Politisches Tagesgeschehen

Ich war zu Hause, habe mich in meinem Büro zu Hause eingeschlossen im wahrsten Sinne, und habe dann koordiniert".

Ja, genau.

„Warum waren Sie nicht vor Ort?“ (sinngemäß)

Antwort: „Ich war zuhause und habe koordiniert.“

Nicht: „Ich war den ganzen Tag zuhause!“

Sondern: „Ich war im Wesentlichen zuhause!“ - „Um an dieser Sache zu arbeiten, war ich zuhause!“

Man antwortet auf solche Fragen doch nicht: „und außerdem kurz in der Apotheke, beim netto, habe, wie immer am Samstag meiner Schwiegermutter ihren Einkauf vorbeigebracht, und eine Stunde habe ich Tennis gespielt!“

Sondern man beantwortet die Frage: „Warum haben Sie nicht vor Ort Ihre Arbeit gemacht?“ mit „Meine Arbeit habe ich von zuhause aus gemacht!“

Hat er ja anscheinend auch.

Der Punkt ist doch nicht, ob er Tennis spielen war. Der Punkt ist, ob dadurch irgendwas verzögert wurde (wie beim Landrat im Ahrtal).

Wenn das so war, wäre die Kritik gerechtfertigt. Wenn das nicht so war, empfinde ich die Empörung als künstlich, weil es einfach keinen was angeht, solange er dann ansprechbar ist, wenn er gebraucht wird.

Möglicherweise haben auch die Elektriker und andere Leute auch in so einer Situation Anspruch auf eine Mittagspause, solange nicht alle auf einmal diese machen - und wenn die in der Zeit Tennis spielen oder am Habdy zocken, warum nicht?
 
  • 19. Januar 2026
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Hi lektoratte ... hast du hier schon mal geguckt?
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Ich nehme davon durchaus auch mit, dass ein Politiker, der eine rückwärtige Politik betreibt und bei allem Sozialen etc. kürzt, zu allem Überfluss auch noch in einer Krisensituation nicht die Cojones hat, einzuräumen, dass er Zeit für sich brauchte/wollte.

Ich will gar nicht wissen, was losgewesen wäre, wären die Arbeiter, die für die Behebung zuständig waren, einfach mal ein Stündchen Tennis spielen gegangen wären - und wie ein Herr Wegner das gefunden hätte, wären von denen Bilder beim Tennisspielen aufgetaucht.

Hätten die Arbeiter Tennis gespielt, wäre der Schaden nicht behoben worden.

Das Tennisspiel des Herrn Wegner war für die Schadensbehebung ebenso wie seine geforderte Präsenz am Ort des Geschehens hingegen völlig irrelevant. Im Klartext, er wäre ohnehin nicht zu gebrauchen gewesen.
Und ob er telefonisch erreichbar ist oder nicht, was könnte man mit ihm denn anfangen, außer ihn über den Stand der Dinge zu informieren?

Die Bezirksbürgermeisterin spielte anscheinend nicht Tennis aber auch sie kann sich doch höchstens vom Netzbetreiber über den Stand der Dinge informieren lassen und evt. Hilfeleistung von außen organisieren.

Dass er gelogen hat, steht auf einem anderen Blatt aber das verwundert mich nun nicht übermäßig.
 
Mir ist es egal, wo er war, und was er gemacht hat. Mir geht es darum, dass er erst gelogen hat.

Ich empfinde seine Antwort in dem mir bekannten Zusammenhang tatsächlich nicht als bewusste Lüge.

Wenn ihn einer gefragt hätte: „Wo waren Sie eigentlich?“ oder: „Warum konnte sie zwischendurch keiner erreichen?“ und er hätte darauf geantwortet: „Ich war die ganze Zeit zuhause und erreichbar. Keine Ahnung, warum mich angeblich keiner erreichen konnte!“

wäre das definitiv die Unwahrheit.

Aber in diesem konkreten Zusammenhang hat er die eigentliche Frage halt kurz beantwortet und nicht noch Sachen ausgeführt, die er in dem Fall für die Frage nicht für relevant gehalten hat.
 
