Notfä(e)lle aus anderen Ländern

Klopfer

10 Jahre Mitglied
Hi @ all,

vorhin auf der Hundewiese war mal wieder eine dicke Diskussion in Gange:
"Warum holt man noch zusätzliche Notfälle aus Tierheimen oder Tötungsstationen aus anderen Ländern wenn hier im eigenen Land verdammt viele Notfälle/Tiere sitzen die nicht vermittelt werden/werden können?"

Ich hatte mich vorher nie wirklich damit beschäftigt, aber wenn ich mir die Tierheimseiten in den ganzen Tierheimen in .de ansehe, dann laufen die alle über. Ständig werden Pflegeplätze gesucht oder es heißt "die Pflegestellen/Tierheime sind voll".

Tierliebe und Tierschutz ist eine Sache in allen Ehren, aber wenn ich es nicht mal wirklich schaffe gegen die "Flut von Tieren" im eigenen Land zu kämpfen, was bewegt die Leute noch mehr Tiere aus anderen Ländern hier her zu schiffen?
Vorhin bekam ich eine Email, in der stand:
gibt es vielleicht irgendjemanden, der ev. katzen aus der tötungsdeponie in sopron holen würde?

ich habe in den letzten zwei wochen 35 katzen von dort geholt und ich kann einfach nicht mehr ich habe schön langsam keinen platz mehr und ich verschiebe schon andauernd die kastrationen, weil es sich einfach nicht mehr finanziell ausgeht

wenn der nächste anruf kommt, weiss ich nicht mehr was ich mit den katzen machen soll
Ich hoffe, ich kriege jetzt keinen auf den Deckel weil ich hier einfach mal die email zitiert habe...

Klar, ich persönlich bin auch gegen die Tötung von Tieren, aber wenn es nicht mehr geht dann geht es nicht mehr. Was passiert hier mit den ganzen Katzen, jedes Tierheim hier bittet und bettelt nach Spenden damit die Tiere durchgebracht werden können, auf der anderen Seite werden noch mehr hier her gebracht deren Vermittlung nicht garantiert werden kann. Und dann steht man wieder vor dem gleichen Problem.

Ich bin mir ziemlich uneins ob ich das gut finde, Tiere aus anderen Ländern einfach so hierher zu schaffen weil sie dort vielleicht keine Vermittlungschancen haben oder in einer Tötungsstation sitzen. Aber leider muss man dazu immer sagen "andere Länder, andere Sitten", so traurig es auch ist.
Auf der einen Seite bin ich entschieden gegen eine Tötung von Tieren wenn kein medizinischer Grund vorliegt, auf der anderen Seite sieht man immer mehr Menschen die sich damit schmücken, dass "der Hund stammt aus einer Tötungsstation" *stolz guck*
Hier gibt es genügend arme Nase die teilweise ihr ganzes Leben nichts anderes als das Tierheim kennengelernt haben und auch froh wären eine eigene Familie zu haben.

Wie denkt ihr über das Thema?

Bis denne,

eure Klopfer :D
 
Wie ich darüber denke?

Ich habe hier eine Katze aus Bali sitzen, die mit Sicherheit nicht mehr leben würde, hätte ich sie damals nicht mit nach Hause genommen. Sie wäre spätestens bei der Geburt der Welpen gestorben.
Nun leben sie und ihre Tochter mit unseren anderen 3 Katzen zusammen :)

Wir dürfen nicht an den eigenen Landesgrenzen aufhören uns für die Tiere einzusetzen.

watson
 
Mein Hund stammt auch aus den USA und würde wohl auch nicht mehr leben wenn ich mich nicht zu einer Kurzschlussreaktion hätte hinreissen lassen.

