Mein Chic - von Alpha bis Omega

  • chicischmusi
wenn ich das richtig verstanden habe, dann sind hier Geschichten erwünscht, wie man auf den "Hund" gekommen ist?
Hier ist meine, die Geschichte über den Hund, den wir alle abgöttisch liebten und der dann auf brutalste Weise aus unserem Leben gerissen wurde:


Chico - oder wie man von einem Welpen adoptiert wird..


Wir waren wieder einmal in Spanien zu Besuch bei Oma, Urlaub und die heißersehnten Familientreffen - wie viele Jahre zuvor, Rolf mein Mann, Manuel der jüngste Sohn und ich. Meine Tochter samt Freund konnten erst später nachkommen. Alles war wie immer: Besuche bei Oma, baden im Meer, Landschaft und Wetter genießen, bis zu jenem Tag…..
Am 16.08.2007 endteckten wir einen kleinen Hund in der Zufahrt zum Paraiso - unserem Ferienhaus, welches meiner Freundin gehört. Er winselte, saß da ganz geduckt und nur der kleine Kopf guckte hinter der Mauer vor.
Rolf, der ihn zuerst sah, hielt an und wir wollten eigentlich nur nachsehen, ob der der Hund vielleicht verletzt ist. Als das kleine Kerlchen uns sah, sprang er hinter der Mauer hervor und freute sich riesig. Auf den ersten Blick schien er in Ordnung zu sein und wir wollten weitergehen bzw. fahren, die letzten paar Meter zu Fuß, einsteigen ins Auto lohnte sich nicht, zudem wollte der Hund nicht vom Auto weichen, er setzte sich vor die Räder . Manuel und ich liefen zum Haus, der Hund munter hinterher - wedelte mit dem Schwanz , winselte und bellte vor Freude. Er wich uns nicht von der Seite. Wir dachten anfangs noch, dass vielleicht in diesem Moment jemand ganz
verzweifelt nach diesem putzigen Kerlchen sucht, wir überlegten, wie wir das Hundchen wieder zum Besitzer bringen könnten.
Nach ca. 30 Minuten packten wir den kleinen Hund ins Auto, fuhren wieder hoch zur Weggabelung und setzten den Kleinen vor die Tür, wir wollten doch nicht einen Hund ans Haus schleppen, der eventuell von jemandem vermisst und gesucht wird. Es gestaltete sich aber äusserst schwierig - ja unmöglich, den Kleinen wieder auszusetzen, er legte sich immer direkt unter ein Rad und stand nicht mehr auf. Wortwörtlich nur über seine Leiche wären wir wieder weggekommen und wir konnten doch nicht dieses kleine Ding einfach überfahren. Wir warteten noch lange, aber kein Mensch der einen Hund suchte war zu entdecken.
So gingen Manuel und ich zu Fuß zum Haus zurück, Hundchen fröhlich hinterher, Rolf mit dem Wagen, wir gingen rein und sofort verschlossen wir die Türe, es fiel uns zwar schwer, aber wir ignorierten den kleinen Hund und dachten, es würde ihm schon langweilig werden und wenn wir am nächsten Morgen aufstehen, ist er bestimmt wieder heimgelaufen …..dachten wir aber nur……



