Der "Alles über Pferde"-Thread

Früher waren angeblich ja auch alle Hunde gesünder.
Vielleicht liegt es auch daran, dass heute mehr Pferde behandelt und durchgezogen werden, wo man früher den wirtschaftlichen Totalschaden abgestoßen hat.
 
  • 13. Januar 2026
  • #Anzeige
Hi Coony ... hast du hier schon mal geguckt?
  • Gefällt
Reaktionen: Gefällt 21 Personen
#VerdientProvisionen | Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Mit einer guten Heulage kann selbst das beste Heu nicht mithalten .
Noch dazu ist es ein großes Problem , daß diese Riesen HeuBallen mit den großen Maschinen bearbeitet werden ,
und so einige Hersteller /Landwirte das Gras sehr knapp über dem Boden mähen .

Im vorletzten Stall gab es auch gute Heulage, und kein Pferd hatte dort chronischen Husten .
Meiner ist GsD nicht anfällig was den Husten angeht, und im Allgemeinen ziemlich robust.

Wenn ich mich so umschaue , was viele Pferdebesitzer mit ihren Pferden veranstalten wundert es mich allerdings nicht ,
daß da irgendwann der Stoffwechsel entgleist . Zig Müslis und Zusätze werden da verfüttert, und die Pferde werden
immer kränker .

Bezüglich der Atemwegserkrankungen ist das sicher so.

Heulage muss 50 bis 70% Trockensubstanz haben. Ein höherer Trockensubstanzgehalt verhindert das Einsetzen des Silierprozesses.
Die hier von so vielen Landwirten stolz angebotene Variante "gewickeltes Heu", mit einer höheren Trockensubstanz, die dadurch nicht bestimmungsgemäß siliert aber luftdicht in Folie gewickelt wurde, ist eine wahre Keimschleuder. Sie wird von Pferdebesitzern gerne gefüttert, lieber als qualitativ hochwertige Heulage, weil sie nicht oder kaum nach Silage riecht und "so schön trocken" ist :(.

Meine frühere Tierärztin sagte immer, es ist schwierig abzuwägen. Eine gute Heulage ist für die Atemwege sicher förderlich. Durch den höheren Säuregehalt gibt es dafür mehr Magenprobleme. Der Verdauungstrakt von Pferden ist nicht für vergorenes Futter konzipiert. Magenempfindliche Pferde vertragen keine Heulage.

Die vielen Industriefutter in Form von Müslis aller Art und die meist völlig unnötigen Zusätze tun ein Übriges. Man staunt, was manche Leute in ein einziges Pferd stopfen. Da füllen die Dosen mit allen möglichen Pülverchen und Liquiden ein komplettes Regal.
 
Früher waren angeblich ja auch alle Hunde gesünder.
Vielleicht liegt es auch daran, dass heute mehr Pferde behandelt und durchgezogen werden, wo man früher den wirtschaftlichen Totalschaden abgestoßen hat.

Das kommt noch dazu. Bei Arbeitspferden krähte da früher kein Hahn nach. Solange sie noch irgendwie konnten, arbeiteten sie und wenn sie nicht mehr konnten, kamen sie zum Schlachter.

Zudem stehen sich die Pferde kaputt. Selbst wenn sie täglich gearbeitet werden, was ist eine Stunde Bewegung gegen 23 Stunden stehen?
 
Hm, weiß beim Isi nicht …also, wir sind hier zwar nicht an der Küste, aber immerhin im Norden. Offenstallhaltung, keine Boxen. Neigen trotzdem zum Husten. Das ist genetisch mMn. Diese Rasse ist halt sehr isoliert und spezialisiert in der Genetik und wir sind nicht in Island.
 
Das wäre jetzt auch mein Argument gewesen.

Isländer sind hochspezifisch auf besonders harte, aber auch besonders allergenarme Lebensumstände selektiert worden… Ich könnte mir gut vorstellen, dass das auch eine Rolle spielt.

