Das wilde Dorfleben - von der Stadt aufs Land :-)

  • Paulemaus
Nu ham wir den Salat :lol:
Unsere Nachbarn nebenan haben uns am Samstag Abend bei sich zum Essen eingeladen. Sylviane meinte, dass sie "ein kleines Menu" für uns kocht. Ich habe in unseren Gesprächen schon rausgehört, dass sie leidenschaftlich gerne kocht.

Das Problem ist halt, dass wir dann irgendwann für sie kochen müssen gg. Chris meinte grinsend, dass es dann eben landestypisch Köttbullar von Ikea gibt. Oder den schwedischen Kohlpudding. :D

Ich bin gespannt, wie es wird.
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi Paulemaus :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
  • Carli
Nu ham wir den Salat :lol:
Unsere Nachbarn nebenan haben uns am Samstag Abend bei sich zum Essen eingeladen. Sylviane meinte, dass sie "ein kleines Menu" für uns kocht. Ich habe in unseren Gesprächen schon rausgehört, dass sie leidenschaftlich gerne kocht.

Das Problem ist halt, dass wir dann irgendwann für sie kochen müssen gg. Chris meinte grinsend, dass es dann eben landestypisch Köttbullar von Ikea gibt. Oder den schwedischen Kohlpudding. :D

Ich bin gespannt, wie es wird.
Garantiert lecker.
 
  • Grinschy
… dann dicker Blumenstrauß und zugeben,- Sie dürfen immer gerne kommen,- aber wenn sie lecker essen möchten ,- sollten sie ihr Essen mitbringen ❤️Ehrlich wärd am längsten ❤️… denn wenn es den Menue Vorschlag von Chris gibt.. dann lieber den Steakknochen von Tano … hoffe da gibts noch was … oder super lecker Kaffee trinken mit der irren leckeren Schokokuchen,- der war fantastisch ❤️…,:D
 
  • Paulemaus
ich kann es dir nachempfinden, Streß pur, zumindest für alle die nur so normal für sich kochen und nicht stundenlang in der Küche stehen wollen

Ich habe schon nach Rezepten geschaut und im Kopf ein unkompliziertes Menu zusammengestellt. Chris und ich werden die einzelnen Rezepte mal probeweise kochen. Die lassen sich gut vorbereiten und machen trotzdem was her. Ich nehme das tapfer als Herausforderung :D

Sylviane und Jean Pierre sind Chris und mir sehr sympathisch. Sylviane ist die Lebhaftere, Jean Pierre ist ruhiger, aber er hat für mich eine sehr angenehme, freundliche, zugewandte Art. Wir sprechen uns mit "Sie" und Vornamen an. Das wird an uns liegen, denn als wir uns hier bei den Nachbarn vorstellten, nannten wir unsere Vornamen, weil unsere drei Nachnamen für Franzosen arg schwierig ist. Chris hat von seinen Eltern einen Doppelnamen und wir haben unsere jeweiligen Nachnamen bei der Hochzeit behalten. Wir haben bei Vorstellungen immer einen Satz nachgeschoben, in denen wir diejenigen gesiezt haben, um deutlich zu machen, dass wir sie nicht überrollen wollen. Das war offensichtlich nicht ganz so schräg, wenn wir zum Essen eingeladen werden gg

Chris hat alles für morgen gerichtet: Kleidung, Laptop, Papiere und er freut sich auf den neuen Job. Dummerweise konnte er nicht austesten, wie lange er zur Arbeit fährt. Seitdem wir hier wohnen, sind Schulferien in Lux und in F und es gibt weniger Verkehr und weniger Staus. Viamichelin, die meiner Erfahrung nach immer etwas höher liegen, rechnen 54 Minuten. Da es sich aber auf der Strecke im Berufsverkehr immer wieder staut, fährt Chris schon um 7.15 Uhr und fängt um 9 Uhr an. Als Zweites nach dem ausstehenden Papierkram in der Personalabteilung wird er sich das Homeoffice-Programm auf sein Laptop laden. Das macht er aus Datenschutzgründen selbst, kann aber jemanden fragen, falls er Hilfe braucht. Chris und ich werten die Tatsache, dass das Programm am ersten Arbeitstag hochgeladen wird, als gutes Zeichen für viel Homeoffice.