Als ich morgens aufstand und wie gewohnt begann, das Katzenfutter herzurichten, mußte ich lachen: vor der Tür standen die Katzen Roty und Mutti und dazwischen der Hund, in einer Reihe warteten die drei Tiere auf das Frühstück, nur Emma die alte Hausdame, wollte nicht kommen - schnell war klar, dass sie Hunde nicht ausstehen kann.
Der Hund (den ich insgeheim schon liebgewonnen hatte) und die zwei Katzen, fraßen aus der Schüssel Trockenfutter - Emma wartete am Hintereingang um auf diesem Wege in die Küche zu gelangen. (Dies wiederholte sich von da an täglich bis an das Ende unseres Urlaubs.) Bei Tageslicht sah ich erstmal, wie dreckig, geschunden und verwahrlost der kleine Hund war, viele kleine Verletzungen kamen zum Vorschein, ich schätze ihn wegen seiner doch schon recht ordentlichen Größe, auf ein Alter von 3 bis allerhöchstens 4 Monate, hatte damals aber nicht die geringste Anhung von Hunden. Ich wollte ja schließlich nie einen Hund haben. (Später beim Tierarzt stellte sich heraus, dass er erst ca. 10 Wochen alt war, d.h. zum Zeitpunkt des Auffindens war er ca. 7 bis 8 Wochen alt.
Doch zurück zum Ablauf:
Sein Fell war voller Flöhe und Zecken, die Ohren verdreckt, verkrustet und entzündet durch Millionen von Milben, der kleine Bauch aufgebläht und an allen Gelenken hatte er Schürfwunden, Bauch und Beine waren ganz zerkratzt. Gut, da das Hundchen einfach nicht weg wollte, wollten wir ihn wenigstens säubern, die Verletzungen versorgen, gesundes Futter geben , ihm helfen.
So besorgten wir Hundeschampoo, Medikamente, eine Leine und Welpenfutter, damit er den Katzen nicht das ganze Katzenfutter wegfrißt, denn er war ausgehungert und hatte mächtigen Apetit. Ohne Protest ließ sich der Hund, den wir anfangs einfach “Hund” nannten, mittels Gartenschlauch und Schampoo reinigen.
Mittags machte ich mich auf den Weg um in der Nachbarschaft auszukundschaften, ob jemand einen Hund vermisst - aber niemand fand sich, keiner hatte das Hundchen je zuvor gesehen, die Spanier meinten nur, das wäre hier nichts Besonderes. Wir versuchten es auch mit dem Hund selbst, liefen mit ihm und warteten ab, ob er vielleicht einen bestimmten Weg wiedererkennt. “Hund” ging aber brav bei Fuß und wenn wir stehenblieben, tat er das auch……. also nix mit Heimweg finden. So blieb “Hund” eben bei uns am Haus, fraß mit den Katzen und schlief auf der Terasse.
Wenn wir Ausflüge machten, blieb er alleine daheim und wartete bis wir wiederkamen. Immer wenn wir zurückkamen, stand er schon schwanzwedelnd am Treppenabsatz und begrüßte uns freudig, er konnte noch nicht richtig Treppensteigen, so purzelte er uns oft entgegen. Mit dieser Freude verging ein Tag nach dem anderen.


Ursprünglich sollte der Hund gegen Ende des Urlaubes einen Platz im Tierheim bekommen, um dann in gute Hände vermittelt zu werden. Ich rief beim Tierheim an aber bekam nur zu hören, dass die dort schon genug Hunde hätten…. wir erfuhren auch, dass in den städtischen Tierheimen alle Hunde und Katzen nach wenigen Wochen vergast werden , falls niemand sie abholt. In den extremen Zeiten wie jetzt im August, lässt man die sogar nur 10 Tage am Leben, wer dann kein neues Zuhause findet hat eben Pech gehabt , wird vergast oder bekommt - wenn es gnädig abläuft - eine Todesspritze. Wir wollten nun wirklich nicht, dass es dem Hund auch so ergeht und überlegten erstmals, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Alle Mann samt Hund gingen zum Tierarzt, dort bekam der Kleine wieder diverse Mittel gegen das ganze Ungeziefer und Tabletten gegen Würmer und andere Parasiten. Er war sehr lieb während der Behandlung, für den Abend wurde vereinbart, dass wir nach reiflicher Überlegung über den Verbleib des Hundes wiederkommen und er, im Falle , dass wir ihn doch behalten, alle nötigen Impfungen sowie einen Mikrochip bekommt . Die Tierärztin sagte noch, dass der Hund unbedingt einen Namen haben muß, der dann auch in den Hundepass eingetragen wird. Bis zum Abend sollte also auch der endgültige Name feststehen.
Irgendwie fanden wir keinen Namen der so richtig zum Hund passte - da meinte Zita die Hausbesitzerin, “Chico” sei nicht schlecht, immerhin ist es ja auch ein Chico und so tauften wir ihn auf diesen Namen. Beim Tierarzt ließ Chico sich alles gefallen…. er war nämlich vom Rumtoben so schrecklich müde, dass er sofort als ich ihn auf den Behandlungstisch gelegt hatte einschlief. Er bekam zwei Spritzen mit Impfstoffen, davon wurde er nicht wach - er jammerte nur kurz im Schlaf, dann wurde auch gleich der Microchip mittels großer Spritze und riesiger Kanüle eingesetzt. Die Helferin meinte, ich müsste ihn festhalten weil das für ihn unangenehm sei und er sicherlich toben würde. Chico ließ sich jedoch nicht stören und schlief einfach weiter…… Als er aufwachte war alles erledigt, ohne dass er etwas bemerkt hatte.
Nun gab es kein Zurück, wir hatten ihn adoptiert /oder er uns!
Mein Gedanke war: Selbst wenn wir daheim keinen Hund in der Wohnung behalten dürften, so könnten wir dann wenigstens selbst jemanden suchen, der den Hund gern hat und bei dem es ihm wirklich gut geht.
Chico fühlte sich mit jedem Tag besser und entwickelte sich zum durchgeknallten Wirbelwind. Die Medikamente zeigten ihre Wirkung, zwei Tage nach der Einnahme waren die Flöhe, Zecken, Milben und Darmparasiten bereits weg. Die entzündeten Ohren begannen zu heilen, die Kratzer und Schrunden ebenfalls. Das Fell bekam wieder Glanz und während der letzten Tage in Altea nahm Chico über ein Kilo zu und wurde fast 5 cm grösser.