Zum Thema Atemwege allgemein kann ich noch beitragen, dass weltweit die Feinstaubbelastung seit Jahrzehnten zunimmt - welche sich nachgewiesenermaßen auf die Atemwegsgesundeit allgemein und auch auf die Zahl der allergischen Erkrankungen auswirkt.
 
Hm, weiß beim Isi nicht …also, wir sind hier zwar nicht an der Küste, aber immerhin im Norden. Offenstallhaltung, keine Boxen. Neigen trotzdem zum Husten. Das ist genetisch mMn. Diese Rasse ist halt sehr isoliert und spezialisiert in der Genetik und wir sind nicht in Island.

Das klingt schlüssig.

Unabhängig davon ist häufig nicht nur das Futter Hauptursache für die Atemwegsprobleme beim Pferd sondern die Einstreu. Stroheinstreu ist so häufig pilzbelastet. Die letzten Jahre waren keine guten Strohjahre. Zur Erntezeit hat es hier wochenlang geregnet. Das Getreide war schon schwarz auf dem Halm.
 
Das mit dem Getreide ist mir zumindest letztes Jahr auch aufgefallen, aber ich denke, die Hauptursache muss etwas sein, das nicht von Jahr zu Jahr und regional schwankt, da es ja offenbar flächendeckend alle Pferde betrifft.

Ich verstehe den Ärger von @lupita11 übrigens schon - wenn man jahrelang viel Geld für die Behandlung seines Pferdes ausgibt, um anschließend, nach der Umstellung, zu hören: „Liegt eigentlich größtenteils an der Haltung“, muss man sich schon fragen, warum das Thema nicht früher wenigstens mal angeschnitten wurde.

Andererseits kann ich mir zumindest vorstellen, dass es für viele Pferdehalter erstmal keine Option ist, die Haltung grundlegend umzustellen (mangels Möglichkeiten), sodass sie eher auf Therapien setzen.
Was den Tierarzt wiederum dazu veranlasst, seine Meinung für sich zu behalten - es sei denn, der Halter hat die Haltung schon verändert und damit gezeigt, dass er offen dafür ist… :gruebel:

Nicht, dass ich nicht finde, dass er es hätte ansprechen müssen. Im Gegenteil.
 
Ich kann mich schon vorstellen das er nicht laut im stal sagt das die haltung schaisse ist, dann wären, schwupps, eine haufen kunden weg, weil fast alle pferden jetzt so gehalten werden.

Ich war seit fast 20 jahren nicht mehr in ein stall, aber wenn da 1 pferd mal gehustet hat. War gleich panik an bord.

In meine jugend bekamen die pferde von mein onkel, selber geerntetes heu, gewendet mit pferd!, und gelagert in ein holländischen hooimijt. Da hat niemand niemals gehustet, bekämen ausnahmsweise mal etwas bixs, und sonnst nur heu und gras. Decken kannten sie nur als sie arg verschwitzt waren, eine ladung stroh auf den rücken, decke drüber, über nacht in die box bleiben, und am morgen wieder raus ohne decke. Niks husten.
 
Meine frühere Tierärztin sagte immer, es ist schwierig abzuwägen. Eine gute Heulage ist für die Atemwege sicher förderlich. Durch den höheren Säuregehalt gibt es dafür mehr Magenprobleme. Der Verdauungstrakt von Pferden ist nicht für vergorenes Futter konzipiert. Magenempfindliche Pferde vertragen keine Heulage.
Ja das ist richtig , wobei wir wieder bei der optimalen Haltung wären . Wenn diese gegeben ist würde es wahrscheinlich nicht so viele Pferde mit Magenproblemen geben.

Die Pferde spiegeln auch hier die Probleme des Menschen mit den Zivilisationskrankheiten .
 
Ich war seit fast 20 jahren nicht mehr in ein stall, aber wenn da 1 pferd mal gehustet hat. War gleich panik an bord.
Exakt meine Erfahrung und Meinung aus den 1970er- späte 80er Jahre. Ich hatte als Jugendliche einen Isi und wir waren an einem Stall, da hat KEIN Isi gehustet. Keiner. Trotz damals noch Ständerhaltung der Stuten (tagsüber, nachts Koppel außer im Winter). Und insgesamt standen da bestimmt 100 Isis. Dass Isis eine genetische Disposition zum Husten haben oder zumindest hatten, kann ich mir also nicht vorstellen.