Szenen einer Ehe:

Chris muss morgen um 6.15 Uhr aufstehen. Ich meinte, dass er mich wecken soll, wenn er aufsteht, damit ich ihm schon mal einen Kaffee mache. Damit der erste Arbeitstag gut anfängt und er nicht so viel Stress hat. Seine Antwort: "Damit tust Du niemanden einen Gefallen" und erklärte, dass er morgen früh in die Küche wanken, Kaffee machen und sich mit dem Kaffee vor die Nachrichten setzen wird, bis es Zeit für Duschen, Anziehen und Losfahren ist. Er möchte dabei nicht reden, sondern auf Autopilot laufen. Da wäre Gesellschaft kontraproduktiv. Auch meine und auch wenn er wisse, dass das von mir ein Liebesbeweis wäre, aber er brauche morgens seine Ruhe und das vor allem um 6.15 Uhr. Was ich sehr gut verstehe, weil ich weiß, wie es sich als Nachtmensch anfühlt, um 6.15 aufzustehen und einen langen Arbeitstag vor sich zu haben. :D
 
  • christine1965
Alles Gute für Chris
 
  • Paulemaus
Chris erster Arbeitstag lief gut, morgen ist er allerdings freigestellt und kam heute auch erstaunlich früh nach Hause. Das Problem ist, wie mir Chris gestern schon prophezeit hat, sein Zugang zum Computer. Die IT-Abteilung hat es nicht geschafft, ihm pünktlich einen Computerzugang zu verschaffen. Ohne Computer kann er aber nicht arbeiten. Da er frühestens Freitag einen Zugang haben wird, hat er morgen erst mal frei.

Er war sich gestern schon sicher, dass es Probleme geben wird, weil auf keiner Arbeitsstelle, die er angetreten hat, der Computerzugang am ersten Tag funktionierte. Einmal dauerte es eine Woche, ansonsten waren es 2-3 Tage, bis es lief. Er kennt auch keinen Kollegen, bei dem es am ersten Tag geklappt hat. Immerhin war er pünktlich da, hat seinen Arbeitsvertrag unterschrieben, eine Einführung bekommen, das halbe Team (die andere Hälfte ist im HO) und seinen Chef aus der Schweiz erstmals persönlich getroffen und beim Mittagessen schon etwas kennengelernt.

Bis Januar gilt die Regelung "Zwei Wochen Büro, zwei Wochen HO im Wechsel". Ab nächsten Jahr gilt die etwas flexiblere Regel, dass maximal 60% der Arbeitszeit im Büro gearbeitet werden darf. Genial. :love:
Bisher lag sein Arbeitsgebiet in Schweden, Dänemark, Deutschland und der Schweiz. Nun sind es Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland. In die südlichen Länder muss er sich erst mal einarbeiten, was er super spannend findet.

Unsere Catsitterin hat während unseres Urlaubs einen guten Job gemacht. Zwischendurch hatte sie Sorge, weil sie Xaroula und Lucky nie gesehen hat. Wir haben sie beruhigt, dass sich Xaroula sicher gut versteckt und Lucky auf Achse ist. Als wir heimkamen und mit der Nachbarin redeten, hörte uns Muffin und plärrte im Garten. Als wir ins Haus gingen, eilte er uns entgegen, reagierte kurz entsetzt, als Kalle seine nasse Nase schnaufend schnuffelnd in sein Fell packte und ihm dann über den Kopf leckte, erinnerte sich dann aber daran, dass das harmlos ist und war fortan so, als wären wir nicht weg gewesen.

