Mein nächster Tierschutzhund soll...

Auswahlkriterien für einen Hund aus dem Tierschutz:

  • Kein Hund vom Tierschutz, ich hol mir einen vom Züchter!

    Stimmen: 6 9,1%
  • Wenn vom Tierschutz, dann nur einen ganz unbelasteten Welpen

    Stimmen: 1 1,5%
  • Der TS-Hund muss schon erzogen und darf nicht aggressiv sein

    Stimmen: 7 10,6%
  • Der TS-Hund darf unerzogen, aber nicht aggressiv oder gestört sein

    Stimmen: 38 57,6%
  • Der Hund darf gestört und aggressiv sein, ich krieg das schon irgendwie hin

    Stimmen: 11 16,7%
  • Ich suche mir extra die gestörten und aggressiven Hunde aus, ich komm ganz sicher damit klar

    Stimmen: 3 4,5%

  • Umfrageteilnehmer
    66
  • tessa
Hi.

Mich würde mal interessieren, ob Ihr bei der Auswahl Eures nächsten Hundes darauf achten würdet, dass er bestimmte Eigenschaften hat oder nicht hat.

Ist vielleicht etwas konfus formuliert, ich versuche mal eine Erklärung:

Bislang hatte (habe) ich 4 eigene Dobermänner und einen Dobi für 1 Jahr in Pflege.
Davon waren/sind 2 vom Tierschutz, 2 Secondhand aus schlechter Haltung und 1 vom Züchter.

Die beiden Tierschutzhunde waren/sind Problemhunde, die beiden Secondhandhunde waren/sind ebenfalls Problemhunde. Ich habe mich aber immer sehr spontan für die Hunde entschieden und evtl. Probleme nie zum Entscheidungskriterium gemacht (teils auch, weil ich gar nicht wusste, dass diese Hunde Problemhunde sind).

Größtes Problem war definitiv Aggressionsverhalten und zwar vorrangig gegen Artgenossen aber auch teils gegen Menschen.

Mein erster Dobi vom Tierschutz hatte einen vollkommen übersteigerten Schutztrieb, er hat jeden gebissen, der mir zu nahe kam (u.a. meinen Bruder, meine Mutter, deren Freund und den Vater und die Mutter meiner Freundin) - da reichte ein freundschaftliches Schulterklopfen oder ein liebes In-den-Arm-nehmen und schon hang der Hund drin. Das war bis zu seinem Tod mit 15 Jahren nicht aus ihm raus zu kriegen. Und verträglich mit Rüden war er erst ab dem 11. Lebensjahr, davor hat er sich ein paar Mal heftig gebissen.
Bei meiner damaligen Pflegehündin (Secondhand) hat auch nix geholfen, nur eine Vermittlung mitten in die Pampas weit weg von anderen Lebewesen. Die hat alles gebissen was zwei oder vier Beine hatte, die war wie rasend nur beim Anblick anderer Hunde und die ist ohne jegliche Vorzeichen Menschen angegangen. Die war nur mit kurzer Leine und MK zu händeln.
Gottseidank war das vor der Hundeverordnung und es kam nie zu einer Anzeige.
Bei Yembi (Secondhand)muss man bei Kindern immer aufpassen, sie würde ohne Weiteres zuschnappen, wenn sie sich bedrängt fühlt. Außerdem hat die Resozialisierung der Artgenossenaggression keinen Erfolg gebracht, trotz 5 Jahre lang 3 x wöchentlich Hundeplatz, verschiedene Hundeschulen, Trainer, Raufergruppe etc. pp.
Auch Jago (Tierschutz) ist nicht ohne. Auch er hat schon gebissen (meinen Bruder), auch bei ihm muss man in gewissen Situationen aufpassen und schnell handeln, um Schlimmeres zu vermeiden (z.B. wenn ihn jemand fixiert, anspricht und sich über ihn beugt) und unkastrierte Rüden und Katzen würde er am liebsten fressen.
Es hat über ein Jahr gedauert, bis er meine Katzen so einigermaßen akzeptiert hat - so vollkomen zufriedenstellend hat das bis heute nicht geklappt. Jede fremde Katze ist essbar.