Meiner Meinung nach haben sich die Haltungsbedingungen seit damals insofern verschlechtert, dass z.B. in meinem letzten Stall die Stallgasse mit einem Laubbläser sauber gemacht wurde und das Heu mit einem Aufsatz auf dem Lader in die Boxen geschleudert worden ist. Ich habe selbst Heuallergie und konnte den Stall auch einige Stunden nach dem Füttern kaum betreten. Dummerweise habe ich mir aber keine weitergehende Gedanken gemacht, sondern war so naiv, den Experten zu vertrauen.

Soweit ich weiß, wird z.B. auch das Heu heute sehr tief gemäht, so dass einfach generell viel Staub drin ist. Bei der Heulage, die an meinem ersten Stall gefüttert wurde, hat der TA immerhin gemeint "Das würde ich nicht mal einer Kuh geben".

Zudem stehen sich die Pferde kaputt. Selbst wenn sie täglich gearbeitet werden, was ist eine Stunde Bewegung gegen 23 Stunden stehen?

Auch exakt meine Meinung. Ich sage immer, die Privatpferde werden zu Tode geschont. Unvergessen die Begeisterung einer Pferdebesitzerin, als sie mit ihrem Isi doch tatsächlich 3 Runden am Stück auf der Ovalbahn galoppiert ist.

Heulage muss 50 bis 70% Trockensubstanz haben. Ein höherer Trockensubstanzgehalt verhindert das Einsetzen des Silierprozesses.
Die hier von so vielen Landwirten stolz angebotene Variante "gewickeltes Heu", mit einer höheren Trockensubstanz, die dadurch nicht bestimmungsgemäß siliert aber luftdicht in Folie gewickelt wurde, ist eine wahre Keimschleuder. Sie wird von Pferdebesitzern gerne gefüttert, lieber als qualitativ hochwertige Heulage, weil sie nicht oder kaum nach Silage riecht und "so schön trocken" ist :(.

Genau, dieses trockene Zeug verträgt Ömi überhaupt nicht. Wird aber immer als Heulage - im Unterschied zur Silage - angepriesen.
 
Und insgesamt standen da bestimmt 100 Isis. Dass Isis eine genetische Disposition zum Husten haben oder zumindest hatten, kann ich mir also nicht vorstellen.
Naja, zum einen haben wir eine Klimaveränderung, zum anderen hat sich auch die Zucht verändert. Die Haltung ansich war damals um Längen schlechter, das Heu und Stroh aber besser zB.
 
Früher waren angeblich ja auch alle Hunde gesünder.
Vielleicht liegt es auch daran, dass heute mehr Pferde behandelt und durchgezogen werden, wo man früher den wirtschaftlichen Totalschaden abgestoßen hat.
Das kann ich mir in gewissem Maße auch vorstellen. Aber selbst bei den Schulpferden im Großpferde-Reitverein, in dem ich als Kind geritten bin, hat keines gehustet, trotz Ständerhaltung und fast ausschließlich in der Reithalle bewegt werden. Equines Asthma, ich glaube den Begriff gab es gar nicht.

Ich denke schon, dass die größte Schuld die Optimierung des Gewinns und nicht der Haltung trägt. Mein letzter Stallbetreiber war total clever, so gesehen: Für die extrem erkrankten Pferde wurde ein Rundballen-Bedampfer angeschafft und die Einstellgebühr auf ich glaube fast 500 €erhöht (üblich waren etwas über 300 €). Leider hat er u.a. übersehen, dass geschimmeltes Brot, dass man in den Toaster steckt, auch nicht zu einem leckeren Toast wird. Ich weiß bis heute nicht, ob es da an mangelndem (Sach-)Verstand hakt oder ob es einfach egal ist, Hauptsache der Rubel rollt.
 
