Brauchen wir ein Hundehaltergesetz? (Vorschlag dazu von DR)

  • bolli
DR hat einen Vorschlag zu einem HUNDE-HALTER-GESETZ gemacht.
Dazu wünschen wir uns mal eine Diskussion, die teilweise schon hier stattgefunden hat, aber nicht ganz zum eigentlichen Thema "Holland"passt http://forum.ksgemeinde.de/pit-bull...477-helft-den-kampfschmusern-holland-120.html


Erläuterung zu unseren Vorstellungen eines Hundehaltergesetzes:
Dass was ich in die Diskussion geworfen habe, sind Eckpunkte und kein ausgearbeiteter Gesetzesentwurf. Dazu bin ich nicht in der Lage, bin ja nun mal kein Jurist. Des Weiteren sehe ich das aus der Ecke der Politik. Die Jahre 2000 ff. haben mir gezeigt, dass damals alle guten Vorschläge verworfen wurden, Fachleute falsch zitiert wurden und wir alle in die Ecke der spinnerten „Kampfhundfreude“ gestellt wurden. Wir alle, die SoKas hatten, mussten uns teilweise schon entwürdigende Behandlungen gefallen lassen, immer in der Angst damals, unsere Hunde zu verlieren. Spitzenplatz hatte damals mit Sicherheit Hessen und Hamburg. Bayern als Sonderfall braucht man wohl hierbei nicht zu erwähnen, denn dort schlugen die Uhren schon immer anders zum Nachteil der Hundehalter.

Nun nach fünf Jahren LHG NRW war ich der Meinung dass es angebracht wäre zu überdenken, ob es noch der Situation angemessen ist, ein Hundegesetz zu haben. Ich bin weiterhin der Meinung, dass es der Situation sehr viel mehr zuträglich ist, ein Gesetz zu haben, dass sich auf die Halter fokussiert und nicht auf die Hunde. Aus dieser Überlegung heraus ist der Vorschlag entstanden.

Wenn ich hier von einem Hundeführerschein rede, dann natürlich nicht in der Form der heutigen SoKaHalter Prüfungen. Denn dieser Multiple Choice Fragenbogen, der z.B. hier in Köln verwandt wird, ist zum größten Teil völlig sinnlos. Er bringt kaum Lernerkenntnis.

Was ich außerdem im Hinterkopf habe ist, dass es über andere Mechanismen doch möglich sein müsste, das Verhältnis zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern zu entspannen. Ok, nicht alle Hundehalter werden dazu gebracht werden können, sich sozial zu verhalten, aber es sollte doch möglich sein durch Erkenntnisgewinn (Lerngewinn) mehr Hundehalter dazu zu bewegen. Das würde in der gesellschaftlichen Wahrnehmung uns, die wir Hunde haben, doch schon ein ganzes Stück weiterbringen.

Außerdem habe ich die Vision, dass es doch möglich sein müsste, etwas zu installieren, das bundesweit gilt. Das ist zwar langfristig gedacht, aber im Zuge der Föderalismusdiskussion nicht ganz aus der Welt. Denn das würde bedeuten, dass in allen Bundesländern man gleich behandelt wird und nicht solchen Repressionen unterliegt wie zum Beispiel in Bayern. Ich habe diese Frage auch bereits in Berlin angesprochen und bin natürlich auf gewaltige Skepsis gestoßen. Das hält mich aber nicht davon ab, auch hier die Diskussion darüber in Gang zu halten.....
 

Hier nun einzelne Punkte, die unserer Meinung nach wichtig sind:
1.    Voraussetzung ist, dass das LHG NRW entfällt.
Das ist ja unstrittig.
 
2.    Alle Hundehalter müssen einen so genannten Hundeführerschein machen; hierbei ist es völlig egal, welche Rasse der Hund hat.
Hier so glaube ich zumindest gibt es ja auch keine strittige Diskussion.
 
3.    Damit würde die Rasseliste entfallen
Das ist eins der großen Positivas dieser Regelung.
 
4.    Für jeden Hund muss eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.
Glaube ich, auch unstrittig.
 
5.    Jeder Hund muss gechipt sein und in ein Register eingetragen sein, z.B. Tasso.
Wohl auch unstrittig.
 
6.    Der Hundeführerschein besteht aus zwei Teilen – einem theoretischen und einem praktischen Teil
Erst beide Teile zusammen ergeben ein ganzes. Denn nur ein, wie auch immer gearteter Sachkundenachweis, führt ja noch nicht dazu, dass es ein Teamverständnis zwischen Hund und Halter gibt. X-AntiVirus: checked by AntiVir MailGuard (Version: 8.0.0.18; AVE: 8.1.0.30; VDF: 7.0.3.174)
 
7.    Die Prüfung hierzu muss wissenschaftlich gestützt sein.
Dass sollte der große Unterschied zwischen der bisherigen Regelung und einer zukünftigen sein.
 
8.    Im theoretischen Teil muss bei dem Hundehalter Grundsätze des Rudelverhaltens, die Körpersignale des Hundes, Umgang mit Hunden in der Familie und das sozialverträgliche Verhalten bei Hundehaltung geprüft werden.
Diese Prüfung setzt natürlich einen vor geschalteten Lernprozess voraus, in einer Hundeschule o.ä.
 
9.    Im praktischen Teil, der an den Wesenstest NRW angelehnt sein kann, muss das interaktionäre Verhalten Hund-Halter angeprüft werden. Es soll nicht der Hund Ziel dieses Testes sein, sondern das Gespann Halter-Hund. Hierbei kann der Halter entscheiden, ob er eine generelle Leinenbefreiung erreichen will. (Bemerkung zur Differenzierung: Statt Wesenstests plädiere ich für differenzierte Gutachten, differenziert nach dem jeweiligen Ethnogramm des Hundes. Die verschiedensten Hunderassen dürfen nicht weiter einheitlichen Tests unterzogen werden, dies ist kynologisch nicht zu vertreten, daran arbeitet derzeit auch die Bundestierärztekammer. Getestet werden sollte nur die "inadäquate" Beißbereitschaft bzw. eine Kommunikationsstörung. Tester müssen bundeseinheitlich mit viel höheren Standards ausgebildet werden.)
Hieraus geht deutlich hervor, da es sich um das Gespann Halter-Hund handelt, dass dieser Teil pro Hund gemacht werden sollte. Denn der Hund A kann ganz anders reagieren als der Hund B.
 
10.    Der theoretische Teil muss vor der Anschaffung eines Hundes erfolgen.
Hiermit wird u.a. Vorbeugung getroffen von dem „Weihnachtsgeschenkartikel“ Hund. Hunde, die dann sehr oft im Sommer in den Tierheimen landen, weil sie nun doch zu viel Arbeit machen und man dann doch lieber ohne diesem Anstrengungsfaktor Hund in den Urlaub fahren will. Die zu dieser Zeit an den Autobahnen angebundenen Hunde sprechen für sich. Dieser Teil muss nur ein mal im Leben gemacht werden.
 
11.    Der praktische Teil spätestens 6 Monaten nach der Anschaffung des Hundes.
Über den Zeitpunkt kann man sich ja auseinandersetzen. Ob 6 Monate gut gewählt sind, bleibt dahin gestellt.
 
12.    Nach bestandener Prüfung erhält der Halter einen bundesweit gültigen Hundeführerschein.
Damit wären die auch total negativen und überzogenen LHG’s auszuhebeln, z.B. Bayern.
 
13.    Hundehalter, die die theoretische Prüfung nicht bestehen, dürfen sich keinen Hund anschaffen.
Ok, recht restriktiv, aber ich denke ganz im Sinn der Hunde und der Gesellschaft.
 
14.    Die Prüfungen (praktische und theoretische) dürfen zweimal wiederholt werden.
Halte ich für notwendig. Hier müssen dann natürlich Verwaltungsvorschriften gefunden werden.

15.    Sollte die theoretische Prüfung bestanden sein aber nach Wiederholung nicht die praktische, muss der Hund wieder an die Stelle abgegeben werden, die den Hund abgegeben hat.
Damit werden auch die Züchter und Tierheime in die Verantwortung genommen. Damit es nicht, wie heute üblich, dazu kommt, dass alle möglichen Hunde als „Familienhunde“ an die Frau/den Mann gebracht werden. Auch die Tierheime müssen über rassespezifische Eigenschaften aufklären. Zum Beispiel beim Herdenschutzhund, Hütehund u.a. Es brauchen ja wohl nicht viele worte verloren werden über Hunde, die völlig falsch am Platz sind, wie sehr viele Border Collies.
 
16.    Nach 12 Monaten kann dann die ganze Prozedur wiederholt werden.
Muss meiner Meinung sein, jeder muss mehrere Chancen haben.
 
17.    In das Gesetz müssen Übergangsregeln eingearbeitet werden.
Hier habe ich klarerweise Hundehalter im Blick, die schon lange Hunde vorfallsfrei haben. Auch denke ich, dass eventuell auch die entsprechende Behörde Einzelfallentscheidungen treffen könnte. Es wäre ja geradezu hirnrissig, wenn jemand, der z.B. Prüfungen im Hinblick auf das LHG abgelegt hat, diese noch einmal tun muss.
 
18.    Eventuell können Sonderegelungen für Menschen über 65 Jahre erarbeitet werden.
Ich sage hier nicht umsonst: eventuell.
 
19.    Wer bei der bisher geltenden Gesetzgebung tierquälerisch aufgefallen ist, darf nicht zu der Prüfung zugelassen werden.
Darüber muss wohl auch nicht diskutiert werden. Allerdings wären die Kommunen auch zu verpflichten, das dann auch uzu überprüfen. Denn die Sache mit Volkan in Hamburg ist ja passiert, weil der Hundehalter gar keinen Hund halten durfte und die Hamburger Innenbehörde das nicht überprüft hat.
 
20.    Hunde dürfen vom Züchter und den Tierheimen nur nach dieser Gesetzgebung abgegeben werden.
Das ist eine zwangsläufige Folge des Vorschlages.
 
21.    Der Straßenkauf von Hunden wird verboten.
Ist wohl auch unstrittig. Ist ja auch heute schon nicht erlaubt.
 
22.    Der Hundehalter muss einen Kaufnachweis oder Übernahmenachweis über den Hund bei der Prüfung vorlegen.
Ist wohl auch keine Frage.
 