Okay. Ich hatte gelesen, er hätte gesagt, er wäre den ganzen Tag im Büro gewesen.
 
"Ja, absolut, ich war zuhause. Hab mich im Büro, zuhause, eingeschlossen im wahrsten Sinne... "


Also hat er quasi im Homeoffice gearbeitet.

Ich gehe im Homeoffice zwischendurch auch zum Sport, Einkaufen oder zum Arzt. Und bin dann auch erreichbar.
 
Nein - zumindest in dem Ausschnitt, den ich gehört habe, hat er nur gesagt: „Ich war zuhause und habe mich in meinem Büro quasi eingeschlossen!“
Und zwar konkret auf die Frage, warum er sich nicht bei den frierenden Berlinern hat sehen lassen.

Er hat aber nicht gesagt, dass er den ganzen Tag sein Haus oder sein Zimmer nicht verlassen hat.

Ich meine, auch in dem Stern-Kommentar wird ja darauf herumgeritten, dass er die Chance nicht genutzt hat, um Tatkraft zu demonstrieren wie seinerzeit Schröder im Gummistiefeln beim Hochwasser.

Mal abgesehen davon, dass ich beide Notfälle nicht ganz für vergleichbar halte, muss doch eines klar sein - für Schröder war dieser Besuch nicht nur in Interesse begründet, sondern auch Mittel zur Selbstinszenierung.

Ich kenne Herrn Wegner gar nicht, aber mir kommt die ganze Aktion vor, als sei er ein etwas phantasieloser Verwaltungsmensch ohne Hang zu eben dieser Selbstinszenierung, der sich hat über alles „fernmündlich“ hat informieren lassen, die Innenministerin und die Bezirksverwaltung hat ihre Arbeit machen lassen, ohne sich überall dazwischen zu drängen, auf der Höhe der Informationen geblieben ist und zwischendurch, als abzusehen war, dass erstmal alles seinen Gang ging, Tennis spielen gegangen ist - zeitlich betrachtet in der Mittagspause.

Und jetzt soll er zurücktreten, weil er scheinbar Desinteresse gezeigt hat? - Während bisher noch nicht einer sich über seine tatsächliche Untätigkeit beschwert hat, nur über seine „Unsichtbarkeit“?
Oder nach anderen Aussagen sogar, weil er „die Spielregeln der Politik nicht kapiert hat“ und sich selbst nicht genug in Szene gesetzt hat?

Weil er evtl. seine Arbeit macht, aber unfähig ist, dabei nach außen so zu wirken, als ob er seine Arbeit macht?

Ich finde das - wenn es denn tatsächlich so war, wie es auf mich wirkt - etwas absurd.

Ich meine, eines muss klar sein: Herrn Söder wäre das so ganz sicher niemals passiert (ebensowenig wie Herrn Schröder…) - aber will man das wirklich zum Maßstab dessen machen, wie ein Politiker sich in Krisenzeiten zu verhalten hat?
 
Ja sich an diesem Politiker nun abzuarbeiten zeigt mal wieder sehr gut, das der Mensch immer einen braucht derer er habhaft werden kann um ihm stellvertretend die Schuld zu geben an einem Geschehen was er gar nicht zu verantworten hat, weil die wirklichen Täter halt nicht zu bekommen sind und die das nun wirklich einen feuchten Dreck interessiert was irgendjemand von denen hält.

Also wenn der sich da nicht sehen lässt ist das ja nochmal was anderes als wenn eine Gruppe gestörter Linksextremisten eine halbe Weltstadt lahm legt weil die "Reichen" ihnen ein Dorn im Auge sind..die Ironie an dem Ganzen? Die Reichen hat das wenig bis gar nicht gejuckt weil die es sich muckelig machen konnten in Hotels, die Leidtragenden waren eben die, die eh nix haben. Vor dem Hintergrund finde ich diese Tat noch viel abscheulicher als ohnehin schon und schon 3x mehr schlimm als ein Tennis spielender Politiker, der trotzdem seine Arbeit getan hat.
 
