Rechtliche Frage zu "gefährlichen" Hunden

  • lektoratte
Hallo ihrs,

muss mal bisschen Stress abbauen.

Hatte heute wohl die besch***ste Situation, die einem als Hundehalter so passieren kann:

War mit meiner Hundetrainerin im Wald unterwegs. Die hatte mir eine einfach Kettenleine mitgebracht (also eine Strippe, Schlaufe), weil sie meinte, das sei einfacher zu handeln als eine doppelte Leine, wie ich sie benutze.
(Unter anderem, weil ich die Hoffnung habe, dass diese, wenn Garri seine wirklich tollen 5 Minuten kriegt, nicht so leicht reißt, weil sich die Energie auf beide Schlaufenenden verteilt.)

Wie sagte sie so schön: "Und weil es eine Kette ist, reißt DIE garantiert nicht."

Aber genau das ist keine 5 Minuten später passiert, als eine Frau mit ihrem Berner Sennenhund des Weges kam. (Dass meiner gestern von einem unangeleinten genau solchen Hund angegangen wurde - ohne größeren Schaden, außer mal wieder auf seine geistige Verfassung, kam erschwerend hinzu.)

Garri sieht Hund, realisiert, wir wollen dran vorbei, springt drauflos wie der übliche Irre, der er nunmal ist, und die Kette reißt.

Er drauf auf den anderen Hund, rennt dabei die Besitzerin buchstäblich über den Haufen, wobei sie ihre Brille verliert - wir hatten es dann also mit einem Knäul aus verwirrtem Berni, rasendem Dobi und am Boden liegender geschockter orientierungsloser Besitzerin zu tun...

Wenn Garri nun keinen Maulkorb aufgehabt hätte, wäre das sicherlich (und zwar in erster Linie für mich) nicht so gut ausgegangen, weil der so durch war, dass er, als wir ihn zu zweit an den Hinterbeinen von dem anderen wegzogen, einfach blind immer weiter auch um sich schnappte (der konnte gar nicht wieder aufhören.)

Dass der andere Hund, dem ja nichts passiert war, voller ehrlicher Begeisterung sich sofort wieder in dieses "Spiel" stürzen wollte (der war erst 8 Monate alt), hat die Situation in dem Moment nicht verbessert...

So. Also, das war schon ziemlich unspaßig, die Hundebesitzerin dementsprechend ziemlich angefressen und jetzt sowieso der Ansicht, mein Hund sei "brandgefährlich", und hätte ihren ohne Maulkorb ganz sicher umgebracht.

Die war auch der Ansicht, ihr Hund sei "total fertig nach diesem schrecklichen Erlebnis", dabei sprang der munter in der Gegend herum und wollte dann, als wir ihn an Garri nicht mehr gelassen haben, sofort mit dem Hund meiner Trainerin weiterspielen. Dass sie im Gegensatz dazu total fertig war, war allerdings klar.

Wenn sich Hunde beißen, ist das ist ja meistens doch halb so wild, aber wenn man nicht regelmäßig dieses Problem hat, weiß man das halt nicht.

Dass Garri jeden Hund beißen würde, wenn man ihn lässt, weiß ich leider. Dass dabei aber bis jetzt trotz mordsmäßigem Theater noch nie einem Hund was passiert ist (nicht mal der 14-jährigen Hündin unserer Nachbarn, die alles andere als robust ist - und da hatte er keinen Maulkorb auf, weil er meinen Mann über den Haufen gerannt hat, als der die Haustür aufschloss) ist eine Tatsache (die einem aber leider keiner glaubt, der nicht das Gegenteil erlebt hat.)

Und darum geht es hier auch nicht. Ich will mich nicht darauf verlassen, dass "schon nichts passiert", ich weiß, dass er jeden anderen Hund prophylaktisch beißen würde, darum hat er nen Maulkorb, und fertig.
Wollte das hier nur mal der Vollständigkeit halber hinschreiben, um den Fall etwas klarer darzustellen.

