Der - Es-passt-in-keinen-anderen - Thread....

Früher ist mir oft ein Mann begegnet, er hatte panische Angst vor Hunden. Er hat schon von weitem gerufen, das man verständlicherweise anleinen soll.
Wenn ich ihn gesehen habe, habe ich direkt angeleint und bin sehr weit ausgewischen und habe den Hund so positioniert, das er mit dem Rücken zum Mann stand. Er hat sich immer ohne Blick bedankt und ist schnell weiter gegangen.
Irgendwann konnte ich nicht so weit auf die Seite. Kurz vor mir hat er dann ängstlich nach unten geschaut und meinte richtig erleichtert, der schaut mich ja nicht mal an.
Sowas tut mir auch voll leid :( Ich weiß wie einschränkend Ängste sein können...meine Ängste sind zum Glück keine die mir täglich begegnen, aber dennoch schwierig. Vor allem wird es ja von Mal zu Mal schlimmer wenn man dem immer ausweicht. Also bei mir zumindest.
 
  • 24. Januar 2026
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Hi bxjunkie ... hast du hier schon mal geguckt?
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So richtig großes Verständnis für Hundeangst hab ich, seit ich selbst miterlebt hab, wie sowas zustande kommen kann.

Mein - leider schon verstorbenes - Lieblingstantchen ist mal sehr schlimm von einem Schäferhund zusammengebissen worden. Daß die Verletzungen nicht als lebensbedrohlich eingestuft wurden, lag nur an ganz wenigen Zentimetern, die einige Bisse die Halsschlagader "verfehlt" hatten, weil die Tante relativ "groß" war.

Der Vorfall ereignete sich am alten Lehrerhaus, das knapp einen Kilometer vorm Dorf gegenüber der ehemaligen Schule stand. Alleinlage. Weit und breit sonst nix und niemand.
Und wer vom Nachbardorf in unser Dorf wollte, musste dort entlang. Praktisch zwischen den beiden Gebäuden hindurch.

Die Tante kam mehrmals die Woche zu Fuß zu uns und gruselte sich schon lange ein wenig vor dem am Gartenzaun des Lehrerhäuschens immer mordsmäßig bellenden Schäferhund der damaligen Mieter. Sobald jemand vorbei lief oder radelte, drehte der durch.
Viele Leute hatten Angst, aber er war ja "eingezäunt"...

Eines Tages war der Hund nicht im Garten, sondern im Haus - aber die Haustür stand offen...
Ohne jeden Grund und ohne Vorwarnung sprang der Hund die drei Stufen vor'm Haus herunter, meiner vorbei gehenden Tante direkt "an den Hals".

Sie war schwer verletzt, hauptsächlich an der Brust, auch an Arm und Schulter. Der Hund war zu allem Übel weder geimpft noch irgendwie versichert, der Halter war ein uneinsichtiges Riesenar.schloch, wollte keine Verantwortung übernehmen und die Zeiten waren noch nicht wie heute, wo man sich sowas keinesfalls gefallen ließe und die Behörden sofort die Hundehaltung überprüfen und irgendwelche Maßnahmen ergreifen würden.

Also erlebte ich hautnah mit, welche Panik die Tante von da an vor Hunden hatte. Zusätzlich zu dem ganzen Ärger mit dem Halter usw. Das war sehr, sehr schlimm alles.

Nur kurz nach dem Unfall traf sie im Dorf auf "Zugezogene", die damals einen deutschen Doggenrüden hatten. Sie bat das Ehepaar, doch bitte den Hund kurz festzuhalten, weil sie schreckliche Angst habe, nachdem sie erst kürzlich gebissen worden sei. Daraufhin wollte die Frau der Dogge ins Halsband greifen, der Mann hinderte sie aber daran und giftete: "Soweit kommt's noch! Wir sind schließlich in dieses sch.eiss Kaff gezogen, damit der Hund frei laufen kann."
Und dieses Erlebnis "on top" gab dem Tantchen dann den Rest. Ihre Angst, ihre Panik wurde sie nie wieder los.