Nur mein Trux, den ich als Welpe vom Züchter geholt habe und den ich mir selbst sozialisiert und geprägt habe, der war problemlos. Verträglich, souverän, nicht "vorbelastet" sondern einfach klasse!

Wenn es irgendwann soweit ist, möchte ich trotzdem wieder einen vom Tierschutz holen und nicht unbedingt zum Züchter... aber diesmal möchte ich nicht einfach nur spontan aus dem Wunsch heraus, was Gutes zu tun, einen Hund nehmen der mich "anspricht" - diesmal möchte ich mir einen Hund danach aussuchen, wie ich ihn mir wünsche! Charakterlich meine ich.

Mein nächster Hund (ein älterer Hund vom Tierschutz) soll auf jeden Fall absolut verträglich mit Artgenossen und mit Katzen sein und auch mit Menschen keine Probleme haben! Das wäre mein Hauptauswahlkriterium.

Ich weiß nicht, ob es so kommt, vielleicht kreuzt ja wieder so ein "Jago" meinen Weg und ich sag wieder spontan "das ist meiner" - ohne irgendwas über den Hund zu wissen und dann steh ich wieder da mit einem Haufen Arbeit vor der Brust und jeder Menge Probleme, die bewältigt werden müssen.

Aber ich hab es auf jeden Fall vor, dieses "beim nächsten Hund wird alles anders" (und besser...) :rolleyes:

Wie ist es bei Euch?

Gruß
tessa
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi tessa :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • Consultani
Mein nächster Hund muss ein alter Sack sein. Nicht schön - aber selten und gerne auch ein bisschen brummelig und eigen (muss aber nicht). Generell sollte er verträglich sein (weil in meinem Freundeskreis viele Hunde sind und das sonst schwierig werden würde bei gegenseitiger Hundesitterei, Treffen im Sommer etc.) - aber gewisse "Feindbilder" dürfen trotzdem vorhanden sein. Groß sollte er auch sein (mindestens 60cm SH) und sehr gerne ein "wölfischer" Schäferhund (-Mix) oder ähnliches (dies ist aber auch alles andere als eine "Bedingung").

Alleine bleiben müsste er können. Und natürlich müsste er sich mit Moses verstehen. Mehr eigentlich nicht. ;)

Nur die Liebe zählt. :love:

Wenn Moses nicht mehr wäre oder ein Dritthund in Frage käme *hust* würde es ein junger, verspielter, lernfreudiger, menschenliebender und sozialverträglicher Hund werden. Genau das Gegenteil von meinem "Beuteschema" eben. Grund: Ich brauche (hätte dann gerne) einen Hund, den ich als Therapiehund ausbilden und mit zur Arbeit schlörren kann.

P.S.: Ich finde die Auswahlkriterien irgendwie blöd. Also "extra" tät ich mir keinen schwierigen Hund holen - und das man nicht "irgendwie einfach so" damit klar kommt, weiß ich auch ... Mh ...
 
  • Pazu
Hallo,
ich habe zwar mit abgestimmt, aber die 100%tige Antwort für mich nicht
wirklich gefunden. Der Hund darf keinesfalls aggressiv sein. Was versteht
man unter gestört. Jeder meiner Hunde ist irgendwie gestört. Die eine
ängstlich, die andere zickig und Pazu stänkert an der Leine schon mal gerne.

Ich finde, dass gestört ein verdammt weiter Begriff ist.

Ein Hund, der bissig ist und dann sogar Menschen beißt, wäre für mich
absolut tabu.

Für mich/uns kommt nur noch ein Tier vom Tierschutz in Frage. Es gibt
mittlerweile zu viele Tiere, die im Tierheim landen. Mittlerweile findet man
ja auch die tollsten Rassehunde in den hiesigen Tierheimen oder den
ausländischen Organisationen - für den der Rassehund wichtig ist.

Viele Grüße
Hilde
 
  • Giladu
Ich habe "unerzogen, aber nicht aggressiv oder gestört" angekreuzt, würde da aber noch Abstufungen machen wollen.

