Deshalb könnte eine Entscheidung beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag eine geopolitische Wende einleiten: Die Europäische Union will eingefrorenes russisches Vermögen nutzen, um ein sogenanntes Reparationsdarlehen an die Ukraine zu vergeben.
Mit Blick auf Putins Strategie sind die EU-Pläne entscheidend. Denn Russland führt nicht nur einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, sondern auch einen Abnutzungskrieg gegen den Westen. Putins Strategie ist klar: Der Kreml setzt darauf, dass Demokratien schneller müde werden als Autokratien. Wenn innenpolitische Krisen, soziale Spannungen und wirtschaftliche Interessen in Europa wachsen, sinkt die Bereitschaft, die Ukraine weiter zu unterstützen.
Diese Rechnung scheint für Moskau aktuell noch aufzugehen. Der ehemalige deutsche Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch, brachte es im Gespräch mit dem
auf den Punkt: "Putin ist eine Wette auf die Zeit eingegangen. Doch wenn Europa jetzt die eingefrorenen Vermögen nutzt, bringen wir ihn wirtschaftlich und finanziell an die Grenze seiner Möglichkeiten."