Interessanterweise hatte sie vor meinen Hunden nie Angst. Vor keinem von denen. Obwohl ich immer meine Hunde im Auto lassen wollte, wenn ich die Tante besuchte, bestand sie immer darauf, daß sie mit ins Haus kamen und hat ihnen Wasser hingestellt und mit ihnen gesprochen. Später hat sie sie auch anfassen können. Aber das ging ausschließlich mit meinen Hunden. Vor allen anderen hatte sie zeitlebens schreckliche Panik.

Angst ist ein Warnsignal und hat meistens eine Vorgeschichte. Deshalb kann ich sehr gut akzeptieren wenn mir jemand signalisiert, daß er Angst vor meinem Hund hat. Und ich kann auch sehr gut einfach prophylaktisch rücksichtsvoll sein. Dabei bricht mir kein Zacken aus der Krone.
 
Bei uns in der Gegend lebt jemand seit 1,5 Jahren in seinem Auto, fährt von Parkplatz zu Parkplatz bis er vertrieben wird.
Ich hatte ihn um Weihnachten das erste Mal gesehen, hatte mich gewundert über den vollgestopften Wagen mit vollgestopften Anhänger hinten dran. Hatte überlegt ihn anzusprechen, das aber verworfen.
War dann da mit ner Freundin Gassi, später schickte sie mir einen Zeitungsartikel über den Mann. Fieses Schicksal. Haben dann beschlossen nochmal hinzufahren und ihn unverbindlich anzusprechen. Meine Freundin hat ein großes Haus, alle Kinder sind raus, also hatte sie überlegt ihm Obdach anzubieten.
Zwischenzeitlich hatte sie mit einer ihrer Töchter gesprochen, die ist Juristin. Die sagte, sobald Gelder fließen sei das ein mietähnliches Verhältnis und man bekäme den Menschen nur sehr schwer wieder raus, falls es menschlich nicht passen sollte. Ihn einfach nur bei sich wohnen lassen ohne Heizkostenzuschuss, hätte sie sich nicht leisten können, sie hätte die obere Etage wieder auf Wohntemperatur hochheizen müssen.
Wir sind dann trotzdem hingefahren mit Thermoskanne und belegten Broten, da war der Wagen mitsamt Anhänger weg! Wir hoffen, jemand hat ihm nach den Zeitungsartikel Obdach angeboten.

Finde ich schon blöd, dass man nicht "gefahrlos" unbürokratisch helfen kann wenn man schon Platz im Haus hat.
 
Sowas tut mir auch voll leid :( Ich weiß wie einschränkend Ängste sein können...meine Ängste sind zum Glück keine die mir täglich begegnen, aber dennoch schwierig. Vor allem wird es ja von Mal zu Mal schlimmer wenn man dem immer ausweicht. Also bei mir zumindest.
Aber ich hab doch nix von Ausweichen geschrieben.
 
Bei uns in der Gegend lebt jemand seit 1,5 Jahren in seinem Auto, fährt von Parkplatz zu Parkplatz bis er vertrieben wird.
Ich hatte ihn um Weihnachten das erste Mal gesehen, hatte mich gewundert über den vollgestopften Wagen mit vollgestopften Anhänger hinten dran. Hatte überlegt ihn anzusprechen, das aber verworfen.
War dann da mit ner Freundin Gassi, später schickte sie mir einen Zeitungsartikel über den Mann. Fieses Schicksal. Haben dann beschlossen nochmal hinzufahren und ihn unverbindlich anzusprechen. Meine Freundin hat ein großes Haus, alle Kinder sind raus, also hatte sie überlegt ihm Obdach anzubieten.
Zwischenzeitlich hatte sie mit einer ihrer Töchter gesprochen, die ist Juristin. Die sagte, sobald Gelder fließen sei das ein mietähnliches Verhältnis und man bekäme den Menschen nur sehr schwer wieder raus, falls es menschlich nicht passen sollte. Ihn einfach nur bei sich wohnen lassen ohne Heizkostenzuschuss, hätte sie sich nicht leisten können, sie hätte die obere Etage wieder auf Wohntemperatur hochheizen müssen.
Wir sind dann trotzdem hingefahren mit Thermoskanne und belegten Broten, da war der Wagen mitsamt Anhänger weg! Wir hoffen, jemand hat ihm nach den Zeitungsartikel Obdach angeboten.