23.    Die Einfuhr von Hunden an den Halter direkt bedürfen einer Erlaubnis.
Hier soll dem Überhandnehmen der Importe ein Riegel vorgeschoben werden. Ohne auch nur die Verdienste des Auslandstierschutzes in Frage stellen zu wollen, so habe ich aber den Eindruck, dass der Import aus den tierschutzrelevanten Ländern überbordert. Ständig werden Hunde aus den verschiedensten Ländern (früher waren es nur die Länder im Süden, jetzt auch die Länder des ehemaligen Ostblocks) nach Deutschland verbracht, über offizielle und auch inoffizielle Wege. Im Normalfall aber immer nur Hunde, von denen man meint, sie auch vermitteln zu können. Leiden darunter tun die seit langem in Tierheimen einsitzenden Hunde. Außerdem sind so manche Tierschützer recht sorglos. Sie vermitteln direkt an zukünftige Halter, über Bild (ach wie süß!), kümmern sich in keiner Weise um dass Hundeverhalten (in vielen Teilen sehr verstörte Hunde). Und die neuen Halter merken dann plötzlich wie wenig familiengerecht dann so ein Hund aus Teneriffa, Polen oder Rumänien ist. Täglich bekomme ich doch Hilferufe aus den verschiedensten Ländern. Was ist die Konsequenz, der Hund landet früher oder später im Tierheim. Ich denke, dass muss unterbunden werden.
 
Das nun die wichtigsten Dinge wie sie mir vorschweben. Ich denke, dass das ganze nicht so unrealistisch ist und auch nicht eine nicht zu vertretende Belastung für Hundehalter ist. Die Listenhundehalter haben das ja auch mehr oder weniger klaglos über sich ergehen lassen müssen. Und ich kann von mir sagen, ich habe es überlebt, mein Hund auch. Warum nun nicht auch die Halter anderer Hunde, im Sinne auch des Tierschutzes.

Was aber noch dazu gehört, sind einige flankierende Regelungen, bzw. Gesetze.
1.    Es muss dringend der Beruf des Hundetrainers als anerkannter Beruf installiert werden. Es muss aufhören, dass jeder der einen Hund hat meint, als Hundetrainer arbeiten zu können. Hier muss Lehrstoff, Ausbildung und Prüfung erarbeitet werden.
Ich denke, wer eine solche Verantwortung hat, Hunde zu erziehen, bzw. zu trainieren, muss hierzu ausgebildet sein. Heute ist ja so, dass sich jeder Hundetrainer nennen kann, wenn er z.B. nur Erfahrung mit seinen Hunden hat und sich aber prädestiniert fühlt, dass zu machen. Hierzu muss dann natürlich ein Curriculum erarbeitet werden. Ich weiß, dass die bekannten und die guten Hundetrainer dies begrüßen würden.
 
2.    Eine weitere Überlegung ist, Hundezuchten in Deutschland für zwei Jahre X-AntiVirus: checked by AntiVir MailGuard (Version: 8.0.0.18; AVE: 8.1.0.30; VDF: 7.0.3.174) auszusetzen, einfach aus dem Grund, damit die Tierheime wieder leerer werden.
Wahrscheinlich wegen der großen Lobby nicht durchsetzbar, hielte ich aber für eine gute Regelung.
 
3.    Ein Heimtierzuchtgesetz muss, nachdem es schon lange gefordert wird, erstellt werden.
Dies wird ja nun schon seit vielen, vielen Jahren gefordert.
 
4.    Die Landesregierung empfiehlt den Kommunen, die Hundesteuer abzuschaffen. Auf Grund des neuen Hundehaltergesetzes entfällt damit nicht nur die so genannte Kampfhundsteuer.
Hier kann es sich nur um eine Empfehlung handeln, da die Kommunen frei sind in ihren Entscheidungen, ob sie Hundesteuer einziehen, wenn ja in welcher Höhe und auch, ob sie eine so genannte „Kampfhundsteuer“ einziehen. Die Hundesteuer allerdings ist nur eine Möglichkeit, Geld einzunehmen, denn sie ist völlig unzeitgemäß. Sie muss über kurz oder lang abgeschafft werden, wie seinerzeit die Zündholzsteuer.
 
(31.07.2007: Steuerzahlerbund fordert: Weg mit der Hundesteuer. Fachmann: Der Verwaltungsaufwand ist viel zu hoch — Lenkungsfunktion der Abgabe wird ebenfalls bezweifelt. Rochlitz (fp). Mittelsachsen. Die erheblichen Unterschiede bei der Hundesteuer verursacht nicht nur bei Tierliebhabern für erhebliches Kopfschütteln. Knut Schreiter vom Bund der Steuerzahler in Chemnitz: „Die Hundesteuer ist eine so genannte Bagatellsteuer und gehört einfach abgeschafft.“ Bislang wurden schon acht dieser Steuern abgeschafft, darunter die Tee- , Zucker- und Salzsteuer (alle 1993). Schreiter begründet die radikale Forderung damit, dass der Verwaltungsaufwand viel zu hoch sei. Außerdem bezweifelt er die Lenkungsfunktion der Steuer. Quelle: )
 
(25.07.2007: Wie viel ist mir mein Hund Wert? POLIXEA-Kommunal erklärt wieso es überhaupt eine Hundesteuer gibt. Der Hund ist des Deutschen liebstes Haustier, Freund in allen Lebenslagen, Beschützer und ein ziemlicher Kostenbringer. Nicht nur, dass Hasso ordentlich gefüttert werden muss. Auch die Hundesteuer schlägt zu Buche. Je nach Wohnort kann sie bis zu 150 Euro pro Jahr betragen. Immer wieder klagen Hundehalter, weil sie dafür von den Kommunen wenig zurückbekommen. Nicht jede Stadt stellt z.B. Hundetoiletten bereit. Die Halter sind jedoch oft der Meinung, für ihre Steuer gebühre ihnen eine Gegenleistung. POLIXEA Kommunal erklärt die Hintergründe. Die Deutsche Geschichte ist auch eine Geschichte der Hundesteuer. Bereits im Jahre 1500 gab es ein sogenanntes „Hundekorn“. Durch eine Kornabgabe konnten sich die Bauern von der Hundegestellungspflicht im Rahmen von Jagdfrontdiensten freikaufen. Im Jahre 1810 wurde zum ersten Mal die heutige Hundesteuer erhoben. Damals galt es als Luxus, ein Tier zum eigenen Vergnügen zu besitzen. Daher war die Hundesteuer auch eine Luxussteuer. Innerhalb der EU gibt heute es immer weniger Länder die überhaupt noch eine Hundesteuer erheben. Frankreich zum Beispiel hat sie im Jahre 1979 abgeschafft, England 1990. Zudem sind die Hundesteuern in Deutschland im letzten Jahr, im Gegensatz zu allen anderen europäischen Ländern, gestiegen. Ein Umstand, der bei bundesrepublikanischen Hundehaltern für Unmut sorgt. Laut Gesetz wird durch die Hundesteuer, die Hundehaltung besteuert. Die Hundesteuer ist eine Aufwandssteuer, d.h. sie wird für den Aufwand erhoben, den der Hundehalter für eine artgerechte Tierhaltung tagtäglich aufbringen muss. Dadurch soll sichergestellt werden, dass ein Halter sich sein Tier auch leisten, insbesondere ordentlich ernähren und pflegen kann. Zusätzlich soll durch die Hundesteuer die Zahl der Hunde in einer Stadt begrenzt werden. Entgegen der allgemeinen Annahme wird die Hundesteuer nicht wegen der Kosten erhoben, die anfallen, um den Kot der Tiere zu beseitigen. Diese werden über die Gebührenhaushalte (z.B. Abfall) abgeglichen. Trotzdem gibt es für die Kommunen keinen Zwang Hundetoiletten aufzustellen, denn eine Steuer verlangt nie eine Gegenleistung. Das Aufstellen von Hundetoiletten erfolgt immer auf freiwilliger Basis und ist ein Dienst am Bürger. Allein in Hamburg verursachen 40000 Vierbeiner übrigens täglich zwölf Tonnen entsorgungsbedürftiges Material. Erhoben wird die Steuer von der Kommune. Daher variieren die Höhe der Hundesteuer von Stadt zu Stadt. So viel muss ihnen ihr Hund in den einzelnen Kommunen Wert sein: Saarbrücken: 85,92€, München: 76,80€, Stuttgart: 108€, Wiesbaden: 75€, Leipzig: 96€, Dortmund: 144€, Köln: 141€, Essen: 141,12€, Hannover: 120€, Schwerin: 76,50€. )
 
 
Wenn nun auch die Frage gestellt wird, wer das bezahlen soll (Hundeführerschein). Klar muss das der Hundehalter bezahlen, aber wenn die Hundesteuer z.B. wegfallen sollte, ist das mehr als ausgeglichen.
Ich weiß, dass das ganze ein riesiges Paket ist, aber wer ich bin der Meinung, dass man endlich versuchen muss, nicht Flickschusterei zu betreiben, sondern eine Komplettlösung zu diskutieren.
Ich würde mich freuen, wenn ich zu den einzelnen Punkten Verbesserungen o.ä. von Euch erhalten könnte. Denn das Ganze ist eine diskutierbare Vorlage und nicht in Zement gegossen.
Außerdem möchte ich Euch alle davon befreien zu glauben, an der Demo am 17.05. teilzunehmen würde zwangsläufig bedeuten, hierzu zu zustimmen. Das ist nur ein Diskussionsaspekt unter der Prämisse, dass es nun endlich was Tragbares (für uns und auch andere) im Hinblick auf unser aller Hunde erfolgen muss. Die Demo am 17.05. hat den Hauptaspekt „Gegen Diskriminierung, Misshandlung und Tötung von Hunden“ insbesondere in den Niederlanden (RAD). Aber auch Frankreich wird zur Sprache kommen müssen, obwohl wir hier bisher keinerlei differenzierte Aussagen von der französischen Seite bekommen haben.

 
Peter-Chr. Löwisch
Journalist (DJU)
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi bolli :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
  • Gabi
Na, dann wollen wir halt nochmal...


Dass was ich in die Diskussion geworfen habe, sind Eckpunkte und kein ausgearbeiteter Gesetzesentwurf.

Für "Eckpunkte" ist es zum Teil aber sehr detailliert, während ansonsten wichtige Eckpunkte fehlen würden. Hier geht es rein nur um Hunde und Halter die noch nie aufgefallen sind. Was ist zB dann mit auffällig gewordenen Hunden bzw. Haltern?

Der Begriff "Hundehaltergesetz" ist zudem irreführend; die genannten "Eckpunkte" belegen nicht nur Hundehalter mit restriktiven Auflagen, sondern auch Züchter und Hundetrainer.


Dazu bin ich nicht in der Lage, bin ja nun mal kein Jurist.

Ein ernsthaft gemeinter und guter Entwurf sollte aber zumindest einige juristische GRUNDKENNTNISSE voraussetzen. Wer dazu "nicht in der Lage ist", der sollte so etwas schlicht und ergreifend bleiben lassen.