Trevor sauste uns vom Ende des Gartens entgegen, gab an alle Hunde und Menschen Köpfchen, strich um die Hunde und ab da war alles wie gewohnt. Allerdings sahen wir weder Xarou noch Lucky. Bei Lucky war uns klar, er ist unterwegs. Xarou kommt aber sicher nicht über den Zaun, musste also im Haus sein. Da wir ihre Fähigkeiten, sich zu verstecken, kennen, machten wir gar nicht erst den Versuch, sie zu finden. Auch, um sie nicht zu stressen.

Wir waren zwei Stunden zuhause und hatten ausgepackt und die Waschmaschine gefüllt, als uns auffiel, dass die Fernbedienung für die Hundetür fehlte. Die lag auf dem Sideboard, auf dem der Fernseher steht. Wir haben überlegt, ob eine Katze sie vielleicht runtergepfeffert hat und ich leuchtete mit der Taschenlampe unter das Sofa. Da war zwar keine Fernbedienung, aber in der tiefen Ecke hockte Xaroula, eifrig blinzelnd. Ich begrüßte sie kurz mit "Da bist Du ja" und zog mich mit der Taschenlampe zurück, um sie nicht zu bedrängen. Wir fanden die Fernbedienung übrigens unter dem Sideboard und Xarou kam weitere 2 Stunden später geduckt unter dem Sofa hervor und erwartete, gefressen zu werden. Da das nicht passierte, wetzte sie sich die Krallen auf dem Teppich und legte sich auf ihren Lieblingsplatz mitten in den Flur.

Heute morgen war dann auch endlich wieder Lucky wieder im Katzenzimmer. Uns war klar, dass er etwas brauchen würde, waren aber trotzdem froh, als wir ihn sahen. Er wirkte übrigens keinesfalls ängstlich, sondern aalte sich oben auf den Kratzbaum, wobei er uns aus den Augenwinkeln beobachtete. Als Chris heute Abend das Futter hochbrachte, sprang er begeistert und miauend von ganz oben auf den Boden neben Chris, um sich auf den Napf zu stürzen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er seine Neurosen auch gerne etwas pflegt.

Ich hatte es noch gar nicht geschrieben, aber leider kann Stasik nicht zu uns kommen. Bei ihm ist FIP ausgebrochen. Er wird behandelt und die Behandlung schlägt an, aber der Transport nach D wäre zu viel. Wir hatten lange gehofft, ob er vielleicht doch noch fit genug wird, aber leider kam irgendwann das endgültige Aus und wir mussten uns vom Gedanken verabschieden, dass er zu uns kommt.

Wir wurden gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, einer anderen Katze ein Zuhause zu geben. Natürlich waren wir dazu bereit. Wenn Stasik nicht kommen kann, kann vielleicht eine andere Mieze hier glücklich werden, die sonst vielleicht nicht so viel Chancen hat. Wir entschieden uns für Noel:




Er kommt am 29.10. Da hat eine liebe Freundin Geburtstag und das ist ein gutes Zeichen. Noel wird seinen Namen behalten, weil wir ihn sehr schön finden. Ich bin gespannt, wie er wirklich aussieht, weil sein Fell auf einigen Bildern rot aussieht und auf anderen zimtfarben. Die Augen sind der Hammer. Auf den Bildern sieht er noch arg gerupft aus, aber wenn er sich berappelt hat, ist er sicher traumschön.

