Wie geschrieben, hat mein Isi eine schlimme Allergie im Pensionsstall entwickelt. Es hat im Herbst 2023 angefangen, da hat er 1x beim Ausreiten gehustet. Dann habe ich nix mehr gehört. Im Frühjahr 2024 wurde es massiv - zuerst bin ich den "üblichen Weg" gegangen, also inhalieren, bewegen, Bronchoskopie. Es ging ihm trotzdem keinen Deut besser. Unwillig meinerseits habe ich ihn auch bewegt, so gut es eben ging, der arme Kerl. Zum Glück messe ich vor dem Reiten grundsätzlich Fieber. Innerhalb von ca. 3 Wochen habe ich drei Mal über 40 °C Fieber gemessen! Bis mir dann zum Glück aufgefallen ist, dass jedes Mal, wenn mittwochs ein neuer Heulageballen reingefahren worden ist, das Fieber gekommen ist.
Ich habe dann die Reißleine gezogen und ihn sonntags nach Hause geholt. Zum Glück haben wir genug Gelände und auch Maschinen durch die Firma meines Mannes. Meine Hauptbeschäftigung war dann Zaun ziehen

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Eine Bekannte kam ein paar Tage später mit ihrem Isi dazu, das hat aber menschlich überhaupt nicht gepasst. Das wäre eine Story für sich zum Erzählen. Mein Highlights: Ihre Theorie, dass ihr Isi deshalb rangniedriger als Ömi ist, weil ihrer total schlau ist und merkt, dass Ömi sich zwar selbstsicher gibt, in Wahrheit aber total verunsichert ist


und er ihn durch sein Verhalten nicht weiter verunsichern will (Ömi war in jeder Herde, in der er bisher war, der unangefochtene Chef). Oder die Geschichte, dass ihrer ein "stiller Huster" (!!) ist. Er hat sich nämlich atemtechnisch mega entwickelt in der Zeit, in der er hier war und ich habe ihn kaum husten gehört. Allerdings hat sie nach einiger Zeit darauf bestanden, ihn mit Heu zuzufüttern (die Beiden wurden also nachts getrennt), worauf er wieder gehustet hat

- was ja aber gut war, denn als stiller Huster ist es gut, wenn er hustet

. Meiner Meinung nach will die Frau einfach nur kein gesundes Pferd.
So kam Linus als Beisteller zu uns. Der "Ich trage einen großen Namen"-Isländer, u.a. mit einer Halbschwester mütterlicherseits, die mehrfache Weltmeisterin ist. Allerdings gilt er als unreitbar. Er war extrem misstrauisch am Anfang und abweisend. Ich habe ihn erst Mal nur als Handpferd ins Gelände mitgenommen, was gut klappt. Er ist einfach viel zu aufgeweckt und leistungsbereit, um auf der KOppel zu vergammeln. Seit 4 Wochen habe ich auch eine Bodenarbeit entdeckt, die mir Spaß macht, und zwar das Konzept von "featherlight horsemenship". Was Yvet da zeigt, finde ich mega faszinierend.
Jedenfalls hat Ömi von Tag zu Tag weniger gehustet, zum Schluss nur noch nachts. Das konnte ich so genau hören, weil er in Hörweite steht und sowohl mein Mann als auch ich bei jedem Huster hochgefahren sind. Mittlerweile - toi toi toi - ist er wieder kerngesund und der TA konnte keinerlei Atemgeräusche mehr feststellen. Allerdings verträgt er aktuell nur kleine Heulageballen aus Norddeutschland, die sind halt recht teuer. Aber alles an Heulage aus der Umgebung, was ich probiert habe, war einfach zu trocken gepresst.
So kam es für mich mal wieder anders im Leben als gedacht

. Mein Traum war es nie, Pferde am
Haus stehen zu haben. Aber die Pensionsställe hier sind einfach für mich keine Option mehr.