Die Probleme eines Staffordshire Bullterriers in Deutschland

L

la loca

... wurde gelöscht.
Hameln/Niedersachsen, 7.3.02

Baxter wälzt sich unruhig auf dem Boden, reibt seine Schnauze am Teppich. "Er mag es nicht, dass er jetzt einen Maulkorb tragen muss", sagt Jörg Epmeier, 24, Besitzer des Staffordshire-Bullterriers. Der Hamelner hält den sechs Monate alten Kampfhund, weil er von seiner Rasse fasziniert ist: "Baxter ist nicht wie ein Schäferhund, sondern wie ein Kind. Man muss ihn richtig erziehen, er hat seinen eigenen Willen. Das finde ich interessant." Das Gesetz sieht für Hunde von Baxters Rasse ab dem sechsten Monat eine Maulkorbpflicht vor. Seit Mitte Februar muss der Vierbeiner nun den Beißschutz tragen. "Und damit kamen einige Probleme auf uns zu", sagt Thea Lüdeke, 19, Schülerin aus Hameln.

"Thea und ich sind die einzigen, die einen Sachkundenachweis für den Terrier besitzen. Den bekommt man, wenn man sich mit der Rasse auskennt. Gassi gehen dürfen also nur wir beiden", sagt Jörg. Seitdem Baxter nur noch mit Maulkorb aus dem Haus darf, ernten Herrchen und Frauchen oft böse Blicke. "Die Leute gehen uns aus dem Weg, es fallen dumme Sprüche." Nur selten ist die Resonanz positiv. Doch auch bevor Baxter den Beißschutz tragen musste, gab es Schwierigkeiten. "Wir sind im Januar mit dem Zug nach Magdeburg gefahren. Obwohl uns in Hannover ein Schaffner sein Okay gegeben hatte, mussten wir mitten auf der Strecke aussteigen, weil unser Hund keinen Maulkorb trug." Hans-Jürgen Frohns, Pressesprecher der Deutschen Bahn AG für Niedersachsen und Bremen, erklärt: "Kampfhunde sind laut Eisenbahnverkehrsordnung grundsätzlich vom Transport ausgenommen. Die Halter werden beim Fahrscheinkauf am Schalter schon darauf hingewiesen, dass ein Transport der Tiere nicht möglich ist." Im Fall Baxter war das jedoch nicht so. "Am Schalter hat das keiner gesagt", behauptet Thea. Die Kraftverkehrsgesellschaft Hameln (KVG) handhabt den Transport der Hunde anders. "Wir richten uns nach der Verordnung über die allgemeine Beförderungsbedingung", so Karsten Busse, Geschäftsführer der KVG. "Demnach dürfen Hunde generell nur in Begleitung einer Aufsichtsperson Bus fahren. Gefährliche Hunde müssen einen Maulkorb tragen." Probleme mit der Beförderung speziell von Hunden gab es bei der KVG noch nicht. "Es fahren generell selten Hunde mit, in den Verkehrsmitteln ist das ja auch eine Quälerei für die Tiere." Nachteile für Kampfhundebesitzer liegen nicht nur im Transport. "Wir bezahlen 612 Euro Hundesteuer im Jahr", sagt Jörg. Tatsächlich beträgt die Steuer für Kampfhunde in der Stadt Hameln das Neunfache der normalen Hundesteuer - die liegt bei 72 Euro. Silke Matthies, Verwaltungsfachangestellte der Stadt Hameln: "Die Kampfhundesteuer besteht seit 1998. Sie ist so hoch, damit die Haltung dieser Hunde eingedämmt wird." Thea und Jörg finden das ärgerlich, zumal sie neben der hohen Steuer auch noch eine Hundeversicherung bezahlen. "Die Versicherungskosten für Kampfhunde sind viermal so hoch wie für Schäferhunde", beschwert sich Jörg. Neben Steuern und Versicherung fallen Ausgaben für Sachkundenachweis, Wesenstest, Hundeführerschein und Begleithundprüfung an. Das gibt dem 24-jährigen Hamelner Anlass zur Befürchtung: "Bald gelten solche Hunde nur noch als Aushängeschild für Reichtum." Doch Silke Matthies von der Stadt Hameln weiß: "Trotz des hohen Steuersatzes gibt es zurzeit mehr Kampfhunde in Hameln als 1998."



saludos jeanny y la loca
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gnadenhof_flemsdorf@gmx.de
 
Also diesen Bericht finde ich reichlich überzogen
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"Einen Sachkundenachweis erhält man wen man sich mit der Hunderasse auskennt"
Seit wann denn das? Hat jede Rasse nun einen eigenen Nachweis?