Meinem zweiten Kater Leolo aus dem TH Berlin fehlte auch die Vorderpfote. Er hat den Stumpf trotzdem benutzt und hatte dort eine dicke Schicht Hornhaut entwickelt. Er war so ein toller Kater und so ungeplant. Ich besuchte Freundinnen in Berlin und sie brachten mich zum Berliner TH, weil ich dummerweise am Vorabend nach einer Flasche Wein was von einer "zweiten Katze" rumgesponnen hatte. Ich versuchte noch, aus der Nummer rauszukommen, indem ich auf eine behinderte Katze bestand. Der Tierpfleger übernahm und meinte: "Da hab ich was für Sie. Toller Kater, super lieb, ein Traum auf drei Pfoten." Er holte Leolo aus der Krankenstation und drückte ihn mir in den Arm. Leolo drückte seinen Kopf an meine Wange und schnurrte. Das wars.

Das TH telefonierte mit der Lufthansa, ob ich den Kater in der Abendmaschine mitnehmen dürfe. Ging klar. Das TH wollte nur eine Spende, aber ich bezahlte den normalen Satz, kaufte noch eine Transportbox und nahm den Kleinen mit. Wir fuhren zu meiner Freundin nach Hause, ließen Leo in der Wohnung laufen und packten ihn abends wieder ein, um zum Flughafen zu fahren. Dort wurden wir problemlos eingecheckt. Die Stewardessen fanden ihn bezaubernd und mein damaliger Freund, der mich vom Flughafen abholte, auch, obwohl es für ihn eine Überraschung war. Vom Flughafen brauchten wir noch 1,5 Stunden bis nach Hause, die Leo problemlos meisterte. Daheim angekommen, stapfte er aus der Box und war zuhause. Völlig entspannt untersuchte er die Wohnung, fraß eine Riesenportion und schlief danach tief und fest. Er wurde 14 Jahre und lebte somit 13 Jahre bei mir. Wir haben uns gegenseitig heiß und innig geliebt.

Ich hoffe, dass Noel sich ebenso leicht tut und bin gespannt, wie er auf das Haus und den Garten reagiert. Ich hoffe, dass er ein bisschen frech wird und ein selbstbewusster mutiger dreipfötiger Kater wird. Ich bin gespannt und freue mich schon so auf die Zeit, in der er zeigt, dass er langsam ankommt.
 
  • Paulemaus
Das grenzt wahrlich Psychoterror.

Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag nach dem Urlaub. Die Kinder kamen aus der Schule, warfen sich in meine Arme und fragten, ob ich nicht doch bleiben könnte. Immerhin hatten wir einen schönen Nachmittag vor uns, denn weil der Schwimmkurs meiner Nannytochter ausfiel, konnten wir einen Slot im Schwimmbad buchen. Wir sind also nach Hause gefahren, haben Schwimmsachen gepackt, einen ungesunden und einen gesunden Snack eingenommen und sind zum Schwimmbad gefahren. Dort haben wir nichts ausgelassen: Wir waren auf allen Rutschen, sind vom 1-Meter-Turm und vom 3-Meter gesprungen, (meine Nannytochter zum ersten Mal in ihrem Leben), haben ein Wettschwimmen gemacht und zwischendurch war ich der Hai und sie meine Fressbeute. Sie hatten allerdings die Chance, sich an die Reling am Schwimmbadrand zu retten, weil ein Hai am Ufer nicht genügend Wasser hat, um anzugreifen. Da sie gut zusammengearbeitet haben, hatte ich keine Chance.

Meine Nannytochter hatte bis heute eine tolle Schwimmbrille, die sie von ihrer Mutter bekommen hat, weil diese ihr etwas zu klein war. Die wurde uns tatsächlich in der Dusche geklaut. Lucie brach in Tränen aus und hatte Sorge, dass die Mutter sauer wäre und überlegte, ob sie den Schaden vielleicht von ihrem Kommuniongeld, das sie im Oktober bekommt, ersetzen könne. Ihr Bruder und ich trösteten sie und ich versprach, es mit ihren Eltern zu regeln und zu sagen, dass sie keine Schuld daran hat.

