Das wilde Dorfleben - von der Stadt aufs Land :-)

Ah, ok. Kenne diese Residenz ja nicht und weiß auch nicht, ob die Mutter da leben könnte und was die dort anbieten.
Aber ich denke Paulemaus kann das besser einschätzen ;)
 
  • 24. Januar 2026
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Hi heisenberg ... hast du hier schon mal geguckt?
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Kaum hat meine Mutter wieder genug Flüssigkeit und bekommt starke AB, wird sie wieder zickig
Sie möchte auf jeden Fall wieder ins Haus zurück und überlegt, ob das mit einer Privatpflegerin möglich wäre. Damit ist der Punkt erreicht, an dem ich mich zurückziehe und Christian und Maria übernehmen werden. Der Sozialdienst ist eingeschaltet. Ich hatte ihnen noch gestern Nacht eine Mail geschickt und sie haben sich heute morgen zurück gemeldet. Die Sozialarbeiterin ist professionell, kompetent und hat viel Humor. Sie meinte, dass sie einen Kurzzeitpflegeplatz besorgen könnte, meine Mutter aber nicht zwingen könne, dort einzuziehen, wenn sie nicht mag. Ich antwortete, dass ich dann komme und meine Mutter verhauen werde. Fand sie witzig, sie meinte aber auch, dass ich mit meinem Problem nicht allein wäre. Sowas erlebt sie wohl öfter.

Mit der Station habe ich auch telefoniert und geriet an eine sehr nette Krankenschwester, die meine Mutter betreut. Meine Mutter hatte natürlich nicht erzählt, dass gestern die Feuerwehr kommen musste, um sie zu retten. Sie hat die Grippe, eine bakterielle Infektion zusätzlich und eine Stimme wie ein Reibeisen. Ich vermute, dass es sich um eine beginnende Lungenentzündung handelt, weil sie sowieso chronische Bronchitis hat.

Meine Mutter ist sehr schwach und schläft viel, aber wenn sie wach ist, ist sie voll orientiert. Als die Krankenschwester sie auf die Toilette brachte, weil sie es allein nicht schafft, erzählte meine Mutter ihr, dass sie bald in eine Seniorenresidenz ziehen wird und solange weiter im Haus bleibt, bis der Platz frei ist. Die Frage der Krankenschwester, wie sie denn im Haus allein auf die Toilette kommen will, ignorierte sie. Ich habe die Schwester gefragt, ob Mama zickig ist. Ich hörte das Grinsen der Krankenschwester quasi durch das Telefon und sie antwortete diplomatisch: "Ein bisschen".

Sie kann noch nicht essen oder trinken und wird über den Tropf versorgt und sie hat sich bei mir darüber beklagt, dass sie isoliert liegt und nicht aus dem Zimmer darf und so verzweifelt ist. Die Ärztin meinte, dass sie frühestens Mitte der nächsten Woche entlassen wird. Wir haben also noch ein bisschen Luft.

Das ganze Timing ist natürlich shice. Christian liegt mit schwerer Grippe im Bett. Wir haben Warnstufe "Rot", der Sturm und die Böen sind heftig. Wir müssten durch die Eifel, um sie zu besuchen und haben uns dagegen entschieden. Christian meint, dass er am Sonntag wieder zu ihr fahren kann und ihr die Sachen bringen kann, die ihr fehlen. Hausschuhe, Ladekabel, Pyjamas. Sie liegt da also ganz allein und isoliert. Wobei ich gar nicht weiß, ob man jemanden in Isolation überhaupt besuchen darf.

Ich weiß, was meine Mutter gerne von mir hören möchte: "Okay Mama, alles kein Problem. Solange Du noch im Haus bleiben musst, ziehe ich zu Dir und kümmere mich um Dich. Und dann sehen wir weiter"

Nein, das kann ich nicht. Nein, das will ich nicht. Einfach nur Nein. Es tut mir wirklich leid für sie, weil das tatsächlich zumindest für eine Zeit das Problem lösen könnte. Chris meinte trocken, dass in dem Fall die restliche Lebensdauer meiner Mutter aber sehr begrenzt sein könnte, weil ich es keine zwei Tage schaffen würde. Ich denke, er schätzt das richtig ein. Zumal Chris als mein Anker ja nicht dabei sein könnte, der mich daran hindern würde, zu explodieren.
Da ist einfach nur ein fettes Nein zu der Idee. Als meine Mutter vor ein paar Tagen süffisant erwähnte, dass die meisten erwachsenen Kinder gerne in der Nähe ihrer Eltern leben, verkniff ich mir mühsam die Antwort, dass die wahrscheinlich auch nicht getreten oder geschlagen worden sind.

