Das wilde Dorfleben - von der Stadt aufs Land :-)

  • Madeleinemom
What the hell is wrong with people?? Geht's denn immer nur um Geld und Gier und jeden Pisspott kontrolieren???

Erbaermlich ...
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi Madeleinemom :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • Cornelia T
Meine Freundin ist vorgestern vor 13 Jahren gestorben. Sie war krank und fühlte sich nach einer OP, die 3 Wochen vor Heiligabend statt fand, nicht wohl.
Wir haben Heiligabend telefoniert, aber sie wollte nicht zum Notarzt sondern meinte, sie bräuchte nur Ruhe.
Nach vielen Versuchen habe ich am 27. ihre Nachbarin, die einen Schlüssel hatte, erreicht.
Meine Freundin lag tot in ihrer Wohnung.
Die Kriminalbeamten waren so freundlich uns zu gestatten ihre Tiere aus der Wohnung zu holen.

Als ich mich nach einer Möglichkeit erkundigte die Impfpässe zu bekommen erfuhr ich das ihre Verwandten Anfang Januar die Wohnung ausräumen würden und ich dann kommen könnte.
U. besaß nicht viel. Sie war berufsunfähig, hatte unter Missbrauch in der Kindheit und sehr unter ihrem aggressiven Ehemann gelitten und ein äußerst schlechtes Verhältnis zur Familie.Als der Vater starb sollte U. 80 000 Euro erben.
Das wäre ein Vermögen für U. gewesen, die am Existenzminimum lebte.
Aber ihre Verwandten versuchten sie ein zu schüchtern und bedrängten sie auf das Erbe zu verzichten.
Mutter und Bruder waren anwesend als ich kam. Sie taten sehr freundlich.
Ihr Umgang mit U.s "Pröll" war dermaßen würdelos. Ihr Zuhause würde förmlich gefleddert.
Alles wofür sie mühsam gespart hatte wurde weg geworfen weil es ja nur Abfall wäre.
Kein Wort über ihre Tiere.

Mich haut ja nichts so schnell um, aber ich hab mich richtig krank gefùhlt als ich ging.
 
  • Cornelia T
Edit:'Die 80:000 Euro blieben nach U.s Tod in der Familie.
Ich könnte heute noch vor Wut schreien, wenn ich daran denke
 
  • matty
Das hätte ich ganz genauso schreiben können:
Ist jetzt meine Meinung...
Sollen sie doch...
Das, was da in der Urne im Friedwald beerdigt wird, ist nicht mehr "Christine".
Das was sie ausgemacht hat, was ihre Frau und ihre Freunde an ihr geschätzt und geliebt haben, hat sich längst "auf den Weg" gemacht.
Sucht ihr einen anderen schönen Platz aus, an dem sie ruhen darf und an dem Christine's Frau dann auch nicht in die Gefahr läuft bei einem Besuch der "lieben Verwandschaft" begegnen zu müssen.
Und ihren Vater hat Christine in der Ewigkeit längst gefunden :love:.
Meine Oma hat mir bei einer ähnlichen Geschichte mal gesagt "Gottes Mühlen mahlen langsam, dafür aber schrecklich klein."
 
  • embrujo
@Candavio den Spruch kenn ich auch von meiner Oma und ich verwende ihn gern.
 
  • Paulemaus
Meine Uroma hatte denselben Spruch öfter auf den Lippen und auch diesen: "Der liebe Gott lässt keine Bäume in den Himmel wachsen"
 
  • Paulemaus
Heute vor 14 Tagen stand Tanos Euthanasie im Raum. Jetzt liegt er grade in seinem Körbchen, lümmelt rum und fühlt sich wohl. :love:
Auf den kahlen Stellen wächst weicher Flaum. Da, wo die Haut verletzt war, ist sie noch sehr pigmentiert, wird aber heller. Er hat sich ausgerieselt. Das war echt übel mit den vielen, kleinen Krusten, die er überall verlor. Er riecht wieder wie ein gesunder Hund. Zwischenzeitlich, mit den großen Wunden, roch er sehr schlimm.