So...
Die Situation war zusammengefasst also folgende:
Hund (Dobermann) war an der Leine (einer Kettenleine, wohlgemerkt) und mit Maulkorb gesichert. Der andere Hund an einer Flexileine.
Weg ca 3 m breit, leider so gelagert, dass man rechts und links nicht ausweichen konnte. Rechts, wo die Frau war, noch eher, links, wo wir gingen, gar nicht, weil da eine dichte Hecke wuchs.
Hab den Hund mit beiden Händen festgehalten, der springt vor und die Leine reißt.

Nun sagte die Besitzerin des anderen Hundes zu mir:
1) Ich dürfte mit diesem Hund nirgends spazierengehen, und schon gar nicht im Wald. (Bitte, wo denn sonst?)

2) Wenn ich nicht nach dem ganzen Theater so nett und rücksichtsvoll und vernünftig gewesen wäre (und so nett mit ihrem Hund), hätte sie mich angezeigt, weil sie "dieses Verhalten ja absolut unmöglich fand".

3) Das sei ja wohl nicht das erste Mal gewesen, dass mir das passiert sei.
(Ja, darum hatte der Hund ja auch den Maulkorb auf. Dass die Leine gerissen ist, war allerdings ne Premiere.) Noch ein Grund mehr für eine Anzeige.

Als ich sie fragte, was denn nun genau, meinte sie: Es sei doch nicht das erste Mal gewesen, ass mein Hund unnormale Agressionen gegen andere Hunde entwickele.

(Ehm. Ja. Das passiert jeden Tag bei so gut wie jedem Hund.
Anzeigewürdig?)

4) So einen Hund dürfe man überhaupt nicht haben, den sollte ich "wieder abgeben" oder "besser gleich einschläfern". Denn schließlich würde er sonst irgendwann auch nochmal Menschen angehen.
(Nee - die rennt er nur über den Haufen, wenn sie zwischen ihm und einem anderen Hund stehen. Aber das ist in seinem Fall auch schon unangenehm genug.)

5) Wenn meine Trainerin mir nicht raten würde, den Hund abzugeben, verstünde sie nichts von ihrem Job. Da könnte man doch sowieso nichts machen.
(Nehmen wir das mal als Ausdruck ihres Unmuts und ihres Schrecks angesichts dessen, was ihr passiert ist.)

So - und nun mal meine Frage in die Runde:

Was, wenn überhaupt, hätte die Dame denn anzeigen können?
Dass mir die Leine gerissen ist? - Was hätte ich noch tun können (außer den Hund doppelt anzuleinen?)
Ich wollte ins Halsband greifen, war aber nicht schnell genug.... anzeigewürdig?

Ist es anzeigewürdig, dass ich einen Hund habe, der gegen andere Hunde agressiv ist?

Ist das ein Grund, den Hund einzuschläfern, einzusperren oder abzugeben? Oder ein Grund, dass der mir weggenommen werden kann?

Dass es jemandem, der gerade von einer rasenden schwarzen Bestie gerammt wurde, nicht zu vermitteln ist, dass der Hund insofern Fortschritte gemacht hat, als er erst auf den anderen loswollte, als der auf seiner Höhe war, und nicht schon 500 m vorher ausgerastet ist, also nicht "unverbesserlich" ist, ist klar.

Ist es anzeigewürdig, dass ich mit diesem Hund arbeite - und das gesichert, nach bestem Wissen und Gewissen, und zwar in Alltagssituationen?
Verhalte ich mich gewissenslos, weil ich mich immer noch mit dem Hund irgendwo bewege, wo andere Hunde sein könnten? Wie soll ich das überhaupt üben, wenn ich andere Hunde immer meide?

Das sind keine moralischen, sondern sachliche Fragen: Hätte die Frau irgendwas anzeigen können, und was wäre dabei herausgekommen? Hätte ich mich irgendwie anders verhalten müssen? Oder können?