Ich organisiere alles, was möglich ist, damit es ihr gut geht. Dadurch, dass meine Eltern nichts vorbereitet haben und die Katastrophen sich quasi überschlagen, sind unsere Möglichkeiten aber ziemlich begrenzt. Ich habe meinem Vater drei Tage vor seinem Tod versprochen, mich um meine Mutter zu kümmern. Chris hat mir versichert, dass das nicht bedeutet, bei ihr einziehen zu müssen und ich sehe es auch so.

Nachdem ich letzte Nacht kaum geschlafen hatte und morgens die nötigen Telefonate geführt hatte, habe ich mich noch mal ins Bett gelegt. Ich brauchte ein bisschen, bis ich eingeschlafen war, weil der Wind so ums Haus pfiff und ich eingekuschelt zuhörte. Die Hunde waren bei Chris im Wohnzimmer. Dann hatte ich einen richtig üblen Albtraum. Ich war in einer lebhaften Stadt und hatte einen Job als Nanny mit zwei super Kids und einer tollen Mama angenommen. Sie lebten in einem Ein-Zimmer-Appartement, aber ich hatte einen eigenen Bereich und durfte unsere Hunde mitbringen. Dummerweise ließen die Kids die Haustür auf und Lotta, Tano und Dina verschwanden im riesigen Appartementblock mit jeder Menge Geschäften. Milli schlief in meinem Bett.

Zuerst machte ich mir wenig Sorgen. Ich hatte zwar ein schlechtes Gewissen, meinen Nannyjob zu unterbrechen, war aber sicher, dass ich die Drei bald finden würde. Ich lief durch die Gebäude, Straßen und den Park. Es kamen viele herrenlose Hunde auf mein Rufen und sahen aus der Entfernung aus wie Dina, Lotta und Tano. Wenn sie näher kamen, erkannte ich, dass es nicht unsere Hunde waren und alle halb verhungert waren. Ich versuchte, TSVs zu googeln, aber das klappte nicht. Ich hatte Sorge, dass ich unsere Hunde nicht finde und sie euthanasiert werden.

Als ich, immer noch gefangen vom Albtraum erschrocken aufwachte, tappte ich, noch nicht ganz wieder im Hier und Jetzt, die Treppe runter ins Wohnzimmer, sah Chris auf dem Sofa und fragte ihn panisch, wo Lotta, Tano und Dina seien. Lotta lag in ihrer üblichen Wolke, Tano hatte sich ein Nest in der Decke auf dem Sofa gebaut und Dina lag in der Kudde. Boah, war ich froh.

Offensichtlich habe ich gerade einiges zu verarbeiten gg
 
Ähh, DAS meinte ich auch nicht mit "persönlich kümmern".
ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber nach den Schlaganfällen in ihrer Nähe wohnen oder sie gar selber pflegen...NEVER EVER !!
Da war ich um die knapp 90 km nach Traunreut schon SEHR froh...
Das sie noch ziemlich orientiert ist, macht die Sache leider sehr kompliziert, denn so hast du keinerlei Chance sie in ein SH zu bringen.
Wenn das "Wohnen" es hergibt und die es sich leisten kann, wäre so eine Dauerpflegerin im Haus natprlich eine Option.
Wäre nur die Frage, ob sie dann nicht wegen "der Fremden in meiner Wohnung" auch über kurz oder lang rumzickt...
Wenn meine Mutter nicht die SA gehabt hätte, wäre ich in die gleiche Situation gekommen, wie du jetzt.
Von daher war ich den Dingern fast "dankbar", so blöd das klingt...
 
Drama, Baby....