Wir haben ihn in der Zeit in Flensburg morgens mit dem Leishmaniosetrofu gefüttert, abends mit vegetarischer Dose, die er nicht nur sehr gern genommen hat, sondern seiner Haut auch sehr gut tut. Ab morgen werden wir seine Mahlzeiten wieder frisch bereiten, mit Fleisch. Bei der Aussschleichung vom Tramal sind wir jetzt bei 0,75-0,75-0,75. Begonnen haben wir mit 1,25 dreimal täglich. Ich habe eine Mail an den TA geschrieben, um zu fragen, wie ich am besten weitermache. Ob erst eine Gabe wegdosiert wird oder alle gleichmäßig ausgeschlichen werden sollten.

Tano ist nicht nur wieder quasi der alte Mafioso. Offensichtlich hat seine Erziehung in der Zeit der Krankheit etwas gelitten. Ich glaube nicht, dass wir ihn in seinem Zustand zu viel gepäppelt haben, aber das müssen wir jetzt auch wieder runterfahren. Er fühlt sich ein bisschen wie ein kleiner König und war heute arg erstaunt, als ich deutlich verlangte, dass er sein Bellen einstellen möge. Er warf mir einen waidwunden Blick zu.

Auch das mit dem Spritzen findet er nicht mehr so toll und es ist schwieriger, ihn abzulenken. Er hat heute die 18. Spritze bekommen, bleiben also noch 10. Ich bin froh, wenn wir da durch sind. Er mit Sicherheit auch.

 
  • Paulemaus
Hier noch Bilder vom letzten Tag in Flensburg:



 
  • Grinschy
Man sieht wieder seine Augen,- ein komplett anderer Hund, als vor Wochen. Alleine wie er steht und am Leben teil nimmt. Auch glaube ich - die Seeluft tat ihm gut♥️♥️♥️… wobei der Anlass …

( … wir haben vor 2 Jahren einen wirklich wertvollen Menschen im Friedenswald beigesetzt. Dessen Leben so irre traurig war. Und zu guter letzt ist er als Millionär verstorben ohne je einen Cent in den Fingern zu haben. Das Leben kann so „böse „ sein… )
 
  • Paulemaus
Morgen gehe ich mit Kalle zur Wassertherapie und nehme Tano mit, damit sie sehen, wie er sich gemacht hat. :love:. Ich bin da schon ein bisschen stolz, dass Chris und ich ihn wieder "hinbekommen" haben und freue mich so sehr, wenn er hier rumwatzt. Er ist schon ein toller kleiner Wuffel und bringt Leben in die Bude. Heute haben er und Kalle nach langer Zeit wieder mal herzhaft gespielt, mit Grollen, weit aufgerissenen Mäulern und Lebenslust in den Augen. Kalle hätte Tano sicher sehr vermisst und hat sich auch sehr um ihn gekümmert, als es Tano so schlecht ging. Er lag stundenlang sehr besorgt nahe bei ihm und hat ihm quasi die Pfote gehalten.

Christine und ich waren zusammen in einer Online-Gruppe für Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und deren Angehörige. Dort war auch eine Frau, die wir beide sehr mochten und die eine ähnliche Diagnose hatte wie Christine. Ich habe eben gelesen, dass sie auch gegangen ist, 2 Wochen vor Christine. Sie war Witwe und hinterlässt einen 14-jährigen Sohn. Krebs ist ein Ar.sch.loch.

Von dem Bruder und der Mutter gibt es keine Neuigkeiten mehr, nachdem sie verkündet haben, dass Christine unter dem Familienbaum nicht erwünscht ist. Sie haben auch keine Traueranzeige geschaltet und sind quasi abgetaucht. Es gibt aber online ein öffentliches Kondolenzbuch von Sabine für Christine und das werden auch Leute lesen, die die Familie kennen. Die Familie ist recht bekannt in der Stadt. Nach dem Motto: "Ich schreibs an jede Wand" haben Ann und ich unsere Kondolenzen so formuliert, dass wir auch die Ehefrau von Sabine erwähnt haben und andere Freundinnen von Christine werden nachziehen. So dass die Tatsache, dass Christine verheiratet war, auch sehr deutlich wird. Ich wäre gerne dabei, wenn jemand das liest und dann die Mutter oder den Bruder fragt: "Ach, ich wusste ja gar nicht, dass Christine verheiratet war." :eg:. Dieses miese reiche Pack. Ich könnte im Strahl kotzen..