(Und sehe das in diesem Moment nur einfach nicht?)

Meinungen?
 
  • SaSa22
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Hi lektoratte :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • lektoratte
Noch ein Nachklapp:
Will wirklich nur wissen, was ich objektiv hätte anders machen können.
(Außer: Keine Kettenleine benutzen...)
 
  • MeikeMitBenny
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LG Meike mit Benny
  • silvester
Ich denke, du hättest gar nichts anders machen können. Höchstens noch von weitem vorab sagen, dass sie ihren Hund auch kurz halten soll. Das dann die Kette reißt, kann keiner ahnen. Sollte sie dich trotzdem anzeigen, weil ihr Hund doch den einen oder anderen Kratzer abbekommen hat, solltest du schleunigst einen Anwalt einschalten.
 
  • lektoratte
Hallo Iris...

danke dir. Ich denk mal net, dass sie was macht. Hat am Telefon noch bisschen rumgemotzt (wahrscheinlich um Stress abzubauen), aber dann gesagt, dass der Fall für sie erledigt ist. Wollte meine Adresse auch gar nicht mehr haben. Auch wenn sie die via Telefon natürlich noch rauskriegen kann.

Aber natürlich kann man nie wissen.
 
  • silvester
Mir ist vor Jahren ein Ding passiert, dass Silvester einen Dackel gepackt hat. Ich hatte ihn an kurzer Leine und habe der Besitzerin gesagt, dass sie ihren Hund bitte auch kurz nehmen soll. Meiner könne mit anderen Rüden nicht. Sie meinte dann, dass er ja noch ein Baby sei (9 Monate damals) und hat die Flexi laufen lassen. Ich konnte Silvester gar nicht so schnell wegzergeln, wie er sich den Dackel gepackt hat. Er hatte damals eh Stress, weil ich gerade meinen Freund kennengelernt hatte, der einen Doggenrüden hatte, der auch nicht gerade zimperlich war. Ein paar Tage vorher hatter der sich nämlich Silvester zur Brust genommen......
Ich wollte ja die Arztrechnung etc. bezahlen, bzw. meiner Versicherung einreichen. Zur Not hätte ich sie auch ganz bezahlt, wenn meine Versicherung nicht eingetreten wäre. Im Endeffekt bekam ich eine Rechnung von einem Tierarzt, der in der Rechnung beschrieben hat, wie es zu dem Beißunfall kam. Leider war der Tierarzt nicht dabei und die Dackelbesitzerin hat gelogen. Ich habe dem Tierarzt Feuer unter dem Hintern gemacht, dass es ja wohl eine Frechheit wäre sowas zu schreiben und ob er wohl im Gebüsch gesessen hätte. Dann hätte er aber auch ein Hörgerät und ne neue Brille gebraucht. Die Dame hat mich dann beim OA angekackt. Man erfährt ja nicht, was dort angekommen ist, wenn man nicht einen Anwalt einschaltet. Das habe ich dann getan und er hat Akteneinsicht angefordert. Die Dame hat behauptet, dass Silvester als Beißer bekannt wäre in der Gegend und gefährlich sei und deshalb einen Maulkorb tragen solle etc. pp.
Meine Versicherung hatte mir auch dazu geraten einen Anwalt einzuschalten. Das Verfahren vom Rechtsamt gegen mich wurde eingestellt und die Dame hat nur die Hälfte der Rechnung bezahlt bekommen, weil sie eine Teilschuld hatte.

Ich drück dir mal die Daumen, dass der Vorall keine weiteren Folgen für dich hat.

Viele Grüße
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Danke für den Tipp, Meike! Den Futtercheck (und vor allem die kostenlosen Futterproben :D) werde ich mir mal gönnen.
  • Mummbelsche
Ich finde auch, du hast dich absolut korrekt verhalten!
Schließlich kannst du deinen Hund nicht mehr als sichern und für "Materialfehler" kannst du wohl kaum haftbar gemacht werden.
Und dass du mit deinem Hund üben gehst, um euer Problem in den Griff zu bekommen ist doch lobenswert und nicht verwerflich ;)
Und wenn ihr Hund, weder seelischen noch körperlichen Schaden davongetragen hat, weiß ich gar nicht wo das Problem liegt :rolleyes:

Mach ruhig weiter wie gehabt!
Ich drücke die Daumen, dass sich euer Problem bald bessert!