Als wir nach Hause kamen, war der Vater grade nicht im Meeting und begrüßte mich mit einem "Warm welcome back" und meinte, dass er noch ein kurzes Gespräch habe und in 10 Minuten da wäre. Ich fing an, mit den Kids zu kochen, als die Mutter herunterkam, in Trainingsklamotten: "So good to see you. You have a great tan. Did you enjoy your vacation?" Dann wollte sie den TV anmachen, um ihr Fitnessprogramm zu absolvieren. Ich bat sie um zwei Minuten und erklärte ihr, dass Lucies Schwimmbrille weg ist. Entweder versehentlich mitgenommen oder geklaut. Sie sah meine Nannytochter an, der schon wieder die Tränen liefen.

Okay, ich wäre zu dem Kind gegangen, aber sie rief sie zu sich, nahm sie in die Arme und erklärte, dass das nicht so schlimm sei. Deswegen würde sie ihr aber immer sagen, dass sie die Schwimmbrille nirgendwo liegenlassen solle. Ich griff ein: "Die Brille lag neben uns in der Gemeinschaftsdusche auf dem Regal". Wir wuschen uns gegenseitig die Haare und als wir damit fertig waren, war die Schwimmbrille weg. Immerhin nahm die Mutter den Hinweis an und meinte, dass die Kleine dann ja überhaupt nichts falsch gemacht habe.

Das war der Moment, als der Vater in die Küche kam, was der Mutter die Gelegenheit gab, zum TV zu entschwinden und eine Runde Zumba zu turnen. Das Essen war mittlerweile fertig, die Kids aßen und der Vater kam zu mir. Er erzählte ungefragt, dass es wohl schwierig wäre, eine neue Nanny zu finden. Sie haben ein paar Anzeigen geschaltet und es haben sich auch Leute gemeldet, aber es gibt halt auch unglaublich viele Eltern, die suchen. Viele Nannys wollten mehr arbeiten. Er meinte, dass sie vielleicht auch für 4 Tage suchen. Dann könne seine Frau auch montags mehr arbeiten und sie könnten einer Nanny mehr Stunden anbieten.

Für den Mittwoch hat sich eine gute, allerdings nur zeitlich begrenzte Möglichkeit gefunden. Das Basketballtraining musste in eine andere Sportstätte verlegt werden, weil die bisherige von der Flutwelle beschädigt wurde und nicht benutzbar ist. Mein Nannysohn kann den Schulbus nehmen, um an die neue Stätte zu kommen. Folglich brauchen die Eltern nur um 18 Uhr den Sohn vom Basketball und die Tochter aus dem Hort abzuholen. Ich schlug ein Taxi vor, worauf er meinte, dass das extrem teuer wäre. Ah ja, wirklich?

Dann besprach er mit mir den Donnerstag. Meine Nannytochter und mein Nannysohn haben zur gleichen Zeit Schwimmen bzw. Basketball, allerdings an unterschiedlichen Orten: Einer ist in Luxemburg-Mitte, einer ist in einem Vorort. Wie man das regeln könnte? Ich verschluckte mich kurz an meiner Cola und erklärte ihm, dass es letztes Schuljahr genauso gewesen wäre und ich die Kids ausgeklügelt von A nach B nach C und zurück gefahren hätte. Seine Antwort "Really???" :wand:

Ich weiß, dass sie mich schätzen und froh sind, dass ich mich liebevoll um die Kids kümmere. Aber sie haben keine Ahnung, was ich wirklich mache und wie ich mir den Hintern für die Kids aufreiße. Nee, nä?
 
  • lektoratte
Ich weiß, dass sie mich schätzen und froh sind, dass ich mich liebevoll um die Kids kümmere. Aber sie haben keine Ahnung, was ich wirklich mache und wie ich mir den Hintern für die Kids aufreiße. Nee, nä?

Das nennt man wohl "blissful ignorance".