Hier werden zigfach rechtliche Grundsätze und Grundrechte bedenkenlos einfach über Bord geworfen. Der Vorschlag alleine schon, diese mal einfach so zu kippen, macht im Grunde jegliche Detaildiskussionen überflüssig. Seit wann sind unsere Grundrechte verhandelbar?

Das Rad eines Hundehaltergesetzes muss auch überhaupt nicht neu erfunden werden; es gäbe -juristisch sauber - ausgearbeitete Entwürfe (Hund und Halter) bzw. auch gültige Gesetze (Niedersachsen).



Des Weiteren sehe ich das aus der Ecke der Politik. Die Jahre 2000 ff. haben mir gezeigt, dass damals alle guten Vorschläge verworfen wurden, Fachleute falsch zitiert wurden und wir alle in die Ecke der spinnerten „Kampfhundfreude“ gestellt wurden. Wir alle, die SoKas hatten, mussten uns teilweise schon entwürdigende Behandlungen gefallen lassen, immer in der Angst damals, unsere Hunde zu verlieren.

Und die Konsequenz daraus ist, dass nun eben alle sich diese entwürdigenden Behandlungen gefallen lassen sollen - in der Angst, ihre Hunde zu verlieren oder erst gar keine zu bekommen. Und "die Politik", schon für Argumentationen von Fachleuten in 2000 nicht übermässig ansprechbar, wird sich freudig auf diesen Entwurf stürzen, weil er diesmal von Hundehaltern kommt, die nach eigener Aussage nicht in der Lage sind, juristische Konsequenzen zu überschauen?


Spitzenplatz hatte damals mit Sicherheit Hessen und Hamburg. Bayern als Sonderfall braucht man wohl hierbei nicht zu erwähnen, denn dort schlugen die Uhren schon immer anders zum Nachteil der Hundehalter.

Hessen hat auch heute noch einen traurigen Spitzenplatz - der allerdings von diesem Entwurf noch getoppt wird. Brandenburg ebenfalls. Bayern ist für Hundehalter im allgemeinen ein absolutes Paradies, für 5 Hunderassen sieht die Welt allerdings tiefschwarz aus. Fast so schwarz, wie die Welt für Hunde im allgemeinen diesem Entwurf folgend.

De facto überzieht dieser Entwurf in letztendlicher Konsequenz ALLE Hunde mit ähnlich restriktiven und folgenschweren Auflagen, wie es mit 5 Hunderassen (Kat. 1) derzeit in Bayern ist.
Nur der Weg bis zum Dahinvegetieren im Tierheim (und daraus resultierender Einschläferung aus tierschutzrechtlichen Gründen) ist etwas anders, dafür mit noch höheren Kosten und Folgekosten belegt, als ein bayer. Genehmigungsverfahren für einen Hund der Kategorie 1.


Nun nach fünf Jahren LHG NRW war ich der Meinung dass es angebracht wäre zu überdenken, ob es noch der Situation angemessen ist, ein Hundegesetz zu haben. Ich bin weiterhin der Meinung, dass es der Situation sehr viel mehr zuträglich ist, ein Gesetz zu haben, dass sich auf die Halter fokussiert und nicht auf die Hunde. Aus dieser Überlegung heraus ist der Vorschlag entstanden.

Es geht nicht um einen Namen für eine Regelung. Es geht um dessen Inhalte.
Und eklatante Rechtsbrüche bleiben eklatante Rechtsbrüche, egal wie man sie nennt.

Wenn ich hier von einem Hundeführerschein rede, dann natürlich nicht in der Form der heutigen SoKaHalter Prüfungen. Denn dieser Multiple Choice Fragenbogen, der z.B. hier in Köln verwandt wird, ist zum größten Teil völlig sinnlos. Er bringt kaum Lernerkenntnis.
Prüfungen haben grundsätzlich nicht das Ziel, Lernerkenntnis zu vermitteln, sie fragen Wissen ab.
Für einen Hundeführerschein gibt es bereits eine Vorlage des VDH



Was ich außerdem im Hinterkopf habe ist, dass es über andere Mechanismen doch möglich sein müsste, das Verhältnis zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern zu entspannen.

Für Spannungen im täglichen Miteinander ist jeder zunächst mal selber verantwortlich. Ansonsten greifen ausreichende bestehende Gesetze und Verordnungen. Wenn jeder Pups gesetzlich geregelt ist, SORGT das für zahlreiche Möglichkeiten von neu entstehenden Spannungen. Während sie sich jetzt vielleicht an Punkten wie "Leinen Sie gefälligst Ihren Hund an, hier ist Leinenpflicht" entzünden, soll es also nun künftig Punkte wie "dürfen Sie überhaupt einen Hund haben?" geben?

Der Unterschied in den Konsequenzen derartiger "Spannungen" im Alltag sollte jedem klar sein.


Ok, nicht alle Hundehalter werden dazu gebracht werden können, sich sozial zu verhalten, aber es sollte doch möglich sein durch Erkenntnisgewinn (Lerngewinn) mehr Hundehalter dazu zu bewegen.

Der Vorschlag beruht also vor allem auf der "Annahme", dass die Mehrzahl der Hundehalter nur zu dumm ist, um sich sozial zu verhalten?


Außerdem habe ich die Vision, dass es doch möglich sein müsste, etwas zu installieren, das bundesweit gilt. Das ist zwar langfristig gedacht, aber im Zuge der Föderalismusdiskussion nicht ganz aus der Welt. Denn das würde bedeuten, dass in allen Bundesländern man gleich behandelt wird und nicht solchen Repressionen unterliegt wie zum Beispiel in Bayern. Ich habe diese Frage auch bereits in Berlin angesprochen und bin natürlich auf gewaltige Skepsis gestoßen. Das hält mich aber nicht davon ab, auch hier die Diskussion darüber in Gang zu halten.

Die Skepsis kann ich verstehen. Erstens gibt es keine Föderalismus-"Diskussion". Es gibt eine beschlossene Förderalismus-Reform. Hierbei handelt es sich um ein Gesetz, das seit 01.09.2006 in Kraft ist. Daran anhängig sind weitere Gesetze.
Hunde fallen unter den Aspekt der Inneren Sicherheit und Diskussionen darüber, dass Länder hier ihre Kompetenzen an den Bund abgeben sollen, hat es bis heute nicht gegeben. Warum auch sollte ein Bundesland die Kompetenz bezüglich der eigenen inneren Sicherheit (des jeweiligen Bundeslandes) an den Bund abgeben????

Allgemein werden hier auch vor allem Kompetenzen getauscht, das heisst ein Bundesland gibt aus Gründen der Vereinfachung Kompetenzen ab und erhält dafür andere. Ziel soll sein, Gesetze schneller und einfacher im Bundesrat durchzubringen sowie auch den Verwaltungsapparat dazu zu verschlanken.

Dieser Entwurf sieht dagegen vor, einen Verwaltungsapparat erst noch aufzubauen, desssen Ausmaß man sich kaum vorstellen, geschweige denn ernsthaft berechnen, möchte.

Bei einer Verlegung der Kompetenz von Bereichen der inneren Sicherheit an den Bund wäre derzeit das Ministerium von Herr Schäuble zuständig. [ironie on] eine wirklich verlockende Aussicht [ironie aus]


Allein nur diese Konsequenz damit "verkaufen" zu wollen, dass dann ja die Rasselisten fallen würden, grenzt an blanken Zynismus. Selbstverständlich entfällt die Aufzählung einzelner Rassen, wenn man pauschal alle mit derart restriktiven Maßnahmen belegt.

Hier wird nicht nur Dummheit der Hundehalter unterstellt, hier werden sie auch noch für dumm verkauft. Die Aufzählung von Rassen alleine ist nicht der Stein des Anstoßes derzeitiger Gesetzgebungen - sondern die damit verbundenen Maßnahmen und Auflagen.

Nicht die Aufzählung von Rassen ist Ursache von unzähligen Sokas, die in Tierheimen dahinvegetieren, Familientragödien und sozialem Unrecht - sondern die Auflagen, die daran gebunden sind.

Und diese Auflagen sollen also nun ALLE Hunde betreffen.

Schönen Dank auch. Aber danke nein.
Wie gegen alle anderen Gesetze auch, die vorgegeben haben, zum Wohle der Gemeinschaft erlassen worden zu sein, würde ich auch gegen ein solches mit aller Kraft dagegen angehen.

Gabi
 
  • MeikeMitBenny
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LG Meike mit Benny
  • Stinker
Der Vorschlag beruht also vor allem auf der "Annahme", dass die Mehrzahl der Hundehalter nur zu dumm ist, um sich sozial zu verhalten?

Entschuldigung, aber es ist keine Annahme sondern mittlerweile eine Tatsache, dass der Anteil erklärungs- und beratungsresistenter Hundehalter stark ansteigt und anteilmäßig durchaus die Mehrzahl ausmacht!

Ansonsten finde ich den Ansatz gar nicht mal schlecht, allerdings wohl kaum realistisch umzusetzen. Auch wenn ich einen "Hundeführerschein" grundsätzlich befürworte, dürfte dieser als Pflichtauflage die Anzahl der Tierheimhunde kontinuierlich steigern.

Stinker
 
  • Gabi
Der Vorschlag beruht also vor allem auf der "Annahme", dass die Mehrzahl der Hundehalter nur zu dumm ist, um sich sozial zu verhalten?

Entschuldigung, aber es ist keine Annahme sondern mittlerweile eine Tatsache, dass der Anteil erklärungs- und beratungsresistenter Hundehalter stark ansteigt und anteilmäßig durchaus die Mehrzahl ausmacht!

Tatsachen müsste man ja als solche jederzeit belegen können...

Erklärungs- und beratungsrestistente Hundehalter wiederum würden dann ja auch wohl kaum durch Aufklärung "gebessert" oder soll der Weg über "sonst landet dein Hund im Tierheim" von größerem Erfolg gekrönt sein?
Gibt es denn unter SokaHaltern KEINE erklärungs- und beratungsresistente Hundehalter, nein? Greifen diese Art Maßnahmen hier, ja?

Die Fragen sind ernstgemeint, ich kann das ja nur vage beurteilen. Hier in Bayern gibt es weder eine Mehrheit an erklärungs- und beratungsresistenten Hundehaltern, noch ständige relevante Probleme mit Hunden, wir haben hier nicht mal flächendeckenden Leinenzwang.

LG Gabi
 
  • kangalklaus
Allein nur diese Konsequenz damit "verkaufen" zu wollen, dass dann ja die Rasselisten fallen würden, grenzt an blanken Zynismus. Selbstverständlich entfällt die Aufzählung einzelner Rassen, wenn man pauschal alle mit derart restriktiven Maßnahmen belegt.