LG Sandra
 
  • a & a
Hast nix falsch gemacht.

Ich habe hier auch ein 36 kg schwarzes Monster (Rotti-Mix), das 80% aller Hunde für überflüssig hält, wobei sie nicht beisst sondern extrem mobbt und anplärrt, ängstliche Hunde, die wegrennen, hetzt (wie alles, was wegrennt).

Nein, sie gehören nicht weggegeben und auch nicht eingeschläfert.

Das Einzige ist, daß die Dame nicht hätte zu Schaden kommen dürfen... daraus könnte man (zumindest hier in Hessen) einen Strick drehen.
Wobei ich bezweifle, daß es dann Jemanden interessieren würde, ob die Leine gerissen ist oder nicht... darf halt nicht passieren.
 
  • KnutKurve
Mummbelsche schrieb:
Schließlich kannst du deinen Hund nicht mehr als sichern und für "Materialfehler" kannst du wohl kaum haftbar gemacht werden.
Wieso "Materialfehler"?
Nach der Schilderung von lektoratte sieht es für mich so aus, als sei die Kette einfach nicht stabil genug für ihren Hund gewesen. Danach könnte man ihr laut Landeshundegesetz eine Ordnungswidrigkeit vorwerfen, da sie keine "geeignete Leine" verwendet hat und dadurch den Vorfall zumindest fahrlässig verursacht hat.
Ob Ketten "normalerweise" überhaupt ohne Beschädigung/Materialfehler bei starker Belastung reissen können, weiß ich nicht. Bei Lederhalsbändern ist das aber keine Seltenheit (selber schon erlebt).

Ist aber ohnehin nur graue Theorie, da die andere Hundehalterin ja offenbar von einer Anzeige absieht.
 
  • lektoratte
Weiß nicht, ob die Kette nicht geeignet war.

Hab sie genau heute das erste Mal von meiner Trainerin bekommen, und die hat sie nach eigenen Angaben zuvor für Schäferhunde und Rottis usw. benutzt... ohne dass sie gerissen ist, logischerweise.

Also bin ich davon ausgegangen, dass sie geeignet war. Hätte mir aber selbst keine gekauft, ohne mich vorher nochmal beraten zu lassen.

Dass Halsbänder reißen können, hab ich auch schon erlebt. Allerdings war das so ein Nylonteil, und der Plastikverschluss ist gerissen oder eher gebrochen. Auslöser: Anlauf an der Flexileine, nasse Leine, sodass Bremse nicht auslöste, und ein aufflatternder Fasan.
Der Fasan ist entkommen, Hund kam wieder, seitdem sind wir draußen nur noch mit Kettenhalsband unterwegs. Da hab ich gedacht: "Das hält auf jeden Fall!" - Bis heute-... :(
(Abgesehen davon, dass mittlerweile ein "Nein!" für den sofortigen Abbruch der Jagd genügt.)

Bei einem unserer ersten Hunde war's mal eine Lederleine. Die aber, wie sich im Nachhinein herausstellte, eindeutig nicht für einen kräftigen Hund in Dalmatinergröße ausgelegt gewesen war, sondern eher für einen Dackel oder Pudel. (Zitat der Dame im Zoogeschäft: "Das ist Leder, die hält ewig." Ehm ja. Wenn der Hund, der dran ist, vom Gewicht zu der Leine passt, ja.)

Hach, ich weiß auch nicht... die war nicht geeignet. Ansonsten finde ich, man macht es sich zu einfach, wenn man sagt: "Nun, die Leine hat nicht gehalten. Also war sie offensichtlich nicht geeignet." - Aber wenn das Gesetzt so ist...

