Meine Mama ist tot

  • asta453
Am 11.7.11 also vor kaum mehr als 3 Monaten hab ich meine Mama verloren.
Angefangen hat die ganze Misere schon 2006. Da bekam sie Brustkrebs diagnostiziert. Sie kam ins Krankenhaus und wurde operiert. Nach ungefähr ner Woche wurde sie entlassen und alles war prima. Sie hat eine Antihormontherapie gemacht. Chemo wollte sie nicht, war auch nicht zwingend notwendig. Es ging ihr wirklich wunderbar, und eigentlich hatte sie ja gar nicht wirklich Bk, sondern nur einen Knoten in der Brust. Dieser wurde entfernt, dann war alles supi. Sie hat ihr Leben geführt, wie bisher auch. Aber dann im vergangenen Jahr bekam sie starke Schmerzen in der linken Schulter und konnte den Arm schlecht bewegen. Man hat das Frozen Shoulder Syndrome festgestellt und sie mit Ultraschall behandelt, doch es half nicht und es wurde immer schlimmer. Dieses Jahr hat sie dann auch noch stark abgenommen. Im März hatte sie auch starke Rückenschmerzen und deshalb viel im Bett gelegen, was natürlich falsch war. Davon hatte sie auch Liegeschwielen gekriegt. Aber nachdem meine Schwester ihr eingetrichtert hat, dass sie nicht so viel liegen soll, wodurch sie auch recht schwach wurde, weil ja die Muskeln sich abbauten, hat sie dann auch weniger gelegen, es ging ihr wieder besser, sie war wieder besser drauf und auch die Liegeschwielen gingen weg. Nur leider hat sie eben viel Gewicht verloren. Sie hatte auch oftmals keinen Hunger, was sicherlich ein Grund für ihren Gewichtsverlust war. Im Mai war es wohl( ich wohn ja nicht mehr zu Hause, weshalb ich das nicht so genau sagen kann), da fing der linke Arm an, anzuschwellen. Sie hatte ein Lymphödem im Arm. Und natürlich hatte sie starke Schmerzen im gesamten Arm. Sie ist Ende Juni, also eigentlich viel zu spät, endlich in ein KH gekommen. Wir( meine Schwester u. ich) haben unseren Eltern immer gesagt gehabt, schon seit März, dass, wenn es Mama nicht bald besser geht, sie nen Arzt rufen müssen. Nur war dieser oft nicht zu erreichen. Stur wie die zwei immer waren, wenn es um Ärzte ging, wollten sie auch keinen anderen, als ihren eigenen Hausarzt, weil sie mit den anderen AÄ im Ort schlechte Erfahrungen gemacht hatten(Sie leb[t]en in einer Kleinstadt, da gibt es ja eh nicht so viele Ärzte...). Das Schlimme war, dass es Mama im KH schlechter statt besser ging. Dort hat sie noch mehr abgebaut, als daheim. Hätten wir sie nur in ein anderes Kh mit fähigeren Ärzten einliefern lassen...
Nach kaum mehr als einer Woche(!), also viel zu früh, wurde sie wieder entlassen. Wir(Papa und ich) haben sie dann daheim gepflegt. Sie war ja aufgrund der Tatsache, dass sie so schwach war und außerdem nur noch ihren rechten Arm bewegen konnte( und das auch nur bedingt), zum Pflegefall geworden. Es waren 4 anstrengende Tage. Dann war ich der Meinung- am Donnerstag- es wäre ja keine schlechte Idee, sich mal eine zweite Meinung einzuholen. So kam sie dann am nächsten Tag in ein anderes KH. Am Samstag bekamen wir einen Anruf, dass es Mama schlechter ginge. Wir haben uns nichts weiter dabei gedacht, denn man hatte schon am Freitag mit einer Schmerztherapie begonnen und solche starken Schmerzmedis können ja schon mal dafür sorgen, dass es einem etwas schlechter geht. Wir( Papa, meine Schwester, mein Schwager und ich) waren am 10.7. im Kh, sie besuchen. Sie sah schrecklich aus. War sehr schwach und stark benommen durch die starken Medis. Konnte kaum deutlich sprechen und hat viel geschlafen. Die Chefärztin sagte uns noch, dass man für die nächsten paar Tage noch einige Untersuchungen geplant hatte und sie am nächsten Tag auf die Palliativ verlegen wollte, zwecks besserer Versorgung in Sachen Schmerztherapie. Wir oder vielmehr meine Schwester hat sie dann nochmal gefüttert, dann sind wir wieder nach Hause gefahren. Ich sagte an dem Tag noch zu meiner Schwester, dass ich befürchtete, dass Mama wohl nicht einmal meinen Geburtstag noch miterleben würde, ausgerechnet den 21. Hätte ich bloß meinen Schnabel gehalten...
