Ich bin mit Hunden grossgeworden, habe von ganz klein an festgestellt, das sind die besten, treuesten Freunde
Zwei Erlebnisse aus meiner Kindheit mit fremden Hunden sind mir besonders in Erinnerung geblieben, beide mit sogenannten "gefährlichen" Hunden. Lange, bevor das Wort die Bedeutung bekam, die es jetzt für einige Hunderassen leider inne hat...
Erlebnis 1 :
Ich war ca. 3-4 Jahre alt. Wir besuchten meinen Onkel, der einen ziemlich biestigen Riesenschnauzer hatte, der weder mit anderen Hunden verträglich war, noch insgesamt "leicht zu händeln". Was vermutlich weniger am Hund als an seiner Erziehung lag... jedenfalls wussten wir Kinder, mit diesem Hund ist nicht gut Kirschen essen. Wir hatten striktes Verbot, mit ihm zu spielen, ihn anzufassen, die Erwachsenen passten immer auf... bis auf ein einziges Mal, da hatten sie nicht aufgepasst.
Ich nutzte diese Chance, in den Hundekorb zu krabbeln und lag dort mit grösster Begeisterung beim / auf / unter dem Riesenschnauzer und streichelte ihn seelig. Weniger seelig war der Ausdruck in den Gesichtern der Erwachsenen, insbesondere meiner Eltern, als sie dies entdeckten (Panik traf die Lage wohl besser). Nur, es gab da ein Problem - der Hund rührte sich nicht aus seinem Korb, kamen die Erwachsenen näher, knurrte er recht bedrohlich - und ich dachte auch erstmal eine ganze Weile nicht daran, den Korb zu verlassen, denn irgendwas sagte mir, dann würde eine grosse Gardinenpredigt drohen (mein Gefühl trog mich übrigens nicht
).
Ich blieb noch eine ganze Weile mit Hund im Korb, er fand das klasse, ich auch - alle Anderen leider weniger
Vielleicht war das sehr leichtsinnig von mir, aber ich hatte absolut keine Angst vor ihm, obwohl alle vor ihm warnten - und er hat mir nichts getan, im Gegenteil.
Erlebnis 2 :
Ich war 12 oder 13 Jahre alt und machte einen tollen Urlaub auf einem Reiterhof im Westerwald, gemeinsam mit einer Freundin. Alles war toll, die Pension - von da ging man ein Stück an Feldern entlang in den Wald, mitten im Wald lag dann die Reithalle - mir gefiel es dort mehr als gut. Nun, auch da war ein Hund. Ein Bernhardiner namens Barry, ein riesiger Hund - tagsüber immer im Zwinger, abends immer allein in der Reithalle (wenn der Betrieb vorbei war), zur Bewachung der Pferde. Barry tat mir leid, er hockte da immer so gelangweilt in seinem Zwinger. Was tut man dann als Teenie - klaro, mit dem Hund beschäftigen. Ich ging immer wieder zum Zwinger hin, missachtete alle Schilder und Ansagen "bloss nicht anfassen" und langte natürlich in den Zwinger und streichelte ihn, was er sehr genoss.
Ich passte auch auf, dass mich Niemand erwischte, denn ich wusste genau, ich durfte das nicht. Tja, dann nach 1 Woche, erwischte mich der Reitlehrer dann doch und wollte schon ansetzen, mir eine Predigt zu halten, da sah er, wie lieb Barry mit mir war und meinte "wenn Ihr Zwei Euch schon so gut versteht, dann kannst Du ihm auch frisches Wasser reinstellen" und liess mich in den Zwinger.
Begeisterung pur - ich hatte den ganzen Barry für mich
Der Reitlehrer erzählte mir dann, dass er wüsste, Barry wäre eigentlich lieb, aber es hätte leider in der Vergangenheit mehrere Vorfälle gegeben. Barry war abends mehrmals aus der Reithalle ausgebüchst, durch den Wald Richtung Hotel gelaufen und wenn ihm auf der Strecke Leute begegneten, die Angst vor ihm hatten und wegliefen, dann setzte er hinterher und biss zu. Und zwar so, dass schon einige Leute im Krankenhaus behandelt werden mussten. Beim nächsten Mal würde er, falls wieder ein Vorfall gemeldet würde, Barry einschläfern müssen.
Meiner Liebe zu Barry tat das keinen Abbruch und ich durfte fortan ihn immer mit Wasser versorgen, in den Zwinger und mit ihm schmusen
Dann eines Abends, ich hatte Langeweile, im Hotel sass ein Mann an der Theke mit einem Dalmatiner, über Stunden, fragte ich den Mann, ob ich mit dem Dalmatiner Gassi gehen dürfte - ich durfte und zog los, stolz wie Oskar und wollte gerade Richtung Wald gehen, da sah ich die Bescherung, Barry lief in Richtung Hotel.
Ich wusste, der Reitlehrer war noch mit Gästen in der Reiterklause über der Reithalle, also hatte er nichts bemerkt, dass Barry wieder ausgebüchst war. Was tun ? Ich hatte nur im Kopf "wenn Barry nochmal was anstellt, dann kriegt er grosse Schwierigkeiten". Er kam direkt auf mich zu - ich mit dem Dalmi an der Leine. Ohweh. Ich hatte nur eine Chance, ich musste Barry irgendwie "in den Griff kriegen". Ich wartete, bis er in meiner Nähe war und mich erkannte - dann sagte ich (innerlich ziemlich am Bibbern, so aufgeregt) ruhig und fest "Sitz" - nichts geschah. Ich wiederholte das 2-3x, mit kläglichem Erfolg. Dann - mit dem Mut der Verzweiflung (und um das laute Organ des Reitlehrers wissend) brüllte ich ihn scharf an "mach endlich SITZ" - und schwupps, er sass
Keiner war verblüffter als ich.... Ich nutzte die Chance, rannte in die Pension rein, drückte dem Besitzer seinen Dalmi in die Finger, raste wieder raus und tatsächlich, er sass immer noch brav da. 
Ich ging zu ihm hin, lobte ihn, packte ihn an seinem Fell (er hatte noch nicht mal ein Halsband an) und machte ihm klar, Ausflug beendet, wir gehen zurück. Anstandslos ging er mit mir mit, durch den Wald zurück bis zur Halle. Ich brachte ihn rein und sagte dem Reitlehrer Bescheid, der sehr erleichtert war, dass ich Barry zurückbrachte.
Bei beiden Hunden war mir absolut klar, sie werden mir nichts tun, ich wusste das irgendwie. Ich kann das nicht begründen, es ist nur ein Instinkt. Andererseits gibt es Hunde, wo die Besitzer mir sagen "der ist lieb", die würde ich von mir aus nie anfassen.
Vielleicht bin ich ja auch "nur leichtsinnig", weil mir noch nie etwas passiert ist ?
Habt Ihr auch solche Erlebnisse gehabt ?