Für mich ist unabdingbare Voraussetzung für einen Hund die Verträglichkeit mit Artgenossen, weil ich immer mehrere Hunde halten möchte.

Ein Hund, der zwar mit Artgenossen verträglich, dafür aber in sonstigen Bereichen sehr problematisch ist, käme vermutlich auch nicht in Frage. Das läge daran, dass ich nicht die Zeit und Energien hätte, diesem Hund gerecht zu werden, da die anderen sonst zu kurz kommen würden. Aber das gilt nicht pauschal, sondern käme auf den Einzelfall an.

Einfache Unerzogenheit wäre definitiv kein Hinderungsgrund, allerdings käme auch keinesfalls ein Welpe in Frage.

Würde ich einen Einzelhund suchen, würde ich mich möglicherweise - je nach Problem - auch an die Kategorie "aggressiv oder" gestört herantrauen.

Aber mit mehreren Hunden ist das für mich nicht machbar.
 
  • ClaudiBB
Hab auch "unerzogen, aber nicht aggressiv oder gestört" angekreuzt, obwohl meine Prioritäten eigentlich woanders liegen.

Mein nächster Tierschutzhund muß weiblich sein und mindestens 4 Jahre alt und maximal, 20kg.
Wenn sie dabei noch "unproblematisch" und "schaffig" wäre, wäre das obergenial, ist aber nicht soooo wichtig.
 
  • AngelBlueEyes
Nachdem ich Sunny jetzt erst seit Februar hab weiss ich, wenn nochmal ein Hund einzieht, dann gerne älter und bitte auch schon mit einer gewissen Erziehung. Ich seh wie hibbelig die junge Dame ist, wie aufgedreht sie ist und alles ... und mit der Erziehung habe ich auch noch einiges vor mir.
Ein ruhigerer und ausgeglichenerer Hund wäre mir da im Endeffekt doch lieber. Keine Schlaftablette oder sowas, nee, einfach etwas ruhiger. Ausserdem bitte auch mit anderen Hunden verträglich, weil ich es liebe mit anderen mal Gassi zu gehen und auch im Rudel zu laufen. Das ist mit nem komplett unverträglichen Hund nicht wirklich machbar.
Und mit Katzen muss der Hund verträglich sein.

Also im Endeffekt such ich wohl die EierlegendeWollmilchsau
 
  • Spell_2103
Da ich ja den direkten Kontakt zu "Insassen" habe, ist da immer wieder einer dabei, wo ich sage, den finde ich toll (ganz ohne irgendein Schema, einfach nur von seinem Verhalten). Allerdings wäre für mich wichtig, dass er sonst keine große Chancen auf einen Platz hat.

Und mit Aaron, ganz ehrlich was besseres konnte mir kaum passieren :love: fast gut erzogen, sozial verträglich und entweder sind Menschen toll oder werden ignoriert, also jeder Zeit auch wieder nen alten Hund! Aber nach Aarons Ableben kommt solange sich meine Lebenssituation nicht geändert hat, kein Hund mehr ins Haus und wer weiß was dann ist...

Prinzipell sollte der Hund Menschenlieb sein, das LAG einfach total inkosequenter Anfänger ist und ich keinen Hund möchte, der eine Gefahr für ihn darstellt. Verträglich wäre auch gut, da ich einfach sehr viele Leute mit Hund kenne und auch in der Verwandtschaft habe. Aber das wäre machbar.
 
  • Klopfer
Ich nehm den erzogenen und nicht agressive (oder einen Welpen). Ganz einfach aus dem Grund, das ich mir alles andere nicht zutraue und keine Lust habe den Hund noch mehr "zu versauen" als er eh schon ist und er deswegen wieder im TH landen könnte weil ich nicht mit ihm klar komme.

Ich geb ehrlich zu, ich habe Vorbehalte gegen erwachsene TH-Hunde, das liegt aber daran, dass mir damals, wo ich eh panische Angst vor Hunden hatte, immer erzählt worden ist, dass die einfach nicht "normal" sein können und es einen Grund gibt warum die im Tierheim sind... Mittlerweile weiß ich dass das gelogen war, trotzdem hab ich den Gedanken immer noch im Hinterkopf irgendwie... Nicht schön, weiß ich selber, ist aber so.
 