Heute hatte ich auch Zeit, meinem Exmann zu erzählen und ihm zu berichten, wie es war. Von den Eltern, aber auch von Ann und mir. Wir waren ja etwas skurril nach Christines Tod. Ich glaube, dass Ann und ich Christine gut begleitet haben und bin damit im Reinen. Als Christine gestorben war, haben wir zunächst etwas gewartet und dann hat Ann nach ihrem Puls gefühlt. Wir wussten von der Palliativschwester, dass es in der Endphase zu längeren Atempausen kommen könnte und wollten nicht zu früh "prüfen". Als wir sicher waren, haben wir Christine schön gebettet und ihr die Augen geschlossen, bevor wir uns ganz fest umarmten. Dann meinte Ann, dass sie nun eine Zigarette braucht und ich ergänzte um "und ein Bier". Das Problem war, dass es im Haus kein Bier gab und alle alkoholischen Getränke im Wohnzimmerschrank standen. Vor dem Wohnzimmerschrank stand das Pflegebett von Christine. Wir überlegten kurz, ob es pietätlos wäre, wenn wir Christine im Pflegebett ein Stück zur Seite schieben, waren dann aber der Meinung, dass Christine uns das verzeihen wird. Ann richtete draußen vor der Haustür auf dem Mäuerchen ein paar Decken. Sie hatte einen leckeren Grappa gefunden, ich einen, wie Chris später feststellte, sehr sehr guten Dessertwein.

Dann saßen wir da bei einer Zigarette und Wein und Grappa auf ziemlich nüchternem Magen, erhoben das Glas auf Christine und tauschten Erinnerungen an sie aus. Irgendwann hielt ein Auto und eine Frau stieg aus, die wir nicht kannten. Sie kam zu uns und meinte, dass sie Christine kurz "Hallo" sagen möchte. Ann sagte ihr, dass Christine vor einer halben Stunden gestorben sei und ich fragte etwas misstrauisch nach, wer sie wäre, weil ich Familie befürchtete. Sie nannte ihren Namen und meinte, dass sie eine Bekannte wäre. Bei mir machte es "klick" und ich fragte sie, ob sie die Seelsorgerin wäre, von der mir Christine oft erzählt hatte. Sie bejahte das und fragte, wer wir seien und kannte uns aus den Erzählungen von Christine. Sie war mir sofort sehr sympathisch und ich freue mich, dass Christine sie an ihrer Seite hatte und dass sie auch den Trauergottesdienst gestalten wird.

Sie ging zu Christine und entzündete eine Kerze auf dem Nachttisch, dann kam sie zu uns nach draußen und wir redeten. Wir erzählten ihr, dass wir, um an den Barschrank zu kommen, Christine etwas zur Seite haben schieben mussten. Sie lächelte ein feines Lächeln und meinte, dass Christine das sicher völlig okay fand. Wir teilten Erinnerungen an Christine in der eisigen Kälte, Ann und ich noch im leichten Ausnahmezustand und unter dem Einfluss von Grappa und Dessertwein. Irgendwann beschlossen wir, reinzugehen, weil Heike, die Seelsorgerin, sichtlich fror. Im Haus war es kalt, denn Ann hatte, damit die Seele von Christine fliegen kann, die Terrassentür aufgemacht und versehentlich auch noch die Haustür, was einen formidablen Durchzug von Eiseskälte zur Folge hatte. Ann bemerkte ihren Fehler und ich merkte trocken an: "Von Schockfrosten war nicht die Rede"

