Das wilde Dorfleben - von der Stadt aufs Land :-)

  • Lucie
@hundeundich2.0 Ich denke das Letzte was man im Alter brauchen kann ist Bevormundung. Ich hoffe dass dieser Kelch an uns (alten Schachteln) vorbei geht. Meine Chancen, da ohne Kinder, sind da nicht so schlecht. Selbstverständlich Hilfe anbieten, geben wo gewünscht, meine Mutter hat eine 180 Grad Wende hingelegt als sie merkte dass ich es so handhabe. Früher kam öfter mal der blöde Spruch "seien Sie nett zu Ihren Kindern, die suchen ihnen schließlich dem Heimplatz aus". Ich hoffe dass dies nie der Fall sein muss, lieber verliere ich sie etwas früher, mitten aus dem Leben, als so ein Siechtum wie bei meiner Schwiergermutter.
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi Lucie :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • Paulemaus
@hundeundich2.0
Lieb von Dir, dass Du Dir so viele Gedanken um meine Eltern machst.

Der WW steht da nicht fest, der muss also mit heim. Meine Eltern sind versicherungstechnisch sehr gut abgedeckt. Auch mein Exmann und Chris haben ihnen jeweils angeboten, den WW heimzubringen, aber mein Vater möchte das selbst managen und wird das auch problemlos hinbekommen.

Ich werde einen Teufel tun, ihnen da reinzureden. Sie sind zwar 80 bzw. 81 und mit Sicherheit auch körperlich nicht mehr soo belastbar, aber ihr Geist ist wach und sie sind voll orientiert. Zudem haben sie schon viele Krisen gemeinsam gemeistert. Ich fände es arg übergriffig, ihnen zu sagen, was sie machen müssen und würde mir das an ihrer Stelle auch verbeten. Sie sind alt und weise genug, über ihr Leben selbst zu entscheiden. Sie wissen aber, das einige Leute parat stehen, wenn sie Hilfe brauchen.

Sie waren übrigens heute schon bei der Krankenkasse und sind nun in ihrem Haus. Der WW steht noch an der Mosel und sie wollen nach dem Unwetter wahrscheinlich wieder zurück zum WW. Da werden wir sie, wenn sie zurückkommen, am Sonntag treffen.

Das Gespräch mit der Krankenkasse war offensichtlich positiv. Sie suchen für meine Mutter eine Reha an der Ostsee.
 
  • embrujo
Damp ist übrigens super.
 
  • Paulemaus
Noch drei Tage, dann wird Poupette kastriert. Sie tut mir echt leid, wie sie im Gästebad festhängt und sich langweilt. Gewachsen ist sie meiner Meinung nach immer noch nicht, aber sie hat zugenommen. Was ihr allerdings fehlt, sind Muskeln. Im Badezimmer hat sie natürlich keine Möglichkeit, Muskeln aufzubauen. Damit sie zumindest psychisch ein bisschen Unterstützung findet, haben wir die anderen Miezen auf Sozialarbeiterqualitäten getestet und die Miezen zu ihr ins Bad gelassen, die gerne zu ihr wollten. Das waren Trevor, Noel und Muffin. Trevor war ein Totalausfall, was seine empathische Sozialarbeiterseite betrifft. Er fraß der Kleinen sowohl das Nussfutter als auch das Trockenfutter weg und knurrte sie an, als sie hoffnungsvoll zu ihm kam. Womit er von der Liste gestrichen wurde. Muffin war da schon besser, denn auch er fraß gerne Poupettes Trofu, ließ aber zu, dass sie zu ihm kam und mit ihm fraß und duldete auch körperliche Nähe. Allerdings wurde ihm schnell langweilig und er wollte wieder raus. Noel hingegen hat sich eine Auszeichnung verdient: Geduldig und liebevoll kümmert er sich um die Kleine und sie folgt ihm wie ein Schatten, wenn er bei ihr ist. Sie mag ihn sogar so gerne, dass sie sich nicht mehr vor uns versteckt, wenn er bei ihr ist. Wenn wir Noel nach einiger Zeit wieder rauslassen, würde sie gerne mit ihm mitgehen und schaut ihm bedauernd nach, denn an uns vorbei traut sich nicht.

Sobald sie nach der Kastration wieder fit ist, hat sie alle Freiheiten und kann ins Katzenzimmer ziehen. Boah, ich freue mich so darauf.
 