Nicht die Aufzählung von Rassen ist Ursache von unzähligen Sokas, die in Tierheimen dahinvegetieren, Familientragödien und sozialem Unrecht - sondern die Auflagen, die daran gebunden sind.

Und diese Auflagen sollen also nun ALLE Hunde betreffen.

Schönen Dank auch. Aber danke nein.
:zufrieden: :respekt: Gabi!
Ich sage zu diesem "Vorschlag" ebenfalls nein.
Das Ziel darf nicht sein, alle Hunderassen und -halter zunächst negativ zu sehen (und diese müssen dann durch eine Prüfung das Gegenteil beweisen), sondern die bestehenden Rasselisten in einigen Bundesländern gehören abgeschafft, da sie auf keiner wissenschaftlichen Basis stehen.

In unserem Rechtssystem gilt: "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten).
Das ist auch gut so und ich sehe nicht ein, hier etwas ändern zu müssen.

Auf unser "Hund und Halter - Thema" bezogen: Jeder Hund und jeder Halter ist zunächst offen und vorurteilsfrei zu sehen.
Erst, wenn einer von den beiden negativ auffällt, sind Einschränkungen denkbar.

Immerhin "darf" auch jeder Halbwüchsige ohne gesicherte Berufsausbildung und nachgewiesene "geistige Reife" Kinder in die Welt setzen. Von einem diesbezüglichen "Sachkundenachweis" habe ich jedenfalls noch nichts gehört. ;)

Grüße Klaus
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Danke für den Tipp, Meike! Den Futtercheck (und vor allem die kostenlosen Futterproben :D) werde ich mir mal gönnen.
  • Timpe10
Aus meiner Sicht...


Seit meiner Kindheit habe ich mit kleinen Unterbrechungen immer Hunde verschiedenster Rassen gehabt. In den Augen der meisten Leute war ich ein Hundekenner, eben weil ich ja "soviel" langjährige Erfahrung hatte. Das glaubte ich damals auch selbst gerne.

Anfang der neunziger Jahre kam ich mit Staff&Co in Kontakt. Hörte die Schauermärchen, deren Aufzählung ich hier mir erspare und begann mich für diese aussergewöhnlichen Hunde zu interessieren. Ich nahm Kontakt zum 1. Stafford Club auf und telefonierte mit vielen Leuten. Aus dem Stafford Club ist mir noch jemand gut in Erinnerung geblieben, es war Peter Kohlhöfer. Der sagt einen für mich damals ganz unverständlichen Satz,

"vergessen Sie alles was Sie gehört haben, es ist ein ganz normaler Hund"

Nun, das stand doch im krassen Gegensatz zu dem was alle anderen erzählten. Ich wurde unsicher, kauft mir jede Menge Literatur darunter auch über Verhaltensweisen von Hunden und kam zu einer großen Erkenntnis. Nämlich!!

Ich weiß, dass ich nichts weiß, nicht nur über die Staffs, nein auch nichts über Hunde und ihr Verhalten.
Alles was ich glaubte von Hunden zu kennen war nichts wert. Das erhob mich schon über die Masse der meisten Hundehalter die diese Erkenntnis noch nicht hatten.

Nun bin ich etwas schlauer geworden und möchte mich als gebildeten Laien bezeichnen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich lernte und lerne noch immer.

Drago, unser 1. Staff kam 1995 zu uns. Wir haben ihn gut erzogen und er war nie auffällig. Eine außergwöhnlicher Hund der leider viel zu früh von uns gehen musste.
Von ihm habe ich viel gelernt.

Ende der 90er wurde die Hexenjagd auf Staff&Co seitens der Medien eröffnet. In meinem Beruf als Berater des größten europäischen Autobauers, war ich die Woche über in ganz Deutschland unterwegs. Überall wo mir Staff&Co begegnete und das war wirkich häufig, sprach ich mit den Besitzern. Ich stellt fest, dass deren Wissen über Hunde oft unterdurchchnittlich war, ja gegenüber der armen Kreatur manchmal verantwortungslos. Aber wie macht man jemanden der der festen Überzeugung, ist alles richtig zu machen plausibel, das sein Tun und Handeln nicht richtig ist ??
Ich habe da kein generelles Rezept.

Nun die Konsequenz seitens der Politik zu diesem Thema ist uns nur zugut bekannt.
Mit dem unseriösen Gesetz und deren fragwürdigen Auswirkung müssen wir derzeit leben. Alle hier wollen wir das ändern. Das ist aber derzeit leider der einzige gemeinsame Nenner.

Ich habe mich hier im Forum schon geäußert, dass es eine Illusion ist, zu glauben die Politik nehme den einmal eingefahren Kurs zurück. Das wird bei allem Wunschdenken nie geschehen. Änderungen, ja. Aber nur um den Preis einer Gegenleistung. Und diese Gegenleistung könnte darin bestehen, das der Halter mehr in die Verantwortung genommen wird. Hier, sich z.B. Prüfungen ect. ect. zu unterziehen.

Um Omas vielfach zitierten Dackel davon auszunehmen, wäre ja eine generelle Gewichtsuntergrenze denkbar. Sagen wir einfach mal, unter 6-7 Kg.

Was ich ausdrücken will, jeder verantwortungsvolle Hundefreund sollte einmal sachlich abwägen ob und worin überhaupt unsere Chancen für eine Veränderung liegen, was ist überhaupt machbar und durchsetzbar und was ist für jeden zumutbar.

Wenn wir etwas verändern wollen müssen wir auch bereit sein unser Verhalten zu ändern.


Mit bestem Gruß
Jörg Häcker
 
  • Gabi
Immerhin "darf" auch jeder Halbwüchsige ohne gesicherte Berufsausbildung und nachgewiesene "geistige Reife" Kinder in die Welt setzen. Von einem diesbezüglichen "Sachkundenachweis" habe ich jedenfalls noch nichts gehört. ;)

Das könnte man dann ja ganz leicht nachschieben. Rein rechtlich gesehen absolut kein Problem. Die gesetzlichen Voraussetzungen wären durch ein solches Haltergesetz ja dann schon mal geschaffen worden. Auf welches Grundrecht sollten sich Eltern denn dann noch berufen? Zudem bedürfen selbstverständlich Kinder erst recht unseres Schutzes bzw. der der Staates. Und verantwortungslose Eltern gibt es doch immer mehr - all die vielen misshandelten Kinder, von denen man in den Nachrichten immer hört. Einfach schrecklich, gell?

Man müsste vermutlich nur die Begriffe austauschen: Tierheim wird durch Kinderheim ersetzt, Hundeplatz durch Kinderplatz (oder Eltern-Schule bzw. Halterschule vielleicht gleich konsequenterweise), Genehmigung zur Anschaffung eines Hundes müsste dann vielleicht hier "Genehmigung zur Zeugung eines Kindes" heissen. Und sogar die Adoption von Kindern aus anderen Ländern wäre abgedeckt, analog zur "Einfuhr von Hunden aus dem Ostblock".
Lediglich die Sonderregelungen für Menschen ab 65 stelle ich mir schwierig vor...

Schöne neue Welt ... (für die, die das Buch von Aldous Huxley gelesen haben).

Gabi
 
  • Manno
Scheinbar ist je eine grundlegende Kritik an unserem Vorschlag die Kosten.
Nun, was glaubt ihr wohl wären das für Kosten?

In unserer Vorstellung ist es als Grundlage wie folgt.

Es gibt einige Grundpfeiler in der Hundeausbildung, auf die sich alle Fachleute einigen können. Als Oberbegriffe möchte ich hier Vertrauensaufbau, Rudelverhalten, Triebkanalisierung, Sozialverhalten, Grundgehorsam, Freifolge aufzählen.

Hierfür gibt es unterschiedlichste Methoden. Diese sind mehr oder weniger erfolgreich. Aufmerksamkeit, Klicker, Leckerchen, belohnende Gegenstände, eben alles was positiv bestärkt.
Dieses richtig anzuwenden muss erlernt werden, darüber sind wir uns alle sicher einig.

Wer dieses nicht kann, muss es lernen.
Aus Büchern, aus dem Internet, aus Foren von Erlebmnisberichten, von Menschen in seiner Umgebung.
Bücher und Internet kosten Geld. Klar, nun müsste man, wenn man spitzfindig sein will ausrechnen, wie hoch der Anteil der Onlinekosten für die Hundeerziehung ist.
Daneben gibt es zahlreiche Gassirunden. Mit oder ohne Kostenbeitrag. Dann gibt es Gleichgesinnte mit ähnlichen oder anderen Problemen. Wie schön wäre es, wenn man zusammen lernen könnte.
Man lernt nun mal nicht durch Lob. Man lernt dadurch, dass man erkennt, dass der eigene Weg noch keinen Erfolg gebracht hat. Dann einen anderen Weg auszuprobieren ist doch ein interessanter Weg um mit seinem Hund weiter zu kommen.

Mag also sein, dass ein Mensch weder Internet, noch Bezugspersonen mit entsprechenden Erfahrungen zur Verfügung hat.

Dann fehlt ihm also jemand, der ihm einen (welchen auch immer) Weg zu einem zielführenden Ergebnis in der Hundeerziehung aufzeigt. Diesen kann man dann versuchen. Mit oder ohne Erfolg. Mit Erfolg, dann ist doch alles für alle inkl. Hund wunderbar. Ohne Erfolg heißt doch nichts anderes, als dass man einen anderen Weg einschlagen muss, um Erfolg zu haben.

In unserem Vorschlag, in dem eine solche Prüfung stattfindet und etwas 10 Euro kostet.
Findet man also ggf. ein Defizit in der Ausbildung heraus. Kostenlos bekommt man dann eine Methode vermittelt, begleitendes Lesematerial zur Theorie und Sachkunde und einen Folgetermin, um den Ausbildungsstand zu überprüfen. Wie kann das kostenlos geschehen??

Weil es in Vorbereiteter Form vorliegt.
Ich habe ja oben etwas über die Grundpfeiler der Hundeausbildung geschrieben, die die Fachleute formuliert haben.

Die Kosten für die Ausdrucke werden dadurch finanziert, dass andere Teilnehmer an der Prüfung auch ihren Beitrag von 10 Euro bezahlt haben, aber diese Materialien nicht nötig haben.

SIE HABEN BEREITS EINE QUALIFIZIERTE AUSBILDUNG MIT IHREM HUND DURCHGEFÜHRT.

Welcher private Hundetrainer nimmt für eine solche Beratung und Analyse 10 Euro?
Vielleicht sind es im Rechenexemplar auch nur 5 Euro oder vielleicht 15 Euro.
Es gibt halt 5. Mio Hunde allein in Deutschland. Wäre es nicht klasse wenn das 10-fache allein der Hundeausbildung zugute käme und nicht in kommunalen Steuern durch die Hundesteuer, die ein vielfaches davon ist ausgegeben wird?