Finde ich schon blöd, dass man nicht "gefahrlos" unbürokratisch helfen kann wenn man schon Platz im Haus hat.
Das ist leider so.
Und Mietnomaden vermehren sich leider. Ich kenne super viele Leute, die auch schon mal ein großes Herz hatten und an Bedürftige vermietet haben. Da war irgendwann nix mehr mit Dankbarkeit und helfen im Garten etc. Die haben die Wohnung vermüllt und in einem Falle ließ der Mieter die Hausbesitzerin nicht mehr in die Wohnung. 1 1/2 jahre mußte sie warten und es ging dann nur über ne Räumungsklage... und sie mußte viel Geld investieren in die Renovierung. Traurig aber wahr. Ich kenne viele, die vermieten würden, es aber nicht mehr tun.
Meine Mieterin hat mir die letzte Miete auch nicht mehr bezahlt. Ich habe sie so rausbekommen, aber nur mit Druck und juristischen Rat. Aber es hätte auch sein können, dass sie einfach geblieben wäre, obwohl der Mietvertrag befristet war.
 
Das ist doch echt beknackt.
Ich finde es natürlich gut, dass Vermieter die Mieter nicht "einfach so" raus werfen dürfen, aber, dass man es selbst bei vermüllten Wohnungen und Mietrückständen so schwer hat, finde ich unmöglich.
 
Als ich noch in D lebte, hat der Nachbar 10 Monate gebraucht, um einen Mietnomaden aus dem Haus zu bekommen. Das war eine finanzielle Katastrophe, weil er das Haus auch verwüstet hat.

Wir hatten einen schrägen Mieter, der glücklicherweise nur 10 Monate geblieben ist. Danach war uns klar, dass wir nicht mehr vermieten möchten.
 
Hab ich auch nirgendwo geschrieben oder? Ich hab dich nicht mal zitiert. Ausserdem sprach ich von mir, steht auch da.
Ja, sorry. Ich hab Dich zitiert, weil es plötzlich in der Diskussion um ausweichen ging, wo es doch anfangs nur das Thema war, dass der Hund halt hinter einem schlendert oder sonstwo rumläuft und dass es Menschen mit Hundeangst gibt.
 
Voll nerviges Gassi, bin die Hundeautobahn gelaufen.
Treffen erst den Mann, der und dessen Hund von dem Dobermann gebissen worden sind.
Geben uns Mühe einen ungefährlichen Eindruck zu machen, was uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auch gelingt.
Dann kommt ein Typ mit großem Wuschelteil. Wuschelteil guckt angestrengt zu uns rüber, Nougat meint er kann dann nicht deeskalierend Pipi lutschen und muss mal direkt rüber gucken und die Rute zum Mittelfinger erheben.
Zig weitere Begegnungen, und dann kommt die Frau mit Labrador und Jack Russel. Eigentlich keine Challange für uns, beide Hunde hören gut und werden normalerweise in ausreichend Abstand rangepfiffen und angeleint. Heute flitzt der Russel aber wie bekloppt rum, dem war wohl kalt. Nougat guckte sich das mit gesteigerter Aufmerksamkeit an und war plötzlich nicht mehr in der Lage nicht an an der Leine zu ziehen.
Dann noch wild umher rennende Kinder und ordentlich Wind...
 
Mein Hund hat null Probleme zu mir zu kommen und bei Fuß zu laufen bei Begegnungen (und da muß er nicht zwingend an die Leine) ansonsten bekommt er ein ok, wenn alles frei ist und er kann rumrennen. Ich mache das so und es bricht mir weder einen Zacken aus der Krone noch ist es mega anstrengend für mich. Ich sehe es außerdem als Training für den Hund, den Gehorsam abzufragen.