Naja, zum einen haben wir eine Klimaveränderung, zum anderen hat sich auch die Zucht verändert. Die Haltung ansich war damals um Längen schlechter, das Heu und Stroh aber besser zB.
Das kann ich leider nicht bestätigen. Dass sich die Haltung verbessert hat, dachte ich auch.

Der erste Stall, an dem wir waren, wird von der Familie betrieben, die schon seit den 1960er Jahren Isländer (professionell) hält und die ich seit den 80ern kenne. Dort sind die Pferde im Offenstall, eingestreut wird einmal die Woche, gemistet gar nicht. Strahlfäule ist normal und man bekommt gezeigt, wie man sie mit Zahncreme behandeln soll.

Am zweiten Stall wurde so wenig gefüttert im Winter, dass man schauen musste, wann man reitet, sonst war das Futter schon alle, wenn man nach einer Stunde vom Reiten kam. Im Sommer hatten 10 Pferde nur einen winzigen Blechunterstand, in dem es heiß wie in einem Backofen geworden ist.

Den dritten Stall habe ich beschrieben. Angeblich wusste der dortige Betreiber auch nicht, dass man Heulage nur wenige Tage nach Öffnung des Ballens füttern darf. Er hat einfach einmal pro Woche einen neuen Ballen auf den alten in der Raufe draufgesetzt.

Ich bin schockiert und entsetzt, wie sich die Pferdehaltung zurückentwickelt und verschlechtert hat.
 
Ich habe seit fast 50 Jahren erst mit Ponys und dann mit Pferden zu tun, habe in einem Stall reiten gelernt, in dem die Schulpferde im Ständer standen. Im Laufe der Jahre habe ich damals viele Ställe gesehen. Zum Schluss hatten wir drei spanische Pferde am Haus. Gehustet hat nur der eine Hengst und auch da war es verschimmeltes Heu in einem Stall. Damals war die Auswahl an Heulage sehr überschaubar. Eine ganz kurze Zeit haben wir das gefüttert. Später hatten wir dann kleine, locker gepresste Heuballen von einem Naturschutzprojekt in Lüchow-Dannenberg. Damit gab es keine Probleme mehr (zusätzlich hatten wir noch eine aufgebrühte Kräutermischung, die wahre Wunder gewirkt hat).

Selbst in Redefin, wo ich den Trainer C gemacht habe, hat kein Pferd gehustet.
 
Ich verstehe den Ärger von @lupita11 übrigens schon - wenn man jahrelang viel Geld für die Behandlung seines Pferdes ausgibt, um anschließend, nach der Umstellung, zu hören: „Liegt eigentlich größtenteils an der Haltung“, muss man sich schon fragen, warum das Thema nicht früher wenigstens mal angeschnitten wurde.

Andererseits kann ich mir zumindest vorstellen, dass es für viele Pferdehalter erstmal keine Option ist, die Haltung grundlegend umzustellen (mangels Möglichkeiten), sodass sie eher auf Therapien setzen.
Was den Tierarzt wiederum dazu veranlasst, seine Meinung für sich zu behalten - es sei denn, der Halter hat die Haltung schon verändert und damit gezeigt, dass er offen dafür ist… :gruebel:

Nicht, dass ich nicht finde, dass er es hätte ansprechen müssen. Im Gegenteil.

Eine Umstellung der Haltung der Pferde scheitert häufig nicht an der Möglichkeit sondern am Bewusstsein der Halterinnen.
Wie schon an anderer Stelle gesagt, vereint sich oft völlige Unwissenheit mit extremer Meinungsstärke. Sie sind von der Haltung überzeugt, also können nur diverse Therapien helfen.

Da kann man sich den Mund fusselig reden, egal ob als Tierarzt oder als Pensionsbetreiber.
Warum sollte man das als Tierarzt, der noch dazu von den Therapien lebt, tun? Das macht man vielleicht als Berufseinsteiger aber irgendwann resigniert man. Außerdem wird es in keinem Pensionsbetrieb gerne gesehen, wenn ein Tierarzt die Haltung kritisiert. Das wird er allenfalls tun, wenn der Einsteller sein einziger Kunde auf diesem Hof ist.

