Ungewöhnlicher Einsatz in MünchenKampfhund im Zug: Am Ende siegt die Menschlichkeit

Lucie

20 Jahre Mitglied

idowa, 11.03.2022 - 09:22 Uhr

Der vertriebene Student mit seinem Staffordshire-Terrier und den Bundespolizisten Julia und Milena. Foto: Bundespolizei


Der vertriebene Student mit seinem Staffordshire-Terrier und den Bundespolizisten Julia und Milena. Foto: Bundespolizei
Ein Kampfhund in einem Zug, dazu ohne Maulkorb und nicht angeleint - normalerweise verstehen Polizisten hier keinen Spaß. Bei einem Fall in München kamen jedoch außergewöhnliche Umstände hinzu.
Was war passiert? Am 10. März gegen 15 Uhr kam in München ein Regionalzug aus Salzburg an. In dem Zug herrschte offenbar helle Aufregung: Mehrere Reisende riefen kurz nach dem Aussteigen die Bundespolizei zu Hilfe, weil ein Passagier einen nicht angeleinten Kampfhund dabei habe. Tatsächlich trafen die Beamten in dem Zug auf einen jungen Mann mit einem Straffordshire-Terrier an seiner Seite. Diese Rasse wird in Deutschland als sogenannter "Listenhund" geführt, umgangssprachlich oft "Kampfhunde" genannt. Die Haltung ist also nur mit einer Genehmigung erlaubt, die Einfuhr nur in Ausnahmefällen möglich.

Allerdings kamen in diesem Fall besondere Umstände hinzu: Beim Halter des Hundes handelte es sich um einen Studenten, der wegen des Krieges aus der Ukraine geflüchtet war. Seinen Hund wollte er dabei nicht zurücklassen. Über Polen und Österreich waren die beiden nach München gereist, von wo aus sie weiter nach Dortmund aufbrechen wollten. Der junge Mann konnte glaubhaft darlegen, dass er dort Familienangehörige hat und noch am selben Tag weiter reisen wird. Zudem versprach er, den Hund in Dortmund sofort zu melden und die nötigen Papiere zu besorgen. Weil auch ein Diensthundeführer der Polizei bei einer kurzen Prüfung keine Gefahr durch den Hund erkannte, machten die Beamten eine Ausnahme. Sie überließen dem jungen Mann einen Ersatz-Beißkorb und eine Leine, sodass er seine Reise zusammen mit seinem Hund fortsetzen konnte.
 

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Love it. Good cops!!

Ich wuensche dem jungen Mann u. seinem Hund einen tollen Neustart in Dortmund!
 
Ich sehe in Dortmund allerdings gewisse Schwierigkeiten für einen solchen, es sei denn, das Amt dort reagiert ähnlich souverän bezüglich illegaler Einfuhr wie die Münchner Beamten.
 
Ich sehe in Dortmund allerdings gewisse Schwierigkeiten für einen solchen, es sei denn, das Amt dort reagiert ähnlich souverän bezüglich illegaler Einfuhr wie die Münchner Beamten.
Bei Kriegsflüchtlingen? Zumindest "Urlaub" darf der Hund doch sicher?
 
Urlaub?
Ich meine, bis maximal 6 Wochen. Muss man halt gucken.

Also, so schlimm sind die Ämter hier eigentlich nicht überall. Dortmund ist ja nicht Düsseldorf.

Ich glaube, einen Fall von "bin geflohen, will zurück, sobald es geht, kann aber nicht" haben die meisten Hundegesetze nicht auf dem Schirm.
 
Fluechtlingsstatus sollte ja rechtlich ganz anders sein, als irgendeine illegale Einreise mit Pibble Hund ...
 
Ich weiß es nicht, und ich höre jetzt auch auf zu spekulieren.
 
" " Tiersicherungsdienst Frank Weisskirchen
Noch etwas, was man berücksichtigen sollte!
Natürlich wird immer wieder erwartet (alleine schon eine Erwartung zu haben, ist für mich in dieser Situation eher befremdlich), dass Tiere nach Deutschland mitgebracht werden.
Evakuieren sollte aber nicht bedeuten, alles nach Deutschland zu holen!
Die Ukraine ist kein EU Land und nebenbei Tollwuthochrisikogebiet!
Wir haben alle Tiere "nur" nach Polen gebracht, wo sie in Quarantäne gehen. Andere bringen sie nach Ungarn oder Rumänien. Dort sind sie vielleicht nicht optimal untergebracht, aber erstmal ausser Lebensgefahr.
Nur das darf momentan das Ziel sein!
Unsere Tierheime erwartet ein logistisch kaum lösbares Problem, weil viele Flüchtlinge ihre Tiere mitbringen, aber kaum Möglichkeiten haben, diese mit in die Unterkünfte zu nehmen!
Wahrscheinlich werden viele dieser (zum Teil stark traumatisierter) Tiere, die man jetzt in die Tierheime geben will, auch nicht mehr abgeholt.
Wir reden hier von Tieren im fünfstelligen Bereich und wir reden von Quarantäne (!), nicht nur von "normaler" Unterbringung!
Vergesst das bitte nicht, wenn Ihr die Bilder seht!
PS : Wir versuchen gerade, eine weitere Sachspendenfahrt zu organisieren. Das wird natürlich immer schwieriger. Und das liegt nicht nur an den Benzinpreisrn. Zum Teil kriegt man gar keins mehr.
 
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