…..Zeit für die Heimreise…..
Natürlich wollte ich gleich den Hund für den Rückflug bei EasyJet anmelden. Da erfuhr ich, dass diese Fluggesellschaft keinerlei Tiere - angefangen von Insekten über Vögel bis hin zu Katzen und Hunden….etc… an Board duldet. Wieder rief ich beim Tierheim in Alfas an und fragte, ob die mir helfen könnten, denn ich wußte, dass immer wieder Paten bereitstehen, die auf Ihrem Flug nach Deutschland verschiedene Tiere mitnehmen. Leider war es wohl das falsche Tierheim, denn dort konnte, bessergesagt wollte man mir wieder nicht helfen und gab mir lediglich den Rat, den Hund an Board zu schmuggeln. Vorher sollte ich beim Tierarzt noch eine Schlaftablette holen und diese dem Hund ca. 30 Minuten vor dem Betreten des Fliegers verabreichen.
Zur Sicherheit ging ich aber noch ins Reisebüro, denn falls verfügbar, wollte ich lieber einen anderen Flug buchen bei dem Hunde erlaubt sind.Nach mehr als einer 3/4Stunde Wartezeit im Reisebüro, fand sich aber kein passender Flug was für uns bedeutete, dass wir es mit dem Hundeschmuggel einfach probieren mußten.
Nach einem erst gemütlichen Abend mit Abschiedsessen, wurde die Abreise dann wahnsinnig chaotisch - im Ferienhaus sollten noch ein paar Dinge erledigt werden, der Hund sprang immer dazwischen weil wir die Türe offenlassen mußten, nichts lief wie geplant - unverrichteter Dinge (Staubsaugen,Hundemülltüten,Küche…) hetzten wir völlig entnervt zum Flughafen. Mit einer Stunde Verspätung gab ich den Mietwagen zurück, dann ging es gleich rüber zum Check-In. Alle Koffer wurden geprüft und an Board gebracht, wir mußten noch 36 Euro bezahlen wegen Übergewicht, so standen wir dann da mit dem Rucksack und dem Hund in der Tasche. Es wurde Zeit für die Schlaftablette.
Mit Hilfe einer kleinen List meinerseits, die Pille verpackt in ein Hundeleckerli, schluckte der arme Hund gutgläubig das Ding.
…wir warteten und warteten….. Hund wolle einfach nicht müde werden….. die Zeit raste…. nur noch 20 Minuten bis zum Schalterschluß, danach ist ein Boarding nichtmehr möglich. Endlich schlummerte Chico in seiner schönen großen Umhängetasche welche ich extra für den Hundeschmuggel gekauft hatte. Direkt vor der Sicherheitskontrolle war Chico plötzlich wieder putzmunter und ich durfte wegen dem allgemeinen Tierverbot von Easyjet nicht an Board gehen. Also stiegen Männe und Sohn samt meinem Rucksack alleine in den Flieger. Zwei nette Herren der Flugsicherheit versuchten noch, die Mitarbeiter der Fluggesellschaft zu überreden, einmal eine Ausnahme zu machen bei diesen niedlichen Welpen. Leider ließen sich die Herzen der Leute nicht erweichen und sie blieben beim “Nein”. Meinten jedoch, es wäre ja kein Problem, ich könne den Hund hier zurücklassen und jemand vom städtischen Tierheim holt ihn dann ab……. na und gerade das wollte ich doch verhindern! Tierheim und letztendlich Einschläfern wenn nicht schnell jemand den Kleinen aufnimmt. Und wer sagt mir, dass der Hund es auch wirklich gut hätte falls tatsächlich einer ihn mitnehmen würde?
So stieg die A 309 ohne mich gen Himmel, nur mit Hund, Handy, meinem Ausweis und den letzten Kröten im Geldbeutel blieb ich am Flughafen zurück. Mittlerweile schlief der Hund…… bei ihm brauchte die Pille vom Tierarzt eben eine ganze Stunde bis zur Wirkung. Enttäuscht und verrärgert über diese blöden Zweibeiner blieb mir nichts anderes übrig, als bis zum Morgen zu warten um dann bei einer anderen Fluggesellschaft einen Heimflug mit Hund zu buchen.
Der nette Mann von der Flughafensicherheit nahm mich über den Personalweg , der durch Sicherheitsschleusen und quer übers Rollfeld führte, wieder mit in die Schalterhalle. Dort hatte sich mittlerweile herumgesprochen, dass eine Deutsche mit süßem Welpen leider nicht mit heimfliegen durfte. Ich bekam eine Flasche Wasser für den Hund, alle kraulten den nun schlafenden Chico, aber da nun Schichtwechsel bevorstand, verabschiedeten sich die freundlichen Menschen.
Ich ging mit Chico vor die Türe, zum Glück hatten wir auch früh um 3.30 Uhr noch 29C°, so dass wir nicht frieren mußten.