  • Grinschy
Wunderbar sie sind erst einmal „ Zuhause gelandet „-, alles andere wird sich weisen und einspielen.
Hauptsache bitte viel trinken,- eventuell einen „ Trinkplan“ machen. Das die Mama sich aufschreibt was sie trinkt. - Rauchen überdenken wäre auch nett,- vielleicht reduzieren,- alles kostet Kraft. Sie scheint aber der Typ zu sein ,- sich zurück zu kämpfen. Mit ihren Logopädischen Übungen hat sie das gezeigt. Drück sie lieb ( beide) ,- es ist immer zu sehen : wenn Menschen so eng sind = trägt❤️.
Letztlich ist es so : man muss sie lassen ,- kann sie liebevoll unterstützen.
Mein Vater hat sich damals Anfangs auch Wesensverändert ,- „ er selbst“ kam aber auch wieder „ zurück“. Er war aber auch ein bequemer Mensch. Seine Übungen hab ich ihn dann mit den Kids machen lassen ;) da war für ihn Spaß dabei. So hatten wir ein win/win. Auch mit dem trinken,- letztlich war das für meine beiden Eltern das große Übel. Selbst musste ich seid Jahren selbst daran arbeiten, ich habe wohl ein vermindertes Durstgefühl. Mittlerweile merke ich aber es geht meinem Körper besser mit genug Wasser.
Geraucht habe ich ca 30 Jahre,- die letzten 3 Jahre hab ich auch 5 Zigaretten geraucht und sie wieder gelassen. Sage mir ich mache eine Pause. Wenn ich sagen würde : ich darf nicht mehr - Himmel würde ich mich Zigaretten und Feuerzeug innerhalb von Minuten wieder finden.
Wir alle treffen unsere Entscheidungen ,- gut oder schlecht , zeigt der Rückblick. Im Augenblick der Entscheidung,- scheint es uns der bessere Weg. - Das sollte ich - das respektiere ich auch von meinem Gegenüber. Sicher nicht einfach,- und bei trinken und duschen /waschen musste ich meine ( später Wesensveränderte) Eltern bitten und überreden,- ok aber sie haben dann mit gemacht. Aber so lange ein Mensch klar ist,- laufen lassen. Bei meinen Kids - ebenso. Man kann sagen : hier ich bin da,- sich anbieten ,- sonst laufen lassen ….
 
  • Carli
...und beizeiten einen Plan B haben für die Zeit wenn es nicht mehr läuft...
 
  • embrujo
Ist zwar sehr sehr groß aber die Behandlung ist wirklich sehr gut.
 
  • Candavio
Alles laufen lassen, sie machen lassen, obwohl du weisst, das es eigentlich nicht mehr geht und das sie sich und andere damit gefährden...:gruebel:
Nicht meins...
 
  • Carli
Das Problem ist nur Plan B dann auch durchzukriegen... :rolleyes:
Wir haben damals Glück gehabt aber sind eben auch 10 Jahre Unterschied. Aus heutiger Sicht keine Chance mehr. Aber gerade wenn man so weit auseinander wohnt lohnt es sich Plan B in Ruhe im Vorhinein zu besprechen. Nicht gerade jetzt, da sitzt der Schock eh noch tief. Aber wenn sich die Lage beruhigt hat.
 
  • Paulemaus
Alles laufen lassen, sie machen lassen, obwohl du weisst, das es eigentlich nicht mehr geht und das sie sich und andere damit gefährden...:gruebel:
Nicht meins...

Wieso gefährden sie denn andere? Und wieso weiss ich, dass es eigentlich nicht mehr geht? Das, was ich von ihnen grade mitbekomme ( und wir halten eng Kontakt), klingt nicht so, als würden sie nicht klar kommen. Heute morgen waren sie bei Mams Hausärztin, die gleichzeitig Kardiologin ist und sie war sehr zufrieden mit Mams Zustand 5 Tage nach dem Schlaganfall. Meine Mutter hatte natürlich auch unglaublich Glück, keine Frage.
 
  • Paulemaus
Meine Eltern haben ihren Plan B. Der beinhaltet nicht, dass ich sie pflege oder mich intensiv kümmere. Das ist so abgesprochen und ginge auf die Entfernung auch gar nicht. Sie sind aber finanziell abgesichert, so dass sie sich Pflege leisten können, wenn sie sie brauchen.
 
  • Carli
Meine Eltern haben ihren Plan B. Der beinhaltet nicht, dass ich sie pflege oder mich intensiv kümmere. Das ist so abgesprochen und ginge auf die Entfernung auch gar nicht. Sie sind aber finanziell abgesichert, so dass sie sich Pflege leisten können, wenn sie sie brauchen.
Ja dann ist das doch prima. Irgendwann kommt halt immer der Punkt wo die alten Herrschaften mit allem drumherum überfordert sind. Egal, wie tough sie vorher waren. Aber- darauf muss man sich einstellen, auch wenn alles abgesichert und vorgesorgt ist- man muss da einen Blick drauf haben. Auch die best bezahlte Pflegerin muss nicht zwingend gut pflegen...aber ihr werdet das sicher hinbekommen und tatsächlich würde ich das jetzt auch erstmal laufen lassen. An den Gedanken wirklich alt zu werden, muss man sich auch erstmal gewöhnen...
 
