Kann eigentlich jeder ein Tierheim eröffnen?

Klopfer

10 Jahre Mitglied
Hi @ all,

heute Nacht standen noch 2 Freundinnen von mir überraschend vor der Tür bei mir und es wurde noch ein sehr lustiger Abend (Baileys rockt :p)

Zu vorgerückter Stunde (es muss so 5 Uhr gewesen sein und 3 Flaschen Baileys später) kamen wir irgendwie auf die Frage ob eigentlich jeder ein Tierheim aufmachen kann.
Hintergrund: Meine eine Freundin kennt einen Bauern, der seine Wiese (ca. 50 Hektar) loswerden will für sehr wenig Geld. Die Wiese liegt zwar Geographisch ziemlich blöde gelegen in irgendeinem Kaff im Osten von Deutschland (ich glaube sie sagte MecPomm) aber sie wäre riesengroß und sie ist halt "über".

Nicht dass ihr mich jetzt falsch versteht, es war eine Idee unter betrunkenen Weibern, nur trotzdem würde mich mal interessieren ob das gehen würde und welche Auflagen man dann erfüllen muss und so weiter...

Vielleicht hat hier ja jemand eine Ahnung?

Es warten gespannt auf eine Antwort:

Klopfer und noch 2 andere leicht angeheiterte Weiber :D
 
Klopfer schrieb:
Nicht dass ihr mich jetzt falsch versteht, es war eine Idee unter betrunkenen Weibern, nur trotzdem würde mich mal interessieren ob das gehen würde und welche Auflagen man dann erfüllen muss und so weiter...
Theoretisch (und auch praktisch, wenn Geld vorhanden ;) ) kann jede volljährige und geschäftsfähige Person eine Tierunterkunft eröffenen.
Oder z.B. eine juristische Person, wie ein Verein.
Die Genehmigungsbedingungen unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern und dort auch von Landkreis zu Landkreis erheblich.
Die Mindestgrundlage dabei ist (sollte es zumindest sein:(
a) Sachkundenachweis
b) Tierunterbringungsmöglichkeiten entsprechend den gesetzlichen Mindestanforderungen.
Für beides ist das jeweils zuständige Veterinäramt verantwortlich. Dort solltest Du nachfragen (aber nüchtern), ehe eventuell eine "Bauchlandung" folgt.
(Hast Du Glück, wie z.B. eine bekannte Gnadenhofbetreiberin im tiefsten Allgäu, benötigst Du noch nicht einmal die Mindestanforderungen nach a) und b) :sauer: )

Eines solltest Du Dir jedoch vor Augen halten: m.E. ist eine solche Einrichtung (jedenfalls wenn sie gut und tiergerecht geführt wird) immer ein Zuschußgeschäft. Geld läßt sich damit nicht verdienen.
Grundvoraussetzung also: Lottogewinn, oder ein gutes Erbe.;)
Grüße Klaus
 
kangalklaus schrieb:
Für beides ist das jeweils zuständige Veterinäramt verantwortlich. Dort solltest Du nachfragen (aber nüchtern), ehe eventuell eine "Bauchlandung" folgt.
Das mit dem nüchtern ist klar (ich glaube, ich sollte es wie die letzten 3 Jahre auch halten: keinen Alkohol für die kleine Klopfer :p) Wir wollten ja auch nur wissen ob das überhaupt gehen würde und welche Vorraussetzungen man mitbringen muss. Google ließ noch ein Haufen offener Frage übrig...
kangalklaus schrieb:
Eines solltest Du Dir jedoch vor Augen halten: m.E. ist eine solche Einrichtung (jedenfalls wenn sie gut und tiergerecht geführt wird) immer ein Zuschußgeschäft. Geld läßt sich damit nicht verdienen.
Grundvoraussetzung also: Lottogewinn, oder ein gutes Erbe.;)
Grüße Klaus
Das war uns schon klar, die Idee hatten wir heute Nacht auch. Es ging halt nur um das rechtliche

Bis denne,

eure Klopfer :D
 
Klopfer schrieb:
Google ließ noch ein Haufen offener Frage übrig...
Die werden auch bleiben, denn wie schon oben geschrieben: Wirklich verbindliches kann Dir nur der für das geplante Gebiet zuständige Amtsveterinär sagen.
Ich kenne z.B. Fälle, in denen lediglich ein ganz normaler Sachkundenachweis gefordert wurde. Andere wiederum wollten eine komplette Ausbildung in artverwandten Berufen, wie z.B. Tierpflegerin, Tierarzthelferin o.ä.
Oder es wird eine Prüfung beim Amtsveterinär verlangt.
(oder eben auch nichts von alledem)
Grüße Klaus
 
Klaus, lass bitte endlich Deine andauernden Anspielungen!
 