  • Midivi
Nur Tierschutzhunde !!!!!

Alter: wurscht
Geschlecht: wurscht
Optik: wurscht, wobei bullige Hunde bevorzugt werden, ich steh' halt auf Kampfschmuser :love: , würde aber auch eine arme Wurst von Was-weiß-ich ablehnen, wenn sowas zu uns ins Tierheim kommen würde
Krankheiten: relativ wurscht, ich würde auch einen todkranken Hund nehmen und ihm für die letzte Zeit es noch angenehm machen
Charakter:
katzenverträglich wegen meinen beiden Katern
gut wäre mit Hündinnen und Rüden verträglich (wegen meinem Bruder und dessen Hund und meinen Eltern und Rufus), wäre aber jetzt nicht unbedingt DAS Ausschlußkriterium, das könnte man auch anders regeln
kinderlieb muß er sein, da wir sehr viele Kinder in der Verwandtschaft haben
Leinenstänkerer oder unerzogen ist mir total egal, daran kann man arbeiten
Er darf nicht bissig/unkontrollierbar gegenüber Menschen sein.


Es muß halt einfach irgendwie passen, dann nehme ich sicherlich auch die eine oder andere weitere "Macke" in Kauf. Man kann das nicht so pauschal sagen, es muß halt einfach Klick machen.
Wo die Liebe eben hinfällt.....
 
  • Boozy
Das ist eine Frage, die unglaublich schwer zu beantworten ist, - denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. *grins*

Immer wieder Tierschutz, ja, - doch unser nächster Therapiehund muss natürlich sorgsam ausgesucht werden. Möglicherweise ein Welpe aus dem Tierschutz...aber auch das wird uns das Schicksal zeigen.
Aber da wir immer mehr als nur einen Hund haben werden (grins), wird immer ein TS Hund dabei sein.
 
  • nina24
Ich gehöre auch zur "unerzogen-hauptsache-lieb-Fraktion"...

wichtig ist mir, dass der "Neue" sich mit dem vorhandenen Hund und den Katzen versteht. Das ist absolute Grundvoraussetzung.

Da ich die Hunde mit im Büro hab, wäre erzogen nicht verkehrt, aber das kann man nachholen. Da wir hier aber auch immer Kundenverkehr haben, ist es wichtig, dass er/sie auf jeden Fall "freundlich" ist...

Der Rest (Aussehen, Alter, Rasse ist zweitrangig... die Chemie muss stimmen...)
 
  • Therese
.... auf jeden Fall leinenführig sein!!!! D.h. er soll sich nicht mit dem anderen Hund an der Leine ein Rennen liefern.
Alter: ab 8 Jahren aufwärts,
Fell: kurz, keine Unterwolle,
muss mit Menschen gut klar kommen,
sollte 5 Std. am Tag alleine bleiben können ohne die Möbel umzugestalten.

Alles andere müsste ich im Einzelfall entscheiden und testen, ob ich damit klar komme.
 
  • Bullblue
Geplant: Welpe vom Züchter...
Es kommen immer wieder ungeplante "nur zur Pflege,sonst wird er eingeschläfert"Hunde dazwischen.
Bei denen war schon alles dabei,Leinenzieher,Verlassensängstliche,
Stänkerer,Hunde-Unverträgliche,sogar Bissige....Manschmal auch alles zusammen.
Verträglich mit dem Sohnemann(fast 3 J.)muss sein,da keine Kompromisse mehr!!
 
  • tessa
Hi.

Also erstmal bin ich froh, dass auch andere gezielt auswählen. Bisher sind das sogar weitaus die meisten. *staun*

Bisher dachte ich immer (und habe es auch schon erlebt), dass wenn man mit derartigen "Ansprüchen" ankommt, dass man von diversen Tierschützern oft in eine Ecke gestellt wird, quasi:

Wer einen Hund aus dem Tierheim haben will, der muss auch bereit sein, mit dem zur Hundeschule zu gehen und ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten (ist ja auch OK, wenn es sich um "normale" Erziehung handelt). Aber es kommen durchaus auch Sprüche wie:
"Ja da sucht jemand einen Wunderhund, ist wohl zu faul, mit dem Hund zu arbeiten und Zeit und Mühe zu investieren. Zu bequem, um in eine Hundeschule zu gehen. Warum holt der sich nicht gleich ein Stofftier?"