Die Luft war dermaßen feucht, dass binnen weniger Minuten meine Kleider , die Haut und Chico ganz naß waren. Hundi schlief und ich wartete darauf, dass langsam wieder Leben in den Flughafenbetrieb einkehrt. Endlich um 7 Uhr öffnete der Schalter von AirBerlin. Sofort erkundigte ich mich nach einem Rückflug und erfuhr, dass erst mittags um 14.40 Uhr einer nach Frankfurt ging. Stuttgart würde erst wieder am nächsten Tag angeflogen. Gut, nachdem kein anderer etwas passendes hatte, buchte ich eben ein, hatte gerade noch 180 Euro für das Ticket. Nun hieß es, die vielen Stunden bis zum Abflug noch gut rumzubringen. Hundi hatte mittlerweile auch ausgeschlafen, war aber noch etwas tüddelig wegen der Schlaftablette. Wie zwei Penner saßen wir vor dem Flughafen, ohne Gepäck - so erregten wir die Aufmerksamkeit vieler anderer Menschen die mit Hund zum Flughafen kamen und auf ihren Flug warteten. Jeder wollte wissen, warum ich ohne Gepäck nur mit Hund da so sitze. Ich erzählte gerne jedem die Geschichte und erlebte eine Welle des Mitgefühls unter den Hundebesitzern. Der erste gab mir gleich seine Hundeschale, die Wasserflasche und übrige Hundekuchen. Damit war Chico´s Frühstück gesichert, ich holte mir um 8 Uhr, als das erste Imbiß öffnete, endlich meinen langersehnten Kaffe und danach machten wir es uns wieder draußen unter den Palmen gemütlich. Eine nette elegante Dame erklärte sich bereit, kurz auf Chico zu achten, damit ich schnell mal zur Toilette konnte. Das war ganz lustig mit der Frau, erst sprachen wir auf Spanisch, dann meinte sie wohl ich sei Engländerin, also wurde die Konversation dementsprechend weitergeführt, am Ende kamen wir darauf dass ich doch Deutsche bin und plötzlich sprach sie Deutsch mit mir, dem Akzent nach mußte es wohl eine Osteuropäerin gewesen sein. Ich bekam von ihr noch 10 Euro in die Hand gedrück, sie wollte, dass ich damit später für den Hund noch was kaufen sollte. Zwar habe ich ihr erklärt, dass ich noch etwas Kleingeld und auch eine Kreditkarte hatte, doch sie bestand darauf das Geld zu nehmen. Gut - ich ging in die Cafeteria und kaufte für unverschämte 4 Euro ein Schinkenbrötchen für den Hund. Chico interessierte sich nur für den Schinken…….
Mittlerweile war es halb elf und es wurde sehr heiß. 37C°, wir warteten trotzdem draussen weil es in der Halle dank Klimaanlage eisig kalt war. Wir dösten beide unter der Palme und dann um halb zwei gingen wir zum Check-Inn. Dort trafen wir in der Warteschlange Ellinor, Joel und Lisa vom Tierschutzverein Calpe. Sie hatten zwei riesige Transportboxen mit 4 großen Hunden dabei, welche das Glück hatten, nach Deutschland vermittelt worden zu sein. Wir tratschten während der Wartezeit und später bekam ich von Ellinor noch einen riesiegen Kauknochen, einige Tücher und eine Tüte für Chico.
Nach dem Einchecken gingen Hund und ich wieder raus. Wir wollten lieber draussen warten, ich befürchtete, dass Chico ins Gebäude pinkeln würde. Endlich um viertel nach zwei gingen wir wieder rein, Zeit für die Sicherheitskontrolle und den Weg zum Abfluggate. Vor den Gates holte ich bei Burgerking noch gebratene Hühnchenteile für den Hund, der hatte nämlich mittlerweile riesigen Hunger! Zur Sicherheit bat ich noch um einen Stapel Servietten - für den Fall der Fälle. Gefangen in der Abflughalle erfuhr ich, dass unser Flug mit Verspätung startet….. erst hieß es 5 Minuten, dann 10 Minuten…. dann über eine Stunde. Toll, warten mit einem Welpen der alle halbe Stunde vor Aufregung pinkeln muß…. Nach 1,5 Stunden Wartezeit, vielen Hundepfützen die dank Burgerking-Servietten gleich beseitigt werden konnten, stiegen wir endlich kurz nach halb vier in den Flieger, mußten dann aber nochmals lange auf
den Start warten, Hund und ich, sichtlich erledigt, verpennten den Großteil des Fluges. Da ich keine Transportbox für die Kabine hatte, zickte eine Stewardess erst etwas rum, als sich Chico aber musterhundmässig benahm und brav einschlief, ließ sie uns in Ruhe.
18.30 Uhr Landung in Frankfurt. Eingestiegen bei 37C° - Ausstieg bei 13C° - mir war eiskalt, hatte ich doch nur ein Spagetthishirt, kurze Hosen und Schlappen an. Das war das erste mal das ich den Frankfurter Flughafen sah - riesig groß!
Nach einigen Telefonaten per Handy fand uns mein Mann , der ja schon mit dem anderen Flug nach Deutschland gekommen war. Nun hatten wir noch 3 Stunden Autofahrt vor uns, aber erstmal sprang ich in die mitgebrachten warmen Klamotten. Hundi machte es sich im Auto bequem und schlief gleich wieder ein. Nach ein paar Hundepinkelstops, kamen wir abends um 22 Uhr endlich total erledigt in Rottweil an.
Nach kurzer Eingewöhnung hat sich Chico mittlerweile zum kräftigen, durchgeknallten Welpen entwickelt.
Er bald schon schon 10 kg, wuchs sehr schnell, wurde zum Kasper, einfach lieb und zugleich rotzfrech und neugierig