Wenn ich mich zu Hause im Büro einschließe, gehe ich nicht zum Arzt, zum Biomarkt oder zur Apotheke, sondern dann bin ich in meinem Büro. Mein Arbeitgeber würde sich auch sehr wundern, wenn er mich nach einer Ansage im Sinne von "ich schließe mich heute im Büro ein", nicht in selbigem erreichen könnte (per Teams z.B.) oder mich beim Tennis träfe, und bei meinen Kunden wäre das auch nicht anders. Klar, mal 10 Minuten wegen Kaffe machen oder 30 wegen Mittagspasuse, aber eine volle Stunde Tennis mit An- und Abfahrt, ist da bei mir nicht drin, wenn ich im Büro eingeschlossen bin.

Und wenn jemand sagt, dass er den ganzen Tag zu Hause war (und das tut Herr Wegner in dem von mir verlinkten Ausschnitt von ntv), dann denke ich auch, dass er zu Hause war und nicht zwischendurch Tennis spielen.

Wegen mir sollte Herr Wegner aus diversen Gründen dringend zurücktreten (Tennis gehört ausdrücklich nicht dazu) - das hier setzt seiner Performance für meine Begriffe nur ein I-Tüpfelchen auf.

Wenn andere das nicht weiter stört, ist mir das egal. Dass ich die Aktion mit dem Tennis shice finde und bemängele, ändert nichts dran, dass ich den Anschlag auf die Infrastruktur extrem übel finde
 
@helki-reloaded

In dem von dir verlinkten Ausschnitt sagt er, dass er „den ganzen Tag am Telefon“ war und dass er „zuhause“ war.
Wie ich sagte: telefonisch erreichbar war er auch beim Tennis und mutmaßlich auf dem Weg dahin.
Ich sehe nicht, wie er auf das Wesentliche konzentriert in dem Fall hätte anders antworten sollen.

Ob Tennisspielen in dem Moment wirklich sinnvoll gewesen ist, ist nochmal ne andere Frage (und ob er sonst vorher gute Arbeit geleistet hat, natürlich auch).

Aber zu jedem der sagt: „Tennis ist ja ok, nur lügen hätte er darüber nicht dürfen!“ sage ich halt, dass es durch die Umstände und die Art der Frage nicht nahelag, genau in dem Moment die Tennisstunde zu erwähnen.

Ich sag mal so: Wenn ein Lehrer früher in der Schule gefragt hat, ob man denn diesmal die Hausaufgaben gemacht haben und vorzeigen könne, hat man bei der Antwort auch nicht dazu gesagt, dass man die Aufgaben erst morgens im Schulbus gemacht oder gar in letzter Minute abgeschrieben hat.

Und man hätte trotzdem nicht „gelogen“, den man hatte sie ja und konnte sie vorzeigen.

Wenn allerdings explizit gefragt worden wäre, ob man sie selbst gemacht oder ob man sie abgeschrieben hätte, und man hätte wahrheitswidrig „selbst“ gesagt - dann schon.

Ich weiß nicht, ob klar wird, was ich meine… wenn man sich gegen Vorwürfe verteidigt, wie Wegner in seiner Antwort, stellt man natürlich das Positive heraus und belastet sich nicht, indem man Irrelevantes auch noch mit erwähnt.

Damit lügt man aber nicht.

Wenn man aber gezielt gefragt wird und dann herumeiert oder abstreitet - dann schon.
 
Aber zu jedem der sagt: „Tennis ist ja ok, nur lügen hätte er darüber nicht dürfen!“ sage ich halt, dass es durch die Umstände und die Art der Frage nicht nahelag, genau in dem Moment die Tennisstunde zu erwähnen.
Und mal ehrlich, das hätte doch keiner getan? Also man darf gerne päpstlicher als der Papst sein, sollte aber die wirklich wichtigen und ernsteren Dinge nicht außer acht lassen mMn.
 
Und er sagte wörtlich, er sei zuhause gewesen, in seinem Büro, um telefonisch erreichbar zu sein, und habe telefoniert und sich informiert.
Weil er vor Ort telefonisch nicht erreichbar gewesen wäre.

