, die bei unseren Hunden in verschiedene abgeschloßene Phasen eingeteilt werden können und im Gegensatz zum Wolf unabhängig voneinander auftreten können.
Das ist übrigens der Grund warum aus der Natur entnommene Jäger (hier sind die Tiere gemeint) in Gefangenschaft nicht so einfach tote Beute annehmen, weil die fehlenden vorherigen Phasen bis hin zum selber Töten auslösend sind für das Fressen.
Eine bzw. zwei Phasen davon sind eben das Fangen und das Töten.
Ein Hund der so kreischt verspricht in aller erster Linie dem Gegner einen Rückzug und das absolute Vermeiden wollen eines Kampfes, wenn der Stärkere diesen Streit eingeht ist er sehr wahrscheinlich der Gewinner. Denn auch Beschädigungskämpfe werden im Allgemein wohl kalkuliert und überelgt.

Ist also nicht so einfach mit der Lösung oder Kommentierung deiner Beobachtung.

Liebe Grüße

Ilo
 
@ Emma Frechenheim

LuLiaNA schrieb:
Gestern war eine Situation, in der ein ein kleiner Hund gebissen wurde (vermutlich auch gleich verwundet) und anfing zu schreien. Meine Stormy und ein 4. Hund hörten das, waren plötzlich wie in einem Jagdwahn und wollten auch auf den Kleinen rauf. Es gab ein riesen Gemenge, ich schmiss mich auf meinen Hund als sie den Kleinen fast hatte und hinderte sie noch dran, blickte zur Seite wo der Kleine (immer noch schreiend) wegrannte und sich der 4. Hund der Gruppe auf ihn stürzte. Ein 5. lief jaulend um die Szene rum.
War echt grausam ... zumal es alles grosse Hunde waren und das Opfer ein 3 kg Hündchen

Ich finde schon das diese Beschreibung des Vorfalls einer gewissen Eindeutigkeit nicht entbehrt.
 
Hallo Bürste,

wenn du meinst es reicht dir um zu dokumentieren was dort wirkliche Motivation war, dann ist es doch super. Wobei ich es immer schwer finde, eine ausschließlich wörtlich zur Verfügung stehende Beschreibung eines Hundebsitzers eindeutig zu analysieren, besser ist es immer sich selbst von dem Hund und möglichst von der Situation ein Bild zu machen.
Ich persönlich hätte da noch einige Fragen an den Besitzer, wenn ich da eine relativ sichere Beurteilung der Situaion abgeben sollte um für zukünftige vorsorgen zu können.
Deshalb meine etwas zögliche Antwort.
Verhaltensfehler der Besitzer in verschiedenen Situationen sind so
schnell passiert, deshalb ist es wichtig vorher genau zu wissen womit man es da zu tun hat.

Aber ich bin schon wieder weg. :)

Liebe Grüße

ilo
 
Hallo zurück,

ich denke selbst die genaueste Beschreibung würde nicht reichen um den Sachverhalt aufzuklären. Man müsste schon Hund und Halter in Aktion sehen um sich ein rundes Bild machen zu können. Ich denke, das wird aber wohl jedem Nutzer eines Forum klar sein. Alles was man hier geben kann sind Denkanstöße - je mehr, desto besser ;)
 
Also ich kenn das von meiner auch!
Hört sie einen anderen Hund "schreien" will sie sofort dort hin!
Allerdings ist es bei ihr nicht so, dass sie dann drauf gehen will oder so, sondern sie läuft dann ganz verwirrt und hektisch um den fiepsenden Hund rum... :verwirrt:

Ich denk dann immer das sie ihr Mitleid verkünden will... :unsicher:
Aber ich weiß natürlich, dass das totaler Schwachsinn ist!

Sie kommt mir auf jeden Fall dann immer ziehmlich ratlos vor!
 
Nein, Bürste hat natürlich völlig REcht mit dem was er/sie da sagt. Aber ich habe eben manchmal ein paar Schwierigkeiten, die mich im "Nacken kitzeln", wenn man in Foren Problemlösungen sucht, die einfach wirklich eher genau betrachtet werden sollten. Mich hat auch nur die Beschreibung ein wenig aufgerieben, weil ich denke, dass es schon ein mords Chaos war, was dort losbrach und die Hundebesitzer die Aktion nicht so wirklich im Griff hatten. Deshalb hab ich versucht einen vorsichtigen Denkanstoß zu geben ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen. Zuviele unterschiedliche Denkanstöße würden mich als "HIlfesuchender" auch eher verwirren als beruhigen. Aber hier wird ja nur drüber gequatscht und das macht natürlich auch Spass.

Liebe Grüße

Ilo :)
 
Ach bei diesem Thema habe ich mir auch schon den Kopf gerauft. Also wenn ein anderer Hund Pfipst oder "kreischt", lässt sie sofort ab oder geht diesem Hund eher aus dem weg.
Aber was mir bei ihr schon aufgefallen ist, dass sie auch komisch "aggressiv/genervt" reagiert und schnapt, wenn der andere Hund ängstlich ist (Hunden gegenüber!).
Aus menschlicher Sicht, hört sich dies absolut asozial an, aber Hunde reizt das irgendwie dem schwächeren noch eins "draufzugeben"...
 
Bei Bakkies löst das Beuteschütteln aus, was das bedeutet wissen wir ja. Ist ein normales Verhalten wenn auch nicht in unsern Augen.
 
Ja stimmt,

nur normal und unpassend kann man ein und die selbe Verhaltensweise. Gemeint ist, es gibt viele Verhaltensweisen, die normal sind bei unseren Hunden und für uns trotzdem nicht tolerabel.
Ich interessiere mich ernsthaft dafür, was der Kleinhundbesitzer zu so einem Statemant gesagt haben würde.
Oder hab ich das falsch verstanden?

Liebe Grüße

Ilo
 
Die Größe war meinem Hund dabei egal, der Hund war ein Aussi, also nicht grade ein Kleinhund
 
Meike schrieb:
Die Größe war meinem Hund dabei egal, der Hund war ein Aussi, also nicht grade ein Kleinhund

Ja, das stimmt Meike, ich meinte aber den Kleinhundebesitzer der "Ausgangssituation".
Und ob Aussi oder kleiner oder größer ist natürlich nicht wirklich relevant. Auch wenn es
z.B. meine Rotti-Mix-Hündin gewesen wäre, die so geschüttelt wurde und der Besitzer des Aggressors hätte mir erklärt, dass das Verhalten seines Hundes normal ist, nur uns Menschen nicht passt, dann hätte ich wahrscheinlich auch "etwas" geschluckt. Denn so verhält man sich nun einmal nicht, wenn der eigene Hund einem anderen an die Wäsche möchte, ob das ein normales Verhalten des Hundes ist oder nicht. Denn letztendlich müssen wir ja miteinander auskommen auch wenn die Hunde davon nicht immer zu überzeugen sind, das habe ich gemeint.
Aber vielleicht bin ich auch einfach zu sehr in der Realtiät. :gruebel:

Liebe Grüße

Ilo
 
Ach das meinst du ;)

Was ich gemacht hab? Ich hab geheult weil es mir a) mega peinlich war und mir b) der Hund leid tat.

Zum Glück war das der Hund einer Vereinskollegin, ein ziemlich dominantes Früchtchen.

Die Besitzerin sah das alles sehr locker, aber natürlich hab ich das nicht so lapidar abgetan wie hier
 
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