Chico freundete sich mit unseren Katzen an, kümmerte sich ganz besonders liebevoll um ein schwarzes nur knapp 4-wochen altes Katzenbaby, welches wir vor dem Ertrinken gerettet hatten.

Er wuchs mit den Hasen und Katzen auf, tobte mit ihnen im Garten. Ich besuchte ab September 2007 eine Hundeschule nach der anderen, Chico konnte zwar schon alle Kommandos, aber ich wollte ja ansich, dass man mir beibringt, wie ich einen Hund weiterhin erziehen muß. Das hat irgendwie nicht funktioniert, Chico war vom Drill einfach nur gelangweilt. Erst im Juni 2008 hatte ich die perfekte Lernmethode für Chico entwickelt, ich merkte, dass er sehr auf einen Golfball und einen kleinen Flummi fixiert war, mit diesen beiden Teilen konnte ich ihm alles beibringen, zwar immer konsequent bei den Übungen aber dennoch mit Spiel und Belohnung verbunden, lernte Chico mühelos. Besonderen Wert legte ich darauf, dass Chico folgte wenn es darum ging, auf die Seite zu treten wenn Radler, Jogger oder Autos kamen, bei Personen klappte das sofort, Sorge hatte ich Anfangs wegen der Fahrzeuge , aber auch das funktionierte bald perfekt - keiner der Menschen, die wir bei unseren täglichen Wanderungen trafen hatte Angst vor Chico, wir übten auch ein Pfeiffkommando ein, auf das er sofort kehrt machte , zu mir kam und sich vor mich hinsetzte. Da Chico so gerne mit den Bällen übte, brachte ich ihm auch das Suchen bei, wir hatten so viel Spaß! Chico war sehr aufmerksam, er hat schon 2 Kinder aus gefährlichen Situationen gerettet, einmal stand ein 2-jähriger Junge vor einer Schaukel und hätte im nächsten Moment die Schaukel direkt an den Kopf bekommen - das erkannte Chico und schubste den Jungen um! Ein kleines Mädchen wurde im Kindergarten vergessen, Chico hörte das Weinen des Kindes und machte so lange Rabatz, bis wir das merkten und das Mädel hinausließen. Jeden Tag wanderte ich mit Chico mindestens 5 Stunden - morgens vor der Arbeit und dann nochmal nachmittags, nachts dann noch eine kleine “Pieselrunde” - so verging die Zeit wie im Flug - alle hatten wir Chico so sehr ins Herz geschlossen, er war lieb, so lustig, so verspielt, war einfach nur glücklich wenn er Aufmerksamkeit bekam, viel laufen durfte - er dankte es mit all den Freuden die er uns schenkte. Im August 2008 wollten wir wieder nach Spanien reisen, zurück in Chico´s Heimat. Da wir ihn nicht in einer Box im Frachtraum eines Fliegers sperren wollten, kauften wir uns extra einen gebrauchten Kombi, Chico machte die 25-Std. lange Fahrt ohne ein einziges Mucken mit, war die ganze Reise über gut gelaunt. In Spanien lebten wir dann 4 Wochen in den Plantagen, auf jeder Plantage leben dort mind. 3 Hunde - alle freilaufend, Chico ließen wir dort auch frei laufen - es klappte wunderbar, die Hunde haben untereinander den Rang geklärt, respektierten sich und so gab es all die Wochen lang nicht eine einzige Streiterei unter den Vierbeinern! Chico lernte in dieser Zeit noch mehr dazu. Besonders gefreut habe ich mich, als Chico auf offenem Feld mit seiner Freundin Frida tobte, da waren dann nämlich plötzlich zwei Hasen unterwegs, die beiden Hunde guckten nur kurz in die Richtung, tobten dann aber unbeeindruckt weiter. Keiner der beiden Schnüffler machte irgendwelche Jagdversuche.
Meine Freundin ist an Krebs erkrankt, es ging ihr sehr schlecht, sie bekam Chico ab September 2007 als Geselllen zum Aufmuntern - es funktionierte! Sie hat sich so schön erholt - wollte jetzt im November wieder teilweise mit der Arbeit beginnen - die Nachricht von Chico´s Tod hat sie nun in ein tiefes Loch fallen lassen und um Monate zurückgeworfen. Chico war für uns alle ein vollwertiges Familienmitglied, ein Kind, ein Freund - er hat niemals einen Menschen oder ein Tier verletzt - ein solches bestialisches Ende hat er wirklich nicht verdient - abgeschlachtet aus reiner Tötungslust. Wir alle sind sehr unglücklich, keiner kann das Handeln jenes Jägers nachvollziehen , doch zum Ablauf der Ermordung Chico´s gibt es einen gesonderten Text.