In dem Moment kam Sabine, Christines Frau. Wir hatten ihr angeboten, ein paar Stunden zu schlafen. Sie war da völlig fertig, hat das Angebot dankbar angenommen und versprach, um 20 Uhr wieder da zu sein. Ann und ich hatten uns dagegen entschieden, sie zu wecken, nachdem Christine gestorben war. Sie sollte noch ein bisschen ausruhen, bevor der Schmerz kommt. Wir trösteten sie, so gut wir konnten und Heike bot an, Christine auszusegnen, wenn Sabine damit einverstanden ist. Sabine stimmte zu. Ich hatte Chris sofort nach Christines Tod kurz informiert und rief ihn an, um zu fragen, ob er bei der Aussegnung dabei sein wollte. Er kam so schnell wie möglich und wir segneten Christine aus dieser Welt aus. Dann kam der Palliativarzt, um den Totenschein auszustellen und ich öffnete ihm die Tür. Ich stellte fest, dass er am Vortag anders ausgesehen hat und meinte: "Ich habe gestern gar nicht gesehen, dass Sie einen Bart haben". Seine Antwort: "Da hatte ich auch eine Maske auf". Sprachs und setzte eine Maske auf, bevor er eintrat. Ja, das war dann tatsächlich der, der auch in der Nacht da war.
 
  • Candavio
So wie ich Christine einschätze und nachdem, wo ihr euch in der Ewigkeit verabredet habt, bin ich sicher, das sie "auf ihrem Weg" kurz innegehalten und herzlich gelacht hat...:love:
 
  • Paulemaus
So wie ich Christine einschätze und nachdem, wo ihr euch in der Ewigkeit verabredet habt, bin ich sicher, das sie "auf ihrem Weg" kurz innegehalten und herzlich gelacht hat...:love:

:love:


Wir waren heute in der Tierklinik und ich habe mich riesig über die Reaktionen vom Praxisteam über Tano gefreut. Tano hüpfte an jedem hoch und freute sich bannig über die große Aufmerksamkeit. Der Chef der Praxis schnappte sich Tano, stellte ihn auf den Untersuchungstisch und bestaunte seine heile Haut. Ihm standen tatsächlich Tränen in den Augen vor Freude über Tano und er meinte, dass er sich das vor 2 Wochen nicht hätte vorstellen können.

Wir haben ja die Praxis von unterwegs auf dem Laufenden gehalten, wie es Tano ging und Fotos geschickt. Wir bekamen immer sehr schnell eine Rückantwort, dass sie sich sehr mit uns freuen und dass er auf den Bildern super aussieht. Ich bin sehr froh, dass wir diese Tierklinik gefunden haben.
 
  • Grinschy
Auch ich bin froh über dieses Schicksal, nach Frankreich zu gehen und wie es sich für Euch gewendet hat. Ob Tano in Luxemburg dieses Glück gehabt hätte, ist echt fraglich. ♥️♥️♥️
Alleine auf den Seebildern steht er wieder , wie normal. Dieses Häufchen Elend von vor Weihnachten, war so arm. So sollte es auch sein : ihr findet ihn. Bei jedem anderen hätte er wohl den Kampf gegen die Seuche verloren.
Über die Reagierende Familie von Christine hab ich diese Nacht nochmals geträumt und dachte wie arm im Geiste -so noch :nach zu treten. Meinen Kindern hab ich immer vermittelt: Revoncefoul Die einzige Antwort, aber es gibt noch Seeblick, Seebestattung und was weiß ich für Bäume…
 
  • Grinschy
… es hat sich verselbstständigt:
Meinen Kindern hab ich immer vermittelt: Revanchefoul ist unmöglich/ unterhalb der Gürtellinie und peinlich… so peinlich,- gegen jeden Anstand oder einfach nur klein… und zeigt nur wie Hilflos der Gegenüber ist , hilflos im Geiste.
 
  • Paulemaus
Die Freude ist gross, dass Tano zu seiner alten Form zurück gefunden hat :lol:



 

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  • Candavio
Siehste...:D
Jetzt einfach dranbleiben, dann lebt Tano mit seiner Diagnose genauso problemos wie Zabi... :zustimm:
 
  • Grinschy
… das glaube ich jetzt nicht :D .. der kleine Mafioso und Chris und Britt die lachen vor Glück ♥️♥️ :D
 
  • Paulemaus
Gestern nach dem Silvesteressen wollten Chris und ich mit den Tieren gemütlich auf dem Sofa chillen. Dabei kam es zu einem bösen Schreckmoment: Ich streichelte den wie üblich an mich geschmiegten Tano unter dem Kinn. Im Leishmanioseschub war es völlig verkrustet. Die Krusten sind nach und nach abgefallen und darunter war eine zarte, samtige, weiche Haut. Tano liebt es, wenn er dort gekrault wird und macht den Hals ganz lang dabei. Gestern fühlte ich beim Kraulen Widerstand und eine härtere Hautoberfläche. Mein erster Gedanke war "Oh Mann, er hat neue Krusten". Die Inspektion mit einer Taschenlampe gab Entwarnung: Dort wachsen neue Haare und die fühlen sich durch die Kürze stoppelig an. Boah, waren wir erleichtert.