Das hat meine frühere Tierärztin und Chiropraktikerin mal auf einem Hof gewagt, auf dem ein Pferd ständig wegen gleicher Beschwerden chiropraktisch behandelt werden musste.
Irgendwann platzte ihr der Kragen. Sie bat die Halterin, das Pferd zu satteln und es zu reiten. Nach einigen Runden sagte sie "wenn Du das Pferd so weiter reitest, kann ich gleich hierbleiben. Ihr wurde dann von der Stallbesitzerin, die auch die Ausbildung und den Beritt auf dem Hof leitete, Hofverbot erteile.
 
Eine Umstellung der Haltung der Pferde scheitert häufig nicht an der Möglichkeit sondern am Bewusstsein der Halterinnen.
Wie schon an anderer Stelle gesagt, vereint sich oft völlige Unwissenheit mit extremer Meinungsstärke. Sie sind von der Haltung überzeugt, also können nur diverse Therapien helfen.

Da kann man sich den Mund fusselig reden, egal ob als Tierarzt oder als Pensionsbetreiber.
Warum sollte man das als Tierarzt, der noch dazu von den Therapien lebt, tun? Das macht man vielleicht als Berufseinsteiger aber irgendwann resigniert man. Außerdem wird es in keinem Pensionsbetrieb gerne gesehen, wenn ein Tierarzt die Haltung kritisiert. Das wird er allenfalls tun, wenn der Einsteller sein einziger Kunde auf diesem Hof ist.

Das hat meine frühere Tierärztin und Chiropraktikerin mal auf einem Hof gewagt, auf dem ein Pferd ständig wegen gleicher Beschwerden chiropraktisch behandelt werden musste.
Irgendwann platzte ihr der Kragen. Sie bat die Halterin, das Pferd zu satteln und es zu reiten. Nach einigen Runden sagte sie "wenn Du das Pferd so weiter reitest, kann ich gleich hierbleiben. Ihr wurde dann von der Stallbesitzerin, die auch die Ausbildung und den Beritt auf dem Hof leitete, Hofverbot erteile.
Genau das meinte ich vorhin.
 
Ich kann nur das, was hinten heraus fällt beurteilen und das sieht anders aus als noch vor einigen Jahren und kein Hund, den ich kenne, interessiert sich noch auch nur ansatzweise dafür .
Früher war das ein Highlight und die meisten Hunde liebten Pferdeäppel, auch wenn sie nicht so durften, wir sie wollten. Ich war zum Ärger der Hund weder für's Fressen, noch für's Sielen.
 
Eine Umstellung der Haltung der Pferde scheitert häufig nicht an der Möglichkeit sondern am Bewusstsein der Halterinnen.
Wie schon an anderer Stelle gesagt, vereint sich oft völlige Unwissenheit mit extremer Meinungsstärke. Sie sind von der Haltung überzeugt, also können nur diverse Therapien helfen.

Da kann man sich den Mund fusselig reden, egal ob als Tierarzt oder als Pensionsbetreiber.
Warum sollte man das als Tierarzt, der noch dazu von den Therapien lebt, tun? Das macht man vielleicht als Berufseinsteiger aber irgendwann resigniert man. Außerdem wird es in keinem Pensionsbetrieb gerne gesehen, wenn ein Tierarzt die Haltung kritisiert. Das wird er allenfalls tun, wenn der Einsteller sein einziger Kunde auf diesem Hof ist.

Das hat meine frühere Tierärztin und Chiropraktikerin mal auf einem Hof gewagt, auf dem ein Pferd ständig wegen gleicher Beschwerden chiropraktisch behandelt werden musste.
Irgendwann platzte ihr der Kragen. Sie bat die Halterin, das Pferd zu satteln und es zu reiten. Nach einigen Runden sagte sie "wenn Du das Pferd so weiter reitest, kann ich gleich hierbleiben. Ihr wurde dann von der Stallbesitzerin, die auch die Ausbildung und den Beritt auf dem Hof leitete, Hofverbot erteile.