Die Sache geht ja auch nicht mal um 1 oder 2 Katzen oder Hunde, viel mehr ging es mir um das "gewerbsmässige" hierher holen was die email vorhin wunderbar unterstützt hat. Ich hole massen an Katzen hierher, habe kein Geld um sie kastrieren zu lassen weil ich umbedingt noch mehr retten wollte, und schon haben wir das Resultat: Noch mehr Katzen in den Tierheimen weil die Elterntiere gerettet werden sollten aber dann nicht kastriert werden konnten. Dabei sitzen in den Tierheimen wirklich extremst genug Katzen so dass für jeden etwas dabei ist.

Bis denne,

eure Klopfer :D
 
Für mich darf die Tierrettung nicht an der Landesgrenze aufhören ...
 
Ich muss zugeben, noch vor einiger Zeit habe ich auch so gedacht: Hier gibt's genug, warum kommen dann noch die Auslandshunde und nehmen "unseren" Hunden den Platz weg?

Irgendwann kam dann der Wechsel, ich kann ehrlich gesagt gar nicht genau erklären, wie und warum.

Die meisten Hunde in unseren deutschen Tierheim führen ein Leben wie im Himmel im vergleich zu den meisten Tieren in Spanien, Polen, Rumänien etc.

Ich denke auch, dass alle Tiere dieser Welt gleich viel Wert sind und man nicht einfach sagen kann: "Die sterben zwar nach 21 Tagen in Spanien's Tötungsstationen, aber was soll's - ist eben Spanien" vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hunde hier dann ein schönes Leben führen können...

Und ich denke mittlerweile auch nicht mehr, dass ein "Auslandshund" einem "deutschen Hund" einen Platz "weg nimmt"...denn es hat ja schließlich auch eine arme Socke aus irgendeinem Tierschutz ein neues Zuhause bekommen - ob nun aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal - egal ;)

Ein Hund ist ein Hund - und kein Staatsangehöriger
Eine Katze ist eine Katze - egal aus welchem Land

Ich kann's nicht wirklich erklären, ich glaube da gibt's hier Leute, die das besser können als ich ;)

edit:
Man könnte das ganze dann ja theoretisch auch weiter spinnen: Dürfen beispielsweise in NRWs TH nur noch Hunde aus NRW? Und noch weiter: Im TH der Stadt xy, dürfen da nur noch Hunde hingebracht werden, die auch aus dieser Stadt stammen?
 
Hi!
Ich persönlich habe nichts gegen Auslandstierschutz, allerdings bin ich gegen diese ganze Herkarrerei von herrenlosen Tieren. Man täte deutlich mehr Gutes und würde das Problem an der Wurzel packen, wenn man sich auf Kastrationsaktionen und vor allem Öffentlichkeitsarbeit in der Bevölkerung konzentrieren würde, anstatt das Elend einfach nur hierher zu verlagern. Was nützt es, wenn ich permanent Tiere aus den Tötungslagern herhole, wenn dafür die nächsten 10 Strassenhündinnen schon gedeckt sind und so weiter für eine nicht endende Tierschwemme sorgen? Den dortigen Behörden wird es so denkbar einfach gemacht, nicht nur, dass sie sich nicht um die Tiere in den Tötungsstationen kümmern müssen, sie müssen für deren "Entsorgung" noch nicht mal was bezahlen. Zumal durch die permanente Einfuhr von Tieren das Elend hier auch nicht gemindert wird. Auch in unseren Tierheimen sitzen schlimme Schicksale, manche Tiere müssen ihr ganzes Leben dort verbringen. Aber wenn ich dann beim Gassi Leute treffen, die ausschliesslich Tiere aus dem Süden nehmen, weil die Tiere da ja so arm dran sind, aber bei der Frage, ob sie denn Tierärzte ohne Grenzen vielleicht finanziell unterstützen wollen, nur entgeistert schauen und sagen, sie würden grundsätzlich nicht spenden, dann greif ich mir an den Kopf.
Ein weiterer Punkt, der gerne verschwiegen wird, sind die netten Krankheiten, die Tiere aus südlichen Ländern mitbringen können, habe ich selbst schon mehrfach im Freundeskreis erlebtWenn man schon diese Tiere hierher vermittelt, dann sollte so etwas dann auch nicht schön geredet werden.
Also nochmal zusammengefasst: Auslandstierschutz ist klasse, solange er durchdacht ist und das dort bestehende Problem an der Wurzel packt.
 