Aber Knut hat Recht: Gibt ja hoffentlich keine Anzeige. Und ich muss eben in Zukunft doppelt vorsichtig sein. Und nicht am Material sparen.

Tu ich auch nicht. Aber nun erst Recht nicht mehr.
 
  • Lana
KnutKurve schrieb:
Wieso "Materialfehler"?
Nach der Schilderung von lektoratte sieht es für mich so aus, als sei die Kette einfach nicht stabil genug für ihren Hund gewesen. Danach könnte man ihr laut Landeshundegesetz eine Ordnungswidrigkeit vorwerfen, da sie keine "geeignete Leine" verwendet hat und dadurch den Vorfall zumindest fahrlässig verursacht hat.
Ob Ketten "normalerweise" überhaupt ohne Beschädigung/Materialfehler bei starker Belastung reissen können, weiß ich nicht. Bei Lederhalsbändern ist das aber keine Seltenheit (selber schon erlebt).

Eine normale Kette reißt unter normalen Umständen nicht.
Es sei denn natürlich man führt Hundi am Halskettchen, aber war ja hier nicht der Fall.
Man darf also durchaus davon ausgehen, dass hier ein Materialfehler vorlag.
(Diesbezüglich gab's mal ne Umfrage siehe http://forum.ksgemeinde.de/showthread.php?t=47985)
 
  • KnutKurve
Lana schrieb:
Eine normale Kette reißt unter normalen Umständen nicht.
Es sei denn natürlich man führt Hundi am Halskettchen, aber war ja hier nicht der Fall.
Man darf also durchaus davon ausgehen, dass hier ein Materialfehler vorlag.
(Diesbezüglich gab's mal ne Umfrage siehe http://forum.ksgemeinde.de/showthread.php?t=47985)

Naja, ob die beim Ordnungsamt zu Gunsten des "bösen" Hundehalters von einem Materialfehler ausgehen würden, halte ich für fraglich.

Und was sind schon "normale Umstände"? So wie ich das mal mit einer gerissenen Lederleine erlebt habe, kommt es schon auf den speziellen Ruck an, mit dem die Kräfte dann wirken. Und ein Dobermann-Rüde hat ja schon Power.

Danke übrigens für den Link zu dem anderen Thread. Sehr interessant, da ich auch ein Nylonhalsband mit Schnappverschluss habe. Angeblich bis 350 kg belastbar und super stabil, so die Aussage der netten Fressnapf-Verkäuferin.
Trotzdem werde ich mir gleich morgen früh etwas Stabileres kaufen.:)
 
  • matty
Wenn wirklich eine Anzeige kommt. was ja hoffentlich nicht der Fall sein wird, wäre auch noch die Rolle der Hundetrainerin rechtlich zu bewerten.
LG
matty
 
  • JahWarrior
als Zeugin auf jeden Fall,allerdings sonst vor allem der geschlossene Vertrag der Ausbildung! Dort die Haftungsklauseln usw.
 
  • Consultani
Du hast Dich absolut richtig verhalten. Ein Fehlverhalten Deinerseits kann ich für mich nicht erkennen.
 
  • Pete23021972
...klare frage, klare antwort...der vorwurf, der dir objektiv zu machen ist nennt sich fahrlässige körperverletzung. du hast die im umgang mit deinem hund erforderliche sorgfalt außer acht gelassen. der maßstab der erfordelrichen sorgfalt hängt von der jeweiligen situation ab und ist daher nicht eindeutig festzumachen. du hast einen körperlich kräftigen hund welcher agressiv auf andere reagiert. du weißt, dass er hierbei keine rücksicht auf vorbeigehende fußgänger nimmt. demnach hättest du nicht einfach "irgendeine kette" nehmen dürfen. du hättest alles dir mögliche tun müssen, um ein reißen oder entgleiten der kette zu verhindern.

ist kein vorwurf meinerseits, sondern nur die antwort auf deine frage. und wenn du das für überzogen hältst, dann stell dir doch einfach vor, die dame wäre mit dem kopf aufgeschlagen oder auf andere weise schwer verletzt worden.

viel glück in zukunft.

pete
 
  • lektoratte
Pete,
ich fände den "Vorwurf" in dem Moment nicht überzogen, wo Körperverletzung eingetreten wäre (wo zum Glück niemand verletzt ist, da auch kein Vorwurf).