Meine Mutter ist ja am Donnerstag spät abends ins Krankenhaus gekommen und hat folglich nur wenig mitgebracht als Notfall. Ihr fehlen also Wäsche, Handtücher, Kosmetikartikel und vor allem ihr Ladekabel. Christian lag gestern und liegt heute noch wegen hohem Fieber aufgrund Grippe im Bett. Wir konnten wegen Unwetter nicht hinfahren. Ihr Nachbar ist eingeschneit, kann heute also auch nicht.

Ich habe heute mit der Station telefoniert und gebeten, dass sie meine Mutter fragen (ihr Handy war heute morgen tot), ob sie genügend Geld dabei hat. Unsere Idee war, dass der Nachbar Sebastian und seine Frau die Sachen zusammen packen und wir ein Taxi zu meiner Mutter schicken, das sie dann bezahlen müsste. Die Krankenschwester beruhigte mich und meinte, sie hätten meiner Mutter ein Ladegerät besorgt und hätten auch einiges im Fundus, um meiner Mutter auszuhelfen. Sie erwähnte aber noch mal, dass meine Mutter nach der Entlassung keineswegs allein leben kann.

Solange das Handy noch nicht aufgeladen war, war es friedlich, aber dann prasselten die Sprachnachrichten ein: Wir sollten uns alle schämen, dass wir sie so im Stich lassen. Sie sei eine Kapitänswitwe und es wäre unzumutbar, dass sie etwas aus dem Fundus tragen muss, weil wir es nicht schaffen, sie angemessen zu versorgen. Wir wollen sie ins Pflegeheim abschieben und die Schwestern würden sie schlecht behandeln und bevormunden. Sie verbietet sich unseren Besuch am Montag und hat uns untersagt (auch Maria und Christian), mit der Station Kontakt aufzunehmen, weil wir alle sowieso nur Geld wollen. Ich werde mich natürlich daran halten und bin froh, dass der Sozialdienst eingeschaltet ist. Und habe natürlich trotzdem ein schlechtes Gewissen.

Die Krankenschwester hat mir erzählt, dass sie sehr fahrig und hektisch ist. Wir wissen, dass meine Mutter sehr viel Wein trinkt, schon immer. Christian überlegte, ob das vielleicht auch Entzugserscheinungen sein könnten. Ich habe der Krankenschwester das nicht so deutlich gesagt, aber erwähnt, dass meine Mutter gerne täglich Wein trinkt und sie hat sofort verstanden und meinte, dass sie das im Hinterkopf behält.

Ich fühle mich ein bisschen, als balanciere ich auf einem Hochseil. Echt, es könnte gerne wieder ruhiger werden.
 
Die Krankenschwester hat mir erzählt, dass sie sehr fahrig und hektisch ist. Wir wissen, dass meine Mutter sehr viel Wein trinkt, schon immer. Christian überlegte, ob das vielleicht auch Entzugserscheinungen sein könnten.

Davon gehe ich aus.

Meine Oma hatte zwischendurch mal ein erhebliches Alkoholismusproblem. Bei der war es so schlimm, dass sie sie im Krankenhaus mit einer damals recht neuen Medikation auf beschleunigten Entzug gesetzt haben, weil die Entzugserscheinungen bald schlimmer waren als die Herzprobleme. Danach hat sie allerdings tatsächlich das Trinken auch nicht wieder angefangen, das schmeckte ihr alles nicht mehr.

Ich glaube, sie hatte dieses hier:

 
Ich denke, die Station hat das im Hinterkopf.

Im Moment ist meine Mutter unglaublich aggressiv und boshaft. Sie hat eben noch mal zwei Sprachnachrichten geschickt. Sie erzählte in wütendem Ton, dass die Nachtschwester sie heute Abend auf die Toilette brachte (mit dem Rollstuhl) und bestimmend auftrat, weil meine Mutter so hektisch war und nicht wollte. Sie beklagte sich, dass das Personal so mit ihr umgeht, als wäre sie ein Pflegefall und dass das meine Schuld wäre, weil ich mit der Station telefoniert hatte. Denn seitdem wird sie so behandelt. Ich wäre eine schlechte Tochter, ich solle mich zutiefst schämen und ich soll mich ab sofort aus ihrem Leben heraushalten. Mit dem Anruf auf der Station hätte ich ihr alles verbaut. Zudem darf Christian sich nicht mehr weiter um ihre Papiere kümmern, weil er sie ja auch gerade bitter im Stich lässt. Sie wird stattdessen die Bundeswehr bitten, einen Sozialarbeiter zu schicken, der das zukünftig übernimmt.

