Von Phobikern und Goldschätzen

Lugarezia

Es ist vielleicht etwas spät für eine Vorstellung, aber ich möchte euch trotzdem ein wenig über meine Fellnasen erzählen. Es hilft mir vielleicht auch, die schweren Zeiten, die vor uns liegen, ein wenig zu verarbeiten.

Hunde gab es bei uns schon immer — ein Leben ohne kann ich mir nicht vorstellen. Meistens hatten wir Schnauzer.
Dann lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Hundephobiker. Es folgten ein paar hundelose Jahre, bis er mich zu meinem Geburtstag mit einem Bulldoggenwelpen überraschte :love: . Wie er sich überhaupt zum Züchter getraut hat, ist mir bis heute ein Rätsel:D. Die Hundeschule hat ihm mehr gebracht als unserem Bully. Aus dem Phobiker wurde ein Hundenarr, und unser Bully ist ein echter Goldschatz: ausgeglichen, klug und ein richtiger Clown.


Ein paar Jahre später fragte mich eine Freundin, ob ich ihren Hund für ein paar Monate nehmen könnte — sie steckte gerade in einer schwierigen Phase. Unsere Hunde verstanden sich gut, also war das kein Problem. Aus ein paar Monaten wurden mehr, und schließlich wurde ich sozusagen das Ersatzfrauchen für Blondy: 56 kg schwer, absolut unverträglich mit Artgenossen, aber unheimlich liebebedürftig. Sie ist eine Mischung aus Irish Wolfhound und Dogo Argentino. Später erfuhr ich, dass ihr früheres Frauchen mehrfach versucht hatte, eine neue Familie für sie zu finden — ohne Erfolg. Blondy randalierte, schrie und schnappte. Bei uns fühlte sie sich sofort zu Hause, kuschelte sich zu Bully ins Körbchen, akzeptierte die Katzen und schleimte kräftig bei meinem Mann:mies:.


Als ihr früheres Frauchen sie das erste Mal hier besuchte, freute sich Blondy zwar kurz, blieb dann aber stur stehen und ließ sich nicht zum Spazierengehen überreden — wie ein Esel. Die frühere Besitzerin heulte im Auto, und wir nannten Blondy von da an eine Opportunistin.
Das ist jetzt fünf Jahre her. Wir waren mehrfach zusammen im Urlaub, ich habe mir einen starken Bizeps eintrainiert wie ein MMA-Kämpfer, und wir haben uns damit abgefunden, dass viele Leute die Straßenseite wechseln, wenn wir vorbeigehen. Es waren großartige Jahre, und ich bin dankbar für jeden einzelnen Tag :love:.
 
  • 7. Dezember 2025
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Mein Mann wurde als Kind bei einem schlimmen Beißvorfall von einem Nachbar-Schäferhund angegriffen.
Und neulich stellte er sich schützend vor unsere Hunde, als zwei semi gut erzogene Dobermänner auf uns zugerannt kamen :herzen:
 
Mein Mann wurde als Kind von sieben Jahren von einem Airedaleterrier gebissen und hat die Narbe immer noch. Hunde fand er immer eher strange, aber er war immerhin ein Katzenmensch und ich hatte nur Katzen, als wir uns kennen lernten und ich sehr schnell bei ihm einzog. Nach anderthalb Jahren sehnte ich mich immer mehr nach einem Hund und er stimmte zögerlich zu. Ich warf mich ins Internet und schaute in heimischen Tierheimen. Dort fand ich ein charmantes Hundepärchen im reiferen Alter aus Ungarn. Pocak, eine Dackelmixdame von sieben Jahren und Vaksi, einem blinden winzigen Terriermann mit 25 cm Schulterhöhe, 11 Jahre alt. Chris stimmte nach Ansicht der Bilder zu, dass es auch zwei sein könnten und dass wir sie mal ansehen könnten. Wir bekamen einen Termin ein paar Tage später und als wir hinfuhren, fragte Chris: "Wir fahren aber nur hin und schauen, oder?" Meine Antwort: "Klar. Wir schauen nur mal".

Wir fuhren mit den beiden Hunden wieder nach Hause und Chris verliebte sich recht schnell in die Hundehaltung. Nachdem der kleine Vaksi gestorben war, adoptierten wir einen Labrador aus einem TH in F. Dann verliebte sich mein Mann in einen Staff aus demselben TH, den wir als dritten Hund aufgenommen haben. Seitdem, also seit fast 18 Jahren, haben wir immer drei bis vier Hunde und wir beide lieben es.
 