@claudia - besser kann man es nicht ausdrücken:

Ein Hund ist ein Hunde - und kein Staatsangehöriger
Eine Katze ist eine Katze -egal aus welchem Land
 
.....zusätzlich zum hier schon gesagten.....
nicht zuletzt holen DEUTSCHE TIERHEIME sich die süßen kleinbleibenden unterkniehohen Straßenköter/podencowadenbeißermixe;) EXTRA nach Deutschland....
Warum?
Weil die Kleinen gut weggehen (um nicht zu sagen wie warme Semmeln) und durch die Vermittlungsgebühr "Ladenhüter" wie alte Hunde und Listenhunde finanziert werden!
LG Katzenmama (mit 3 Inselkatzen - 2 Geschwister (eine schwerbehindert) die heute nicht mehr leben würden.....und eine die als reinrassige Siam als Finanzspritze importiert wurde)
Bzw. Finanzspritze trifft es auch nicht - es paßte halt - Katze mußte DRINGEND wegen "Ärgernis" vom Bungalow weggefangen werden.....und Flugpate war eh da......so kamen wir zu Sinasiamschatz......
 
Hallo! Das ist bei mir reine Herzenssache!! Meinen Lucky hab ich als Welpen in Istanbul gefunden. Mein Herz hat gesprochen, er ist zwar immer ein empfindliches "Hinkelchen" geblieben, aber ich hab es nie bereut.:) Jetzt ist er 11 Jahre und er ist einfach ein Goldstück.:D Meine Maya (leider im Jan. über die RBB:heul:) war aus Berlin. Meine kleine Mia, jetzt 3 1/2 Mon.:love:, kommt ursprl. aus Polen. Sie wühlt sich grade mit aller Kraft in mein Herz:). Also wenns mich erwischt, ist es ganz egal woher oder wo. :hallo:
 
Als ich auf der Suche nach einem Hund war habe ich tatsächlich zunächst in Hamburger Tierheimen geschaut.
Meine Erfahrungen dort waren ehrlich gesagt ziemlich übel....berufstätig? Sie bekommen keinen Hund, auch wenn Sie behaupten, dass der mit zur Arbeit kann usw.. Und DER Hund, bei dem mein Herz übersprang war auch einfach nicht dabei.

Jetzt habe ich Hunde aus Spanien und bin total glücklich mit ihnen.
Für mich hört Tierschutz nicht an der Landesgrenze auf, möchte Claudia voll zustimmen.

Wenn Tierschutz an der Landesgrenze aufhört (mit dem Argument, dass deutsche TH voll sitzen), dann müsste man noch viele andere Konsequenzen ziehen (die für mich unsinnig wären).
Z.B. - Keinen Hund vom Züchter, denn die TH sitzen ja voll, also erstmal da hin...
- Keine ausländischen Waren kaufen, denn viele deutsche Firmen machen pleite usw.

Wir leben in der EU!

Außerdem denke ich, dass Tierschutzarbeit und `Aufklärung´vor Ort angesichts der Einstellung vieler den Tieren gegenüber relativ zwecklos ist. Soweit ich weiß werden Tierschützer im Ausland eher belächelt und die Regierung hat null Interesse.

Wenn ich mir meine ehemalige Straßenhündin so anschaue, dann bin ich immer wieder froh, sie zu mir genommen zu haben. Aus einem misstrauischen, misshandelten, ängstlichen Nervenbündel ist ein fröhlicher, anhänglicher, verspielter Hund geworden - die gesamte Optik hat sich geändert! Was kann der Hund dafür, wo er geboren ist? Ich würde das immer wieder so machen.
Wenn ich einen Hund suche, dann gucke ich allgemein - d.h. in Deutschland UND im Ausland. Wo ich den Hund dann finde, ist eher Zufall. Meine früheren Hunde waren aus deutschen Tierheimen - damals hat man da noch einen Hund bekommen (obgleich man arbeitet und der Hund dort mit hin soll)...ist lange her.