  • Paulemaus
Sie haben schon mit einigen Senioreneinrichtungen Kontakt gehabt. Ihnen schwebt eine Wohnung vor, in der sie relativ unabhängig sind, wo sie aber wenn nötig Hilfe bekommen können. Sie werden aber eher nicht in ein "typisches" Pflegeheim gehen, sondern wollen rechtzeitig den Exit in der Schweiz suchen.
 
  • Carli
So der Plan. Die Realität mag so oder so aussehen, dass weiß momentan noch keiner und das wiederum ist gut so.
 
  • Lucie
Das klingt doch alles wirklich positiv. Sich und andere gefährden können auch jüngere Menschen durchaus, die Fahranfänger durch Selbstüberschätzung. Mein Schwiegervater kam, als er in meinem Alter war, mit Boot auf dem Hänger von Rab zurück. Daheim wurde es ihm schlecht und klappte zusammen, geplatztes Aneuyrisma samt Not OP, das wäre auf der Autobahn genau so ein Geschoss gewesen wie ein Wohnwagen Gespann. Deine Eltern machen das schon und im Notfall seid ihr ja auch noch da.
 
  • Paulemaus
Die Frage wäre dabei ja auch, wie ich sie zu etwas bringen kann, was sie nicht wollen. Ich kenne meine Eltern seit fast 61 Jahren und weiss, dass sie sich da nicht reinreden lassen werden. Sie sind mündig, im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte und haben meiner Meinung nach auch trotz ihres relativ hohen Alters und dem Schlaganfall meiner Mutter das Recht, selbst über ihr Leben zu entscheiden. Und meine Mam wollte nun mal nicht im Krankenhaus bleiben, sondern nach Hause bzw. in ihren geliebten Wohnwagen.

Morgen kommen sie wieder auf den Campingplatz und wir treffen sie abends zum Essen. Heute war meine Mutter wieder bei ihrer Hausärztin, die sie noch mal zur Kontrolle sehen wollte, bevor sie morgen hierher kommt. Meine Mutter spricht fast wieder normal, sie übt aber auch quasi ständig.

Mein Vater war natürlich dabei, weil es auch um die Reha geht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die eine ist die schon beantragte Anschlussheilbehandlung, die schnell nach Entlassung aus dem Akutkrankenhaus angetreten werden muss. Eine andere Möglichkeit ist, keine AHB zu machen, sondern über den Hausarzt eine Reha zu beantragen, was aber länger dauert.

Meine Eltern haben der Ärztin heute erzählt, wie traurig sie sind, dass die gemeinsame Reise nicht stattfinden wird und wie gerne sie die Fjorde gesehen hätten. Mein Vater kennt die Fjorde aus seiner Marinezeit, meine Mam war noch nie dort. Die Ärztin meinte, dass Mam von ihrem Gesundheitszustand her durchaus eine ruhige Seereise machen könnte und erst danach die Reha antreten könnte, die sie derweil beantragen würde.

Hier also die latest news:
Meine Mam hat den Antrag auf Anschlussheilbehandlung zurückgezogen. Die Ärztin stellt Montag einen Antrag auf Reha. Der Urlaub wird nicht storniert und sie fahren mit uns gemeinsam durch die Fjorde.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll. Sie hingegen sind glücklich. Chris sieht es gelassen und meinte, dass wir ihnen dann eben eine liebevolle und humorvolle Urlaubsbegleitung sind, die Zeit mit ihnen geniessen und ihnen einen schönen Urlaub bereiten. Na dann...
 
  • Carli
Ich freue mich für deine Eltern und finde die Aussage der Ärztin recht mutig. Ob das alles klug ist, im Nachhinein ist man ja immer schlauer, ob negativ oder positiv. Ich hoffe ihr habt alle! viel Spaß auf der Reise.
 
  • Candavio
Wieso gefährden sie denn andere? Und wieso weiss ich, dass es eigentlich nicht mehr geht? Das, was ich von ihnen grade mitbekomme ( und wir halten eng Kontakt), klingt nicht so, als würden sie nicht klar kommen. Heute morgen waren sie bei Mams Hausärztin, die gleichzeitig Kardiologin ist und sie war sehr zufrieden mit Mams Zustand 5 Tage nach dem Schlaganfall. Meine Mutter hatte natürlich auch unglaublich Glück, keine Frage.
@Paulemaus
Britt, das war in keinster Weise gegen euch gerichtet.
Im Gegenteil, ich wäre mehr als glpcklich, wenn deine Mutter da "heil" rauskommt.

Aber es gab hier halt auch die Aussagen, das man sie doch machen lassen sollte und ja nicht reinreden, Hilfe bestenfalls anbieten...
Und das ist halt in manchen Fällen nicht machbar.

Wie gesagt, ich wünsche deinen Eltern noch eine lange "freie" gemeinsame Zeit.
Aber ich wünsche dir, das sie, wenn denn der Zeitpunkt mal gekommen ist, sie das dann auch einsehen und deine Hilfe gerne annehmen...
 
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