Sie ist aber zumindest im Moment ein Pflegefall und das merkt das Personal doch selbst. Wie sie sagten, ist meine Mutter so schwach, dass sie noch nicht mal die paar Schritte zur Toilette auf eigenen Beinen schafft. Meine Mutter sagte, sie würde sich von mir nicht zum Pflegefall degradieren lassen. In ihren Worten war blanker Hass.

Ich kenne diesen Hass, er ist mir nicht neu. Ich weiß, dass das ein altes Muster ist, insofern trifft es mich nicht sehr. Ich glaube, dass ich weiß, warum sie sich zeitweise so gegen mich fühlt. Sie war zu jung, um Mutter zu werden. Hinzu kommt, dass meine Eltern auf der "intellektuellen Ebene" nicht wirklich harmonieren. Mein Vater ist hoch intelligent. Meine Mutter ist wesentlich einfacher. Ich habe die Intelligenz von meinem Vater geerbt und mein Vater hat sich gerne mit mir beschäftigt, auf intellektueller Ebene. Er war stolz auf meine Leistungen und auf meine Begabung in Fremdsprachen, aber auch etwas erschüttert über meinen sehr engen Zugang zu den Naturwissenschaften und zur Mathematik gg
Er las aber trotzdem gerne meine Aufsätze und Kurzgeschichten. Ich glaube, dass die intellektuelle Verbundenheit, die ich zu meinem Vater hatte, auch ein Teil von ihrer Wut ist.

Ich tippele also gerade wieder mal durch meine Vergangenheit und versuche gleichzeitig, die Bausteine der Gegenwart gut zu verpacken. Oder so. Irgendwie dünkt mich, dass ich das vor kurzem schon mal hatte :)

Wobei es gerade nicht nur shice ist. Mein Highlight heute war, dass mein mühsam rausgezüchteter Pony anfängt, ein bisschen an Mini-Curtain Banks zu erinnern. Also so ein ganz bisschen. Wenn ich sie "frei" lasse, reichen sie bis über meine Nasenspitze. Sie fallen mittlerweile selbst nach links oder rechts. Läuft.
 
Ach Britt, ich denke, deine Mutter fühlt sich einfach besch.eiden und hilflos und kann beides ganz schlecht haben, und dieses Gekeife ist der (klägliche) Versuch, die Kontrolle zu behalten und sich "Respekt zu verschaffen.

Ich glaube, du bist nicht die erste und nicht die letzte, die das erlebt. Ich glaube, der eine oder andere hier im Forum mit älteren Eltern könnte dir da solidarisch zunicken.
Und ich bin sehr sicher, das Krankenhauspersonal weiß das auch. Biestige alte Leute sind gerade im Krankenhaus nicht so selten... - und dass eine Alkoholikerin im Entzug emotional total entgleist, ist tatsächlich auch nicht selten.

Und einer muss dann dran glauben, auf dem sie ihren Unmut abladen kann.

Bei meiner Oma war das meine Mutter (die zum Glück nur ihre Schwiegertochter war und daher alles mit etwas mehr Abstand sehen konnte) - das lag auch daran, dass meine Mutter ihr Contra gegeben hat oder einfach bestimmt hat, dass sie diese oder jenes nicht machen durfte oder jetzt machen musste. (Z.B. hat sie bei jedem längeren Besuch bei uns die Oma konsequent auf Entzug gesetzt - nicht auf Null, aber doch auf sehr reduzierte Alkohollevel, und sich den Stress gern angetan, weil so wenigstens die zweite Hälfte des Aufenthaltes halbwegs erträglich war.)
Wobei meine Oma eigentlich genau wusste, dass meine Mutter sich sehr gut um sie gekümmert hat... das hat sie uns auch gern mal erzählt, aber ihr gegenüber hätte sie das nie zugegeben! ;)

Ich persönlich glaube, du darfst deine Mutter gerade nicht mehr als rational denkende, geistig voll da seiende, voll verantwortliche Person sehen, denn das ist sie nicht. Sie ist emotional ein verwöhntes, etwas boshaftes Kleinkind, dem seine Bezugsperson und seine Regeln abhanden gekommen ist und das jetzt komplett entgleist und nur noch brüllt. Nur mit mehr Worten.