Ich weiß, wie du es meinst und so betrachtet hast du natürlich recht. Trotzdem kann ich es nicht gutheißen, dass ein Husten verwaltet wird und dem Besitzer in keinster Weise die Augen geöffnet werden, dass durch eine Haltungsoptierung das Schlimmste abgewendet werden kann. Das geht so weit, dass im alten Stall Pferde mit blauen Zungen und in Sägebockhaltung da stehen und sie nicht von ihrem unfassbaren Leiden erlöst werden. Oder der Halbbruder von Ömi, der einen derartigen Asthmaanfall hatte, dass er notfallmäßig in die Klinik musste, was unfassbare 2.000 € gekostet hat. Wie einfach es sein kann - mit ein bisschen Glück sicherlich - zeigt unser Beispiel. Aber ich habe als Normalo-Halterin zum Glück den Anstoß meiner Freundin gehabt, die von Anfang an gesagt hat, spar dir Bronchoskopie, das Inhalieren und den ganzen Quatsch, der braucht nur frische Luft und gutes Futter. Und genau so war es. Ich habe kein einziges Pferd mitbekommen, dass durch Inhalieren wirklich gesund geworden ist. Was auch logisch ist - wenn man gegen etwas allergisch ist, hilft es nur, davon fern zu bleiben. Wenn man eine Birkenpollenallergie hat ist es nun mal sinnvoll, nicht unter einer Birke zu stehen und Medikamente zu inhalieren, sondern sich von Birken fernzuhalten.

Hätte ich allerdings meine Freundin nicht gehabt, hätte ich den ganzen Quatsch gemacht, denn halt alle machen. @einbiest hat doch auch geschrieben, dass eines ihrer Pferde durch die Futterumstellung symptomfrei geworden ist, wenn ich mich richtig erinnere.

Die meisten Reitfreundinnen von mir sagen, sie bekommen nur nochmal ein Pferd, wenn sie es als Selbstversorgerin halten können. Und die Stallbesitzer werden so lange nichts ändern, wie die Nachfrage nach Einstellplätzen nicht eklatant zurück geht und sie mit wirklicher Qualität punkten müssen. So lange wird das Stallhobbing weiter bestehen mit einer gefühlt durchschnittlichen Verweildauer von 2 Jahren pro Stall - dann hat man die Schwächen mitbekommen und zieht zum nächsten Stall in der Hoffnung, dass es dort besser wird. Alles zu Lasten der Tiere.

Das mit der Chiropraktikerin kenne ich. Die Reitkolleginnen reagieren immer ganz erstaunt, wenn ich sage, dass Dressur reiten und Gymnastizieren u.a. dazu da ist, das Pferd fit fürs Reiten zu halten - und nicht die Chiropraktik. Die ist nur dann erforderlich, wenn das Pferd schlecht geritten wird oder von Hause aus Baustellen mitbringt. Wie meine Freundin immer sagt: "Einfach gut reiten reicht!" Wobei es mit Sicherheit auch so ist, dass man die Probleme früher gar nicht erkannt hat, zumindest was die Freizeitreiter angeht.

Dazu habe ich einen Beitrag auf fb gesehen, der eigentlich zum Lachen wäre. Es ging um die Frage, ob Pferde früher gesünder waren. U.a. sind sie zum Punkt gekommen, dass Großpferde wegen des Sports mit immer größeren Bewegungen gezüchtet würden. Was aber der Normal-Reiter nicht aussitzen kann. Weshalb er das Pferd nur reiten kann, wenn es verspannt und nicht losgelassen ist. Womit sich die Katze in den Schwanz beißt und sich der Chiropraktiker freut.
 
Ja ist es.

Ich muss allerdings nochmal sagen dass ich einige Tierärzte kennen und ALLE, alle setzen den Hebel erstmal bei der Haltung an.
Alle.

Nur was sollst du den meisten Besitzern auch ständig erzählen..entweder können oder wollen sie die Haltung nicht ändern.

Selbst bei mir, waren mehrere Tierärzte dran und klar gings zuerst an die Haltung.

