Der "Alles über Pferde"-Thread

  • lektoratte
Deinen Ansatz "Reitställe lassen einen ab 80 kg nicht aufs Pferd, also kaufe ich mir eins, dann kann ich machen, was ich will" finde ich auch als Nicht-Reiterin einigermaßen fragwürdig. Denkst du nicht, dass die ihre guten Gründe für diese Begrenzung haben?

Naja, jetzt mal laienhaft gedacht: Wenn die Reitställe sagen: "Wir haben nur normale Warmblüter, und die tragen eben nicht dauerhaft mehr als 80 kg", dann ist der Gedanke: "Dann kaufe ich mir ein Pferd, das auch einen schwereren Reiter tragen kann, wenn es die im normalen Stallbetrieb halt nicht oder nur selten gibt", je erstmal nicht verwerflich.

Bleibt halt die Frage, ob es solche Pferde überhaupt gibt.

Vielleicht landet man da auch darum beim Kaltblut oder beim schweren Warmblut, weil man eben Ritter in Gestechrüstung vor Augen hat... wenn die getragen werden können, dann sollte ein etwas schwererer Mensch ohne Rüstung ja kein Thema sein (wobei das ja im Turnier wie im Gefecht jeweils nur relativ kurz der Fall war, aber gut...)

Aber anscheinend ist das fragwürdig, weil zumindest deren Beine durch ihr eigenes Gewicht schon stärker belastet werden als bei schlankeren Pferden.

Ob nun 80 kg wirklich die ultimative Grenze sind, kann ich nicht beurteilen.

Falls ja, sehe ich es wie Crabat: Wenigstens die erreichen, bevor das Pferd da ist, klingt sinnvoll. Evtl, vielleicht auch frustrierend - ich nehme ja auch nicht ab, obwohl ich es müsste oder auch gern möchte., weil ich mein Leben ohne Anlass nicht ausreichend umstellen kann.

Ist halt im Einzelfall die Frage, wie weit das mit Anlass (also, wenn das Pferd da ist) möglich ist.

(Bei mir selbst wäre ich da wenig optimistisch, aber es geht ja nicht um mich und für andere möchte ich nicht sprechen.)
 
  • SaSa22
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Hi lektoratte :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
  • MadlenBella
Du kannst doch nicht ernsthaft die heutige Zeit und den Umgang mit den Pferden mit irgendwelchen Ritterturnieren oder Gefechten vergleichen?

Zum Glück sind wir mittlerweile weiter.
 
  • Paulemaus
Naja, jetzt mal laienhaft gedacht: Wenn die Reitställe sagen: "Wir haben nur normale Warmblüter, und die tragen eben nicht dauerhaft mehr als 80 kg", dann ist der Gedanke: "Dann kaufe ich mir ein Pferd, das auch einen schwereren Reiter tragen kann, wenn es die im normalen Stallbetrieb halt nicht oder nur selten gibt", je erstmal nicht verwerflich.

Bleibt halt die Frage, ob es solche Pferde überhaupt gibt.

Vielleicht landet man da auch darum beim Kaltblut oder beim schweren Warmblut, weil man eben Ritter in Gestechrüstung vor Augen hat... wenn die getragen werden können, dann sollte ein etwas schwererer Mensch ohne Rüstung ja kein Thema sein

@hundeundich2.0 ist aber kein Laie und hat ja bereits bei ihren Recherchen vor dieser Diskussion erfahren, dass ein hohes Gewicht des Reiters dem Pferd nicht unbedingt gut tut. Insofern hätte es klar sein müssen, dass die " Pferdeleute" hier dazu was sagen.

Zum Vergleich mit den Rittern in Rüstung: Ich glaube nicht, dass jemand, der schon mit Pferden zu tun hatte, auf diesen Vergleich kommen könnte.
 
  • einbiest
Der Vergleich kommt leider ständig.
 
  • lektoratte
@MadlenBella

Lies, was ich geschrieben habe. Lies es nochmal. Dann zeige mir, wo ich ernsthaft etwas verglichen habe.

Entschuldige, aber im Moment habe ich es ziemlich dicke, nicht richtig verstanden zu werden.

Ich habe geschrieben: Man hat vielleicht schwere Pferde mit Rittern vor Augen. (Und schwere Pferde, die schwere Lasten ziehen.)

Dass Ziehen etwas anderes ist als Tragen, und dass Kaltblüter die letzten Hundert Jahre auf Zug selektiert wurden, nicht auf Reiten, wurde hier ja schon erwähnt, zB von @Candavio.