Du musst dir überlegen, wie du sie sehen willst. Als die ätzende, über dir drohende, schlimme Mutter deiner Kindheit, die dich mit Worten immer noch verletzen kann - oder als die hilflose Person, die sie bei aller Ätzerei eigentlich ist.

Ersteres ist für dich in gewisser Weise bequemer - sie will dich ja nicht sehen und beschimpft dich und will nichts mehr von dir geregelt kriegen, und "du entsprichst ja nur ihrem Wunsch", indem du dich zurückziehst. - Und deinem. ;)

Wenn man allerdings bedenkt, dass sie alle diese Meltdowns nur veranstaltet, weil sie findet, dass du dich nicht gut genug um sie gekümmert hast, ist meine Vermutung, dass sie das alles nur veranstaltet, um dich irgendwie dazu zu bewegen, dich reumütig dann bitte, bitte doch um sie zu kümmern, und zwar zu ihren Bedingungen.

Das würde ich - wie du - an deiner Stelle auf keinen Fall machen. Aber ich würde sie glaube ich auch nicht einfach hängenlassen, weil sie das "verlangt" hat, weil ich vermuten würde, dass sie eigentlich das Gegenteil will.
Also würde ich mich weiter kümmern. Ich sage nicht, dass du das machen sollst, denn du bist nicht ich. Ich schreibe einfach, wie ich es machen würde. Vielleicht hilft es dir ja bei deiner Entscheidung.
Also, ich würde mit dem Krankenhaus in Kontakt bleiben, aber erstmal ohne direkten Kontakt zu ihr. Ich denke, es gibt sicherlich Sachen, die sie auch mit der Hilfe der Bundeswehr ohne euch nicht geregelt bekommt, oder?
Mit ihr würde ich tatsächlich nicht sprechen, und sie auch mindestens einmal abblitzen lassen, wenn sie es versucht. Oder wenn sie es mit Vorwürfen versuchen würde, wie, dass es dir nicht schnell genug gehen konnte, gar nicht mehr zu erscheinen, würde ich ihr freundlich sagen, dass du das natrürlich alles nur getan hast, weil sie es so gewünscht hat. Ihr hattet ja die Koffer schon gepackt, aber leider... (Ja, ich kann auch freundlich fies sein).
Also, ich würde sie zappeln lassen, aber nicht hängen, und mich hinter den Kulissen weiter mit kümmern,

Und dann würde ich mal abwarten, wie sie sich so verhält, wenn es ihr wieder besser geht. Ich habe keinerlei Ahnung, wie so ein Entzug sich anfühlt, aber ich kann immerhin bestätigen, dass er übellaunig, garstig und unfair macht... und dass das irgendwann nachlässt und die Leute wieder erträglich werden.

Und dann... Gut möglich, dass deine Mutter in drei Tagen anruft und tut, als sei das alles nie passiert... :gruebel:
Der Typ, der sich entschuldigt, ist sie ja ganz sicher nicht, also wird sie es wegschweigen - oder sogar selbst verdrängen. Und auf einmal bist du wieder ihre Tochter und sie will was von dir!

Ist super nervig und verletzend... ich hoffe, ich selbst ende nie so. :(

Aber sie kann halt jetzt nicht mehr anders. Wenn sie es denn je konnte.
 
Meine Schwiegermutter war zuletzt auch so. Eine sehr intelligente Frau. Lehrerin, sprach viele Sprachen, reiste sehr viel. Zuletzt dann Pflegefall, mit Windeln im Pflegebett. Ich habe sie bis zuletzt gepflegt. Es war ine sehr harte Zeit, für mich, aber auch für sie. Mein Gefühl wechselte ständig zwischen Wut, und Mitleid.
Sie war eben so, weil sie nichts mehr konnte. Und ich konnte sie schon verstehen. Sie konnte sehr böse werden. Einmal bat sie mich, sie doch sterben zu lassen. Meine Hunde würde ich doch auch erlösen, wenn sie alt und krank sind. Tja, leider geht es in Deutschland nur bei Tieren.

