Das wilde Dorfleben - von der Stadt aufs Land :-)

In 19 Tagen fahren wir mit Kalle und Tano nach Spanien. Ich hatte heute wegen ein paar Fragen Mailkontakt mit unserem Künstler-Vermieter und habe bei der Gelegenheit gegoogelt, ob er neue Bilder eingestellt hat. Das hat er tatsächlich und die sind der Hammer gg
Ich war ja schon auf den alten Fotos geflasht von so viel Schönheit. Wobei die Bilder sehr unterschiedlich sind: Mal sehr macho, mal sehr androgyn, mal geschminkt, mal völlig natürlich. Auf den neuesten Bildern sieht er aus wie die bestmögliche Mischung aus Freddy Mercury und Frankn'furter. Also in meinen Augen traumschön. Ich freue mich darauf, ihn kennen zu lernen :D

Ich freue mich natürlich auch sonst auf Spanien, habe aber auch gleichzeitig ein arg schlechtes Gewissen und mache mir Sorgen. Als wir die schlechten Röntgenaufnahmen von Kalle bekamen, beschlossen wir, unseren "Paarurlaub" in Ägypten in derselben Zeit in einen Kalle-Urlaub am Meer umzuplanen. Sandrine und ihre Kids waren sowieso schon engagiert und die Chance, mit vier Hunden noch etwas zu finden, sehr gering. Deswegen beschlossen wir, nur Kalle und Tano mitzunehmen. Kalle hätte ohne Tano wohl weniger ein Problem gehabt. Wir waren aber 2022 für acht Tage nur mit Kalle bei Ann in Flensburg. Wir hatten ihn mitgenommen, weil er dort gut schwimmen konnte. Tano und Lotta blieben zuhause, Milli hatten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Tano war die Woche sehr nervös, bellte tagsüber, bellte nachts und kam nicht zur Ruhe, was für Sandrine und die Kids richtig anstrengend war. Da er schon öfter fremdbetreut wurde und nie Probleme damit hatte, lag es offensichtlich daran, dass er Kalle vermisst hat. Deswegen darf/muss er mit nach Spanien.

Lotta und Milli bleiben hier und daher rührt mein schlechtes Gewissen. Milli orientiert sich sehr an Kalle und ich frage mich, wie sie ohne ihn klar kommen wird. Ich nenne sie ja gerne die "lieben Liebenden", wenn sie sich gegenseitig die Schnauzen belecken und dabei ihre Vorderpfoten übereinander legen. Sie kennt Sandrine, war dabei allerdings noch nie ohne Kalle. Und zu allem Übel kommt hinzu, dass Ägypten zwei Tage früher geendet hätte und Sandrine die letzten zwei Tage nicht kann. Wir kommen Sonntag zurück, Sandrine hat an dem Wochenende eine Hochzeit im Familienkreis und muss Freitagabend mit den Kids nach Hause. Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag kümmern sich daher mein Exmann Christian und seine Frau Maria um die Hunde. Ich hoffe, dass Lotta und Milli das gemeinsam gut verpacken.

Ich überlege, wie wir die Abreise am besten hinbekommen. Meine Idee ist, dass Sandrine und die Kids Lotta und Milli auf einen langen Spaziergang mitnehmen und wir während ihrer Abwesenheit mit Kalle und Tano losfahren. Wobei alle schon wissen, dass irgend etwas ansteht. weil wir vorher schon packen müssen. Ich mache mir auch Sorgen, wie sich eine Trennung von 14 Tagen auf die ganze Gruppe auswirkt und wie wir das Wiedersehen am besten gestalten. Ob wir uns alle besser auf den Feldern wieder treffen oder wir einfach in den Garten kommen. Echt, ich hätte weniger Sorgen, wenn wir nach Ägypten fliegen würden und alle Hunde zu Hause blieben *seufz*
 
Ich habe die große Runde wegen der Hitze heute Abend gemacht und sah schon von weitem den weißen alten Kastenrenault an der Seite stehen. Was bedeutete, dass der sehr alte Altbauer sich um sein Kartoffelfeld kümmerte. Der Jungbauer richtet ihm jedes Jahr im Maisfeld einen kleinen Kartoffelacker an und den beackert er glücklich mit manuellen Werkzeugen. Wir plaudern oft miteinander, wobei ich ein bisschen schreien muss. Er bewegt sich langsam und ein bisschen mühsam. Die Hunde fanden ihn erst ein bisschen unheimlich, aber irgendwann trauten sie sich doch und er tätschelte sie unbeholfen. Seitdem lieben sie ihn.