LG Miriam
 
Klopfer schrieb:
was bewegt die Leute noch mehr Tiere aus anderen Ländern hier her zu schiffen?
Wenn Du diese Bilder siehst, weißt Du warum :(

BITTE DIE BILDER NUR ANGUCKEN, WENN KEINE KINDER ZUSEHEN!

Hunde in Perreras, in denen sie jämmerlich zu Grunde gehen, oder getötet werden, würde sie niemand retten und auch nach Deutschland holen:




Kettenhunde in ausländischen Tierheimen, die auch ohne uns keine Chance auf ein freies Leben hätten. Viele Hunde sterben an ihren Ketten, an denen sie jahrelang hingen.




Und @ Kkampfschlumpf:
Du kannst nicht einfach mal so die Bevölkerung aufklären, oder die Behörden wachrütteln.
Solche eine Arbeit dauert mehrere Jahre, die in den zweistelligen Bereich geht.
Und solange ein Land arm ist und ein großer Teil seiner Bevölkerung auch, Du dazu noch Behörden und die Presse hast, die korrupt sind ohne Ende, solange stößt Du weitestgehends auf taube Ohren.

Auch wir arbeiten mit deutschen Tierheimen zusammen, die Hunde von uns nehmen.
Warum tun sie das?
Einfach aus dem Tierschutzgedanken heraus, der bei diesen Leuten zum Glück nicht an der Grenze halt macht.
Wir karren keine Hunde her, sondern halten die Waage zwischen etlichen Notfällen, die in Polen im TH sterben würden, oftmals tierärztlich längst nicht ausreichend versorgt ( bis auf Impfungen und kleine Behandlungen) und Hunden, von denen die Tierheime hier meinen, sie gut vermitteln zu können, weil sie einfach nicht genug deutsche Hunde haben, nach denen die Leute hier fragen.
Plusgeschäfte kommen dabei selten raus.

Mir ist die Herkunft meiner Hunde sowas von egal, bellen tun sie alle gleich:)

Kampfschlumpf schrieb:
wenn man sich auf Kastrationsaktionen und vor allem Öffentlichkeitsarbeit in der Bevölkerung konzentrieren würde,

In einem Land wie Polen z.Bsp. laufen solche Aktionen fast immer ins Leere, denn dieses Land ist streng katholisch und kaum ein Pole lässt sein Tier kastrieren ( auch nicht für umsonst ), weil es gegen ihren Glauben und gegen ihr Verständnis zur Tierhaltung verstösst.
 
Hi!
scully schrieb:
@ Kkampfschlumpf:
Du kannst nicht einfach mal so die Bevölkerung aufklären, oder die Behörden wachrütteln.
Solche eine Arbeit dauert mehrere Jahre, die in den zweistelligen Bereich geht.
Und solange ein Land arm ist und ein großer Teil seiner Bevölkerung auch, Du dazu noch Behörden und die Presse hast, die korrupt sind ohne Ende, solange stößt Du weitestgehends auf taube Ohren.
[...]
In einem Land wie Polen z.Bsp. laufen solche Aktionen fast immer ins Leere, denn dieses Land ist streng katholisch und kaum ein Pole lässt sein Tier kastrieren ( auch nicht für umsonst ), weil es gegen ihren Glauben und gegen ihr Verständnis zur Tierhaltung verstösst.
Und das ist ein Grund es gleich ganz zu lassen? Gerade da müsste Aufklärungsarbeit ansetzen. Zumal gerade bei den südländischen Strassenhunden sich zum Beispiel keiner drum schert, ob da Deutsche kommen und die Tiere kastrieren oder nicht.