Ich bin in der Zeit echt auf dem Zahnfleisch gekrochen, weil es mich so mitgenommen hat. Eine Gürtelrose in der Zeit, wo mein Arzt meinte, kommt von dem Stress. Ich weiß nicht, ob ich es nochmal versprechen würde, jemanden zu pflegen, und nicht ins Heim zu geben.
 
Ich würde vor allem derart unverschämte Sprachnachrichten nicht einfach unkommentiert herunterschlucken, sondern ihr darauf eine sehr sachliche Antwort senden und eine klare Grenze ziehen.

Schon die Behauptung, anderer Leute Kinder würden gerne in der Nähe ihrer Eltern leben, ist Manipulation. Und ich würde jede einzelne aufdecken und klar machen, dass ich diese als solche erkenne und so nicht mit mir umgehen lasse.

Viel Kraft liebe Britt.
 
Ich würde vor allem derart unverschämte Sprachnachrichten nicht einfach unkommentiert herunterschlucken, sondern ihr darauf eine sehr sachliche Antwort senden und eine klare Grenze ziehen.

Schon die Behauptung, anderer Leute Kinder würden gerne in der Nähe ihrer Eltern leben, ist Manipulation. Und ich würde jede einzelne aufdecken und klar machen, dass ich diese als solche erkenne und so nicht mit mir umgehen lasse.

Viel Kraft liebe Britt.
Jein...
Gefallen lassen...nein
Antwort senden... aber auch nein
Das bringt nichts.
Wenn Britt das vorhat, und ja, ich habe das auch ein-, zweimal gemacht, dann nur "Aug in Aug".
Weil ich dann auf Muttern's Reaktionen auch direkt kontern konnte...
Hat's was gebracht... in manchen Teilen ja, in anderen wenig und in einigen nix.
Das war mir aber von vornherein klar.
Aber es hat mir gut getan und nur das war in dem Moment wichtig.

Ansonsten stimme ich dem Beitrag von @lektoratte hundertprozentig zu und konnte mich da vollkommen wiederfinden.
 
Hat's was gebracht... in manchen Teilen ja, in anderen wenig und in einigen nix.
Das war mir aber von vornherein klar.
Aber es hat mir gut getan und nur das war in dem Moment wichtig.
Ob das was bringt, wäre MIR egal. „Was bringt“ ist doch auch sehr individuell. Meine Erwartungshaltung wäre: Ich ziehe eine Grenze und setze diese auch durch. Und ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe genau deshalb seit vielen Jahren keinen Kontakt zu meinen Eltern.

Weil ich nicht mehr das Kind bin, das man manipuliert und herumschubst. Sondern eine erwachsene Frau, der man angemessen begegnen darf, oder eben gar nicht.

Ob das für Britt der richtige Schritt ist, kann nur sie entscheiden.
 
Chris steht immer früher auf als ich und als ich heute morgen herunter kam, machte er mir einen Kaffee und bat mich, meine WA Sprachnachrichten erst nach dem zweiten Kaffee abzuhören. Chris, meine Eltern und ich haben eine WA-Gruppe und meine Mutter hatte ein paar Sprachnachrichten draufgesprochen.

Ich folgte dem Rat und hatte den Eindruck, dass meine Mutter nun völlig eskaliert. Sie unterstellte mir, dass ich das Pflegepersonal der Station auf sie "gehetzt" (Zitat) hätte und sie entmündigen lassen möchte, um sie in ein Pflegeheim abzuschieben. Das würde sie aber nicht mit sich machen lassen und sich Anwälte nehmen. Sie wird sich nicht von mir wegsperren lassen.

In der dritten Nachricht meinte sie, dass ich meine "Scheißtiere, die Dich ein Heidengeld kosten" auch mal allein lassen könnte, um mich um sie zu kümmern und dass "Dein Mann" (Chris hat im Moment offensichtlich den Status verloren, an dem sie ihn bei ihrem Namen nennt) dann die Tiere eben mal allein versorgen muss, zumal er ja sonst nichts macht.

