Wie lange kann das mit der Bindung dauern?

  • Rosebelly
Hallo,
vor vier Monaten haben wir uns einen Hund aus dem Tierschutz geholt. Socke ist ca 3J. alt und war erst Straßenhund und danach lange in der Tötung. Er ist superlieb, Stubenrein, macht nichts Kaputt. Er hat auch keine Probleme mit dem Alleinsein. Hat zwar keine Erziehung aber das kriegen wir schon hin.......dachte ich. Das dicke Problem ist das er keine Bindung zu mir/ uns aufbaut und je länger er hier ist, und seine anfängliche Angst verliert, wird es schlimmer und er immer Selbstbewuster. Beim Spazieren schaut er nie nach mir, läuft stur mit erhobenen Ohren und Rute vor mir her. Reagiert null auf zurufen. Hab ihn mal los gemacht und er trabte ohne sich einmal umzudrehen weg. Alle Tricks haben nichts gebracht. Kam dann nach Ewigkeiten wieder. Alle versuche mich interessant zu machen ignoriert er mit Nichtbeachtung. Mit Belohnung hab ich es auch versucht aber Leckerlies nimmt er gar nicht (alles, wirklich alles durchprobiert) und das Spielzeug ist auch uninteressant. Zuhause zeigt er auch kein großes Interesse an uns. Klar ist es für ihn toll wenn wir mit im spielen aber das war es dann auch. Wenn ich/wir nach Hause kommen schaut er uns nicht an und macht auch keine Anstalten uns zu begrüßen. Hat nur die Haustür im Visier um "auszubrechen". Hab das Gefühl das er mich nur für's Futter und trockene Plätzchen braucht. Mich macht die Situation echt fertig da er auch für die Erziehung nicht greifbar ist. Möchte so gerne das wir ein gutes Team werden, erwarte keinen perfekten Hund aber so geht es gar nicht
 
  • SaSa22
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Hi Rosebelly :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • mama5
Ich glaube du erwartest zu viel. Hunde brauchen uns für Futter und für trockene Plätzchen. Du schreibst er findet es toll mit euch zu spielen, dies ist schon was. Ich würde es ausbauen um sein Vertrauen zu gewinnen. Sonst sind Hunde auch sehr verschieden und zeigen mehr oder weniger "Zuneigung". Katzenhalter wissen meist das sie als "Dosenöfner" betrachtet werden. Wegen Erziehung würde ich in Hundeschule gehen und dort mir Rat holen.
 
  • MeikeMitBenny
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Mein Benny ist auch so ein echter Chaoshund... 



Habt ihr es schon mit einer Hundeschule probiert? In zwei Hundeschulen haben wir seine Macken nicht in den Griff bekommen. Wir haben es dann letztlich mit einem Online Hundetraining von einer Hundetrainerin geschafft. Deutlich günstiger als die Hundeschule vor Ort ist es auch noch gewesen!

Hier der Link zu ihrer Seite! 
Möchte ich jedem Hundehalter ans Herz legen, der sich offen eingestehen kann, dass er seinen liebsten Vierbeiner eben doch nicht immer wie gewünscht im Griff hat.

Melde dich doch mal zurück, ob sie dir auch helfen konnte! 

LG Meike mit Benny
  • Kathi9674
Hallo,
vor vier Monaten haben wir uns einen Hund aus dem Tierschutz geholt. Socke ist ca 3J. alt und war erst Straßenhund und danach lange in der Tötung. Er ist superlieb, Stubenrein, macht nichts Kaputt. Er hat auch keine Probleme mit dem Alleinsein. Hat zwar keine Erziehung aber das kriegen wir schon hin.......dachte ich. Das dicke Problem ist das er keine Bindung zu mir/ uns aufbaut und je länger er hier ist, und seine anfängliche Angst verliert, wird es schlimmer und er immer Selbstbewuster**. Beim Spazieren schaut er nie nach mir, läuft stur mit erhobenen Ohren und Rute vor mir her. Reagiert null auf zurufen. Hab ihn mal los gemacht und er trabte ohne sich einmal umzudrehen weg. Alle Tricks haben nichts gebracht. Kam dann nach Ewigkeiten wieder*. Alle versuche mich interessant zu machen ignoriert er mit Nichtbeachtung. Mit Belohnung hab ich es auch versucht aber Leckerlies nimmt er gar nicht (alles, wirklich alles durchprobiert) und das Spielzeug ist auch uninteressant. Zuhause zeigt er auch kein großes Interesse an uns. Klar ist es für ihn toll wenn wir mit im spielen aber das war es dann auch. Wenn ich/wir nach Hause kommen schaut er uns nicht an und macht auch keine Anstalten uns zu begrüßen. Hat nur die Haustür im Visier um "auszubrechen". Hab das Gefühl das er mich nur für's Futter und trockene Plätzchen braucht. Mich macht die Situation echt fertig da er auch für die Erziehung nicht greifbar ist. Möchte so gerne das wir ein gutes Team werden, erwarte keinen perfekten Hund aber so geht es gar nicht