Miramar schrieb:
Außerdem denke ich, dass Tierschutzarbeit und `Aufklärung´vor Ort angesichts der Einstellung vieler den Tieren gegenüber relativ zwecklos ist. Soweit ich weiß werden Tierschützer im Ausland eher belächelt und die Regierung hat null Interesse.
Mit der Einstellung kann man die Aufklärungsarbeit hierzulande bezüglich SoKas auch bleiben lassen.
Alle Tiere aus anderen Ländern zu retten geht nicht. Für die Einzelschicksale ist es zwar schön, gerettet zu werden, aber an der Situation wird sich so nichts ändern. Das ist als ob ich permanent Kinder aus einem Brunnen retten würde, anstatt ihn endlich mal abzudecken.
 
Tierschutz hört nicht an der Landesgrenze auf.
Wenn man mal gesehen hat, wie dreckig es den Tieren in den anderen Ländern geht, dann kann man davor nicht die Augen verschließen.
Scullys Bilder sprechen für sich :(
Bis in solchen Ländern ein Umdenken in dieser Beziehung anfängt dauert Jahre, wenn nicht sogar Generationen.
Sollen wir solange die Tiere dort verrecken lassen? Sicherlich nicht.

Wir nehmen immer Auslandshunde bei uns im Tierheim auf wenn wir Platz haben.
Das sind meistens süße, niedliche und hübsche Mischlingshunde, die wirklich weggehen wie die warmen Semmeln.
Die meisten sind klein bis mittelgroß und gut verträglich. Selbst die großen, hübschen Mischlinge gehen schneller weg als z. Bsp. ein gleich großer Schäferhund o. ä.
Sowas wird immer gesucht.
Jedes Dippsche find sein Deckelsche - sagen wir dazu.

Wir werden auch weiterhin helfen, das Elend in den anderen Ländern zu verringern.

Es gibt dazu auch einen passende Kurzgeschichte:

Der Seestern
Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand entlang ging, sah er vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und ins Meer warf. Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er das denn tue. Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden, wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben. "Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang und tausende Seesterne liegen hier", erwiderte der Alte. "Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du dich abmühst?"
Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die rettenden Wellen.
Dann meinte er: "Für diesen hier macht es einen Unterschied!"
 
Ich denke, wenn wir den Standard deutscher Tierheime auch im Ausland haben (oder noch besser), ist es nicht mehr notwendig Tiere aus dem Ausland zu retten. Denn dann hat sich die Einstellung der Regierungen und der Bevölkerung zu den Tieren geändert. Bis dahin ist es aber noch ein sehr weiter Weg.

LG Tina
 
Als einer der "Täter" möchte ich mich auch zu dem Thema äußern. Vieles ist bereits gesagt aber Midivi´s Schlußsatz bringt es auf den Punkt: "Für diesen hier macht es einen Unterschied".

Dem Elend direkt ins Auge zu sehen und dort vor Ort direkt über Leben und Tod entscheiden zu müssen, ist keine einfache Angelegenheit. Immer in der Gewißheit, die nicht "Auserwählten" beim nächsten Besuch nicht mehr vorzufinden...

Gerade deshalb ist jeder einzelne Tropfen Hilfe so wichtig! Etwas gravierend zu ändern dauert Generationen. Hier ist Geduld und Ausdauer gefragt und nicht blinder Aktionismus. Hilfe zur Selbsthilfe muss der Weg sein. Das heißt aber auch, Hunde nach Deutschland zu holen. Deutschlands Touristen sind ein Wirtschaftsfaktor in der Welt. Wenn man hier dieses Bewußtsein schärft und die Leute direkt auf die Probleme in ihren Urlaubsländern hinweist, steigen die Chancen etwas zu ändern. Jeder Hund aus dem Ausland ist auch ein Repräsentant des dortigen Elends.

Gruß
Jens
 
Der Auslands-Tierschutz ist keine Konkurrenz zum Tierschutz hier, viele Organisationen arbeiten übergreifend zusammen.