Aber was soll man da auch groß ändern.
Ganztägig draußen...Nachts Paddock Box, die bestens durch gelüftet ist, das Heulager ist in einem anderen Gebäude
(haben ja viele den Heuboden über den Boxen), stehen tun alle auf Spänen, schon immer..gefegt wird nur, wenn die Pferde nicht im Stall sind.
Keine Matratzenlager..nix.
Etc pp.
Und schon ne ganze Weile bedampftes Heu.

Da haben dann halt 2 Tierärzte gesagt "manchmal hat man einfach auch die Ar.schkarte" sie sind allerdings sicher dass es über die Zeit, bei der Stute, mit bedampftem Heu noch besser wird.

Also haben wir bestimmt 2 Jahre bedampft und inhaliert.
Allerdings halt wirklich lange inhaliert..ich kenn das so, dass es fast schon ein Wettstreit unter den völlig bekloppten Pferde Haltern ist, welches Pferd am schnellsten das Mittel der Wahl weg inhaliert hat.
Was völliger Blödsinn ist..unter 45Min braucht man gar nicht anfangen...

Und wie gesagt..mittlerweile kein inhalieren mehr und keinerlei Probleme.

Der Pole widerum hat in seinem Leben noch nie gehustet..bzw der war ja noch nicht mal jemals krank.
Und hat Mittaga 2mal gehustet und musste Abends in die Klinik als absoluter Notfall und war kurz vorm Ersticken.

Tja :unsicher:

Lange Rede kurzer Sinn...alle mir bekannten TÄ..und das sind ein Paar, gehen immer zuerst über die Haltung.
 
Wenn dir die Beiträge zum Thema „Der "Alles über Pferde"-Thread“ in der Kategorie „Off-Topic“ gefallen haben, du noch Fragen hast oder Ergänzungen machen möchtest, mach doch einfach bei uns mit und melde dich kostenlos und unverbindlich an: Registrierte Mitglieder genießen u. a. die folgenden Vorteile:
  • kostenlose Mitgliedschaft in einer seit 1999 bestehenden Community
  • schnelle Hilfe bei Problemen und direkter Austausch mit tausenden Mitgliedern
  • neue Fragen stellen oder Diskussionen starten
  • Alben erstellen, Bilder und Videos hochladen und teilen
  • Anzeige von Profilen, Benutzerbildern, Signaturen und Dateianhängen (z.B. Bilder, PDFs, usw.)
  • Nutzung der foreneigenen „Schnackbox“ (Chat)
  • deutlich weniger Werbung
  • und vieles mehr ...

Diese Themen könnten dich auch interessieren:

bxjunkie
Der Link ist vllt. seriöser, weil.ohne die viele Werbung Du musst registriert sein, um diesen Inhalt sehen zu können.
Antworten
17
Aufrufe
2K
matty
Lucie
@helki-reloaded Ach so meinst du das - ja, das verstehe ich. Und ich verstehe darum auch jeden, der sein Tier kremieren und nicht „verwerten“ lässt. Das ist ja eine emotionale Frage. Es ging mir nur darum, dass aus den Knochen, dem Fett etc. bei Kategorie 1 nichts anderes gemacht oder...
Antworten
36
Aufrufe
2K
lektoratte
lektoratte
DobiFraulein
Das Problem ist auch einfach, dass die Vorschriften lachhaft sind. Diesen Führpass kann JEDER Depp machen, der ist vergleichbar mit dem Sachkundenachweis in NRW. Einfach ein paar Fragen beantworten, die man auswendig lernt und zack darfst du offiziell ein Pferd im Zug führen, ohne jemals ein...
Antworten
4
Aufrufe
1K
BlackCloud
BlackCloud
lektoratte
Und das ist hier nicht so,aber ich weiß was du meinst. War auch nicht nur auf den DSH gemünzt,habe mich unverständlich ausgedrückt. Aber sowas in der Art ist hier mit einem Golden Retriever passiert,das hat es nicht mal in die Lokalpresse geschafft,obwohl Anzeige erstattet wurde,nachdem es der...
Antworten
54
Aufrufe
4K
Joki Staffi
Joki Staffi
Zurück
Oben Unten