Hab ich auch bei meinem letzten Hund gedacht. Ich ging der immer offensichtlich am A*** vorbei, manchmal war ich echt traurig deshalb. (o.k. der Sprung von Rottweiler zu Spitz hat sein Übriges dazu beigetragen. Der Spitz klebt nicht wie mit Pattex festgeklebt an deinem Oberschenkel beim Fußgehen und himmelt dich an. aber wurscht, darum geht es jetzt nicht)

Bis ich zum Herzecho mit ihr musste, als sie 9 Jahre alt war.

Sie hat sich tierisch aufgeregt, und hat gehechelt, gezappelt, alles. Puls war bei ichweissnichtwas, auf jeden Fall hoch.

Der Tierarzt hat mich dann doch (ich hatte es gleich gesagt, aber näääh...) reingeholt. Als sie mich gesehen hat, ist der Puls schlagartig von ichweissnichtwiehochabersauhoch auf 90 runtergegangen und sie war ruhig.

Fazit: Bindung sieht man manchmal nicht mit dem bloßen Auge. Leoni war es iÜ auch immer herzlich wurscht- egal wie lange ich weg war. Sie kam angetrabst, schaute kurz und machte ihr Ding weiter. Gefolgt hat sie allerdings sehr gut. Kopf hoch!

* und er KAM wieder!
** eine sichere Bindung zeigt sich auch durch Selbstbewusstsein. Wie sähe das Gegenteil aus? ein Hund, der nicht selbstbewusst ist... was wäre Dein erster Gedanke? Siehste.
 
  • mailein1989
Versuche ihn doch mal unterwegs seine Portion Trockenfutter zu geben, ihn zu locken oder auch zum suchen. Aber nur draußen, wenn er es denn nimmt. :)
 
  • snowflake
Ich finde, du bist zu ungeduldig. Socke ist jetzt 4 Monate bei euch und hat vorher vielleicht nie im Leben gute Erfahrungen mit Menschen gemacht. Er hat sein Leben lang sein eigenes Ding gemacht, und vielleicht ist er auch der Typ Hund, der zu Selbständigkeit neigt.
Ich finde, ebenso wie Kathi, dass du nicht unterbewerten solltest, dass er gern mit euch spielt und dass er überhaupt wieder kam, als du ihn abgeleint hast und er weggelaufen war. Das zeigt, dass er zumindest dabei ist, eine Bindung aufzubauen.
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
  • toubab
Ich frage mich immer was bindung ueberhaupt ist, ganz ehrlich, ich habe keine ahnung.

Hunden gewoehnen sich an einem, und lernen auch wie ernst man besser eine person nimmt, das nur in ihr eigenem vorteil.

Ich bin nicht so romantisch, ich bin froh wenn meine hunden mich ernst nehmen, das geht bei der eine schneller als bei der andere.

Ich finde auch das du zu ungeduldig bist.
 
  • Gelöschtes Mitglied 14294
Ich meine , es ist sowohl vom Typ Mensch als auch vom Typ Hund abhängig.- mittlerweile habe ich "nur"noch fünf Hündinnen , die sind von ihrem (engen) Bindungsverhalten -zumindest vom Anschein- recht homogen.
Aber aus der jahrezehntelangen Erfahrung : es gibt Unterschiede die rassebedingt sind , und es gibt Hunde und Menschen,die passen nicht wirklich zusammen. Das hatte ich zweimal , die Hündin war bis zu ihrem Tode bei mir und den Rüden habe ich vor einem Dreivierteljahr abgegeben(innerhalb der Familie) . Der ist jetzt definitiv glücklicher.

Ist möglich , dass Du einen sehr eigenständigen Hund "erwischt" hast, was ich jetzt mal so gar nicht schlecht finde - Wäre das so , ist das sich interessant machen m.E. eher kontraproduktiv, Du machst dich zum Horst und er sein Ding.- Da würde ich erst mal klare Grenzen setzen mit Struktur und Ansage , irgendwann merkt der Hund : sie Chef -ich nix;) - ohne Frauchen läuft hier nichts.