Die Franzosen lieben Feuerwerk und es gab hier auch keine Einschränkungen. Da es unser erstes Silvester hier war, hatten wir keine Ahnung, was uns erwartet. Spätabends böllerte es gelegentlich mal weit weg vor, aber das ließ die 3 knallfesten Hunde kalt und Krümel hört so gut wie nichts mehr. Vor Mitternacht bunkerten wir uns ein, alle Rolläden herunter und laute Musik im Wohnzimmer. Das war auch gut, denn im Dorf gab es ein Feuerwerk, das vielleicht 5 Minuten dauerte. Danach: Ruhe. Also beschlossen wir, um 0.20 Uhr die Rolläden wieder hochzufahren und auf der Terrasse eine Zigarette zu rauchen. Wir saßen draußen, die Hunde lümmelten auf dem Sofa und in Kudden und dösten oder schliefen.

Um 0.30 Uhr schien die Umgebung zu explodieren: Auf einmal knallte es in allen möglichen Formen auf der Straße und in der näheren Umgebung. Raketen, Böller, zisch-zisch, peng, krawumm. Kalle, Tano und Lotta schossen in den Garten, um nachzuschauen, was da abgeht, empört bellend. Krümel schlief weiter. Kalle war ganz vorne, hinter ihm liefen Lotta und Tano. Lotta beschloss aber schnell, lieber zurück zu uns zu kommen und von dort aus empört mitzubellen. Tano ging noch ein paar Schritte mit, kam dann aber auch lieber zu uns. Kalle merkte, dass die anderen den ungeordneten Rückzug angetreten hatten und konnte sich nicht ganz entscheiden, wie es weitergehen soll. Um ihm die Entscheidung abzunehmen, rief ich ihn ab und er kam sehr freudig und erleichtert zu uns. Alle Hunde hätten ins Haus gehen können, blieben aber bei Chris und mir. Um ihnen nicht noch mehr Aufregung zuzumuten, ging ich ins Haus und Lotta, Tano und Kalle folgten in genau der Reihenfolge. Wobei alle kurz innehielten, um nach Chris zu schauen, der noch draußen war: "Komm schnell!" Und dann war wieder alles gut: Wir lagen wieder alle gemeinsam auf dem Sofa, die Hunde übergaben uns quasi vertrauensvoll die Schicht, schliefen ein und schnarchten vor sich hin. Krümel war übrigens überhaupt nicht erst aufgewacht. :love:

Tano hat heute die 25. Spritze bekommen, es bleiben also nur noch 3 Spritzen. Ich weiß noch, wie mir das am 9.12. nach der erste Spritze, die ihm der TA gegeben hat, wie eine Ewigkeit vorgekommen ist und wie angespannt ich vor der ersten "eigenen" Spritze hatte. Und nun sind wir fast durch. *freu*

Das letzte Jahr war so viel und so prall, wie Chris und ich feststellten, als wir das Jahr Revue passieren ließen. Viel Freude, aber auch viel Traurigkeit und Sorge. Haussuche, Hauskauf, Chris Kündigung, Chris Bewerbung auf eine neue Stelle und Einstellung, Entrümpeln, Umziehen, Kalles Cauda Equina und fast-Operation, Noels Adoption, Lottas Verschwinden, Tanos Leishmanioseschub und natürlich Christine, um die wir immer wieder bangten, aber auch so viele wunderschöne Momente mit ihr hatten. Ich vermisse sie so sehr.

