Nur hunde deuten Hinweise des Menschen richtig

  • Sammie
"Wissenschaftler haben entdeckt, dass es nur einem einzigen Lebewesen
angeboren ist, unsere Körpersprache richtig zu deuten - dem Hund

Schon lange hatten sich Wissenschaftler mit der Frage beschäftigt, warum
Mensch und Hund so gut miteinandern auskommen. Nun haben Mitarbeiter des
Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der
Harvard university in Cambridge, USA, mehrere Tests mit Schimpansen, Hunden
und Wölfen durchgeführt und kamen zu einem sensationellen Ergebnis: Hund
ekönnen Hinweise des Menschen interpretieren wie kein anderes Tier. Sie sind
darin nicht nur geschickter als der Wolf, ihr nächster Verwandter, sondern
auch besser als unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen. Und das
unabhängig davon, wie alt die Hunde sind oder wie viel Kontakt sie zu
Menschen hatten.

Um dem Wesen der Beziehung zwischen Hund und Mensch auf die Spur zu kommen,
zeigten die Wissenschaftler den Tieren zwei blickdichte Behälter. Einer war
mit Futter gefüllt, der andere war leer. Dann gab der Trainer den Tieren
einen Hinweis, bevor sie sich für einen der beiden Behälter entscheiden
mussten. Dieser Hinweis konnte daraus bestehen,d ass er entweder in die
Richtung des richtigen Behälters schaute, auf ihn zeigte, ihn berührte,
darauf klopfte oder etwas darauf legte. Hunde verstanden die Zeichen des
Menschen fast immer und entschieden sich für den richtigen Behälter, während
Schimpansen dazu kaum in der Lage waren. Sie trafen allenfalls zufällig die
richtige Wahl. Die Belohnung zu finden gelang neun von elf hunden, aber nur
zwei von elf Schimpansen. Da Hunde bei diesem Test oft schon beim ersten Mal
erfolgreich waren, spielen Lerneffekte hier keine ROlle.

Über einen Kontrolltest stellten die Trainer sicher, dass die TIere das
Futter nicht riechen konnte. Dazu versteckte man wieder Futter, gab den
Hunden diesmal allerdings keine Hilfe. Da sie bei diesem Test die Belohnung
nur zufällig fanden, kann man ausschließen, dass die Hunde einfach die
besseren Nasen hatten. Bei eienm weiteren Test verglich man Hunde mit Wölfen,
die von Menschen aufgezogen worden waren. Auch hier waren die Hunde bei der
Futtersuche weitaus erfolgreicher. Weil es kaum Erkenntnisse über die
Wahrnehmung von Wölfen gibt, wurde auch ein Gedächtnistest gemacht. Dieser
sollte sicherstellen, dass bei Wölfen nicht ANgst vor Menschen oder geringe
Motivation für das schlechte Abschneiden verantwortlich ist. Dafür
versteckten die Trainer das Futter vor den Augen der Tiere, die es dann kurze
Zeit später wieder finden mussten. Bei dieser Aufgabe waren Hunde und Wölfe
in etwas gleich gut, die Wölfe hatten also beim ersten Test die Hinweise der
Trainer tatsächlich nicht verstanden.

Schließlich führten die Forscher den Test auch mit 32 Hundewelpen im Alter
von neun bis 26 Wochen durch. EInige von ihnen waren in Familien
aufgewachsen, andere hatten bisher kaum Kontakt zu Menschen. Dennoch war auch
hier bei allen Hunden das Kommunikationstalent gleich gut ausgebildet, und
sie fanden fast immer den Behälter mit dem Futter.

Damit konnten die Wissenschaftler beweisen, dass die Fähigkeit zur sozialen
Interaktion nich tdurch Kontakt zum Menschen im Laufe eines Hundelebens
erlernt wird. Da sie auch beim Wolf nicht in diesem Maße vorhandne ist,
spielt auch die Verwandschaf tzwischen Hund und Wolf keinerlei Rolle.

Folglich müssen Hunde ihre Fähigkeiten zur sozialen Kommunikation mit
Menschen erst während ihres langen Domestikationsprozesses erworben haben.
Brian Hare, der Leiter der Studie, vermutet, dass Hunde tatsächlich direkt
nach dieser Fähigkeit, das Verhalten eines Menschen zu dueten, ausgewählt und
gezüchtet wurden.

"Wir sind sicher, dass im Verlauf der Domestizierung einige sozial-kognitive
Fähigkeiten der Hunde - in den Grenzen ihrer Art - mit denen des Menschen
gewissermaßen 'verschmolzen' sind in einen Prozess der Kulturalisierung. Dies
ist in geisser Hinsicht vergleichbar mit der Kulturalisierung, die man bei
Affen beobachten kann, die in der Gemeinschaf tmit Menschen aufwachsen",
erklärt Hare. Das bedeutet, dass zwar auch Schimpansen diese Fähigkeit vom
Menschen erlernen könne, bei Hunden ist sie inzwischen aber genetisch
festgelegt.

Hunde können sogar ihnen unbekannte Gesten richtig interpretieren und auch
schwierigere Tests bestehen. In einem Test beispielsweise zeigter der Trainer
auf den richtigen Behälter und ging gleichzeitig auf den falschen zu. Doch
die Hunde ließen sich selbst davon nicth täuschen und fandnenin den meisten
Fällen dennoch den Behälter mit der Belohnung.

Zwar haben jüngste Forschungsergebnisse gezeigt, dass Primaten über
ausgezeichnete visuelle Fähigkeiten verfügen, aber beim Versuch,
Kommunikationssignale von Menschen zu deuten, sind Hunde klar im Vorteil. Sie
können menschliche Inforamtion wesentlich flexibler umsezten als Primaten.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass Hunde Informationen mit Menschen teilen
und mit ihnen zusammenarbeiten. Schimpansen dagegen sind, wie Beobachtungen
gezeigt haben, Konkurrenztieren. Als solche denken sie, dass der Mensch mit
ihnen konkurriert, und verstehen nicht, dass dieser ihnen mit den Hinweisen
nur helfen will.

An der Studie nahmen übrigens neben vielen Mischlingen u.a. Border Collies,
Labradors, Pointer, Deutsche Schäferhunde, Schnauzer, Dackel, Irish Setter
und viele andere Rassen teil. Dennoch stellte Brian Hare keine Unterschiede
zwischen den einzlenen Rassen fest. Er bemängelte, dass über die
Wahrnehmungsunterschiede zwischen unterschiedlichen Hunderassen kaum etwas
bekannt sei. "Die Wissenschaft war in der Vergangenheit also nicht sonderlich
interssiert an Hunden und das ist einer der Gründe, warum wir so aufgeregt
sind, wir hoffen, dass das Interesse der Leute jetzt steigt", so Hare.

Das Max-Planck-Institut plant bereits, seine Forschung unter der Leitung von
Michael Tomasello fortzusetzen.

(Artikel von Sabine Gmeinwieser).

gef. in Partner Hund
 
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