Erlebnis 1 :
Ich war ca. 3-4 Jahre alt. Wir besuchten meinen Onkel, der einen ziemlich biestigen Riesenschnauzer hatte, der weder mit anderen Hunden verträglich war, noch insgesamt "leicht zu händeln". Was vermutlich weniger am Hund als an seiner Erziehung lag... jedenfalls wussten wir Kinder, mit diesem Hund ist nicht gut Kirschen essen. Wir hatten striktes Verbot, mit ihm zu spielen, ihn anzufassen, die Erwachsenen passten immer auf... bis auf ein einziges Mal, da hatten sie nicht aufgepasst.
Ich nutzte diese Chance, in den Hundekorb zu krabbeln und lag dort mit grösster Begeisterung beim / auf / unter dem Riesenschnauzer und streichelte ihn seelig. Weniger seelig war der Ausdruck in den Gesichtern der Erwachsenen, insbesondere meiner Eltern, als sie dies entdeckten (Panik traf die Lage wohl besser). Nur, es gab da ein Problem - der Hund rührte sich nicht aus seinem Korb, kamen die Erwachsenen näher, knurrte er recht bedrohlich - und ich dachte auch erstmal eine ganze Weile nicht daran, den Korb zu verlassen, denn irgendwas sagte mir, dann würde eine grosse Gardinenpredigt drohen (mein Gefühl trog mich übrigens nicht

Ich blieb noch eine ganze Weile mit Hund im Korb, er fand das klasse, ich auch - alle Anderen leider weniger

Erlebnis 2 :
Ich war 12 oder 13 Jahre alt und machte einen tollen Urlaub auf einem Reiterhof im Westerwald, gemeinsam mit einer Freundin. Alles war toll, die Pension - von da ging man ein Stück an Feldern entlang in den Wald, mitten im Wald lag dann die Reithalle - mir gefiel es dort mehr als gut. Nun, auch da war ein Hund. Ein Bernhardiner namens Barry, ein riesiger Hund - tagsüber immer im Zwinger, abends immer allein in der Reithalle (wenn der Betrieb vorbei war), zur Bewachung der Pferde. Barry tat mir leid, er hockte da immer so gelangweilt in seinem Zwinger. Was tut man dann als Teenie - klaro, mit dem Hund beschäftigen. Ich ging immer wieder zum Zwinger hin, missachtete alle Schilder und Ansagen "bloss nicht anfassen" und langte natürlich in den Zwinger und streichelte ihn, was er sehr genoss.




Meiner Liebe zu Barry tat das keinen Abbruch und ich durfte fortan ihn immer mit Wasser versorgen, in den Zwinger und mit ihm schmusen


Dann eines Abends, ich hatte Langeweile, im Hotel sass ein Mann an der Theke mit einem Dalmatiner, über Stunden, fragte ich den Mann, ob ich mit dem Dalmatiner Gassi gehen dürfte - ich durfte und zog los, stolz wie Oskar und wollte gerade Richtung Wald gehen, da sah ich die Bescherung, Barry lief in Richtung Hotel.



Ich ging zu ihm hin, lobte ihn, packte ihn an seinem Fell (er hatte noch nicht mal ein Halsband an) und machte ihm klar, Ausflug beendet, wir gehen zurück. Anstandslos ging er mit mir mit, durch den Wald zurück bis zur Halle. Ich brachte ihn rein und sagte dem Reitlehrer Bescheid, der sehr erleichtert war, dass ich Barry zurückbrachte.
Bei beiden Hunden war mir absolut klar, sie werden mir nichts tun, ich wusste das irgendwie. Ich kann das nicht begründen, es ist nur ein Instinkt. Andererseits gibt es Hunde, wo die Besitzer mir sagen "der ist lieb", die würde ich von mir aus nie anfassen.
Vielleicht bin ich ja auch "nur leichtsinnig", weil mir noch nie etwas passiert ist ?
Habt Ihr auch solche Erlebnisse gehabt ?