Als ich den Wagen sah, war Lotta frei und Tano an der Schlepp. Lotta schnuffelte interessiert am Wegrand, bis sie den Renault sah. Sie rannte sofort los zum Auto und ich sah aus Entfernung, wie sie den Wagen abschnüffelte. Aber wo war der Altbauer? Sie konnte ihn nicht sehen, weil sein Kartoffelfeld hinter ein paar Reihen schon recht großen Maispflanzen stand. Ich sah von ihm auch nur den Oberkörper. Und den von vermutlich seiner Frau, die ich bisher nicht kannte.

Lotta stand ein bisschen ratlos da, dann setzte sie ihr Nase ein und schnupperte ins Maisfeld. Dann sauste sie zwischen den Pflanzen zielstrebig zu den Beiden. Ich sah aus der Ferne, wie sich beide bückten, dann richtete sich der Altbauer auf, winkte mir freudig zu und bedeutete mir mit Zeigen nach unten, dass Lotta bei ihnen war.

Es dauerte ein bisschen, bis Tano und ich aufgeschlossen hatten. Als wir in Hörweite waren, schrie ich ein lautes "Bonsoir Madame, bonsoir Monsieur" zu ihnen und schrie fragend, ob Lotta stört. "Aber nein, aber nein. Wir sind doch Freunde". Wobei er wieder in Bückhaltung ging, wahrscheinlich um Lotta zu tätscheln. Wir tauschten uns noch ein bisschen über die Hitze und die Kartoffeln aus, dann pfiff ich Lotta zu mir und wir gingen weiter. Als wir auf dem Rückweg wieder dort vorbei kamen, war Tano frei und Lotta an der Schlepp und der Renault war weg. Tano schnupperte sehr intensiv an der Stelle, lief ins Maisfeld, kam aber unverrichteter Dinge schnell wieder zurück.

Sébastien hat mit dem Tapezieren mal wieder eine grandiose Arbeit hingelegt. Die Tapete ist super schön, aber auch sauschwer zu tapezieren. Durch die feinen Zeichnungen fällt jeder Fehler beim Ansetzen der nächsten Bahn sofort auf. Die alte Tapete war auch wimmelbildartig gezeichnet, aber nicht ganz so zart und trotzdem wuchs einer Frau statt ihrem Arm ein Bein aus der Schulter gg

Hier mal Bilder, auch von der Naht:

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Bei uns war es selbst nach 22 Uhr nicht ein Grad kühler als tagsüber. :rolleyes:
 
Bei uns war es selbst nach 22 Uhr nicht ein Grad kühler als tagsüber. :rolleyes:
Wir hatten nachts "nur" knapp über 20°, hat gereicht, jetzt sind es schon wieder fast 30° und drückend schwül.
Von den Unwettern gestern sind wir aber gottseidank verschont geblieben...:hitze:
 
Hier genauso. Jedoch ein wenig von dem Regen wäre schon schön gewesen.
 
Wir hatten reichlich Regen aber das echte Unwetter kam in anderen Stadtteilen runter (bis auf einen Knallwumm der laut meiner Schwester über ihr einschlug als sie sich mit Hund unter ein fremdes Carport gestellt hatte.) In Hamburg wohl über 700 Einsätze der Feuerwehr.
Heute bis 23 Grad, deutlich angenehm mit etwas Wind.
 
Wir hatten gestern 35 Grad. Als ich um 19 Uhr mit den Hunden über die Felder gegangen bin, war es endlich bewölkt und nur noch 26 Grad. Dadurch, dass über den Feldern immer ein leichter Wind geht und die Wasserstellen noch leicht gefüllt sind, war es okay. Allerdings trägt Tano bei den Temperaturen nicht mehr seine Signalweste.
 
Ich freue mich auf morgen, weil um 14.30h endlich nach mehr als fünf Monaten meine ZA- Behandlung abgeschlossen wird und ich hoffe, dass es wirklich so gut wird wie geplant.

Die Monate waren tatsächlich nicht ohne. Es war schwierig für mich zu essen und ich habe einiges an Gewicht verloren, was ich ab morgen hoffentlich wieder aufholen kann. Da kommt der Urlaub in Spanien ganz gelegen gg

Ich freue mich auch, dass ich die Zeit recht gut hinbekommen habe und meistens das Beste daraus gemacht habe. Das lag aber auch daran, dass Chris mich dabei unterstützt hat, ohne sich dabei aufzudrängen.