"Sokas zahlen viermal soviel an Versicherung wie ein Schäferhund"
Es stimmt, daß einige Anbieter für Sofas eine höhere Summe verlangen als für die vielen anderen Hunde - wenn, dann das doppelte an Beiträgen, nicht das vierfache.

"Demnach dürfen Hunde nur in Begleitung einer Aufsichtsperson Bus fahren"
Also hier mußte ich herzlich lachen
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Ich stell mir eben die Schlange wartender Hunde an einer Bushaltestelle vor, die zum Gassigang wollen, alle schön mit Fahrschein in der Schnauze
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watson
 
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Tahoma, Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von watson:
daß einige Anbieter für Sofas eine höhere Summe verlangen
[/quote]

Hihi, keine schlechte Bezeichnung für unsere Schmuser...

Ich verstehe nicht, warum alle so wild darauf sind, Staff&Co einen "starken Eigenwillen" zu unterstellen. Aufgrund der extremen Menschenbezogenheit und des "ihrer-Familie-gefallen-wollens" sehe ich das anders, insofern sind unsere "Sofas"(
biggrin.gif
) terrieruntypisch. Zumindest die, die wir im Laufe der Jahre hatten.
Gruss
bones

online.dll


'A dog is NOT "almost human" and I know of no greater insult to the canine species than to describe it as such.' (John Holmes)
 
ups, Sofas
biggrin.gif
, war wohl etwas zeitig heute morgen
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, meinte natürlich Soka`s

sorry
smile.gif

watson
 
Noch was anderes stört mich sehr.

Der StaffBull ist in Nds. auf Liste 2 ("widerlegbare Gefährlichkeitsvermutung"). Der Halter erzählt was von Kosten für die Begleithundeprüfung.

Also gehe ich davon aus, dass der Hund sich in der Ausbildung zur BH-Prüfung befindet. Dieser Hund wird auf Antrag vom Maulkorbzwang befreit.

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Tahoma, Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>
Erteilung einer Ausnahme vom Maulkorbzwang

Ausnahmen nach § 2 Abs. 2 vom Maulkorbzwang können auch erteilt werden, wenn
- der Hundehalter seine Sachkunde und Zuverlässigkeit nachgewiesen hat,
- der Hund entsprechend den Vorgaben von § 1 Abs. 3 gekennzeichnet ist,
- der Hundehalter nachweist, dass der Hund bisher nicht ordnungsbehördlich auffällig geworden ist ( z. B. durch eine Bescheinigung des örtlich zuständigen Ordnungsamtes) und
- die Sozialverträglichkeit des Hundes durch eine erfolgreich abgelegte Begleithundeprüfung, die auch eine Beurteilung des Verhalten des Hundes in dem Wesenstest vergleichbaren Situationen zuläßt, nachgewiesen ist. Dieses ist bei den Begleithundeprüfungen nach den Richtlinien des VDH oder vergleichbarer Regelungenzu unterstellen. Entsprechendes gilt für über 6 Monate alte Hunde, die sich nachweislich in einer Begleithundeausbildung befinden.
[/quote]

Durchführungshinweise zur Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere (Gefahrtier-Verordnung - GefTVO)


ciao
Andreas
 
Hm als mein Sofa ist in HCH als normaler Hund eingestuft (engl. Staffi) und wir gehen auch ohne Maulkorb durch die Gegend (ob ich das so darf, weiss ich garnicht, ist auch egal) und in den Parkgegenden darf er sogar frei rumsausen mein Sofa ohne Leine, solange keine Spaziergaenger und andere Hunde kommen.
Und so richtig schief angschaut, naja ab und an, aber wir schauen zuckersuess zurueck!

PS: noch ein einmalige Einstellen eines Gassi-Geh-Bildes (Chico + Hoss von Bonanza) (Das Geschirr traegt Chico an dem Tag, da meine Mom damit unterwegs war
wink.gif
)

freund16.jpg



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Es gibt im Leben nur eine Sünde, und die ist: den Mut zu verlieren.
Autor: Johannes Mario Simmel (*1924), östr. Schriftsteller
 
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