Die Frage ist halt, wie "fahrlässig" fahrlässig ist.

Da ich, wie du ja auch schreibst, weiß, wie mein Hund sich aufführt, habe ich nach bestem Wissen und Gewissen alles getan, um genau so einen Vorfall zu vermeiden.
Und mitnichten "irgendeine" Kette genommen, sondern eine, von der mir jemand, den ich für glaubwürdig halte und der meinen Hund kennt, versicherte, sie sei für ihn geeignet.
Der Punkt war einfach: Ich konnte in dem Moment gar nichts mehr tun, um ein Reißen der Kette zu verhindern. Ich hatte den Hund schon kurz genommen (manchmal klappt es ja auch mit dem Vorbeigehen, und wenn man dann "vorsorglich" interveniert, besinnt er sich garantiert eines schlechteren), und hatte beim Versuch des Nachfassens das abgerissene Ende in der Hand - in beiden Händen.
Wenn ich etwas hätte tun können, um ihn dann noch aufzuhalten, hätte ich es getan, aber in dem Moment rollten die schon in die Büsche und die Besitzerin des anderen hinterher.

Ne Teilschuld hat man in dem Fall vermutlich schon wegen des "allgemeinen Betriebsrisikos", denn wenn mein Hund sich nicht so aufgeführt hätte, wäre die Kette nicht gerissen usw usf. Und für etwaige Verletzungen der Halterin hätte ich haften müssen. Da beißt keine Maus den Faden ab.

Was mich vorhin etwas gestört hat (und deswegen habe ich diese Frage gestellt), war die Aussage der Hundehalterin, sie hätte mich "angezeigt, weil sie mein Verhalten und das meines Hundes unmöglich fand" (wenn ich nicht hinterher so freundlich gewesen wäre).

Und da fragte ich mich halt, wie ich mich sonst hätte "verhalten" müssen. (Klar: Nochmal: Abgesehen von: Leine verwenden, die hält). Was ich noch hätte "tun" können. (Wieder: Abgesehen von "Leine verwenden, die nicht reißt", denn sie ist gerissen, und darum und nur darum ist passiert, was passiert ist.)

Die Dame hatte ihren Hund an der Flexileine bereits kurz. Der kann ich überhaupt nichts vorwerfen. Sie hat im Wesentlichen alles richtig gemacht.

Aber was hätte ich noch mehr tun sollen?

Irgendwie schien sie zu glaube, ein Hund, der einen Maulkorb trägt, lässt dann nicht nur das Beißen, sondern auch das zugehörige Verhalten, oder wwi.
Es tut doch wohl niemand seinem Hund zum Spaß einen Maulkorb auf...

Also, kurzgefasst, ich habe noch ein wenig darüber nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es manchen Leuten glaube ich, vor allem im ersten Schreck, schwerfällt, einzusehen, dass manchmal wirklich ätzend-blöde Sachen passieren, obwohl niemand sich grob fahrlässig oder himmelschreiend falsch verhalten hat.

Ihr ist was schreckliches passiert, sie war eindeutig nicht Schuld (sah sie so, sehe ich ganz genau so), also mussten "wir" irgendwie Schuld sein und "etwas versäumt haben".