Ich persönlich habe es halt schon erlebt, dass mich Hunde beim Joggen angesprungen oder angerämpelt haben, beim Mountainbiken fast vom Fahrrad geholt haben, beim walken und auf Fitnessparks angekläfft haben und die Halter halt ihre Hunde nicht zurückrufen konnten. Und ich habe keine Angst vor Hunden. In meiner damaligen Laufgruppe gabs aber Leute mit Angst vor Hunden und auch vielen unschönen Begegnungen.

Es ist halt so, dass man als Nichthundemensch einem fremden freilaufenden Hund, der nicht beim Halter ist, direkt ansieht, ob der nett ist oder nicht...

Wenn ich ehrlich bin, finde ich jetzt auch nicht, dass das den Stempel "rücksichtsvoll" verdient, also ranrufen, aber nicht anleinen ;)

Also wenn ich die Wahl hätte an einem alten Hund vorbeizulaufen, der durch die Gegend schlurft und Blümchen beschnuppert, oder an einem jungen Hund-Halter-Gespann, wo der Hund bei meinem Anblick gerufen, aber nicht angeleint wird, wäre mir Nr. 1 lieber.

Ich habe es z.B. sehr häufig erlebt, dass Hunde, die gerufen werden, zunächst hören und dann das Kommando selbständig auflösen und doch angerannt kommen.

Zudem kann man bei dem Hund, der gerufen wird, auch daran denken, dass er "aus Gründen" gerufen wird. Wenn er dann unangeleint bleibt, kann man da schon auch Bedenken haben, ob er auch beim Halter bleibt ...

Ich habe ja keine Angst vor Hunden, aber wenn mir z.B. ein Hund begegnet, von dem ich weiß, dass er Mika nicht mag, oder der offensichtlich nicht so freundlich ist, dann fühle ich schon Besorgnis, wenn der Hund nur "gerufen", aber nicht angeleint oder festgehalten wird.

Ich habe meine Hunde nicht immer gerufen.
Wohl aber, wenn ich Zweifel hatte, ob das für mein Gegenüber okay ist. Dann habe ich immer auch angeleint, oder alternativ kurz am Halsband festgehalten.
Auch das ist natürlich ggf. nicht "sehr rücksichtsvoll", weil z.B. beim am Halsband festhalten, für das Gegenüber recht klar ist, dass ich nach dem Passieren gleich wieder loslasse ...

Aber ich mache da keine Wissenschaft draus.

Ich fand es nur verwunderlich, dass man die kleine Anekdote von snowflake mit "so rücksichtslos" kommentierte.


So richtig großes Verständnis für Hundeangst hab ich, seit ich selbst miterlebt hab, wie sowas zustande kommen kann.

(...)

Angst ist ein Warnsignal und hat meistens eine Vorgeschichte. Deshalb kann ich sehr gut akzeptieren wenn mir jemand signalisiert, daß er Angst vor meinem Hund hat. Und ich kann auch sehr gut einfach prophylaktisch rücksichtsvoll sein. Dabei bricht mir kein Zacken aus der Krone.

Schlimme Geschichte :(

Aber muss nicht immer so sein.

Hier wohnt z.B. eine Familie mit Zwillingen (2 Jungs). Der eine hat panische Angst vor Hunden, den anderen juckt das nicht.
Das war schon so, seit die beiden klein waren. Die Mutter hat auch gemeint, sie wisse nicht woran das liegt. Passiert ist nie etwas mit einem Hund. Sie hat auch versucht, dem Jungen Hunde schmackhaft zu machen. Aber der hatte z.B. auch Angst vor Mika, als der noch ein winziger Welpe von 2 kg war.

Eine andere Nachbarin erzählte, dass sie auch Angst vor Hunden hat. Sie verstünde es selbst nicht. Ihre Schwester liebt Tiere. Sie nicht mehr. Der Mann der Nachbarin hat große Angst vor Hunden (auch vor Mika), sie hätte früher nie Angst gehabt. Sie hätte sogar als Kind mit dem Schäferhund ihrer Freundin gespielt und sie erinnert sich nur positiv an diese Spiele. Aber irgendwann ist das verloren gegangen und jetzt hat sie auch Angst. Es ist zwar nicht so schlimm wie bei ihrem Mann (also Angst vor Mika hat sie z.B. nicht), aber sie hat schon Angst bei größeren Hunden.