Ich habe darauf nicht geantwortet und beschloss, dass ein "mutterfreier" Tag gut sein könnte. Das war auch gut, bedrückt war ich trotzdem. Nur auf dem Hundespaziergang konnte ich abschalten. Heute Abend kam dann eine Batterie von Sprachnachrichten von meiner Mutter. Mittlerweile bekomme ich tatsächlich leichtes Herzrasen und muss tief durchatmen, wenn ich sehe, dass sie eine Nachricht geschickt hat. Chris und ich hörten sie gemeinsam an und sie klang wesentlich ruhiger. Wie sie erzählte, hat sie dem Pflegepersonal die Grenzen gezeigt. Sie meinte, dass sie an den ersten Tagen nur mit dem Rollstuhl in die Toilette gebracht wurde und die Pflegerin in der offenen Tür stand, während sie auf der Toilette saß und dass das sehr demütigend gewesen sei. Gestern hätte sie den Pflegerinnen gesagt, dass die sich zurücknehmen müssen oder sie würde sich ein anderes Krankenhaus suchen. Seitdem, meinte meine Mutter, seien sie viel netter und sie dürfe allein gehen.

Keine Ahnung, ob ich richtig liege, aber als meine Mutter ins Krankenhaus kam, war sie unterversorgt, war gestürzt, musste von der Feuerwehr gerettet werden, hatte hohes Fieber und Grippe. Ich vermute, dass es dann erst mal normal ist bei der großen Schwäche, die Patientin nicht allein laufen zu lassen, sondern sie zu fahren und in der offenen Tür zu stehen für den Fall, dass sie ohnmächtig wird. Wenn sie hinter der geschlossenen Tür ohnmächtig wird, wird es schwierig, sie heraus zu bekommen. Aber vielleicht bin ich auch nur blauäugig und es war wirklich Schikane. Ich weiß es schlicht nicht.

Ich habe drei mal mit der Station telefoniert, dazu ein mal mit der Notaufnahme und ein mal mit dem Sozialdienst. Bis auf eine Krankenschwester waren alle sehr lieb. Die unfreundliche Schwester hatte ein Problem damit, als ich ihr erklärte, dass leider am Freitag niemand kommen kann, weil wir in Frankreich sind, Christian mit Grippe im Bett liegt, Maria auf einer Fortbildung ist und der Nachbar eingeschneit. Sie meinte darauf vorwurfsvoll, dass meine Mutter kaum etwas mitgebracht hat und dringend einige Dinge benötigt, die wir möglichst umgehend vorbei bringen mögen. Wobei ich mich fühlte wie eine Tochter aus der Hölle.

Ich habe auf keine Sprachnachrichten heute geantwortet. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es fühlt sich alles ein bisschen so an wie im Nebel. Natürlich lasse ich meine Mutter nicht hängen. Ich möchte, dass sie gut versorgt in einem angenehmen Umfeld leben kann. Und nein, das angenehme Umfeld werde nicht ich sein gg
 
Es gab trotzdem mein persönliches Highlight. Dazu muss ich aber ein bisschen ausholen:

Ich habe als Kind und Jugendliche sehr gerne gelesen und konnte mich in den Geschichten "verlieren". Mit 11/12 Jahren fiel mir ein Roman über den Goldrausch in die Hände. Eine der Hauptpersonen war eine Frau, die als Jugendliche mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter nach Amerika gekommen sind, weil die Eltern sich dort Geschäfte erhoffte.

In einem Passus wird sie beschrieben als eine junge Frau mit einem pfeilförmigen Haaransatz und schulterlangen Haaren. Ich konnte mir unter dem "pfeilförmigen Haaransatz" wenig vorstellen. Was daran lag, dass ich mir den Pfeil falsch herum vorgestellt hatte. Netterweise war auf der nächsten eine Bleistiftzeichnung von der Frau und ich erkannte, dass mit dem Pfeil die Spitze gemeint ist, die die Stirnhaare teilt.
Ich schaute mir das Bild an und fand es wunderwunderschön. Vor allem den pfeilförmigen Haaransatz gg

Heute habe ich mein längeres Pony mit einem Haarreif nach oben geschoben, nachdem ich meine Haare gebürstet hatte und sah erstmals einen pfeilförmigen Haaransatz. Keine Ahnung, ob ich vorher schlampig beim Hochschieben war oder ob sie nun lang genug dazu sind. Es war aber definitiv eine Pfeilspitze.