Die meisten Tierfreunde , die ich kenne, engagieren sich sowohl hier wie auch dort. Die meisten "Meckerer" die ich kenne (die meisten,nicht alle!), sind eher uninformiert und engagieren sich gar nicht. Die wollen auch gar nicht zuhören, sondern nur ihre Meinung loswerden und die ist: "das tut doch nicht Not".
Meint aber jemand,seine Aufgabe liegt nicht im (Auslands-)Tierschutz und er engagiert sich hier sinnvoll...Dann bitte, nur zu.

Eine Arbeitskollegin von mir engagiert sich z.B. sehr für Unicef...noch NIE hat die mir vorgeworfen, dass ich mein Handeln eher im Tierschutz sehe...Wie ich, ist sie der Meinung...jeder tut was er kann...und wenn dabei jeder nur ein ganz kleines bisschen über den eigenen Tellerrand hinaus schaut, wird unsere Welt vielleicht ein kleines Stückchen besser.

Die Kollegen aber, die in der Regel gar nix tun, die erzählen dann gerne lang und schmutzig,was "wir anderen" doch besser tun könnten...:unsicher:



Wie mehrfach erwähnt, erreicht man ein Umdenken in der Bevölkerung nicht von heute auf morgen...das dauert Jahre /Jahrzehnte und "man" muss da auch sensibel rangehen und nicht mit der Brechstange...sonst machen die nämlich "zu" und schicken die (deutschen) Tierfreunde zum Teufel.
Sobald man einen Kontakt, ein Vertrauensverhältnis zum Th "drüben" (also irgendwoe im Ausland) aufgebaut hat...nähert man sich erstmal den Mitarbeitern/Ehrenamtlichen dort...sucht und findet (hoffentlich) gemeinsame Ziele...über die kann man dann langsam und sensibel in die Öffentlichkeit gehen...Viele Auslandsorgas, die ich kenne, setzen da dann vor allem bei der ganz jungen Generation an: Schulen...(zusätzlich zur Aufklärungsarbeit an öffentlichen Plätzen, wo man Einheimische UND Touristen erreicht, zusätzlich zur Hilfe bei der Materialbeschaffung um z.B. Zwingeranlagen zu vergrössern, zusätzlich zur Unterstützung bei der Tierfutterbeschaffung, zusätzlich zu ersten Kastationsmassnahmen usw.)

Diese beschriebene Situation dauert schon ne kleine Ewigkeit...denn nur weil ich als deutsche in XY auftauche und sage: "Hey, ich will gern helfen"....klatschen die noch lange nicht in die Hände und sagen: "Super, dann lass uns mal kastrieren!"
Das Tier hat da so einen untergeordenten Stellenwert...und bisher liefs doch "einwandfrei" mit den Tötungsstationen...warum sollte man daran also was ändern? Ja...weils grausam ist natürlich! Aber diese "Erkenntnis" kann ich nicht einhämmern...die muss selbst "entstehen".

In Schulen, bei Kindern und Jugendlichen,einzelnen Einheimischen und ner Handvoll Touristen passiert und greift die Aufklärung, das Umdenken, wenn die uns dann unterstützen und ebenfalls weiter mitaufklären, ist wieder ein kleiner Schritt auf den langen Weg getan
...zeitgleich mit Aufklärungsarbeit "im ganzen Land"...freundschaftlich...nicht besser-wisserisch missionierend...angelehnte Türen vorsichtig weiter öffnen und nicht rücksichtslos aufstossen, ohne zu wissen,wer dahinter steht....

Natürlich ist das Rüberholen von Tieren (vorübergehend und leider sicher noch viele Jahre nötig ), "nur" eine Bekämpfung von Symptomen...aber ebenso wenig wie alle Tiere eines Landes retten kann, kann ich alle Tiere eines Landes auf einmal kastrieren. Oder alle Menschen eines Landes von heut auf morgen zum Umdenken zwingen.Auch bei schweren Krankheiten muss man manchmal erst Symptome bekämpfen, bevor man überhaupt an des Wurzels-Übel kommt...