Eine Freundin von mir aus Kindheitstagen hatte Angst vor Hunden, weil sie beim Zeitung austragen immer von diversen Hunden am Gartenzaun angebellt wurde.

Und natürlich ... wenn ich den Jungen oder das Ehepaar sehe, bleibt Mika bei mir und ist angeleint.
Aber ich handhabe das - wie gesagt - situativ.
Kommt mir jemand entgegen, der sich komisch bewegt (stehen bleibt, komisch schaut), leine ich an, ebenso wenn er sich seltsam verhält, ein Kind ist, gebrechlich wirkt, mit Rollator unterwegs ist, mit Kinderwagen unterwegs oÄ. Aber jetzt nicht zwingend beim jungen Wanderer, der zielstrebig in unsere Richtung marschiert, ohne uns zu beachten ;)
Und finde mich einfach "normal", weder rücksichtsvoll, noch rücksichtslos.
 
Muss das übel einschränkend sein, so große Angst vor Hunden zu haben! Hunde sind ja wirklich überall und unberechenbar.
Hätte ich ja keine Lust drauf mich immer so zu fürchten.
Eine Ex-Kollegin von mir hatte so panische Angst vor Hunden, dass sie sich nicht mal traute, allein im Wald spazieren zu gehen, weil da ja ein Hund zu ihr kommen könnte. Mit ihrem Mann oder, witzigerweise mit Spuk und mir, ging es dann, weil sie uns vertraute, ihr freilaufende Hunde vom Leib zu halten. Und Spuk war für sie ok, weil der sie einfach komplett ignoriert hat.

Noch zu Collie Bennys Zeiten gab es hier einen Typen, der immer im Wald joggte und Hundehalter von Weitem anpöbelte, sie sollen ihre Drecksköter anleinen. Darauf hab ich nie reagiert, weil ich mich nicht anpöbeln lasse. Hätte der in einem normalen Ton gefragt, kein Ding, hätte ich den an allem desinteressierten Collieopi angeleint, aber in dem Ton nicht.

Zur gleichen Zeit machten im selben Wald immer zwei ältere Schwestern Nordic Walking, die auch richtige Hundeangst hatten, und die hatten mir das mal erzählt und gebeten, Benny anzuleinen, und seitdem hab ich immer alle Hunde angeleint, wenn ich denen begegnet bin. Sogar heute noch grüßen die mich immer, wenn sie mir über den Weg laufen.
 
Noch zu Collie Bennys Zeiten gab es hier einen Typen, der immer im Wald joggte und Hundehalter von Weitem anpöbelte, sie sollen ihre Drecksköter anleinen. Darauf hab ich nie reagiert, weil ich mich nicht anpöbeln lasse. Hätte der in einem normalen Ton gefragt, kein Ding, hätte ich den an allem desinteressierten Collieopi angeleint, aber in dem Ton nicht.
Sowas ähnliches hatte ich hier auch mal mit einem Jogger.
Stand mit einer anderen Hundehalterin auf einer Wiese, ihr Hund und Igor haben Wrestling gespielt. Zum Weg den die Jogger nutzten war dichtes Gestrüpp mit Dornen, auch recht breit und etwa 1m hoch, also unwahrscheinlich, dass die Hunde da durch rennen würden um die Jogger zu fressen.
Der eine Jogger musste sich wohl profilieren vor seinem Mitjogger und pöbelte uns zu, dass aber was los ist, sollten die Thölen ihnen hinterher laufen.
Da ist mir der A*sch geplatzt und ich habe lauthals zurückgepöbelt, dass er sich keine Sorgen machen brauche, unsere Hunde hätten guten Geschmack und würden so ein dürres Hähnchen wie ihn sicher nicht anrühren.

Schlagartig Ruhe im Karton und leichte Beschleunigung beim dem Jogger, der gepöbelt hatte. Fassungsloser Blick von der anderen Hundehalterin. Man kennt mich hier nämlich eher als gelassen.
 