Dort fand ich ein charmantes Hundepärchen im reiferen Alter aus Ungarn. Pocak, eine Dackelmixdame von sieben Jahren und Vaksi, einem blinden winzigen Terriermann mit 25 cm Schulterhöhe, 11 Jahre alt.
Was für eine schöne Geschichte! :herzen: (Wer schneidet denn hier schon wieder Zwiebeln?!:heul:)
Und dass ihr ein älteres Pärchen aus dem TS aufgenommen habt:love: … der älteste Hund, den ich je übernommen habe, war sieben Jahre alt — und manche Leute haben mich dafür wie ein :alien: angesehen.
 
Wie kam Dein Mann denn als Phobiker auf die Rasse? Da hätte ich ja eher erwartet, dass er einen Zwergteckel oder einen Bolonka oder was in der Gewichtsklasse anschleppt ;)
 
Ganz schön schicksalhaft: Er war beruflich in der Schweiz unterwegs, beim Spazieren kam ein Conti zu ihm und wollte mit meinem Mann schmusen — und, warum auch immer, diesmal hatte er keine Angst. Er hat die Besitzer ausgefragt, den Schweizer Bulldoggen‑Club kontaktiert und schließlich den besten Züchter ausfindig gemacht. Und das alles heimlich im Stillen :D .
Und so landete unser kleiner Gentleman aus der Schweiz bei uns:love:
 
Total tolle Hunde hast du - und offensichtlich auch einen brauchbaren Mann... :D

Mein Scheich ist ein totaler Katzenmensch und ist als Kind zweimal von Nachbarshunden schwer gebissen worden. Die Narben - eine davon im Gesicht - sind heute noch sichtbar.
Nachvollziehbar, daß er keine Hunde mochte und entsetzt war, als ich ihm bei unserem Kennenlernen sagte, daß ich einen Hund habe. Als ich dann auch noch die Mischung beschrieb (u. a. Bullterrier & Staff oder Pitbull...), sanken meine Chancen bei ihm weit unter Null, glaube ich. :sarkasmus:

Aber, um die Geschichte abzukürzen, meine damalige Hündin hat ihn schlagartig "umgedreht". Heute ist er ein fast so großer Hundefan wie ich - und der wesentlich souveränere Hundeführer von uns beiden...
 
Ich reihe mich ein. Mein Mann "gestand" mir allerdings erst, als wir schon ein Weilchen zusammen waren, dass er früher mal Angst vor Hunden hatte. Ich weiß auch nicht ob erst mein Hund ihn "umgedreht" hat, oder ob er diese Angst schon vorher verloren hatte. Er hat das nicht weiter erläutert.
 
Bei uns zuhause war es umgekehrt - meine Mutter war die Hundephobikerin und mein Vater hat auf einem feuchtfröhlichen Feuerwehrfest einen Feuerwehrkollegen versprochen, einen Ups-Welpen seiner Hündin abzunehmen… :sarkasmus:

Heute könnte sie ohne Hund auch nicht mehr.

Mein Mann fand Hunde prinzipiell gut - bis wir selbst einen hatten. - Durchgeknallter Dobermann als Ersthund war dann doch etwas zuviel des Guten.
Seit dem kfH ist er immerhin bereit, zuzugeben, dass Hunde im Haus auch ganz ok sein können.
 
Ups-Welpen seiner Hündin :sarkasmus:
Ups‑Welpe! Musste so lachen :rofl: .
Unsere Blondy war auch so ein Ups‑Welpe. Die Besitzer der bislang jungfräulichen Wolfshundedame haben wohl entweder ihren Zaun überschätzt oder die Stärke der romantischen Gefühle des Nachbarsrüden unterschätzt.
 
Meine Kunsttherapeutin war eine richtige Hundephobikerin. Der Gesichtsausdruck, als ich zum ersten Mal in ihre Therapie kam, war eindeutig :sarkasmus: Enya hat sie innerhalb von 50 Minuten umgedreht. Lumi liebt sie vom ersten Kennenlernen. Und als wir neulich zum ersten Mal mit Thorin spazieren waren, hat sie gesagt, das wäre ja ein Hund für sie :sarkasmus: (sie hat ja keine Ahnung :asshat:)
 
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