Als Jago hier einzog, wusste ich nix über ihn. Ich wusste nichtmal mit Sicherheit, ob er sich mit Trux und Yembi vertragen würde, von den Katzen ganz zu schweigen. Mit den Hunden hat es ja geklappt, aber mit den Katzen... das war Horror. Er wollte sie töten! Ich musste Hund und Miezen lange Zeit konsequent trennen, der einzige Grund, warum Jago geblieben ist und ich uns allen das angetan habe war der, dass er mit den gezeigten Verhaltensstörungen quasi unvermittelbar war und ich zu allem Übel auch noch mein Herz an ihn verloren hatte.
Aber nochmal möchte ich mir und meinen anderen Tieren so einen Stress nicht antun.
Und auf sowas wie Yembi habe ich ehrlich gesagt auch nicht noch einmal Bock - ein Hund, der jeden fremden Artgenossen als Feindbild Nr. 1 betrachtet. Ich rede hier nicht von Leinenterror, von Rangeleien oder Kommentkämpfen, sondern von "Sehen-durchstarten-ansatzlos reinbeißen!" Normale Hundebegegnungen mit ihr sind überhaupt nicht möglich, weil sie zuerst grundsätzlich zubeißen würde, ohne zu zögern.

Ganz ehrlich, ich bin nach 4 aggressiven Problemhunden in Folge (OK, Trux war die große Ausnahme, aber der war auch vom Züchter) einfach "müde" geworden. Nicht, dass ich das nicht händeln könnte (tu ich ja), aber ich will einfach nicht mehr. Beim nächsten Hund zumindest.

Kurze Erklärung noch zu den Auswahlkriterien.

Unter Erzogen meine ich eine "Grunderziehung" nicht im Sinne von "FußPlatzSitz" sondern z.B.:
- stubenrein
- leinenführig
- kann nach Eingewöhnung einige Zeit allein bleiben
- bindungsfähig und -willig
- lernfähig und -willig
- normales Sozialverhalten mit Artgenossen und Menschen

Mit aggressiv meine ich explizit: Der Hund schnappt gezielt und/oder beißt Artgenossen und/oder Menschen - im besten Fall "nur" provoziert, im ungünstigsten Fall unprovoziert bzw. aus eigenem Antrieb.

Mit "gestört" meine ich nicht unerzogen, sondern extreme Verhaltensweisen, verursacht durch Fehlprägung, fehlende Sozialisation, fehlende oder falsche Erziehung, Misshandlung etc. z.B.:
- übersteigerter Schutztrieb
- übersteigerter Jagdtrieb (z.B. beißen in vorbeifahrende Autos etc.)
- unstillbares Dauerkläffen
- extreme Zerstörungswut (auch im Beisein der Besitzer)
- keine Bindungsfähigkeit bzw. -willigkeit (extrem eigenständige Hunde)
- extreme Ängstlichkeit (Panikhund)
- extrem gestörtes Sozialverhalten zu Artgenossen (damit meine ich nicht direkt Aggression sondern die Unfähigkeit, mit Artgenossen zu kommunizieren und die damit verbundenen Probleme)

Also "gestört" = solche "Macken", die sich durch einen "normalen" Hundeschulbesuch und "normale" Erziehung mit Liebe, Geduld und Spucke nicht in den Griff kriegen lassen sondern wenn überhaupt nur sehr langfristig (über Monate, manchmal sogar Jahre, manchmal gar nicht) und oft nur mit Hilfe von Spezialisten korrigieren lassen.

Gruß
tessa
 
  • Pearl
Hab unerzogen, aber nicht aggressiv/gestört angekreuzt.