Bei uns in der Gegend lebt jemand seit 1,5 Jahren in seinem Auto, fährt von Parkplatz zu Parkplatz bis er vertrieben wird.
Ich hatte ihn um Weihnachten das erste Mal gesehen, hatte mich gewundert über den vollgestopften Wagen mit vollgestopften Anhänger hinten dran. Hatte überlegt ihn anzusprechen, das aber verworfen.
War dann da mit ner Freundin Gassi, später schickte sie mir einen Zeitungsartikel über den Mann. Fieses Schicksal. Haben dann beschlossen nochmal hinzufahren und ihn unverbindlich anzusprechen. Meine Freundin hat ein großes Haus, alle Kinder sind raus, also hatte sie überlegt ihm Obdach anzubieten.
Zwischenzeitlich hatte sie mit einer ihrer Töchter gesprochen, die ist Juristin. Die sagte, sobald Gelder fließen sei das ein mietähnliches Verhältnis und man bekäme den Menschen nur sehr schwer wieder raus, falls es menschlich nicht passen sollte. Ihn einfach nur bei sich wohnen lassen ohne Heizkostenzuschuss, hätte sie sich nicht leisten können, sie hätte die obere Etage wieder auf Wohntemperatur hochheizen müssen.
Wir sind dann trotzdem hingefahren mit Thermoskanne und belegten Broten, da war der Wagen mitsamt Anhänger weg! Wir hoffen, jemand hat ihm nach den Zeitungsartikel Obdach angeboten.

Finde ich schon blöd, dass man nicht "gefahrlos" unbürokratisch helfen kann wenn man schon Platz im Haus hat.

Ja, es ist eben ein schmaler Grad.
Jemand der eine Unterkunft hat, soll eben nicht einfach so auf die Straße gesetzt werden können.

An Stelle deiner Bekannten hätte ich aber schon Bedenken.
Ein schlimmes Schicksal, welches einen unverschuldet trifft, ist natürlich schlimm, bedeutet aber nicht, dass das Zusammenleben harmonisch wäre.
Häufig haben solche Menschen Traumata und Probleme, weshalb sie sich nicht gekümmert haben. Man wird im Regelfall nicht einfach so obdachlos, oft steht im Hintergrund sowas wie eine Depression, Sucht, PTBS, andere psychische Erkrankungen, die einen daran gehindert haben, sich Hilfe zu holen. Diese Leute bräuchten professionelle Unterstützung. Sie einfach aufzunehmen, löst das Problem nur teilweise.
Jemand den ich kenne, hat auch so jemanden aufgenommen. Am Ende ist die Einliegerwohnung abgebrannt ...
 
Das ist mir vollkommen bewusst. Ich kenne mich aus beruflichen Gründen mit all diesen Erkrankungen bestens aus und weiß auch, dass man nicht einfach so aus einer Wohnung fliegen kann, es sei denn man ist zu eingeschränkt um sich zu wehren.
Deshalb wollten meine Freundin und ich auch erstmal unverbindlich mit ihm sprechen und danach beratschlagen, ob sie ihn aufnimmt oder nicht. Dann kam aber das Gespräch mit der Tochter dazwischen, sodass wir es ohnehin bei Getränken und Nahrung belassen hätten.
 
Es gab grade einen Bericht wo ein Makler einen Junkie bei sich aufgenommen hat. Bei sich zuhause. In einer Wohnung. Ich fand das krass mutig. Mein größter Respekt dafür. Sie wohnen immernoch zusammen.

Krasse Geschichte. Sehr schön - grenzt allerdings ziemlich an ein Märchen. Denn als gutes Beispiel für die "breite Masse" eignet sich diese Geschichte leider nicht.
Und nicht nur, weil die wenigsten Menschen genug Herz, Geld, Zeit, Platz, Mut und Nerven für sowas hätten - all das zusammen - sondern vor allem weil ein Zusammenleben mit so schwer Suchtkranken in der Regel alles andere als einfach ist. Sucht und ein "normaler Alltag" gehen (i. d. R.) zu schwer zusammen.
 
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