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Katja O

15 Jahre Mitglied
Schau ich in die tiefste Ferne...

Schau ich in die tiefste Ferne meiner Kinderzeit hinab,
steigt mit Vater und mit Mutter auch ein Hund aus seinem Grab.

Fröhlich kommt er hergesprungen, frischen Muts den Staub der Gruft,
wie so oft den Sand der Straße, von sich schüttelnd in die Luft.

Mit den treuen braunen Augen blickt er wieder auf zu mir und er scheint wie einst zu mahnen:"geh doch nur, ich folge dir".

Denn in unserem Hause fehlte es an Dienern ganz und gar,
doch die Mutter ließ mich laufen, wenn er mir zur Seite war.

Besser gab auch keine Amme je auf ihren Schützling acht,
und er hatte schärfre Waffen und gebrauchte sie mit Macht.

Seine eigenen Kameraden hielt er mit den Zähnen fern,
und des Nachbars Katze ehrte ihn von selbst als ihren Herrn.

Er erhielt von jedem Bissen seinen Teil den ich bekam
und er war so ergeben, daß er selbst die Kirschen nahm.

Aber allzu bald nur trübte uns der heitre Himmel sich,
denn er hatte einen Fehler - diesen, daß er wuchs wie ich.

Immer größer ward der Hunger, immer kleiner ward das Brot,
und der eine konnte essen, was die Mutter beiden bot.

Als ich eines morgens fragte, sagte man er wäre fort
und entlaufen, wie mein Hase - doch das war ein falsches Wort.

Noch am selben Abend kehrte er zu seinem Herrn zurück,
den zerbissenen Strick am Halse, doch das war ein kurzes Glück.

Denn, obgleich er mit ins Bett durfte, ach, ich bat so sehr,
war er morgens doch verschwunden, und ich sah ihn niemals mehr.

Blick ich in die tiefste Ferne meiner Kinderzeit hinab,
steigt mit Vater und mit Mutter auch ein Hund aus seinem Grab.

Friedrich Hebbel

Unter hundert Menschen liebe ich nur einen, unter hundert Hunden neunundneunzig.
(Marie von Ebner-Eschenbach)
 

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