Glaubt ihr, dass einer, der seinen Hund misshandels, als Statussymbol benutzt oder in Hundekämpfen einsetzt sich die Mühe macht, seinen Hund entsprechend auszubilden?
Wird er mit anderen Hundebesitzern zusammenarbeiten um einen gut sozialisierten und ausgebildeten Familienhund an seiner Seite zu haben?
Ich glaube nicht.
Sollte dieser Mensch seinen Hund behalten dürfen?
Was würde sich dessen Hund wünschen, könnte er entscheiden?

Was also sind die Kosten für eine solche jährliche Prüfung?

Vielleicht 10 Euro.
Oder im Fall einer Aufhebung der Hundesteuer in beispielsweise Essen 141,12 Euro für einen Hund (ERSPARNIS 131,12 Euro mehr in der Tasche) (beispielsweise für einen Anlagehund in Essen statt 846,72 Euro zu zahlen, 10 Euro für die Prüfung und ERSPARNIS 746,72 Euro mehr zur Verfügung zu haben.)


Natürlich wird das den Politikern nicht wirklich schmecken. Aber dafür bieten wir ihnen ja letztlich auch etwas.
Wir übernehmen Verantwortung für unsere Hunde und sind bereit dies zu beweisen.

Das ist aktiver Schutz der Allgemeinheit vor schlecht ausgebildeten Hunden und unfähigen Haltern.

Wer sich darüber aufregt, der kann nur ein unfähiger Halter sein. Sorry, ja, selbst dafür habe ich Verständnis, denn denen wird es an den Kragen gehen. Nicht weil ich es will, sondern weil es sach- und fachkundlich unvertretbar ist und eine sonst unkontrollierbare Gefahr für alle Hundehalter und Nichthundehalter darstellt.

Und wie ich schon mehrfach sagte; es wird einem echten KAMPF-Hund-Besitzer (Misshandler) nicht gefallen, seinen Hund nicht mehr haben oder ordentlich ausbilden zu müssen. Aber davon ist doch niemand hier in diesem oder ähnlichen Foren betroffen.

Also mal ehrlich, wovor habt ihr Angst.
Lasst uns gemeinsam gegen die Menschen arbeiten die Ihre Hunde nicht ordnungsgemäß ausbilden. Macht Euch selbst zu Kontrolleuren und bietet Eure Hilfestellung und Erfahrung denjenigen an, die sie nötig haben.
Wenn wir beweisen, dass man sich in uns und unseren Hunden getäuscht hat.
Dann haben doch die schlechte Karten, die andere Interessen verfolgen.

Ich persönlich möchte MIT GABI UND BOLLI und allen anderen zusammenarbeiten können. Und mal angenommen es wäre so, dass die Politik und die Gesetzesverantwortlichen unserem Gesetzesvorschlag nicht einfach in der Schublade liegen lassen, sondern wie Ihr befürchtet und ich hoffe ernsthaft berücksichtigen, dann haben wir doch das was wir alle wollen. Wir werden endlich gehört.

Die Hundeausbildung wird endlich thematisiert.

Fern ab von rein biologischen evolutionären und statistischen Kriterien wie Rasselisten, 20/40 Regeln und Beißstatistiken.

Erst wenn ein THEMA in aller MUNDE ist, ist es doch brisant und diskussionswürdig.

Derzeit ist doch außerhalb noch immer die Einstellung, dass die derzeitigen Kriterien ihre Berechtigung haben. Und das OBWOHL jeder vorgibt zu wissen, dass es nicht an dem Hund sondern immer nur an dem Halter liegt.

DSDS ist auch viel interessanter, wenn es etwas gibt, worüber man sich aufregen kann.
Klar ist DR nicht ohne Kritik in der Öffentlichkeit derer, die sich nicht tiefer damit befassen wollen. Aber mir ist lieber, dass alle sich das Maul über den Idioten zerreißen, der mit freien Oberkörper auf der Demo etwas über das Mikrofon erzählt. Selbst wenn man dann zu dem Schluss kommt, dass man es so nicht macht, wenn man Solidarität erreichen will. Prima. Die, die mir das vielleicht vorwerfen haben aber dann endlich mal Interesse gezeigt und erzählen anderen wie man es besser machen kann.

Ohne Katastrophen gibt es nichts besser zu machen.
Also lasst uns anfangen gemeinsam zu agieren.

Aber nicht leise im Stillen eines Forums.
Lasst uns laut agieren und lasst einen Raunzer durch die Politik und Gesellschaft gehen, der allen klar macht, dass es zum Wohl der Hunde um Erziehung und/oder Ausbildung geht. Und dass wir halt bereit sind das zu beweisen.

Das ist unser Vorschlag zur Diskussion.
Ähnliche Argumente gibt es zu allen Punkten des Vorschlages.
Nur kann man mit entsprechenden Anfeindungen nie wirklich rational argumentieren.

Und wer behauptet, eine Oma könnte nicht lernen oder wissen, wie man einen Hund ausbildet und führt, der hat wesentlich mehr Vorurteile als wir, die wir diese Oma nicht gesondert in dem Vorschlag aufführen.
Letztlich ist sie eine Hundehalterin wie alle anderen.
Und ich denke wir sollten auch mal erkennen, dass man von einigen Omas mit ihrer Erfahrung im Bezug auf Hunde sehr viel lernen kann.
Man darf sie nur nicht von vornherein als unfähige Oma ansehen, was ich nie getan habe.

Wenn sie sich jedoch durch neutrale Bewertung als unfähig darstellt, dann bei aller Unvoreingenommenheit, fehlen mir die Argumente sie als fähig darzustellen.

Ein Hund kann in falsche oder richtige Hände geraten.
Das eine ist zu fördern, das andere zu verhindern.

Das müssen Gesetze leisten. nicht mehr und nicht weniger.

Liebe Grüße und die ganz starke Hoffnung auf eine interessante wie
konstruktive Diskussion bezüglich unseres gemeinsamen Zieles.

Manno
 
  • kangalklaus
Vorab Manno: Gegen eine bessere Information und Ausbildung von Hundehaltern habe ich in keinster Weise etwas einzuwenden.
Wer Verantwortung für ein Lebewesen trägt, muss sich vorher informieren. Jeder Hobbygärter informiert sich ja auch über neue Pflanzen die er einsetzt.
Ich denke, auch die Mehrzahl der Hundehalter agiert ähnlich.

Wogegen ich nur strickt bin, ist ein Übermaß an behördlicher Regelung (bin halt ein "alter" 68er ;)), nur weil eine kleine Gruppe nicht so macht, wie sie sollte.

Also lasst uns anfangen gemeinsam zu agieren.
Aber nicht leise im Stillen eines Forums.
Lasst uns laut agieren und lasst einen Raunzer durch die Politik und Gesellschaft gehen, der allen klar macht, dass es zum Wohl der Hunde um Erziehung und/oder Ausbildung geht.
Siehst Du, gerade das ist für mich ein weiterer Kritikpunkt.
Ich habe die Demos in den 60er und 70er Jahren erlebt und auch teilweise mitgemacht.
Dabei durfte ich dann erleben (sehe es auch aktuell noch bei heutigen Großkundgebungen), dass solche Veranstaltungen schnell aus dem Ruder laufen und zum Schluss mit den hehren Zielen der Veranstalter nichts mehr zu tun haben.

Der Mensch als Individuum (und vielleicht noch als kleine Gruppe) ist nahezu immer freundlich und aufgeschlossen.
In der Masse wird er oft zum "grölenden Mitläufer" oder "Stimmvieh".

Für mich ein Grund, mich heute an keiner Demo mehr zu beteiligen.

Grüße Klaus
 
  • lektoratte
Stinker schrieb:
Entschuldigung, aber es ist keine Annahme sondern mittlerweile eine Tatsache, dass der Anteil erklärungs- und beratungsresistenter Hundehalter stark ansteigt und anteilmäßig durchaus die Mehrzahl ausmacht!

Sehe ich anders.

Die ist nicht angestiegen, die war schon immer relativ hoch. Bloß war das früher egal, weil Hunde einfach nicht so "gestört" haben, und weil insgesamt weniger Wissen (aber auch weniger Halbwissen) über Hunde in der Bevölkerung vorhanden war.

Heute sind die Erwartungen an die Hunde von außen viel größer. Also müssen die Halter mehr wissen. Wer aber seit 20 jahren als ahnungsloser Laie recht problemlose Familienhunde hält, der denkt, er weiß, wie alles geht, auch wenn sein Hund nur hört, wenn er will.

Und der ist dann "beratungsresistent". Nicht, weil er besonders blöd wäre, sondern weil die Zeiten sich geändert haben, das aber nicht jedem klar ist.

Ich frage mich auch, ob das wirklich jedem ernsthaft klar sein muss?

Wenn ich sowas lese:

Manno schrieb:
Das ist aktiver Schutz der Allgemeinheit vor schlecht ausgebildeten Hunden und unfähigen Haltern.
#

Dann frage ich noch einmal:

Jeder unausgebildete fröhliche "der tut nix" eine "Gefahr" für seine Umwelt?

Jeder kläffende Dackel, dessen Besitzer glücklich zuhause ihren Hund betüddeln und sich seufzend aber gern von ihm tyrannisieren lassen und ihn am Tisch mitessen lassen, unglücklich, im Tierheim besser dran, und vor allem - eine Gefahr für die Allgemeinheit?

Jeder von einem Laien gehaltene, "aus den falschen Gründen angeschaffte" Hund automatisch ein Fann für den Tierschutz und wieder eine Gefahr für die Allgemeinheit,

die insgesamt die Registrierung, totale Überwachung, Kontrolle, ja sogar die Kriminalisierung von Tausenden von Leuten rechtfertigt?

Alles "für die Hunde" und in "unserem eigenen Interesse"?

Wer sich darüber aufregt, der kann nur ein unfähiger Halter sein. Sorry, ja, selbst dafür habe ich Verständnis, denn denen wird es an den Kragen gehen. Nicht weil ich es will, sondern weil es sach- und fachkundlich unvertretbar ist und eine sonst unkontrollierbare Gefahr für alle Hundehalter und Nichthundehalter darstellt.

Was mir absolut unklar ist, ist, wo du da die Grenze ziehst.

Ab wann ist man unfähig, eine Gefahr für die Allgemeinheit und muss gemaßregelt werden?

Im Prinzip werden mehr Leute durch unverantwortliches oder gedankenloses Handeln im Straßenverkehr gefährdet - da müsste man gleich nachsetzen. Und es gibt sicher noch mehr Bereich, wo Leute sich nicht optimal verhalten. Das muss anders werden.