Wobei es bei den Aggressionen halt darauf ankommt, gegen was sie sich richten.
Ich wollt keinen Hund der Menschen gegenüber aggressiv ist.
Wenn es Aggressionen gegenüber Artgenossen wären, würde ich mir evtl. das zu traun.
Jacky war ja auch mal anders gegenüber Artgenossen und Heute kann ich sagen (meine Meinung) hat sie ein gutes Sozialverhalten.

Von der Rasse her, hätt ich dann schon gerne wieder Staff/Pit und auch schon etwas älter.
 
  • Dingo
Hab' ebenfalls unerzogen, aber nicht aggressiv / gestört angekreuzt.

Wobei ich das auch differenzieren würde.

Mein Rüde zum Beispiel war zum Zeitpunkt seines Einzuges krank, hat alles besprungen, was nach Hund roch, hatte einen übersteigerten Schutztrieb, reagierte aggressiv auf bestimmte Männer, sagte zu keiner Rauferei nein und war jagdlich sehr motiviert. Er wurde von seinem Vorbesitzer mit Würger geführt und mit einer Maulschlaufe versehen stundenlang allein gelassen. An Leinenführigkeit oder allein bleiben war also nicht zu denken. Heute haben wir all diese Probleme nicht mehr. Allerdings sind fremde, intakte Rüden bis heute seine Sache nicht.

Meine Hündin war zum Zeitpunkt des Einzuges ein Angsthund und reagierte extrem panisch auf Männer und andere Hunde. Sie zeigte zu keinem Zeitpunkt Aggressionen gegenüber Menschen, sondern reagierte immer mit Flucht oder Rückzug. Heute ist der Großteil der Angst vergessen und sie hat sich toll entwickelt. Als Podenca hat sie einen ausgeprägten Jagdtrieb. Wir wussten, worauf wir uns einlassen. Nuba wurde von uns als Zweithund zu dem bereits vorhandenen Hund gewählt.

Beide sind keine Hunde, die einfach so mitlaufen, falls es so etwas überhaupt gibt. Training und Erziehung schleifen lassen, geht kaum. Irgendwas zum Üben haben wir immer. Schön wäre, wenn der Rüde etwas gelassener auf Provokationen anderer Rüden reagieren würde. Daran müssen wir immer wieder arbeiten und die Konstellation gemischtes Doppel hat es nicht gerade vereinfacht.

Sollte es einen nächsten Hund geben, wird es wohl wieder ein bereits ausgewachsener Tierschutzhund sein. Einen Angsthund aufzubauen, habe ich als sehr erfüllende Aufgabe empfunden. Problematisches Verhalten gegenüber Artgenossen / Menschen - das käme auf viele Umstände an, die den Umgang / eine Verhaltensänderung begünstigen. Ich würde es mir da einfacher machen wollen, vor allem im Sinne Verträglichkeit mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen, einfach weil uns das mehr Möglichkeiten eröffnet (Freilaufflächen, Arbeit / Training / Beschäftigung mit dem Hund), aber wo die Liebe hinfällt;)

LG von
Dingo
 
  • Biggy
schwierig, da was auszuwählen... Aggression ist ein weites Feld, von mir aus könnte ich damit leben, dass Hund nicht sooo verträglich ist, das hatte ich schon und kann damit umgehen, außerdem bin ich eh nicht der Gruppenspaziergänger...

ansonsten muss Hund eine übersichtliche Lebenserwartung haben, sei es auf Grund von Krankheit oder Alter, meinen Sohn, der nicht immer ganz so agiert wie gewünscht, dennoch nicht attackieren und darf nicht über 20 kg haben (wobei ich diese Grenze wohl demnächst um 5 kg runterschrauben muss auf 15) - alles andere wäre mir dann relativ egal ....
 