Vorgestern war die Trauerfeier für Christine und sie war nach den Erzählungen und Bildern sehr schön und liebevoll. Dies, obwohl die Mutter mit drei Leuten aus ihrem Freundeskreis aufgeschlagen ist, aber immerhin war der Bruder nicht da. Der Sarg war, wie Christine es sich gewünscht hat, mit Sonnenblumen geschmückt. Heike, die Seelsorgerin gestaltete die Trauerfeier sehr liebevoll und hatte öfter selbst Tränen in den Augen, wenn sie von Christine sprach. Die Mutter ist Heike nach der Trauerfeier böse angegangen, aber Heike hat das souverän von sich abprallen lassen. Dann erzählte die Mutter einem ihr fremden Nachbarn, wie schrecklich alles gelaufen ist und wie böse die Freundinnen von Christine seien. Der wusste aber durch seine Frau, die mit Christine befreundet war, dass die Familie "etwas schwierig" ist und ließ sie quasi stehen.

Ich wäre so gerne dabei gewesen, aber es war die richtige und vernünftige Entscheidung, Chris und mir den Stress nicht anzutun. Wir hatten davon so viel im letzten Jahr und es ist Zeit für ein bisschen Ruhe und "wieder-Herunterkommen". Es hat Chris und mir gutgetan, die letzten Tage einfach zu entspannen. Chris war zwar im Homeoffice, aber zwischen den Jahren passiert so gut wie nichts, weil die allermeisten in Urlaub sind. Weswegen Chris schon immer zwischen den Tagen arbeitet und wir die Urlaubstage anders verwenden.

Seine nicht mehr ganz neue Stelle ist ein Geschenk. Chris liebt seine Projekte, kommt gut mit seinen Kollegen und seiner Chefin zurecht und die Firma hat grade allen Angestellten einen Urlaubstag geschenkt, weil aufgrund Corona keine Weihnachtsfeiern stattfinden konnten. Seine Chefin ist halbe Schwedin und sie unterhalten sich auf Schwedisch, wenn sie zu zweit sind. Offensichtlich sind beide froh, auch mal auf schwedisch kommunizieren zu können. *lach*

Was wir damals bei der Kündigung noch nicht wussten, sich aber als großes Glück erwies, war, dass Chris seine neue Stelle exakt einen Tag nach der offiziellen Kündigung der alten Firma angetreten hat. Chris war über ein halbes Jahr bei vollem Gehalt freigestellt und das hat uns beim vor, während und nach dem Umzug sehr geholfen. Wenn er in der Zeit hätte arbeiten müssen, wäre es richtig stressig geworden. So konnten wir uns alles gut einteilen und entsprechend verteilen.

Es war also ein sehr lebendiges Jahr mit einigen Herausforderungen. Eigentlich mag ich Lebendigkeit und Bewegung im Leben. Ein guter Freund nannte mich mal "umtriebig". Aber dieses Jahr war es selbst für mich ein bisschen zu lebendig. Für das nächste Jahr wünsche ich mir ein bisschen weniger Lebendigkeit. Das wird aber kein Problem sein, weil wir dieses Jahr ein festes Zuhause haben, in dem wir uns sehr wohlfühlen. Ein Umzug steht also nicht zur Debatte.

Frankreich war eine der besten Entscheidungen ever. Wir fühlen uns so wohl hier und lieben (fast immer) die französische Mentalität. Unsere Nachbarn sind klasse. Wir haben uns, als wir herzogen, gewünscht, dass sie unsere Tiere tolerieren. Nun entwickeln sich unsere direkten Nachbarn zu Freunden, mit denen wir gemeinsam Weine bestellen und auch die anderen Nachbarn sind freundlich und tierlieb. Als Frau an einer roten Ampel zu stehen macht hier wesentlich mehr Spaß als in den Ländern, in denen wir bisher gelebt haben. Zumindest, wenn ein Mann am Steuer im Auto nebenan sitzt. Ein Blick, ein charmantes Lächeln vom Fahrer nebenan, ein Lächeln von mir zurück. Dann wird die Ampel grün und das Warten darauf war gar nicht so übel. :D
 
  • Paulemaus
Ein Greifvogel auf unserem Futterhaus. So war das eigentlich nicht gedacht. Leider nur ein schlechtes Handyfoto...

 
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