Um sicher zu gehen, fragte ich Chris, wie er meinen Haaransatz beschreiben würde. Sicherheitshalber zeigte ich auf den entsprechenden Bereich, weil Chris null Ahnung von Frisuren hat. Als ich ihn vor 18 Jahren kennen lernte, war sein Haupthaar schon nicht mehr richtig voll gg
Er beschrieb meinen Haaransatz als V-förmig. Ich denke, das ist nah genug an der Lösung fg
 
Gefallen lassen...nein
Antwort senden... aber auch nein
Das bringt nichts.

Sehe ich in diesem Fall ähnlich.

Ich würde damit - ich kenn mich ja - sicherlich Stunden verbringen, um ja alles richtig zu schreiben - und es würde entweder noch mehr eskalieren oder eh komplett falsch verstanden werden.
Und damit noch mehr an mir fressen und mich noch mehr ärgern.

Nee. Das würde ich bewusst ignorieren und höchstens im direkten Gespräch klären...

ABer da hat jeder so siene Erfahrungen und nicht alles funktioniert für jeden. Da ich mich nicht kurz fassen könnte und das schonmal böse schief gegangen ist, ist meine Erfahrung, dass ich persönlich mit Ignorieren besser fahre. :)

Keine Ahnung, ob ich richtig liege, aber als meine Mutter ins Krankenhaus kam, war sie unterversorgt, war gestürzt, musste von der Feuerwehr gerettet werden, hatte hohes Fieber und Grippe. Ich vermute, dass es dann erst mal normal ist bei der großen Schwäche, die Patientin nicht allein laufen zu lassen, sondern sie zu fahren und in der offenen Tür zu stehen für den Fall, dass sie ohnmächtig wird.

Das. Wenn sie vom Klo gefallen wäre, wäre sie sicher auch nicht begeistert gewesen.

(Bei der Bettpfanne steht ja uU auch jemand dabei. Ist dann halt so.)

Sie meinte darauf vorwurfsvoll, dass meine Mutter kaum etwas mitgebracht hat und dringend einige Dinge benötigt, die wir möglichst umgehend vorbei bringen mögen. Wobei ich mich fühlte wie eine Tochter aus der Hölle.

Ist ja korrekt, aber es geht halt gerade nicht. Ihr seid weit weg - nicht im Urlaub (vielleicht hat sie das bei Frankreich gedacht) und das Wetter ist ne Katastrophe. Ihr habt drei Backups, die alle ausgefallen sind. Es tut dir extrem leid, du weißtl wie sehr deine Mutter drunter leidet und kannst dir auch vorstellen, dass sie das nicht gut aufnimmt, aber es geht einfach wirklich gerade nicht. Ende aus.

Ich vermute, dass sie entweder geographisch etwas minderbemittelt ist oder den Druck weitergibt, den deine Mutter ausübt - da ist dann eine gute Gelegenheit, freundlich und sachlich reale Grenzen zu ziehen. Dass Schnee, Eis und Chaos herrschen, ist ja nicht deine Schuld. Und du bedankst dich auch sehr, dass sie sich so gut um sie kümmern angesichts der vertrackten Umstände. - Nix Tochter aus der Hölle - weit entfernt lebende, schwer besorgte Tochter, die das Krankenhaus und seine Hilfe zu schätzen weiß. ;)

Und nein, antworte deiner Mutter nicht. Was sie da erzählt, ist ihre Fantasie davon, dass sie wieder Kontrolle hat - die sie aber nicht hat, weil sie es den Schwestern gezeigt hat, sondern weil es ihr besser geht. Es ist aber wichtig für sie, zu glauben, dass sie das alleine geschafft hat.

Rede mit den Schwestern, lass dich auf dem Laufenden halten, kümmer dich um sie, aber ohne Kontakt, ehe sie nicht wieder normaler tickt.

Wenn's zu arg wird, schick ihr ebenfalls eine Sprachnachricht in der du ihr sagst, dass du dich melden wirst, wenn sie es schafft, dir eine Sprachnachricht zu schicken, ohne dich und deinen Mann zu beschimpfen. ;)

Immer dran denken: Im Moment braucht sie dich viel dringender als du sie.
 
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