Dass ein Ritterturnier für das Pferd je kurze Phasen extremer Belastung bedeutet hat, keine dauerhafte Überlastung, habe ich dort auch erwähnt.

Also: Ich habe selbst schon erwähnt, dass man das eigentlich nicht vergleichen kann! Ich wollte nur ausführen, wie man u.U. auf den Gedanken kommt.

Und warum wollte ich das ausführen?

Weil ich denke, der Gedanke war nicht: "Wenn die mich nicht auf's Pferd lassen, kauf ich mir eins, dann redet mir keiner rein!"

Sondern: "Wenn die kein Pferd haben, dass mich tragen kann, kaufe ich mir eines, das es kann."

Das an sich ist kein unvernünftiger Gedanke.

Wie gesagt: Ob es solche Pferde gibt, und ob es vernünftig ist, sich unter den gegebenen Umständen ein Pferd zu kaufen, vorausgesetzt, es gäbe eines, da passt- das sind zwei andere Fragen.

Ich persönlich hätte auch Manschetten vor der zeitlichen Belastung. Von der körperlichen ganz zu schweigen. Sage ich offen.
 
  • helki-reloaded
Deinen Ansatz "Reitställe lassen einen ab 80 kg nicht aufs Pferd, also kaufe ich mir eins, dann kann ich machen, was ich will" finde ich auch als Nicht-Reiterin einigermaßen fragwürdig. Denkst du nicht, dass die ihre guten Gründe für diese Begrenzung haben?
Und dass hier praktisch alle (Ex-)Reiterinnen unisono die gleichen Bedenken vorbringen, gibt dir auch nicht zu denken?

Das hat ein bisschen was von "Na, wenn die seriösen Züchter und Vereine mir aus Gründen keinen Hund geben wollen, gehe ich halt dahin, wo man nicht so genau hinschaut".

Für mich wäre ein Verein, Züchter oder Verkäufer, der bei seinen Pferden nicht drauf schaut, dass sie durch die Reiter nicht zu stark belastet werden, ungefähr das Pendant zum unseriösen Vermehrer. Vielleicht tragen diverse Pferde zu hohes Gewicht eine Weile, ohne dass sie für jeden erkennbar Probleme zeigen, aber es geht ja dennoch auf den Bewegungsapparat.

Ich würde mich mit meinem aktuellen Gewicht auch auf kein Pferd setzen und hoffe sehr, dass @hundeundich2.0 nach ein oder zwei Nächten drüber schlafen, vielleicht auch an die ganze Thematik noch mal rangehen kann, ohne sie (ausschließlich) als Angriff auf ihre Person zu werten, sondern dahinter auch die ehrliche und berechtigte Sorge um Pferde sehen kann.
 
  • lektoratte
Der Vergleich kommt leider ständig.

Ja. Jeder, der meine Nachbarin zB kennt, sagt grinsend: "Ist ja klar, dass die ein Kaltblut reitet."

Dabei war es Zufall, dass ihre Reitbeteiligung eines war - da war sie ja noch viel jünger und kleiner, träumte von einer Dressurkarriere, und hat nach eigenen Worten gedacht: "Besser so eines als gar kein Pferd"... ;) - aber sie mag sie mittlerweile einfach, weil die anscheinend so nett sind.

(Und sie reitet mW sehr gut. Um das hier mal festzuhalten.)
 
  • MadlenBella
Wie bereits gesagt wurde : Keiner mit Pferdeverstand würde solche Bilder im Kopf haben. Das ist einfach albern.
 
  • embrujo
Wer sich mal ein wenig mit der Geschichte der Freiberger Zucht beschäftigt
wird meines Erachtens gar nicht auf die Idee kommen, dass heute diese Rasse für schwere Menschen in Frage kommt.
 
  • lektoratte
Wie bereits gesagt wurde : Keiner mit Pferdeverstand würde solche Bilder im Kopf haben. Das ist einfach albern.

Keine Ahnung… dafür kenne ich zu wenige Reiter. :kp:

Edit: Leute ohne Pferdeverstand (ist der eigentlich angeboren?) und Reitanfängern so wie generell Laien scheint der Gedanke jedenfalls nicht so fern zu liegen.
 
  • helki-reloaded
Edit: Leute ohne Pferdeverstand (ist der eigentlich angeboren?) und Reitanfängern so wie generell Laien scheint der Gedanke jedenfalls nicht so fern zu liegen.