Wer nichts zu verbergen hat, lässt sich das sicher gern gefallen, alle anderen müssen wohl schukldig sein, sonst würde es sie nicht stören... die haben sicher nur Angst, dass sie den Test nicht bestehen.

Also, ganz im Ernst: Ich habe Angst um meine Bürgerrechte. Sowat wie das, was du hier forderst, passiert in den USA (und teilweise hier) im Namen des "Kampfes gegen den Terror" zuhauf. Nur überleg dir mal den Anlass:

9/11 und Osama bin Laden gegen Omas kläffenden Pudel...

Und ich hab mit gewissen Aspekten dieser allgegenwärtigen Kontrolle schon im Namen des Kampfs gegen den Terror Probleme. Nicht, weil ich etwas zu verbergen hätte, sondern weil ich grundsätzlich nicht komplett überwacht werden will. Weil ich einige Rechte behalten will. Weil ich kein "Ermächtigungsgesetz" im Wortsinne will, dass sagt: "Wenn Gefahr im Verzug ist, machen wir, was richtig ist, weil wir wissen, was richtig ist." Irrtümer kommen schließlich auch mal vor.

Ich will, möchte usw, darum kein solches absolutistisches Gesetz. Nicht, weil es MICH einschränkt, sondern uns alle.

Und das finde ich in diesem Fall (beratungsresistente Hundehalter) einfach nicht angemessen.

Es gibt echt schlimmeres auf der Welt als einen unerzogenen Hund, und es gibt Menschen udn Tiere, die mehr leiden als ein unerzogener Hund.

Mein Fazit lautet also:

Für unerzogene Hunde brauchen wir weder eine Gedankenpolizei noch einen Verwaltungsapparat, noch Bürokratie in deren Mühlen Leute untergehen können, noch ein Guantanamo für Menschen oder Hunde, die das Kriterium der ordnungsgemäßen Ausbildung (wer legt überhaupt fest, was ordnungsgemäß ist?) nicht erfüllen können.

Und wie ich schon mehrfach sagte; es wird einem echten KAMPF-Hund-Besitzer (Misshandler) nicht gefallen, seinen Hund nicht mehr haben oder ordentlich ausbilden zu müssen.

Dem geht das Gesetz genauso am A.rsch vorbei wie alle bisher bestehenden auch schon.

Also mal ehrlich, wovor habt ihr Angst.

Siehe oben.

Aber ich vermute mal, das wirst du nicht nachvollziehen können.

Ich sehe durchaus Verbesserungspotenzial, aber ich will auf keinen Fall zwangsbeglückt werden. Weder durch Herrn Schäuble noch durch Herrn Schlegel noch durch sonst irgendwen.

Und nu hab ich mich womöglich auch noch als Liberale geoutet...
 
  • klein-idefix
Vorab gebe ich zu das ich irgendwann aufgehört habe den anderen Threat zu verfolgen. Nicht etwa aus Desinteresse an der Problematik in den Niederlanden...nein, das sicher nicht. Auch ich habe mich dafür eingesetzt das es in D bekannt wird etc.

Und bis dahin bin ich mit DR auch völlig konform gegangen, auch wenn die Infos spärlich kamen oder was auch immer...Es ging mir immer nur um die Sache an sich.

Was jetzt aber in Bezug auf Deutschland im Gespräch ist, also da finde ich soll quasi die Pest mit Cholera bekämpft werden.

Ich halte einen Soka, er ist für mich ein ganz normaler Hund, ein Familienmitglied und ich bin bereit einiges auf mich zu nehmen für ihn...genauer gesagt sogar alles...
Wir haben ALLE Auflagen ohne Murren erfüllt.

ABER, ich bin der Meinung dass das bestehende Gesetz/auflagen für uns Soka Halter schon suspekt genug ist/sind...

Wenn man sich das mal in allen Einzelheiten zu Gemüte führt, stellt man fest, das man als Halter eines solchen Hundes sogar bei seinen Grundrechten Einschränkungen in Kauf nehmen muss. Und ich sehe null komma garnicht ein, das ich mich noch weiteren Prüfungen oder sonstwas unterziehen soll, und bei deren Nichtbestehen dann auch noch mein liebgewonnenes Familienmitglied abgeben soll.

Dafür soll ich dann auch noch demonstrieren...!?! Ganz sicher nie im Leben...

Also Leute, ich bitte Euch das nochmal genau zu überdenken, es war vllt. ein Schnellschuss, denn das könnt Ihr doch nicht allen Ernstes so wollen.

Falls doch, dann verstehe ich mittlerweile wie es überhaupt zu Rasselisten etc. kommen konnte...:(:uhh::heul:
 
  • helki
Also mal ehrlich, wovor habt ihr Angst.
Lasst uns gemeinsam gegen die Menschen arbeiten die Ihre Hunde nicht ordnungsgemäß ausbilden. Macht Euch selbst zu Kontrolleuren und bietet Eure Hilfestellung und Erfahrung denjenigen an, die sie nötig haben.

Sollen da etwa Hundehalter in Blockwartmanier ausgschickt werden???

Was ist eine ordnungsgemäße Ausbildung? Kann man diese überhaupt von jedem Hund verlangen? Was soll mit den Hunden werden, die diese Ausbildug aufgrund von körperlichen, psychischen oder vorgeschichtsbedingten Gründen nicht ordnungsgemäß durchlaufen können?

Und wer sagt mir, dass ich Hilfestellung und Erfahrung nötig habe? Der Nachbar, der meinen Hund ohnehin nicht leiden kann? Der Hundehalter, der der Meinung ist, dass ein Hund immer herangerufen werden muss und es sich nicht geziemt, dass er sich (sofern es die Umstände erlauben) ablegen darf, um auf mich zu warten? Der Halter, der meint mir erklären zu müssen, wie ich mit meinem Hund umzugehen habe? Der empörte Passant, der mir den Hund wegnehmen will, weil ich ihn nicht trage, wenn er humpelt (wohlgemerkt: mein Hund ist gehbehindert)? Oder diese komischen Leute, die sich darüber echauffieren, dass ich meinen Hund nicht mit dem Kommando "hier", sondern mit einem lauten "Lisa, essen" heranrufe? Oder, oder, oder...
 
  • Timpe10
Nur so mal eben noch.....


heute morgen bin ich auf Wunsch meiner Frau, mit unserem Staff zu einem riesigen Trödelmarkt gefahren. Meine Frau meinte ob es nicht besser sei unseren Hund zu hause zu lassen wegen des möglichen Stresses. Nö, wollte ich nicht. Wir gingen also in das dichte Treiben des Trödelmarktes. Unser Luke, ganz interessiert, hatte mit den drängelnden Leuten gar keine Probleme. Er schnüffelte hier und da, wedelte freundlich jeden Menschen an, ja wurde meist sogar gestreichelt.

Es gab kein Problem, überhaupt kein Problem. Laufend wurde ich auf den "schönen" Hund angesprochen, in Gespräche verwickelt und hörte von den meisten Leuten wenn das Gespräch auf Listis kam ......

" das mit dem Gesetz ist doch Quatsch, das Herrchen ist doch schuld, die Tiere können doch nichts dafür"

so oder so ähnlich war der Tenor. Viele der Leute mit denen wir sprachen, hatten überhaupt keinen Hund. Sicher, hätten da auch andere Kommentare kommen können, war aber nicht.


Da dachte ich an das Forum und ein Gedanke kam mir in den Sinn,

" wie einfach es doch wohl vielleicht sein könnte, mit Unbeteiligten nicht Hundebesitzern eine Änderung der Gesetze herbeizuführen".


Wie gesagt, es war nur ein Gedanke.

Herzlichen Gruß
Jörg Häcker
 
  • Peter Löwisch
Hier von mir ein etwas abgeänderter Text, den ich in einem anderen Thema hier schon geschrieben hatte. Denke aber, dass es zur Erklärung, auch meiner Position wichtig ist (zumindest für mich). Denn ich habe den Eindruck, dass es Opposition von Verschiedenen gibt, vor allem um Recht zu behalten und den Versuch ein weiteres mal zu machen, die AktivistenInnen um DR zu diskreditieren. Sorry, aber das musste als Vorspann einfach sein.
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Ich gehe einmal davon aus, dass nach der Evaluation des LHG NRW mit Sicherheit keine Veränderung beschlossen werden wird, die repressionsfrei ist. Die Landesregierung und das Landesparlament wird nicht zugeben, dass z.B. das LHG NRW ein Flop war. Denn Gesichtsverlust darf nicht sein. Das zeigt schon, dass die blumigen Versprechen der CDU und der FDP, das Gesetz würde sofort nach Regierungsübernahme abgeschafft, nicht eingehalten wurden. Meine nun langen Erfahrungen in der Politik (ich bin z.B. im Vorstand einer Partei in Köln und für die Ratsfraktion im einem Ausschuss) zeigen mir, dass Gesetze, die in Augen der Politik funktionieren, nicht verbessert werden. Daher war meine Sorge, dass z.B. die Rasseliste erweitert werden könnte, wie es ja auch im LHG NRW vorgesehen ist. Oder es hätte auch sein können, dass die holländische Regelung (RAD) auch zumindest partiell auch in NRW angewandt werden könnte. Denn vor ca. sechs bis acht Wochen war die zuständige niederländische Ministerin Verburg in Düsseldorf bei der Landesregierung.
Daher die Überlegung, dass ein lebbarer (für die Hundehalter) Gesetzesvorschlag auf den Tisch gelegt werden müsste. Oberste Maxime sollte hierbei außerdem sein, dass das Verhältnis zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern in der Gesellschaft entspannt wird. Außerdem war es wichtig, dass das Hundegesetz zu einem Hundehaltergesetz wird, also der Fokus weg vom Hund hin zum Halter. Voraussetzung ist Wegfall der Rasseliste, d.h. gleiche Bedingungen für alle Hunde. Dass ganze Gesetz soll erstellt werden unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten, also in Zusammenarbeit mit Kynologe, Verhaltensforschern, Tierärzten und anderen Fachleuten.
In sehr vielen Gesprächen mit Hundehaltern hat sich heraus gestellt, dass es schon wünschenswert wäre, wenn alle Hundehalter zumindest Grundkenntnisse über Hunde haben sollten. So z.B. Rudelverhalten, Signale des Hundes, Dominanzverhalten, soziales Verhalten des Hundehalters u.a.m. Das allerdings nicht über den bisher üblichen Multiple Choice Fragebogen, wie er bisher genutzt wird. Dies, und das denke ich ist vernünftig, soll vor der Anschaffung eines Hundes passieren.
Auch habe ich bisher in meinen Gesprächen immer wieder Zustimmung dazu bekommen, dass ein Test gemacht werden sollte, der die Interaktion zwischen Hund und Halter prüft. Hierbei ist kein Gehorsamstest gemeint, sondern das Verhalten des Teams in Alltagssituationen. Etwas was im Rahmen des Zusammenlebens meiner Meinung nach unbedingt notwendig ist. Und um es noch einmal zu verdeutlichen, das sollte ein Teamtest sein, nicht wie es bisher in vielen Kommunen ist ein Test, der sich nur um den Hund dreht.
Ist der Vorschlag, dass alle Hunde gechipt werden sollen und alle Hunde eine Versicherung haben sollten, muss darüber nun wirklich noch diskutiert werden?