...ja ich weiß, hier wurden Fragen gestellt - ich werde alle beantworten - ich fand erst nach einer Woche (ab meiner Anmeldung) heraus, dass hier über meinen Hund diskutiert wurde............

...Fortsetzung folgt....
 
  • SaSa22
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Hi chicischmusi :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
  • chicischmusi
Wer Interesse hat, kann hier gucken:

.... er war nur am frechen Toben interessiert, horchte aber dennoch sofort wenn ich es wollte:

http://www.youtube.com/watch?v=gTQyk4TzXnM

Hier waren wir bei den Enten - er wollte mit allem und jedem spielen , hat niemals Jagdverhalten gezeigt:
http://www.youtube.com/watch?v=fm90bCHkpSg

So begann ich , mit ihm zu Lernen:))

http://www.youtube.com/watch?v=6brtgm_vmR8

und am Ende - wir können unsere Trauer nicht in Worte fassen:

http://www.youtube.com/watch?v=tipFFf8r_CI&feature=channel_page

ein "böser" Red-Rednose (wurde ich oft beschimpft) .... dabei weiß keiner, was genau drinsteckte... er war einfach nur ein lieber Hund.

Zu meinem Nickname: Meine Nichte hat mit ihren damals 7 Jahren gesagt, dass der Chic so lieb und schmusig ist, sie nannte ihn immer nur Chicischmusi und wollte ihn mal heiraten wenn sie groß ist :)
Sie hat wochenlang geweint.
 
  • KiBo
Eine schöne Geschichte und ein grausames Ende... Es tut mir sehr leid!

(und wo find ich die Diskussion zu Deinem Hund?)
 
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