Ich bin am Morgen des 11. nach Hause zurückgefahren. Kurz nach 15:00 Uhr erhielt ich einen Anruf von meiner Schwester. Sie sagte nur: "Wir holen dich jetzt ab, Mama ist tot." Zuerst war ich so schockiert, dass ich nicht einmal weinen konnte, doch als ich dann mit meinem Freund telefoniert hatte, hab ich dann richtig realisiert, dass Mama wirklich tot war und geheult wie ein Schlosshund. Auf der Fahrt zum KH, über Papa, um ihn abzuholen, erzählte mir meine Schwester, sie habe jemanden von der Krisenhilfe zu ihm geschickt, denn wie sie sagte, war er, als sie es ihm am Telefon erzählte, zusammengebrochen. Als wir dann bei ihm ankamen, ging es ihm doch wieder einigermaßen gut und ich war diejenige, die ständig am heulen war. Und die ganzen Beileidsbekundungen fand ich auch ganz schlimm. Ständig musste ich von neuem weinen, denn jedes mal hat mir das deutlich gemacht, dass es tatsächlich so ist, dass Mama wirklich tot ist. Als wir dann nochmal im KH ankamen, um sie ein letztes Mal zu sehen, war sie schon seit mehr als 6h tot, denn sie war gegen 12 verstorben und wir waren erst nach um 6 angekommen. Sie sah so friedlich aus und eigentlich sogar besser, als noch am Vortag, keine Falten und auch sonst sah sie super aus. Man hätte meinen können, sie würde nur schlafen. Die ganze Zeit sah ich sie an, in der Hoffnung, dass sie vielleicht doch noch atmen, nur schlafen würde. Doch das tat sie nicht. So standen wir also alle um ihr Bett herum und fingen einer nach dem anderen an zu heulen. Es war so schrecklich. Ich werde diesen Anblick wohl nie vergessen. Damals 2006 hat man ihr mehr Lymphknoten entfernt, als notwendig. Der Knoten war in gesundem Gewebe, also hätte man nicht mehr entfernen müssen. Man hat es aber trotzdem getan. Dadurch waren die Lymphdrüsen auf der anderen Seite überfordert gewesen, wodurch das Lymphödem entstand. Dieses Mal hatte der Krebs leider auch Metastasen gebildet. Und höchstwahrscheinlich hatte sie auch Lymphdrüsenkrebs. Da man das alles aber nicht rechtzeitig festgestellt hatte, sie hatte ja außer den Armschmerzen nie Beschwerden, konnte sie auch nicht rechtzeitig behandelt werden. Und zu allem Überfluss war ihr Krebs dieses Mal im Endstadium. Er hat sie von inne zerfressen. So kann man im Nachhinein wohl sagen, dass die Ärzte, die Mama damals operiert hatten schuld daran sind, dass sie nicht mehr lebt. Sie war doch erst 55. Sie fehlt mir so sehr! Ich wünschte, ich würde eines Tages aufwachen und feststellen, dass das alles nur ein böser Alptraum war. Leider ist dies bisher nicht passiert und es wird auch nie passieren. Wieso kann denn nicht alles sein wie früher? Ich kann es einfach immer noch nicht glauben und ich weigere mich regelrecht, das zu glauben, auch wenn ich es mit eigenen Augen gesehen hab, dass sie tot ist. Es war immer selbstverständlich für mich, dass Mama da ist, dass ich mit ihr reden kann, etc. Doch jetzt ist das alles vorbei. Aber warum schon jetzt? Warum konnte sie nicht noch länger leben? Sie wollte so gern wenigstens 80 werden und jetzt kann sie nicht einmal 60 werden. :heul::heul::heul:
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi asta453 :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
  • Biefelchen
Mein Beileid
Das tut mir so leid:(:knuddel:

Ich hab vor einiger Zeit meine Freundin an Krebs verloren,
wir haben sie zuhause mit mehren Freunden gepflegt,
und es war uns Furchtbar nichts gegen den Krebs tun zu können Hildgard ist nur 54Jahre geworden:(und hat ihre 20jährige Tochter Steffi und Ihren hilflosen Mann zurückgelassen:(

Ich wünsche Dir alles gute und sprich über sie wann immer Dir danach ist
das hilft:knuddel:
 
  • Sugars-Mami
Mein Beileid :knuddel:

Ich mache das gerade mit meiner besten Freundin mit, ihre Oma hat Krebs. Die erste Chemo hat ganz gut angeschlagen nun hoffen wir das es vielleicht doch etwas besser wird.

Ich kenne das Gefühl der leere verdammt gut :heul: Ich habe innerhalb eines Jahres 3 wichtige Menschen und meinen Hund verloren. Irgendwann ist man einfach am Ende wenn man noch nicht mal den ersten überwunden hat. Da hilft nur die Zeit und das dauert verdammt lange. Das ganze ist jetzt 5 Jahre her aber es tut noch genauso weh wie am ersten Tag. Ich habe damals den für mich wichtigsten Menschen auf Erden verloren. Man nahm mir meine Oma einfach so ohne vorwahrnung. Sie war am Tag zuvor noch Top fit und dann das. Mit Opa hätten wir gerechnet, er war schon lange ein Pflegefall. Dieser ging erst auf den Tag genau von Oma 3 Monate später. Oma musste wohl erst vorraus gehen damit er endlich los lassen kann. Mein Hund folgte ihnen nicht lange danach. Ein paar Monate später entschied sich die Freundin meines Vaters ihr Leben selbst zu beenden. Warum wissen wir bis heute nicht genau.

So sehr wie diese Ereignisse weh getan haben aber ich habe daraus gelernt jeden moment mit einem Menschen zu genießen und sich nicht hängen zu lassen, denn das hätten unsere verstorbenen mit sicherheit nicht gewollt.
 
  • Pommel
Es tut mir so leid für Dich, Deinen Vater udn Deine Schwester und ich hoffe, dass Du die Erlebnisse eines Tages wirst verarbeiten können :knuddel:
 
  • peggo
es tut mir sehr leid :(
:knuddel:
ich wünsche euch die Kraft dass alles gut zu verarbeiten!
Eine Mama stirbt immer zu früh :heul:
 
  • Meike
Mein Beileid. Auch ich wünsche dir viel Kraft, ich denke die Mutter und die eigenen Kinder sind das wichtigste was man hat, diese zu verlieren ist das Schlimmste was es gibt. :(
 
  • Babel
Das tut mir fuchtbar leid für dich und deine Familie!

Ich weiß wie du dich fühlst,und das keine Worte trösten können.Wenn du darüber reden kannst mach es zu jederzeit den es hilft ein wenig!

Als ich meine Mama durch Krebs furchtbar schnell und chancenlos verloren habe konnte und wollte ich nicht reden,und suchte nur Schuldige und machte mir selbst und meinen Lieben das Leben zur Hölle!
 
  • Bostonbully
Hallo....ich fühle mit dir...hatte so ziemlich das gleiche Schicksal...meine Mamasita (so hab ich sie immer genannt) war zwar schon in Frührente aufgrund von Bandscheibenvorfall...aber ansonsten super drauf...

...im Frühjahr 2005 schmerzte ihre Hüfte aus unerklärlichen Gründen...natürlich geht man nicht zum Arzt weil das gibt sich ja wieder...es gab sich trotz Schmerzspritzen und allem anderen nicht...ich musste ihr sogar drohen das ich sie vor der Haustür mit dem Sanitäter abholen lasse wenn sie jetzt nicht mit mir freiwillig in KH fährt...also ergab sie sich ihrem Schicksal und ich brachte sie ins KH zur Abklärung...

...am selben Abend teilte man mir mit das die Hüfte gebrochen sei:verwirrt:....wie auch immer das passiert sein sollte...am 2. Tag als ich sie besuchen kam hielt mich der Arzt im Gang auf und erklärte mir mal so nebenbei das man auch noch Lungenkrebs im Endstadium festgestellt hatte...keine Möglichkeit auf Heilung mehr

Das war im Juli 2005...es war so schwer zu sehen das sie unbedingt noch eine Chemo wollte und ich hab es auch nicht übers Herz gebracht ihr zu sagen das es sinnlos ist..wie kann man auch...meine Mutter hatte ein Kampfgewicht von 105 Kilo auf eine Grösse von 160 cm....sie starb im Januar 2006...ein halbes Jahr später mit 43 Kilo...jeder kann sich vorstellen wie schwer es ist diesen Verfall mit anzusehen und zu sehen wie sie immer wieder Hoffnung hatte obwohl man selbst wusste es gibt kein gutes Ende...