Es gab aber auch Momente, in denen ich richtig genervt war und ihn ziemlich angeblafft habe und unfair war, worauf er aber nicht eingestiegen ist. Wir haben heute Abend die vergangenen Monate Revue passieren lassen und ich war daher erstaunt, als Chris meinte, dass ich sehr tapfer gewesen sei.

Auf meinen Einwand, dass ich ja doch gelegentlich etwas "schwierig" war, meinte er, dass er in den Monaten nach der OP mit mehr Krisen gerechnet hätte und er mich die allermeiste Zeit als tapfer und optimistisch erlebt hat :love:
 
Das Gefühl, das geschafft zu haben ist großartig und du kannst stolz auf dich sein. Ich tappert im August wieder zur Nachsorge und schaue dem einigermaßen entspannt entgegen ggg
 

Vielleicht möchte sie dir etwas sagen?

Hast du dir deine goldene Kugel aus dem Brunnen wiederholen lassen und die Kröte danach nicht von deinem Teller essen und in deinem Bett schlafen lassen?
Ansonsten empfehle ich einen Kuss. :D Wobei, du hast ja schon einen Traumprinzen... Aber vielleicht sind zwei auch nicht verkehrt. ;)
 
Keine Ahnung, was sie mir sagen will. So richtig kommunikativ ist sie ja nicht. Ich finde sie ja wirklich unfassbar niedlich. Das "lächelnde" Maul, die glubschigen Augen und die drei Zehen. Zudem fühlt sie sich so schön an.

Mein echter Froschkönig und ich feiern morgen bzw heute unseren 10. Hochzeitstag. :D
 
Ich bin immer noch damit beschäftigt, den Tod von Ann zu begreifen. Ich weiss vom Verstand her, dass sie gestorben ist. Im Herzen ist das aber noch nicht richtig angekommen. Ich fühle mich ein bisschen wie im Nebel. Gleichzeitig merke ich, dass sich viele Tränen den Weg nach oben bahnen, aber ich kann noch nicht weinen.

Wir lernten uns an Christines letztem Geburtstag kennen. Die Beiden waren Klassenkameradinnen, haben sich nach der Schule aus den Augen verloren und trafen sich bei der ambulanten Chemo wieder.

Im Gegensatz zum BSD-Krebs von Christine schien Ann mit dem Brustkrebs eine große Chance auf Heilung zu haben. Sie bekam zunächst Chemo und wurde danach operiert. Alles schien gut zu laufen. Dann wurde eine Metastase im Gehirn gefunden. Sie wurde zuerst operiert, dann bestrahlt und das war der Anfang vom Ende. Kurz darauf wurden mehrere neue Metastasen im Gehirn entdeckt. Die Ärzte waren sich uneins. Erst Bestrahlungen oder erst OP?

Sie entschied sich für die Bestrahlungen und erhielt 20 derselben in vier Wochen. Die Metastasen wuchsen trotzdem. Sie konnte sich nicht mehr eigenständig bewegen, hatte immer wieder epileptischen Anfälle und lag nur noch im Pflegebett. Sie starb langsam und grausam, wie Christine.

Ich werde sie so vermissen: Ihren trockenen Humor, ihre Fürsorge und ihre liebenswerte Art. Wir waren zusammen bei Christine, als sie starb. Danach waren wir beide im Gefühlschaos: Große Traurigkeit, aber auch Freude, dass Christine nicht mehr leiden musste. Erleichterung. Letztere auch, weil wir die Sterbebegleitung ganz gut hinbekommen haben. Übermüdung und Erschöpfung.

Das Gefühlschaos betäubten wir mit bei Christine gefundenen Alkoholika bei minus 15 Grad vor dem Haus, in Decken gehüllt. Ann meinte, dass sie hoffe, nicht so quälend sterben zu müssen wir Christine. Ach Ann, wie gut, dass Du nicht in die Zukunft gucken konntest :(

Ann ist am selben Tag gestorben, an dem meine Seelenfreundin vor 12 Jahren beim Spaziergang mit ihrer Hündin von einem Baum erschlagen wurde.

An demselben Datum sind wir vor drei Jahren nach Frankreich gezogen. Schon schräg irgendwie. Große Freude und große Traurigkeit so nah beieinander.
 
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