Ich denke manchmal, es gibt Leute, die haben schon ihr ganzes Leben lang Teile ihrer eigenen Aufgaben an andere delegiert und das nie hinterfragt, die interessiert gar nicht, was in ihrer Abwesenheit passiert, solange am Ende das Ergebnis stimmt und das Kind dann wieder auftaucht, wenn es laut Plan erforderlich ist.
 
  • Grinschy
Ohhhhhmmmmm …. etwas sprachlos lese ich gerade. Komme mir gerade um Jahre zurück versetzt vor ,- zu machen und zu tuen - um damals alles gerecht zu werden. Und sehe andere waren definitiv schlauer und haben dann Rente…. . Weil sie die super Nany hatten . Soziale Erpressung… knuddele lieb und gehe ,/ schreib ab und an nette Briefe. Die Welt ist nicht zu retten. … wenn sich später die Kids nicht so entwickeln,- wie von den Erzeugern gewünscht: bist du auch schuld. Wenn es gut oder schlecht läuft- du bist schuld! Brille weg - auch schuld! Alleine wenn sich ein Kind so schuldig fühlt ,- irgendwie traurig.
 
  • Gone in a flash
Zwischen Anfang bis Mitte 20, kam ich auch, immer wieder mal zur finanziellen Überbrückung, in den Genuss für gut betuchte Leute ihre (Kleinst)Kinder zu versorgen/zu begleiten. Gen Ende 20 waren es dann ältere Menschen mit Demenz. U.a. die Mutter des Arbeitgeberpräsidenten. Gleiches Bild, nur zig Jahrzehnte älter.
Was du da beschreibst, kenne ich so! gut.
Eine Ignoranz oder "Missachtung" denen gegenüber, die ihr Leben so in der Form
- platt gesagt -, möglich machen.
Ich war auch sehr oft vor den Kopf gestoßen in Anbetracht dessen was man eigentlich den lieben langen Tag zu tut und dem was bei Person X ankommt. Und ich denke auch, die machen das wirklich nicht bewusst. Sondern es ist ihnen egal. Sie machen ihren Job und haben halt jemanden eingestellt für den anderen Job. Was und wie man des ausfüllt, ist Banane. Am Ende muss halt einfach alles stimmen.

Kannst nix machen. Ich war dafür dann aber schon irgendwann zu stolz und habe dann die Arbeitsverhältnisse beendet. Einfach weil ich nicht so bin. Mir andere NICHT egal sind. Auch da zeigte sich dann nachfolgend ausschließlich die Sorge woher man denn nun wen "Neues" bekommt, nicht eine Nachfrage warum man geht und was man selber im Leben eigentlich noch so vorhat...

Ich bin ja ein sehr herzlicher "Macher"/Mensch, sehe in vielem kein Problem aber irgendwann war ich diese subjektiv empfundene Ignoranz echt leid.
 
  • Candavio
Die werden sich ganz schön umschauen, die lieben Eltern, wenn du weg bist.
Ein auch nur annähernd adäquater Ersatz scheint ja nicht in Sicht zu sein.
Und "meine Frau will mehr arbeiten und dann können wir der Nanny auch mehr Stunden bieten..." :wand:
Sorry, aber warum oder wofür haben die überhaupt Kinder in die Welt gesetzt...:nee:
 
  • lektoratte
Um sie zu haben - nicht notwendigerweise um sich zu kümmern…
 
  • Grinschy
… die Kinder sind da um rückwirkend zu sagen : sie haben ja alles selber geschafft…
 
  • Gone in a flash
Naja, der Schlag Leute liebt seine Kinder schon. Aber Haben und KÜMMERN, ist halt irgendwie nicht vorgesehen. Man arbeitet lieber (noch) mehr um noch mehr Geld zu haben um für eben diese Dienstleistungen einzukaufen. Dieses Weltbild ist sozusagen normal.