An einem Wochende als mein Sohn einen Snowboardkurs hatte habe ich Sie in ein sehr gutes KH gebracht da sie immer wieder schon Erstickungsanfälle hatte und ich einfach zu weit weg war um sofort zu helfen....ihr Zustand war so weit stabil und am Montag wollte ich sie wieder abholen...

...im KH hatte sie mich schon so komisch angesehen...anders als sonst.....3 Stunden später kam ein Anruf ich sollte doch bitte kommen ihr würde es nicht gut gehen....ich rannte wie bessessen auf den Parkplatz....da kam der 2. Anruft *Tut mir leid...ihre Mutter ist soeben gestorben*

Ich hatte meiner Mamasita immer versprochen sie darf zuhause gehen...und nun so etwas...ich mache mir heute noch Vorwürfe....auf der anderen Seite glaube ich daran das Menschen in so einem Stadium auch in der Lage sind zu gehen wenn sie es für richtig halten....ich hätte mir trotzdem gewünscht das uns mehr als 6 Monate geblieben wären...

...sie war auch gerade erst 58 Jahre....viel zu früh:heul:
 
  • DoGie
Mein Beileid! :(
 
  • kaukase
:( Mein Beileid.
 
  • akebono
Mein aufrichtiges Beileid.

Dagmar
 
  • asta453
Vielen Dank für die lieben Worte.
Weihnachten wird seltsam werden ohne Mama. Es war ja auch so selbstverständlich für mich, dass sie da ist und nun soll das alles vorbei sein?


Etwas positives gibt es zum Glück auch, ich bin seit kurzem Tante. Für Papa ist das auch eine gute Ablenkung und die Kleine mag den Opa auch schon ganz gern. Sie wird jetzt am 27. neun Monate. Ich hab am vergangenen WE meine Schwester u. meinen Schwager besucht, die kleine ist echt herzig.:love: Seit Montag kann sie sich sogar schon ganz alleine aufsetzen. Leider trinkt sie nicht so viel, wie sie sollte. Am Besten kriegt man sie zum trinken, wenn sie liegt. Dann dreht sie aber völlig ab- für sie ist das wie ein Spiel.:rolleyes:
 
  • lektoratte
Asta, es tut mir sehr leid für dich.

Und peggo hat Recht: Eine Mama stirbt immer zu früh.

Meine Oma ist vor zwei Jahren nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 95 Jahren verstorben. Wobei sie bis zum Schluss geistig aber ziemlich fit war.
Und meine Tante sagte auf der Beerdigung genau dasselbe wie du: "Aber wieso nur jetzt schon???"

Es ist einfach so. Da bleibt eine viel zu große Lücke. Und wenn es so schnell so schlimm wird wie bei euch, erst Recht.

Ich wünsche Dir alles Liebe.
 
  • ThegoldenGirl
Ohje...
Ich hoffe,dass du irgendwann über diese grausamen Erlebnisse einigermaßen hinweg kommst...
Es muss echt die Hölle sein:(:(
Es ist IMMER zu früh,ganz viel Kraft für dich und deine Familie.
Fühl dich mal ganz dolle gedrückt und verstanden..
 
  • Zaubermaus
das tut mir leid.

so viele traurige schicksale...
 
  • Nebelfee
Ich fühle mit Dir,

ich war 12, als meine Mama mit 37 Jahren ebenfalls an Krebs verstarb.

So richtig verkraftet man das nie. Ich träume manchmal heute noch, dass sie lebt und dann wünscht man sich einfach nach dem Aufwachen nur, wieder einzuschlafen.

Man fragt sich warum das alles passiert, aber letzten Endes sind wir eben nur sterbliche Bewohner dieser Erde und müssen alle gehen, die einen früher, die anderen später.

Nutze die Zeit jetzt, um mit Deiner Familie zu trauern. Sprich mit Deinen Eltern und Freunden und behaltet sie in guter Erinnerung.

Ich wünschte ich hätte noch mehr :(
 
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