Ich bin allerdings der Meinung, dass jetzt jemand, der seinen Hund seit Jahren völlig unauffällig hat, mit Sicherheit jetzt nicht gezwungen werden sollte, nachträglich einen der Teste zu machen.

Auch halte ich es für notwendig, dass die Abgabestellen (Tierheime-Züchter) den Hundekäufer differenziert aufklären, was für einen Hund er da kaufen möchte. Denn Grundcharakteristika bei z.B. Herdenschutzhunden und Hütehunden sind nun mal verschieden. Wie oft ist es heute so, dass ein durchgeknallter Border Collie an ein Tierheim dann abgegeben wird, weil die Familie mit ihm nicht mehr klar kommt, ist er doch ein Hund, der ständig Beschäftigung braucht. Oder die unverantwortliche Vermarktung von Rhodesian Ridebacks als Familienhunde. Ich möchte hiermit die Abgabestellen mehr in die Verantwortung nehmen, was heute leider nicht immer so ist. Klar, es gibt tolle Tierheime, es gibt aber auch Tierheime, die total unverantwortlich sind. Auch in NRW.

Des weiteren steht in dem Eckpunktepapier, dass Hundetrainer endlich ein anerkannter Beruf sein sollte, mit Curriculum und allem, was dazu gehört. Glauben denn hier im Forum wirklich viele, dass es so bleiben sollte, wie es heute ist. Jeder Blödmann, der einen Hund hat, darf sich Hundetrainer nennen, ohne jegliche Qualifikation, egal, wie er Hunde trainiert (u.a. auch heute noch mit Teletakgeräten).

Außerdem fordern wir ein Heimtierzuchtgesetz, eine Forderung, die ja nun schon seit vielen Jahren auf dem Tisch liegt.

Und die Sache mit der Hundesteuer ist ja nun auch schon lange überfällig.

Es kann schon sein, dass ich die Vorgaben, die eher in eine Durchführungsverordnung gehört, nicht hätte schreiben sollen. Aber da kommt bei mir der Politiker raus, der ja ständig damit konfrontiert wird, bei Vorschlägen z.B. Deckungsvorschläge und Verfahrensvorschläge zu machen. Wäre in der Tat dann mehr die Sache der Beamten, die das Gesetz schreiben müssen.
Was das immer angesprochene Geld betrifft, so muss sich doch jeder, der sich einen Hund anschafft, darüber im Klaren sein, dass ein Hund nicht billig ist. Und ich weiß, wovon ich rede. Die Geldfrage aber hier zur Ultima Ratio zu machen, halte ich für unangebracht.

Wenn eine Gesetzgebung nicht notwendig wäre, ich wäre der erste, der hocherfreut wäre. Aber die Realität sieht ja nun mal anders aus. Ständig gibt es natürlich hier im Land Vorfälle mit Hunden, an denen nicht die Hunde Schuld sind, sondern die Halter. Und diesen sollte man dann doch dazu qualifizieren, Hunde so zu halten, dass das nicht passiert. Vor ca. 6 (oder auch mehr) Wochen hat ein Dackel einen Säugling tot gebissen. Aber die verantwortungslosen Hundehalter haben eben nicht nur kleine Hunde, sondern eben auch Schäferhunde, Golden Retreiver u.a.

Ich meine, dass wir Hundehalter ein hohes Maß an Verantwortung haben, nicht nur der Gesellschaft gegenüber sondern auch und insbesondere dem Lebewesen Hund gegenüber. Dass wird keinem abgesprochen, aber wer diese Verantwortung empfindet, der dürfte doch keine Schwierigkeiten haben, Auflagen zu erfüllen, die, und ich muss es wiederholen, SoKa Halter nun seit Jahren erfüllen müssen.

Ich schließe mich auch gerne der Meinung an, dass es nicht so viele Regelungen, Gesetze und Verordnungen geben sollte. Aber wenn es ohne klappen würde, dann muss man doch konstatieren, dass es leider ohne wohl in dieser Gesellschaft nicht geht. Und die Hinweise auf Kinder sind mit Sicherheit nicht passend. Ich bin selber Vater von zwei Kindern und es wäre in der heutigen Zeit mit Sicherheit besser, wenn Eltern vor der Geburt aufgeklärt würden, was da auf sie zukommt. Dass das nicht so ist, zeigen ja nun die sich vermehrenden Vorfälle, bei dem Kinder leiden, bzw. es nicht überleben.

Für mich bleibt als Fazit, das wir nun mal nicht in einer regellos funktionierenden Welt leben. Und wer das glaubt, scheint mir recht realitätsfern.

Und die ganzen Überlegungen damit abzuqualifizieren mit Worten wie „Generalverdacht“ halte ich für puren und bösartigen Populismus.

Allerdings nehme ich mir das Recht, mir meine eigenen Gedanken zu machen und sie auch öffentlich zu machen. Denn wenn ich etwas in dieser Welt verändern will, muss ich aus meinen eigenen vier Wänden heraus und tätig werden. Nur lamentieren hilft nun mal nicht. Raus aus den diversen Foren und auf die Straße gehen. Wie hieß es in den 68iger Jahren: „Bürger lasst das Glotzen sein, kommt herunter, reiht Euch ein“. Ich kämpfe und lasse mich auch von den diversen Anfeindungen und Anwürfen (die teilweise recht unverschämt sind, vor allen weil vieles phantasievolle Unterstellungen sind) nicht unterkriegen. Übrigens, ich bin auch ein alt 68iger, bin auch nicht auf allen möglichen Demos, aber ich bin auf denen, die ich für notwendig halte. Und hier in der Hundefrage steckt nun mal mein Herzblut drin.

Noch ein paar Gedanken hierzu.
Da wir nun einmal in einer Welt, bzw. einem Gesellschaftssystem leben, dass sich zum größten Teil über Geld identifiziert und leidergottes eben doch eine große Menge an Hundehaltern nicht verantwortungsbewusst bei der Anschaffung und Haltung von Hunden agieren, kann es doch nur gut sein, wenn diese Halter frühzeitig etwas investieren müssen. Anders ausgedrückt, wenn jemand vor Anschaffung eines Hundes Geld und Zeit investieren muss, wird er sich dann drei mal überlegen, ob er ein süßes Hundeknäuel unter den Weihnachtsbaum legt um ihn dann im Sommer an der Autobahn auszusetzen.
Ein weiteres zur Frage der Freiwilligkeit. Es ist nun mal so, dass freiwilliges Handeln immer nur von denen getätigt wird, die verantwortungsbewusst sind. Leider ist es so, dass dies eben nicht bei allen Hundehaltern der Fall ist. Ich gehe soweit zu behaupten, dass 1/3 der Hundehalter nicht verantwortungsbewusst sind. Und gerade diese Hundehalter gilt es in Griff zu bekommen. Es scheinen hier viele zu vergessen, wären derartige Hundehalter nicht, dann hätten wir diese ganze Diskussion seit 2000 nicht. Auch unter dem Aspekt, dass in Hamburg absolute Defizite im Verwaltungshandeln waren.
Klar gibt es den freiwilligen Hundeführerschein des VDH ja nun schon länger. Und warum wird diese Möglichkeit nur von einem kleinen Teil der Hundehalter in Anspruch genommen?
Ich würde keinem hier im Forum unterstellen, verantwortungslos zu sein, aber ich würde so manchem raten, doch mal über den Tellerrand der eigenen Hundehaltung hinaus zu blicken und zur Kenntnis nehmen, dass wir alle Verantwortung zum Funktionieren eines Zusammenlebens in dieser Gesellschaft haben. Und dann kann ich eben nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen, sondern muss bei mir selber anfangen. D.h hier, dass Hundehalter eben die Verantwortung auch bei sich sehen müssen und erkennen müssen, dass hier viel zu tun ist und ignorieren der Problemen ja nun sicher nicht zu Lösungen führt.