Bürste schrieb:
Sagt er denn Unwahrheiten?
Nein, sagt er natürlich nicht.
Und ich denke, ein Satz wie:

(Hast Du Glück, wie z.B. eine bekannte Gnadenhofbetreiberin im tiefsten Allgäu, benötigst Du noch nicht einmal die Mindestanforderungen nach a) und b)

ist doch recht neutral gehalten. Ohne Namen und Ortsangabe. (gerne per PN)
Ich hätte natürlich auch andere Beispiele in Niedersachsen oder Mecklenburg anführen können, doch dann fühlen sich halt andere Leute "auf den Schlips getreten".
Mir ging es im Wesentlichen darum, aufzuzeigen, dass die Bedingungen für ein Tierheim/einen Gnadenhof nicht zwangsläufig überall gleich sind (obwohl das wünschenswert wäre).

@Marion: Du schreibst:
Klaus, lass bitte endlich Deine andauernden Anspielungen!
Wie kann ich das lassen? Und warum?
Solange ein Mißstand besteht, sollte er auch benannt werden dürfen/müssen.
Oder wird eine Situation besser, nur weil darüber nicht geschrieben wird?:verwirrt:

:hallo: Klaus
 
Klaus, Du weißt genau, was ich meine, zumal ich Dich schon früher darum gebeten habe, nicht dauernd Anspielungen auf einen "Gnadenhof im Allgäu" zu machen, egal worum es in dem Thema überhaupt geht.

Du bringst die Spitze an, wo auch immer Du die geringste Möglichkeit siehst. Das Thema ist hier bereits mehr als ausführlich in mehreren Threads diskutiert worden, also halt es bitte aus anderen Themen raus, ja?
 
Marion schrieb:
Das Thema ist hier bereits mehr als ausführlich in mehreren Threads diskutiert worden, also halt es bitte aus anderen Themen raus, ja?

So wie ich das verstehe, will er keine Diskusion über irgendeinen Gnadenhof lostreten sondern nur die Verschiedenheit der Voraussetzungen zur Eröffnung einer Tierunterkunft herausstellen. Wenn besagter Gnadenhof ein Negativbeispiel dafür ist, so ist es nur legitim, wenn er es anführt und auch wenn er jedesmal schreiben würde, dass er eben diesen Gnadenhof nicht mag, so sagt er nur seine Meinung. Die Diskussion darum entsteht erst dann, wenn Andere darauf anspringen. Tun sie das so besteht Diskussionsbedarf und dafür ist ein Forum doch gemacht.
 
Guten Abend,

neulich habe ich mit unserem Vet. gesprochen. Nicht dass ich auch ein Tierheim oder einen "Gnadenhof" aufmachen will, aber wir redeten halt in einem andere Zusammenhang darüber.

In unserem Kreis verlangt die Behörde eine Sachkundeprüfung an Ort und Stelle, man wird also eingeladen und muß schriftlich Fragen beantworten.

Dann gibt es eine Kontrolle der Geländes und der Gebäude und erst dann eine Entscheidung. Die kann auch vorläufig sein. Das scheint mir in der ganzen BRD so zu sein, denn ein Vet. in Ludwigslust, also Meckl-Vorp. erzählte mir das gleiche.

Ginge es nach mir, würden die Vorschriften verschärft, denn was man mir derartigen Einrichtingen an Schaden anrichten kann, sprengt hier den Rahmen.

Herzlichen Gruß Hartmut

 
Hartmut Deckert schrieb:
Ginge es nach mir, würden die Vorschriften verschärft, denn was man mir derartigen Einrichtingen an Schaden anrichten kann, sprengt hier den Rahmen.

@ Hartmut
Da stimme ich Dir VOLL und GANZ zu.
Personen, die so einfach eine Genehmigung - von Seiten div. Ämter - erhalten, kann man nur als Tierschutz-Touristen bezeichnen oder als Hausmeister des Tierschutzes. Diese Personen sehen das aber anders und zählen sich mit Sicherheit zu den "weltbesten" Tierschützern. Die Hauptsache ist, sie können sich in der Öffentlichkeit "sonnen".
 
Rotkäppchen schrieb:
Diese Personen sehen das aber anders und zählen sich mit Sicherheit zu den "weltbesten" Tierschützern.
Na ja, Rorkäppchen,
nicht einfach pauschalieren. Manchmal ist es auch Blauäugigkeit, ohne böse Absichten.
Der Gedanke eines Gnadenhofes, oder einer Auffangstation für Tiere in Not, ist bestimmt schon vielen von uns gekommen. Mir z.B. auch schon.
Nur wenn man sich das Ganze einmal durchrechnet, kommt ein einigermaßen nüchtern denkender Mensch zu dem Schluß, das dies mit normalen Finanzmitteln nicht finanzierbar ist.
Es kann/darf ja auch nicht angehen, dass Menschen, die z.B. von HartzIV-Einkommen leben, in ihrer "Freizeit" einen Gnadenhof betreiben wollen.
Was ist, wenn sie zwangsweise eine Arbeitsstelle vermittelt bekommen? Wer betreut dann die Tiere? Was ist, wenn ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt? Brand oder Kündigung des angemieteten Grundstückes? (solche Fälle haben wir hier schon des öfteren diskuttiert)
Und schaut Euch einmal die Tierheime an, die mit teilweiser öffentlicher Unterstützung arbeiten. Ich kenne keines (abgesehen von HH-Süderstrasse), die "auf Rosen gebettet sind". Alle existieren am unteren Ende der Wirtschaftlichkeit (oder schon darunter).