Ich habe quasi Neugeborene betreut, weil es den Eltern wichtiger war, arbeiten zu können. Und wenn ich mir das Alter anschaue, Alter der Kinder... von 3 Monaten bis 2 Jahre.
Und ich war die Nachfolgerin. Daran sieht man ja auch wie die Denke ist und seit wann Kinder fremdbetreut werden (nämlich, ganz in echt, kurz nach der Geburt). In den USA gab es in dem Kindergarten "Abteilungen" für Babys. Das war normal. Ich konnt schon mit Anfang 20 kaum fassen, was ich dort sah.

An Britt's Stelle hätte ich aufgrund der veränderten Gegebenheiten auch keine Lust mehr (zu arbeiten).
 
  • Paulemaus
Wir haben die Herausforderung "Abendessen bei den Nachbarn" ganz gut gemeistert, denke ich. Es war ein superschöner Abend und viel länger, als wir dachten. Ich hatte mich bis heute Abend gewundert, dass wir nicht nach Essensgewohnheiten gefragt wurden, zum Beispiel, ob wir Vegetarier sind. Das Essen heute Abend wäre aber sowohl für Veganer, als auch für Vegetarier als auch für Fleischesser geeignet gewesen. Zur Begrüßung gab es Wein und ein paar leckere Kleinigkeiten: Oliven, Pistazien, Käsestangen und kleine Tomaten. Danach wurde uns ein Raclette angekündigt mit der Begründung, dass wir dabei besser Plaudern und uns kennenlernen können. Die Kartoffeln waren der Hammer. Rote Kartoffeln mit einem intensiven Geschmack. Drei Sorten Käse zum Schmelzen. Drei Salate: Möhren, Sellerie und grüner Salat. Plus eine große Charcuterieplatte mit verschiedenen Schinken und Salamis, Zwiebeln und Champignons. Jeder nahm sich, was er mochte. Wir haben viel gelacht und ich habe mich einmal gründlich blamiert: Als Sylviane die Charcuterieplatte auf den Tisch stellte, fragte ich, ob sie davon etwas mit in die Racletteschälchen geben oder ob das "roh" dazu gegessen wird. Sie meinten, dass sie es bevorzugen, den Aufschnitt so zu essen, aber ich könnte es natürlich auch mit dem Käse in das Schälchen packen.

Als Dessert gab es drei Sorten Eis mit Sahne und Schokosoße. Ich bin aber sicher, dass sie, wenn wir uns als Veganer erwiesen hätten, eine Alternative parat gehabt und ohne Nachfrage Früchte anstatt Eis mit Sahne auf den Tisch gestellt hätten. Sie waren aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Es war eine sehr lockere, entspannte Atmosphäre, in der ich mich richtig wohl gefühlt habe.

Ich hatte vorher im Internet recherchiert, wie solche Abendeinladungen in Frankreich ablaufen und folgendes herausgefunden: Nie zu früh kommen. Einen Blumenstrauß mitbringen. Nie über Politik, Religion und S.ex reden. :lol: Wir waren gut gewappnet. Den Blumenstrauß hatte ich gestern schon im dörflichen Blumenladen vorbestellt. Ich habe dem Verkäufer erklärt, dass ich seine Beratung brauche, weil wir neu in Frankreich sind und einen Blumenstrauß für eine Einladung brauchen. Seine Antwort: "Dann müssen Sie erst mal eine Farbrichtung festlegen. Lieber bunt oder lieber dezent?" Da ich keine Ahnung hatte, welche Farben die Nachbarn mögen und sowieso mit der Frage überfordert war, entschied ich mich für was Dezentes in Rosa-und Malvetönen. Der Strauß, den ich heute abholte, war wirklich traumschön.

Über S.ex und Religion haben wir nicht geredet, über Politik allerdings schon. Ich würde sie als eher links einschätzen mit einem deutlichen Focus auf Umweltprobleme.