LG Barbara
 
  • Mauswanderer
Sei geduldig. Ueberleg mal wie er vorher gelebt hat. Voellig alleine, eventuell mit anderen Hunden, aber Fakt ist dass er ueberlegt hat und das vermutlich nur dadurch, dass er sich von Menschen ferngehalten hat.
Es gab mal so einen tollen Blog ueber Auslandstierschutzhunde von der Straße, wo es um den Trugschluss ging, dass diese Tiere uns abgoettisch lieben wuerden, nur weil wir ihnen Futter und einen Schlafplatz bieten. Tatsaechlich nehmen wir ihnen aber eine gewisse Freiheit - und Futter und ein trockenes Fleckchen zum schlafen haben sie meist auch alleine gefunden.

Du hast einen Hund der den Großteil seines Lebens auf sich gestellt verbracht hat. 4 Monate sind da gar nichts und es ist gut moeglich, dass er nie so anhaenglich wird wie manch ein anderer Hund, sondern euch nur als eine Art Weggefaehrten oder Freunde akzeptieren wird.

Auch ist sowas von der Persoenlichkeit des Hundes abhaengig. Wenn ich sehe wie sehr manche Staffs an ihren Besitzern kleben bin ich neidisch. Wir haben zwei Owtsckarka. Einen schon seit er ein Welpe ist, aber trotzdem hat man manchmal das Gefuehl, dass wir ihm egal sind. Er trifft sehr viele Entscheidungen selbst. Es ist als... als haette er den Verstand eines selbstbewussten Menschen. Er weiß dass er viele Entscheidungen selbst treffen kann und weiß Menschen zu hinterfragen. Das ist nicht das Idealbild das ich von einem Hund habe oder hatte, aber es ist nunmal so.
 
  • toubab
Es ist fuer mich auch wieder den beweis, das man viele strassenhunden einen baerendienst beweist wenn man sie rettet.

Akzeptiere den hund mal wie er ist, du kannst gott danken das er so anstaendig ist, deine moebel in einem stuck laesst, angeblich kein dauerklaffer ist, dich nicht beisst , stubenrein ist usw. Da gibts denn andere hausnummern.

Jedes tier hat seine eigenheiten, und wie vorher schon gesagt, jede rasse auch. Meine " strassenhunden" sind auch nicht alle gut ausbildbar.

Nur schon das gezwungene wohnen in einem haus, ist fuer diese hunden eine grosse stressfaktor, weil sie von klein auf immer rausgejagt wurden. Ich habe einen, der kam erst nach fast zwei jahre selber ins haus und fuehlt sich jetzt richtig wohl, wenn ich ihm vorher gezwungen haette, haette der auch nur den ausgang im auge behalten.

Kann der hund sitzen auf kommando? Das waere schon die halbe miete.
 
  • mama5
Nicht jeder Hund ist gleich. Luna ist sehr schmusebedürftig, mein Rottimix wollte nur selten und nur kurz schmusen und beide kamen als Welpe zu uns. Luna war auch wesentlich leichter zu erziehen als der Rottimix.
 
  • Pfotenbande
Vier Monate ist noch keine lange Zeit für die Eingewöhnung eines Hundes. Vor allem wenn man bedenkt, was euer Vierbeiner schon alles hinter sich hat und wie radikal sich sein Leben verändert hat. Wer weiß, vielleicht wurde er als Straßenhund sogar von Menschen ge- und verjagt, und jetzt soll er sich ihnen plötzlich anschließen und auf sie freuen.
Ihr habt doch eh schon viel erreicht: er bleibt brav alleine, macht nichts kaputt, ist stubenrein, spielt gerne mit euch. Das ist für viele Hundehalter das, was sie sich erträumen.

Es gibt einfach auch Hunde, die den Menschen zwar mögen und wissen, dass sie ihn irgendwie brauchen, aber keine Luftsprünge machen wenn sie einen sehen und draußen auch mal ganz gerne alleine unterwegs wären. Wie Kathi9674 schon geschrieben hat, merkt man bei diesen Hunden oft nur in ganz speziellen Situationen, dass sie doch an einem hängen.
Wir haben 4 Hunde. Zwei davon wären am liebsten Schoßhunde, einer hängt sehr an uns will aber deswegen nicht dauernd Körperkontakt und die älteste Dame könnte gut und gerne auf uns verzichten, hat man den Eindruck. Wir werden mal mehr mal weniger begrüßt, streicheln ja aber bitte nur wenn sie will und nicht zu lange, kuscheln bitte gar nicht und draußen hätte sie gerne mal Zeit und Raum nur für sich (drinnen übrigens auch).
Als wir letztes Jahr aber 4 Tage weggefahren sind und sie bei einer Freundin war, die sie schon lange kennt und auch mag und wo sie auch richtig verwöhnt wird, hat sie nichts gefressen bis wir wieder gekommen sind. Sie hängt also wohl doch an uns.
 
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