Eine Einrichtung mit z.B. 50 Hunden benötigt nach meinem Ermessen mindestens 2 festangestellte/hauptamtliche Mitarbeiter, ein paar ehrenamtliche und das notwendige Gebäude mit Grundstück.
Da kommen pro Jahr sicher schnell Kosten in Höhe von mind. 150.000 Euro zusammen.
Auch ein Millionär wäre hier nach ein paar Jahren am Ende.

Alles andere, was da so oft auf privater Basis abläuft, ist m.E. entweder eine Selbsttäuschung (Gründe gibt es hier viele) oder eine bewusste Täuschung von Spendenwilligen.

Oder kann mir jemand (gern auch per PN) einen privat betriebenen Gnadenhof/ein Tierheim benennen, der funktioniert? Und das schon über mehrere Jahre?
Ich würde mich freuen.
Grüße Klaus
 
kangalklaus schrieb:
Oder kann mir jemand (gern auch per PN) einen privat betriebenen Gnadenhof/ein Tierheim benennen, der funktioniert? Und das schon über mehrere Jahre?
Ich würde mich freuen.
Grüße Klaus

Ich sehe es sehr ähnlich, wie Du Klaus... leider, denn ich könnte mir mein Leben auch so vorstellen, werde aber weder erben, noch spiele ich Lotto ;)

Dennoch habe ich ein Beispiel, wo es funktioniert.


24 Std. Einsatz, bis zur Selbstaufgabe, kein Urlaub und auch ganz sicher kein Cent zuviel für sich selbst ausgeben... das ist Carry, wie ich sie kennengelernt habe :)
 
a & a schrieb:
24 Std. Einsatz, bis zur Selbstaufgabe, kein Urlaub und auch ganz sicher kein Cent zuviel für sich selbst ausgeben... das ist Carry, wie ich sie kennengelernt habe :)
Danke für den Hinweis.
Ich habe mir die Seite einmal angeschaut.
Das scheint zu funktionieren. Einmal, weil das Gelände anscheinend durch die Stadt zur Verfügung gestellt wurde und auch noch Zuschüsse (in unbekannter Höhe) von anderen Orgas kommen.
Zudem ist durch die Beschränkung auf Tiere wie Pferde, Schweine, Gänse etc. (also kaum Hunde) der Zeitaufwand pro Tier sicher günstig zu werten.
Dann hoffen wir einmal, dass Carry noch lange gesund und munter bleibt, denn damit steht und fällt dieser Hof sicher.
Grüße Klaus
 
Hallo Rotkäppchen,

Du hast geschrieben: "und zählen sich mit Sicherheit zu den "weltbesten" Tierschützern. Die Hauptsache ist, sie können sich in der Öffentlichkeit "sonnen".

Und da muß ich Dir leider recht geben. Unseren ersten Hund bekamen wir vor über 30 Jahren aus dem Tierschutz. Andere sind gefolgt und auch unsere Katzen stammen aus Tierheimen.

Was wir da erlebt haben, kann man nur so bezeichnen, wie Du es beschreibst. Daher sind alle Vereine und Orgas bei uns gestrichen und wir unterstützen nichts mehr. Den Rest gab uns der in diesem Forum schon häufig erwähnte "Gnadenhof" einer Hundeflüsterin im Allgäu.

Eine Ausnahme aber gibt es natürlich immer. Wir sind Mitglied in unserem Tierschutzverein für unseren Landkreis. Da fahre ich in ca. 20 Minuten hin und kann alles anschauen, bei der Jahreshauptversammlung bekomme ich alle Zahlen und Daten und wenn ich dann immer noch etwas wissen will, bekomme ich ausführliche Antworten.

Es wäre schön, wenn andere es auch so machen würden, denn jeder Verein hat ein "Hinterland" und für dieses ist er da und in Norfällen zuständig und daher braucht er auch die Unterstützung der Leute, die ihn ja auch in Anspruch nehmen, wenn sie ein Tier loswerden wollen, oder Fundtiere nicht behalten können.

Es ist erstaunlich, dass viele Leute etwas im Fernsehen sehen, oder in einem dieser albernen Blättchen lesen und das auch noch glauben. Ist wie bei der "Bild - Zeitung", die wird von Männern angeblich nur gekauft wegen dem Sportteil. Wers glaubt, wird selig ....

Herzlichen Gruß

Hartmut

 
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