Mir ist es persönlich herzlich egal...welche Nationalität mein Tierfreund hat.
 
Natürlich darf Tierschutz nicht an der eigenen Landesgrenze aufhören aber was passiert dann mit den Tieren in unseren Tierheimen???
Für jedes aus dem Ausland geholtem Tier sinkt doch die Vermittlungschance unserer Heimischen TH Insassen.
Man muss vor Ort beginnen den Tierschutz aufzubauen und die Menschen für das Elend der Tiere zu sensibilisieren.
Das geht natürlich nicht von Heut auf Morgen,aber das bringt meiner Meinung nach mehr und ist nicht so kostenintensiv.
Ich denke mit Futterspenden und Kastration ist der Anfang schon gemacht.
LG Lilo und Lotte
 
Rübenfresser schrieb:
Natürlich darf Tierschutz nicht an der eigenen Landesgrenze aufhören aber was passiert dann mit den Tieren in unseren Tierheimen???
Für jedes aus dem Ausland geholtem Tier sinkt doch die Vermittlungschance unserer Heimischen TH Insassen.
Man muss vor Ort beginnen den Tierschutz aufzubauen und die Menschen für das Elend der Tiere zu sensibilisieren.
Das geht natürlich nicht von Heut auf Morgen,aber das bringt meiner Meinung nach mehr und ist nicht so kostenintensiv.
Ich denke mit Futterspenden und Kastration ist der Anfang schon gemacht.
LG Lilo und Lotte
Hi Rübi;)
wie schon gesagt ist es aber oft so das die großen Hunde ein Ladenhüter sind.
Sei es, weil sie groß und schwarz sind, weil sie ein Listenhund sind, weil sie alt sind, weil sie krank sind, weil sie verhaltensauffällig sind, weil sie nicht hübsch genug sind.......
Diese Hunde verursachen aber Kosten (Tierarzt, Futter).
Viele Menschen wollen aber einen süßen jungen Wadenkneifer haben.
In deutschen Tierheimen meist Mangelware weil sie gesucht sind wie warme Semmeln.
Nun nimmt ein deutsches Tierheim z.B. 20 süße Wadenkneifer aus der Tötungsstation in Spanien.....
Ruckzuck sind die weg;)
So.....nun rechen mal......20 mal 150???? € (was kostet heutzutage ein Hund im Tierheim???)
Macht in Summe 3000€........von diesem Geld können widerum die Ladenhüter die keiner will finaziert werden.....
LG Katzenmama
(als ich Tim aus dem TH holte war er in einer frischen "Lieferung" bestehend aus ca. 30 gleichaussehenden Hunden im Großzwinger dabei)
 
Rübenfresser schrieb:
Für jedes aus dem Ausland geholtem Tier sinkt doch die Vermittlungschance unserer Heimischen TH Insassen.
Das tut sie eben nicht, denn angenommen, Du gehst in etliche TH, weil Du einen kleinen, tricolorfarbenen Mix suchst, der nicht älter als 5 jahre sein soll. In all den TH, die Du abklapperst, sitzt so ein Hund aber nicht.. und auch keiner, der sonst Dein Herz erobert hat.
Im letzten TH, das Du besuchst, sitzt er - der Hund, zu dem Du ja sagst.

Tja, dieser Hund kommt aber aus dem Ausland. Lässt Du ihn da?
Du hättest auch keinen anderen Hund genommen aus den Tierheimen, die Du vorher besucht hast, weil einfach keiner davon passte.

Wieso also sinkt die Vermittlungschance von den anderen Hunden, wenn er rauskommt?

oder anders:
Du erfährst gar nicht, das Dein neuer Freund aus dem Ausland ist, denn er sitzt da schon 1 Jahr und für die TH-leute ist es nicht wichtig, Dir das mitzuteilen.
Dann hast Du den Hund zu Hause, bist glücklich und der Meinung, einem deutschen Hund geholfen zu haben;)
 
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