Laut Duden bedeutet Pferdeverstand so viel wie "Kenntnis im Umgang mit Pferden haben" - also eher nicht angeboren.

Und ja, das "Argument der Pferde, die ja auch Ritter mit ihren Rüstungen trugen" wird von Reitanfängern, Laien und nicht zuletzt auch Ignoranten gerne vorgebracht. Drum sind diejenigen, die tiefer im Thema stecken, davon auch zuweilen mal genervt. Vielleicht ein bisschen vergleichbar mit der xten Behauptung im Sinne von "wenn ich in den Impfpass Boxermix schreibe, kann ich problemlos jeden Soka halten" (Ignoranten) oder "Aber Kampfhunde fressen alte Omas, das weiß man doch" (Leute, die sich nie näher damit beschäftigt haben).

Für jemanden, der regelmäßig mit Pferden zu tun hat, erscheint der Ritterrüstungsvergleich halt irgendwo absurd, so wie dir vermutlich der eine oder andere laienhafte Ansatz beim Versuch der Erklärung oder gar versuchten Widerlegung wissenschaftlicher Grundsätze absurd erscheint.
 
  • snowflake
Ich fand es schon sehr weit hergeholt, mir wäre der Gedanke im Leben nicht gekommen. Aber da einbiest schreibt, der Vergleich kommt ständig, scheint er doch gar nicht so selten zu sein.
 
  • Crabat
Er ist in diesem Fall mit „Rittertunier“ auch historisch fragwürdig :lol: Tragen können die natürlich so einiges. Jedes Pferd. Aber heute interessiert es die Leute ob das gesund ist, im Mittelalter war ja eher die Frage WANN esse ich den Gaul, vor oder hinter Augsburg? :)
 
  • lektoratte
Aber heute interessiert es die Leute ob das gesund ist, im Mittelalter war ja eher die Frage WANN esse ich den Gaul, vor oder hinter Augsburg? :)


Ja gut - Details. :D

Ihr habt natürlich alle Recht. Ich würde das auch ganz sicher nicht vergleichen wollen.

Aber es wird halt getan. :kp:
 
  • matty
Ich habe keinen Pferdeverstand und keine Erfahrung im Umgang mit Pferden, aber als ich den Vergleich gehört habe, war mein erster Gedanke, was wusste man den damals über Tiere? Dass sie auch fühlen und leiden war undenkbar. Dieser Vergleich kann heute mit Sicherheit nicht ernst gemeint sein.

Und auf den Kaltblütern vom Forst durften früher bei meinem Großonkel grundsätzlich nur kleinere Kinder, weil gesagt wurde, sie seien zum Reiten nicht geeignet.
Wir sind auch nicht geritten, wir wurden einfach drauf gesetzt.
 
  • Crabat
Und auf den Kaltblütern vom Forst durften früher bei meinem Großonkel grundsätzlich nur kleinere Kinder, weil gesagt wurde, sie seien zum Reiten nicht geeignet.
Wir sind auch nicht geritten, wir wurden einfach drauf gesetzt.
Das aber vermutlich, weil sie nicht wirklich eingeritten waren und ein leichtes Kind trotzdem duldeten. ;)

Anderes Thema, aber im frühen Mittelalter und zur Zeit der großen Ritter, sind die Leute meist Zelter geritten, wenn sie Pferde hatten (und keine Esel und Maultiere). Also Gangpferde die über Tölt verfügten :)
Ein großes Schlachtross war so teuer wie ein Haus. Aber dennoch lag die Lebenserwartung bei nur ca 10 Jahren.
 
  • matty
Das aber vermutlich, weil sie nicht wirklich eingeritten waren und ein leichtes Kind trotzdem duldeten. ;)
Ja sicher.
Allerdings waren die dermaßen tiefenentspannt, dass sie keinesfalls jemanden abgeworfen hätten.
Ich hab mir darüber aber auch nie Gedanken gemacht. Es war so, wir Kinder fanden es gut und es wurde von allen akzeptiert.
 
  • toubab
Mein enkelkind, 2. Reitstunde, die ponies sind zwischen 29 und 32 jahre alt, heute zum erstenmal getrabt,sie ist begeistert.

 
  • snowflake
Ich bin als Kind tatsächlich auch mal "geritten", auf dem "Ackergaul" einer Klassenkameradin mit Bauernhof. Davon gab es sogar ein Foto, das ich aber nicht mehr habe. Das einzige Bild von mir auf einem Pferd, das es noch gibt, ist dieses aus der Camargue, auch aus grauer Vorzeit.
 
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