  • Sirikith
Mein erster Tierschutz-Hund kam 6-jährig zu mir, erste zwei Lebensjahre unbekannt, danach vier Jahre bei einer Omi im Garten, die ihn sediert hat (und das bei nem Harzer Fuchs!)
Ergo war er quasi gar nicht sozialisiert, was sich immer in einem wahnsinnsterz bei Begegnungen mit fremden Hunden geässert hat. Im Idealfall war das Gegenüber ne ruhige Hündin, da war dann nach fünf Minuten Ruhe oder gar bei näherem kennenlernen einträchtiges Spiel angesagt-schlimmstenfalls ein ebenso keifender, unkastrierter Rüde, da gabs dann auch schonmal ne Beisserei.
Einzeltraining brachte auch nicht wirklich Besserung.
Ganz problematisch wurde es, als er in einer Phase mangelnder Aufmerksamkeit ohne Vorwarnung zweimal nen älteren Mann in dunkler Jacke angesprungen und gebissen hat (einen hat er sogar von Fahrrad geholt-zum Glück nichts weiter passiert)
Unsicherheit auf unserer Seite wirkte natürlich noch wie Öl ins Feuer, an ein entspanntes miteinander war ausserhalb der Wohnung nicht zu denken, letzlich haben wir ihn nach nem Jahr dann wieder abgegeben, weil wir einfach überfortdert mit ihm waren.

mein zweiter Hund wurde bei mir jetzt eben mein Ups-Welpe, die ich selber (zum grössten Teil) geprägt und sozialisiert habe-und sie ist ein absolut unkomplizierter, umweltsicherer Hund, der Menschen, Kinder und andere Hunde gleichermassen liebt (und Tölen, die sie blöd anmachen, einfach ignoriert)

Bedingt durch meine ersten schlechten Erfahrungen hab ich mir geschworen: gerne nochmal Tierschutzhund, aber uneingeschränkt verträglich muss er sein, darf keine Trennungsänsgte haben, nicht agressiv (Knurren ist okay, warnschnappen auch, beissen aber nicht) sein, nicht zu dominant, und nicht überängstlich-sowie kein Streuner und Jäger sein, nen Hund, der übern 1,80-Zaun geht und dann fünf Stunden Rehe jagt, muss nicht sein. Handlebare Macken, die einen nicht in jeder Alltagssituation den Angstschweiss auf die Stirn treiben, wären aber durchaus okay.


Zitat:
"übersteigerter Schutztrieb
- übersteigerter Jagdtrieb (z.B. beißen in vorbeifahrende Autos etc.)
- unstillbares Dauerkläffen
- extreme Zerstörungswut (auch im Beisein der Besitzer)
- keine Bindungsfähigkeit bzw. -willigkeit (extrem eigenständige Hunde)
- extreme Ängstlichkeit (Panikhund)
- extrem gestörtes Sozialverhalten zu Artgenossen"


So würde ich gestört auch definieren, und so einen Hund würde ich mir auch nicht antun.
 
  • Ricky
Ich weiß das wir auf jeden Fall immer mindestens 2 Hunde haben werden, wovon mindestens einer ein Listenhund sein wird.
Dann wird es auf jeden Fall wieder ein Tierschutzhund, ein Züchterhund kommt für mich nicht in Frage.
Der Hund sollte:

-Verträglich sein mit Artgenossen (wegen unseres anderen Hundes und weil unsere Notfallhundesitter 3 Hündinnen und 1 Rüden haben)
- Katzenverträglich (Unser Hundesitter hat 2 und wir möchten selber gerne mal welche)
- Kinderlieb (wir haben in der Familie Kinder und vielleicht wollen wir irgendwann mal eigene)
- er/sie sollte ein paar Stunden alleine sein können (da wir das Hundefutter verdienen müssen)

Ansonsten ist es egal wie alt der Hund ist, es darf auch sehr gerne ein alter Hund sein. Geschlecht ist im Prinzip auch zweitrangig wobei mir die Haltung von Rüde/Hündin lieber wäre. Ich hätte auch keine Probleme mit einer Krankheit oder einer Behinderung.
Unerzogen darf er ebenfalls sein.
Im Endeffekt muss es einfach click machen! ;)