Es ging in seiner Aussage nur darum, zu rechtfertigen, warum er sich nicht vor Ort ein Bild gemacht hat. Und das Argument war: um wirklich von allen Beteimigten jederzeit erreichbar zu sein.
Ich nehme an, telefonisch erreichbar ist er auch in der Tennishalle gewesen, von daher war die Aussage verkürzt, aber nicht gelogen.
»Ich habe mich weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht, zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren.«
Er habe sich »zu Hause in seinem Büro eingeschlossen, im wahrsten Sinne«,

Den ganzen Tag am Telefon. Nicht: telefonisch erreichbar. Kleiner aber feiner Unterschied. Der Unterschied zwischen verkürzt und gelogen, könnte man sagen.
 
Und mal ehrlich, das hätte doch keiner getan?

Also ich vermutlich in dem Moment vermutlich nicht.

@snowflake

Erste spontane - und eindeutig nicht wohlüberlegte - Antwort war:

„Ich war den ganzen Tag am Telefon!“

Auf den Vorwurf hin, nicht genug getan zu haben. Dann kam das näher ausführende: „Ich was zuhause…“ um zu erläutern, wo und wie er eben doch gearbeitet hat. Vermutlich hat er an das Tennis zwischendurch gar nicht gedacht.

Das erste war eine typische generalisierte Übertreibung, um den Vorwurf abzuwehren, nichts getan zu haben. „Den ganzen Tag“ wörtlich zu nehmen und davon auszugehen, dass er 24 Stunden das Telefon nicht aus der Hand gelegt hat, ob auf dem Klo, beim Essen oder im Bett, und dabei ununterbrochen geredet hat, halte ich für übertrieben. Ich denke, man kann sich vorstellen, wie es gemeint war, ohne ihn der Lüge zu bezichtigen, auch wenn es nicht die objektive Wahrheit war.

Dann wie gesagt die nähere Erläuterung, was er im Detail gemacht hat - wenn er was gemacht hat…

Ich sehe da immer noch keine bewusste Lüge.

Ich glaube, dass ihm eine Runde Joggen eher verziehen würde als eine Runde Tennis

Das denke ich auch - wie gesagt, Tennis hat immer noch den Ruf des „Nobelsports“ - und genau darum finde ich die Vorwürfe aufgebauscht und übertrieben.

Entweder, es ist objektiv schlimm, dass er zwischendurch Sport gemacht hat, oder nicht…
Und entweder es ist objektiv schlimm, dass er das verschwiegen hat oder nicht so wichtig fand, oder nicht.

Aber es sollte mMn weder von seiner politischen Ausrichtung noch von der Sportart abhängen, wie es gewertet wird.
 
Ich sehe da allerdings auch einen Unterschied. Joggen hätte mich nicht so "gestört" wie Tennis.
 
Mich nicht, Sport ist Sport.

Er hätte auch ins Fitnessstudio gehen können, oder zum Step-Aerobic.

Segeln oder Reiten oder auch Golf hätte ich unpassender gefunden, weil man da nicht schnell wieder verfügbar sein kann, wenn es wichtig ist. Aber Tennis? :kp:
 
@lektoratte Du kannst es noch so oft und noch so wortreich schönreden. Ich sehe es anders.
Ich finde auch, ganz unabhängig vom Wortlaut seiner Aussage, dass der führende Politiker einer derart betroffenen Stadt/Region oder welcher politischen Einheit auch immer in dieser akuten Situation sich nicht die Zeit für eine Stunde Tennis nehmen sollte. Ich finde, das gehört sich nicht.
Das war nicht irgend eine Mittagspause. Das war ein Notfall.
Das Argument, dass er eh nichts beitragen kann, dass er eigentlich ja eh überflüssig ist, finde ich dabei noch am interessantesten. :eg:
 
Ich finde auch, ganz unabhängig vom Wortlaut seiner Aussage, dass der führende Politiker einer derart betroffenen Stadt/Region oder welcher politischen Einheit auch immer in dieser akuten Situation sich nicht die Zeit für eine Stunde Tennis nehmen sollte. Ich finde, das gehört sich nicht.

Das ist eine andere Frage.

Das kann man mMn durchaus so sehen, je nach den Umständen.
Aber man muss nicht einen Skandal draus kochen, wie er „die Berliner belogen hat“.
 
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