Manchmal passieren aber Sachen, mit denen man bei aller Umsicht echt nicht gerechnet hat - dass diese Kette nicht für den Hund ausreichte, war ein typischer Fall von "hinterher ist man immer schlauer".
Sie hat schon agressive Rottis ausgehalten, aber die waren glaub ich bei Energie nicht ganz so dynamisch-explosiv....;)

So, und jetzt gehe ich den Umfragen-Thread zur Stabilität von Leinen lesen. :hallo:
 
  • Consultani
lektoratte schrieb:
Aber was hätte ich noch mehr tun sollen?

(...)

Also, kurzgefasst, ich habe noch ein wenig darüber nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es manchen Leuten glaube ich, vor allem im ersten Schreck, schwerfällt, einzusehen, dass manchmal wirklich ätzend-blöde Sachen passieren, obwohl niemand sich grob fahrlässig oder himmelschreiend falsch verhalten hat.

Du beantwortest die Frage doch schon selber. Was hättest Du denn noch tun sollen ? Du hast Deinen Hund an einer dafür geeigneten Leine gesichtert, er hatte einen Maulkorb auf, Du hast ihn kurz gehalten etc. pp. - abgesehen davon, das Du mit einer Hundetrainerin unterwegs warst, um an dem Verhalten Deines Hundes zu arbeiten.

Manche Dinge passieren eben einfach. Menschliches Fehlverhalten kann ich aus Deiner Geschichte nicht rauslesen.
 
  • lektoratte
Consultani schrieb:
Du beantwortest die Frage doch schon selber. Was hättest Du denn noch tun sollen ? Du hast Deinen Hund an einer dafür geeigneten Leine gesichtert, er hatte einen Maulkorb auf, Du hast ihn kurz gehalten etc. pp. - abgesehen davon, das Du mit einer Hundetrainerin unterwegs warst, um an dem Verhalten Deines Hundes zu arbeiten.

Manche Dinge passieren eben einfach. Menschliches Fehlverhalten kann ich aus Deiner Geschichte nicht rauslesen.

Ach ja, manchmal tut so ein Hundespaziergang (ohne weitere dramatische Begegnungen) ganz gut und bringt das Hirn wieder auf Trab. :p

Danke Euch allen für Rat und Hilfe.

Kann mich jetzt glaub ich ganz gut drauf einstellen, was, wenn denn überhaupt, noch auf mich zukommt, mit welcher Begründung und "mit welchem Recht."

Liebe Grüße von der Ratte - die regelmäßige "Materialprüfungen" jetzt auf jeden Fall in ihren Terminkalender aufnehmen wird.
 
  • Lana
Pete23021972 schrieb:
demnach hättest du nicht einfach "irgendeine kette" nehmen dürfen. du hättest alles dir mögliche tun müssen, um ein reißen oder entgleiten der kette zu verhindern.

Es war ja nicht "irgendeine Kette", sondern eine Kette, welche schon Schäferhunde und Rottweiler gehalten hat.

Bei Materialfehlern ist ja gerade das Dumme, dass es auf den Grad der Beschädigung ankommt "wann" die Kette reißt.
Es kann durchaus sein, dass sie den ersten 3, 4 Belastungstests standhält und erst beim 5. auseinanderfällt.

Das Einzige was man hätte möglicherweise verlangen können, wäre eine "doppelte Sicherung" mit zweitem Halsband und zweiter Leine.
Aber auch das scheint mir im Hinblick darauf, dass der Hund einen Maulkorb trug und "nur" auf Hunde so reagiert, ein wenig überzogen.
 
  • Sirius
Hi,

Also bei uns hier in Rheinland-Pfalz gilt ein Hund als gefährlich, wenn er Menschen in gefahrdrohender Weise anspringt. Das kann schön weit ausgelegt werden. Er braucht das nur einmal gemacht haben, dann gilt er schon als gefährlich, wenn man angezeigt wird. Wenn also die Frau dich hier angezeigt hätte, weil sie umgeworfen wurde (und am besten noch ein paar Verletzungen aufzählt) würde dein Hund schon wegen des Umwerfens auf die Liste gesetzt werden. Ohne Zeugen ist die Chance extrem gering das zu verhindern.
 
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