Momentan leben bei uns zwei Tierschutzhunde.
Ricky haben wir vor 5 Jahren aus dem Tierheim geholt als sie ca. 5 Jahre alt war. Sie kannte garnichts und hatte vor vielen alltäglichen Dingen Angst. Die Angst ist bis heute noch nicht ganz verflogen, aber es ist schon viel besser geworden. Auch konnte sie keinerlei Kommandos, wir haben ihr alles bei gebracht.
Probleme hat sie mit dem alleine bleiben, dann betätigt sie sich gerne als Innenarchitekt.
Ansonsten ist sie verträglich mit anderen Hunden und unkompliziert mit Menschen. Nur wenn es um ihr Spielzeug geht versteht sie keinen Spaß, wir können ihr alles weg nehmen doch bei anderen Hunden und Menschen sieht das anders aus.
Krank ist sie auch, sie hat beidseitige HD.
Sie ist eine absolute Schmusebacke und hat immer den "Ich bin ja so ein armer Hund, bitte kraul mich" Blick drauf.
Sharky haben wir vor fast vier Jahren als 6 Monate alten Junghund aus dem Tierheim geholt. Er war ebenfalls noch nicht erzogen und noch unsauber. Er hat mit Vorliebe auf die Teppiche gemacht. Ziemlich schnell haben wir dann festgestellt das er schwer hautkrank ist und er bekommt deshalb täglich Prednisolon.
Er zeigt sehr starken jagdtrieb und er zieht schon mal gerne an der Leine. Er geht schon mal gerne seine eigenen Wege, weil er alles super interessant findet. Wenn er in eine fremde Wohnung kommt, markiert er schon mal gerne.
Fremde Hunde lässt er erstmal nicht an sich ran, die schnappt er weg. Ausgenommen kleine Hunde, die mag er immer. Alle anderen muss er erstmal kennen lernen und dann ist er eher unterwürfig.
Alleine bleiben kann er nur mit Ricky. Ohne sie heult er wie ein Wolf.
Er ist mit der Zeit sehr schmusig geworden und er hat Spaß beim lernen (er lernt auch sehr schnell).

Trotz der jeweiligen Macken meiner Süßen habe ich keinen Moment bereut sie zu uns geholt zu haben!
 
  • Lana
Sofern ich irgendwann vor der Entscheidung stehe, habe ich auch so meine Vorstellung.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen;
- Verträglichkeit mit Artgenossen. Mein Hund sollte verträglich mit Artgenossen sein und zwar sowohl mit Hündinnen als auch mit Rüden.
Ich weiß wie es ist, mit einem super verträglichen Hund durch die Gegend zu laufen und wie es mit einem weniger verträglichen Hund ist.
Und freiwillig möchte ich, sofern es sich vermeiden lässt, keinen unverträglichen Hund halten.
Natürlich wäre es für mich kein Abgabegrund, wenn der Hund sich dann doch nicht ganz so verhalten würde, wie erhofft. Aber etwas enttäuscht wäre ich schon.

- Aggressionen gegen Menschen. Mein Hund muss andere Menschen nicht mögen, wenn er nicht angefasst werden mag, ist das absolut okay für mich.
Aber er darf in keinem Fall so "durchgeknallt" sein, dass er "einfach so" auf jemanden losgeht und zubeißt, nur weil der es gewagt hat an ihm vorbeizugehen oder Ähnliches.
Grundsätzlich sollte er, wenn er schon kein großer "Menschenfreund" ist, die Leute ignorieren und wenn sie ihn doch bedrängen entsprechend vorwarnen.
Sollte der Hund auch hier irgendwann sein "wahres Gesicht" zeigen, wäre auch das noch kein Abgabegrund und ich würde daran arbeiten und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen (Leine, Maulkorb) treffen.
Aber so ganz glücklich wäre ich mit so einer Situation auch nicht.
Und "freiwillig" würde ich so einen Hund nicht zu mir nehmen.

Ansonsten sollte mein Hund tatsächlich nicht im Sinne von tessas Definition "gestört" sein.
Ein bisschen Jagdleidenschaft, ein bisschen Kläffen, ein bisschen Zerstören, ein bisschen Angst ist okay und steckt wohl in jedem Hund, und mit etwas Erziehung ist das "schnell" in den Griff zu bekommen.
Aber wirklich "abnormales Verhalten", welches den Hund und mich immens einschränken würde, würde ich mir so gar nicht zutrauen (wollen).
 
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