Die Hobbies von unserem Nachbarn sind an erster Stelle Jazz und, wie er leicht beschämt als zweites benannte, Autorennen und Rennautos. Damit hatten Chris und er ein gemeinsames Thema und warfen mit Typen-und Markenbezeichnungen von Oldtimern um sich, von denen ich noch nie was gehört habe. Meine Nachbarin schaute genauso unwissend wie ich und ich meinte zu ihr, dass mein Auto nur den Zweck erfüllt, mich sicher von A nach B zu bringen und praktisch zu sein. Sie stimmte aus tiefem Herzen zu. Sie liest gerne und viel, während er Jazz hört und ist begeisterte Köchin. Das gemeinsame Hobby der Beiden ist der Garten. Es ist deutlich, dass sie einander lieben, sie gehen sehr respektvoll und warmherzig miteinander um. Sie sind schon ca. 40 Jahre zusammen und sind vertraut miteinander.

Wir wohnen hier tatsächlich genau an der Maginotlinie. Überall auf unseren Spazierwegen befinden sich verfallene, überwachsene Bunkerteilen und die Geschichte wird lebendig. Wenn ich an den Bunkern vorbeigehe, muss ich an die Menschen denken, die sie mit so viel Hoffnung und so viel Mühe erbaut haben. Mit den Mitteln, die sie damals hatten. Danach überlege ich, wie sich die Besatzer wohl in unserem Dorf benommen haben. Die französische Sprache war verboten und einige Menschen in Vigy haben den Krieg nicht überlebt.

Vigy hat aber letztendlich gewonnen. Es ist französisch, die Einwohner sprechen französisch. Vigy ist kein Dorf im deutschen Sinn, sondern ein Dorf mit einer sehr guten Infrastruktur: Ärztehaus, Physiotherapie, Tierarzt, Bäckerei, Tankstelle, Tante-Emma-Laden, Kosmetiksalon, Friseur, Blumenladen. Plus einem Markt am Freitag Nachmittag mit jeweils einem Gemüsestand, einem Fischstand, einem Fleischstand, Waffeln und Kleidung. Es gibt einen Kindergarten mit Vorschule, eine Grundschule und ein Gymnasium mit verschiedenen Zweigen, wobei ich aber noch nicht richtig komplett verstanden habe, wie das Schulsystem hier funktioniert. Die Kinder müssen ab 4 Jahren verpflichtend in die Vorschule und gehen ab 6 Jahren in die Schule.

@Grinschy
Was hier noch fehlt, ist eine Creche für Kinder von 0-4, also ganz und gar nicht meine Altersgruppe. Bei Babys habe ich immer die Sorge, dass ich sie fallen lasse und ich mag auch keine Windeln wechseln. Ich kann mit Kids ab ca. fünf Jahren, wobei es 2 Voraussetzungen gibt: Sie sind stubenrein und sie verstehen Ironie. Wenn ich mich im Dorf beteiligen würde, dann nur im Homeoffice und nur absolut theoretisch. Das wird aber eher nicht gesucht ;)
 
  • Grinschy
Schade,- wobei Babys auch toll sind .
Klasse gelöst mit dem Raclette. Einzig Veganer hätten merkwürdig geschaut - sei dem der Käse wäre künstlich. Ehrlich der schmeckt anders..,
Einfach unbezahlbar ; nette Nachbarn zu haben. .,, freue mich so für euch.
Die france Schulform beinhaltet auch Hausaufgaben Beaufsichtigung, am Nachmittag. Die Bücher sind mit mehr Bildern ausgestattet und das lernen,- angepasster an kindlicher Entwicklung. Sicher könntest du dich informieren und es würde dir auch gefallen ,/ im Schulwesen zu arbeiten
 
  • Paulemaus
@Grinschy
Ein Veganer hätte die Kartoffeln und dazu Salate nehmen können und es wäre ein leckeres ausgewogenes Essen gewesen. Was das Essen halt ausgemacht hat, war die Qualität der Lebensmittel.

Stimmt, Du kennst das Schulsystem ja durch Deine Tochter...
 
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