Was ich noch sagen möchte. Immer wieder werde ich darauf hingewiesen, wie toll doch die niedersächsische Lösung wäre. Hier der Kommentar dazu einer Hundehalterin, die in Niedersachsen lebt:
„nu muss ich mich ernsthaft fragen was ich seit dem Jahr 2000 hier die ganze Zeit so mache*grübel*. Wenn dieses Gesetz in Niedersachsen ach so toll ist, warum hab ich dann ne Zeit lang beschlagnahmte und zwangskastrierte Hunde in Sicherheit bringen müssen. Warum musste ich denn dann Ordungsämter immer wieder von der Ungefährlichkeit von diesem oder jenem Hund überzeugen??? Warum wurden denn dann immer wieder Prozesse von Hundehaltern geführt deren Hunde man, obwohl unauffällig, beschlagnahmt und mit Tötung bedroht hat. Warum habe ich immer wieder für Hunde und deren Halter gekämpft, nur weil der Hund jemanden angesprungen hatte???? Dieses ach so tolle Gesetz wird nämlich von Ordnungsamt zu Ordnungsamt unterschiedlich ausgelegt!!! Und außerdem kann jede Stadt, jedes Dorf über das Gesetz hinaus noch seine eigenen Regelungen festsetzen! Was in einem Gesetz geschrieben steht und wie dann die Durchführungsbestimmungen sind, sind leider zwei verschiedene Paar Schuhe. Und ist der Hund erstmal beschlagnahmt und zwangskastriert, tut man sich hier sehr schwer evtl. Fehler zuzugeben. Ok, mal ein konkretes Beispiel: Da wird der Hund eines jungen Türken beschlagnahmt, denn das muss ja ein Kampfhund sein. Man droht dem Halter mit Strafe bzw. Gefängnis weil er ohne Erlaubnis einen bösen Kampfhund hält. Der Hund wird von einem Hundepensionsbesitzer( der sich als Gutachter ausgibt) als Pitbull eingestuft. Also wird der Hund kastriert. Da der Hund aber laut Verordnung weder in Niedersachsen noch in Bremen vermittelt werden darf, wendet man sich über Umwege an mich. Ich kann GsD einen Platz für den "Kleinen"(8 Monate alt)im Leipzigerland finden. Der Halter wurde so unter Druck gesetzt, dass er den Hund schließlich freigibt. Also vereinbare ich einen Termin um den Hund wegzubringen. Beim Abholen trifft mich fast der Schlag. Von wegen Pitbull, vor mir stand eine reinrassige englische Bulldogge, die mich ängstlich ansah. Ich hätte brüllen und heulen können vor Wut. Dies alles passierte nicht etwa in Holland, Bayern oder in NRW, dies passierte im schönen Niedersachsen! So könnte ich jetzt ein ganzes Buch darüber schreiben, was sich hier im schönen Niedersachsen so alles hinter der tolle Fassade abspielt. Auch wenn es in einem Bundesland keine Rasseliste gibt, so ist dort trotzdem KEIN Hund sicher! Es genügt wenn sich jemand über einen Hund beschwert und sagt er fühle sich von diesem Hund bedroht!
Ich würde mich persönlich mit meinen Hunden viel sicherer fühlen, wenn ich jederzeit sagen könnte: Sorry, ich habe einen Sachkundenachweis und einen Hundeführerschein in der Tasche. Es gab sogar eine Zeit da habe ich ernsthaft überlegt mit meinen Hunden(3 RR´s) einen Wesenstest zu machen, nur um etwas vorweisen zu können, wenn irgendeiner ankommt und einfach behauptet meine Hunde seien gefährlich.
Also bitte, sage niemand hier in Niedersachsen ist alles so toll. Und wenn ich von hier nach NRW oder Bayern fahre was ist dann?? In NRW fallen auch meine Hunde unter 20/40 und dann. Was nutzt ein Bundesland??? wenn es keine bundeseinheitliche Regelung gibt??? Leute, ich möchte mir in Zukunft nicht überlegen müssen in welchem Bundesland welches Gesetz gilt. Ich möchte sagen können, ich habe alles getan, damit meinen Hunden nicht das widerfährt was so vielen armen Hunden passiert ist. Todesstrafe oder lebenslang im Tierheim. Ich möchte wieder unbeschwert überall in Deutschland/ Europa mit meinen Hunden spazieren gehen können, ohne Angst, dass irgendeiner kommt und sagt der Hund ist gefährlich, der muss weg. Ich hoffe meine Schilderung bringt einige zum Nachdenken. Ihr könnt mich auch gerne anrufen wenn ihr mehr erfahren wollt(Peter hat meine Telefonnummer). Aber bitte sagt nicht mehr, dass ein Bundesland eine bessere Regelung hat als ein Anderes. Sagt nicht mehr das alles geht mich nichts an weil meine Hunde keine "Kampfhunde" sind, sagt nicht mehr das wird zu viel kosten den Sachkundenachweis und den Hundeführerschein zu machen, denn das ist für mich gleichbedeutend mit: Das ist mir mein Hund nicht wert. Sorry, wenn ich jetzt einigen auf die Füße getreten habe, aber das ist meine ganz persönliche Meinung.


Gruß Peter und Naomi (denn ich schreibe dass alles auch für meinen Hund)
 
  • Timpe10
Nochmals ich,


Hallo Peter,

lese gerade in Deinem Beitrag den Brief der Hundehalterin aus Niedersachsen. So etwas wurde mir auch mitgeteilt, als ich letztes Jahr quer durch Deutschland unterwegs war um mir einen passenden Altersruhesitz zu suche, wo vor allem mein Hund ungestört leben darf und kann. Den habe ich nicht gefunden.

Gefunden habe ich wie in dem Brief zutreffend beschrieben wird, uneinheitliche Bestimmungen, immer zu Ungunsten des armen Hundes.
Dieser Brief zeigt jedem Skeptiker die Situation wie sie ist.

Uneinheitlich, dikriminierend und diktatorisch. Punkt.

Wer jetzt noch nicht begriffen hat was getan werden muß...........nämlich mit einer Stimme sprechen und bereit sein etwas dafür zu geben.


Herzlichen Gruß
Jörg Häcker
 
  • bolli
ich habe zu dem Thema einen Brief einer Mitstreiterin bekommen, die nicht in diesem Forum ist:

"Statt dafür einzutreten - wie wir es seit 2000 tun - die Umkehr der Beweislast wieder abzuschaffen und wieder die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils zu haben, wird hier gefordert, dass ein JEDER Hundehalter und Hund erst mittels Führerschein/Wesenstest u.ä. seine Unschuld (Nicht-Gefährlichkeit) beweisen soll.
 
Die Menschheit lebt seit mindestens 15000 Jahren mit dem Hund  - so langsam sollte man die Kirche mal wieder im Dorf lassen, statt nach neuen/weiteren Restriktionen zu verlangen.
 
Ich appelliere zwar an jeden (künftigen) Hundehalter, sich Sachkunde anzueignen - und zwar möglichst VOR der Anschaffung eines Hundes und vor allem zum Wohl des Hundes (dafür tue ich sogar aktiv etwas!),
ABER es bleibt dabei:
gefährlich sind nur Hunde, die tatsächlich gebissen haben (egal wen oder was!) und unverantwortlich und dumm sind nur die Halter, denen dies auch (durch entsprechenden Vorfall) nachgewiesen wird. DIE sollten dann auch eine harte Strafe und entsprechende Auflagen erhalten.
 
Die Aktiven in Hamburg haben meine volle Solidarität.
 
Eine Demo gegen Hundetötung ohne tatsächlichen Grund würde ich natürlich unterstützen.
Aber gleichzeitig Auflagen für alle Hundehalter: nein, tut mir leid, aber dann muss ich die Demo boykottieren.
 
Ich habe mir nicht (mit anderen Aktiven) jahrelang hier in Düsseldorf den ... aufgerissen, um jetzt das Gegenteil von dem zu verlangen, was wir wollten.
 
Strafen/Auflagen in Form von "Wesenstests", Führerschein, Maulkorb, (übertriebene) Anleinpflichten, Geldstrafen usw. darf es nach meiner Meinung nur für nachweislich Schuldige geben - jede Sippenhaftung oder Schuldvermutung und Verpflichtung zum Beweis des Gegenteils lehne ich ab !
 
Viele Grüße
aus Düsseldorf M."
 
  • Pocke
Zitat Peter:
„Daher war meine Sorge, dass z.B. die Rasseliste erweitert werden könnte, wie es ja auch im LHG NRW vorgesehen ist. „

Davon steht nichts im LHG NRW.
Da ist die Rede von: „Da sich die Erkenntnisse über die Gefährlichkeit von Hunden und bestimmten Hunderassen verändern, hat der Gesetzgeber angeordnet, die Auswirkungen des LandeshundegesetzesNRW nach einem Erfahrungszeitraum von fünf Jahren zu überprüfen. Auch das Bundesverfassungsgericht hat in seiner „Kampfhunde-Entscheidung“ vom 16. März 2004 den an Rassekataloge anknüpfenden Bundesgesetzgeber verpflichtet, die weitere Entwicklung und insbesondere das Beißverhalten von Hunden zu beobachten, zu überprüfen und zu bewerten.“

Quelle:

Zitat Peter:
“Oder es hätte auch sein können, dass die holländische Regelung (RAD) auch zumindest partiell auch in NRW angewandt werden könnte. Denn vor ca. sechs bis acht Wochen war die zuständige niederländische Ministerin Verburg in Düsseldorf bei der Landesregierung.“

Was die gemacht haben kannst Du hier nachlesen:

Die arbeiten auch schon jahrelang zusammen. Dein „hätte sein können“ ist reine Spekulation.

Zitat Peter:
„Auch habe ich bisher in meinen Gesprächen immer wieder Zustimmung dazu bekommen, dass ein Test gemacht werden sollte, der die Interaktion zwischen Hund und Halter prüft.“

Genau das ist das Hauptkriterium für eine Erteilung einer Maulkorb- und Leinenbefreiung, es wird geprüft, ob ein Hund-Halter-Gespann eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen.
Dies wird logischerweise von jedem Prüfer anders bewertet, weil diese sind auch nur Menschen und haben ihre Sicht der Dinge.

Und zudem noch den „schwarzen Peter“ nachher unter Umständen für Ihre Entscheidung zur Verantwortung gezogen zu werden.

Gefordert wurde von zahlreichen Sachverständigen ein „Hundeführerschein“ a la Teamtest, bzw. Begleithundprüfung auf freiwilliger Basis – verbunden mit Bonus bei der Haftpflicht oder Steuer als Anreiz für den Halter den Test zu machen. Weil immer klar war dass gar keine Kapazität vorhanden ist innerhalb des von Euch angedachten Zeitraumes alle offiziell gemeldeten Hunde diesem Test zuzuführen.

2006 in NRW gemeldete Hunde §11: 361.226 + §10: 12.389 + § 3: 12.431= 386046 gesamt.
Quelle:
 
  • Gabi
Auszug aus dem Brief, den Peter zitiert hat (zu Vorkommnissen in Niedersachsen:(

Ok, mal ein konkretes Beispiel: Da wird der Hund eines jungen Türken beschlagnahmt, denn das muss ja ein Kampfhund sein. Man droht dem Halter mit Strafe bzw. Gefängnis weil er ohne Erlaubnis einen bösen Kampfhund hält. Der Hund wird von einem Hundepensionsbesitzer( der sich als Gutachter ausgibt) als Pitbull eingestuft. Also wird der Hund kastriert.

Tschuldigung, aber das glaube ich nicht einfach so, nur weil es irgendjemand schreibt. Es gibt in Niedersachsen keine Rechtsgrundlage für a la "das muss ja ein Kampfhund sein", auch nicht für die Kastration von Pitbulls.
Was natürlich nicht ausschließt, dass es nicht so gewesen ist - aber dann eben als rechtlich unbegründete Maßnahme, gegen die man sich hätte wehren können. Und nicht aufgrund des aktuellen Gesetzes.

Erfolgte die Einstufung als Kampfhund hingegen aufgrund des Verhaltens des Halters oder des Hundes, ist eben genau dann eine entsprechende Einstufung als Kampfhund (gefährlicher Hund) die Folge. Das Niedersächsische Gesetz KANN jedenfalls keine Rechtsgrundlage für die Situation, so wie geschildert, darstellen. Und deshalb glaub ich so etwas auch nicht so ohne weiteres.

Ich kann GsD einen Platz für den "Kleinen"(8 Monate alt)im Leipzigerland finden. Der Halter wurde so unter Druck gesetzt, dass er den Hund schließlich freigibt.
Was hat das nun mit Niedersachsen zu tun? Das Leipziger Land liegt doch wohl nicht in Niedersachsen!

Und ein derartiges Schreiben soll also begründen, warum das Niedersächsische Gesetz nichts taugt?
 
  • Pocke
scheint so Gabi:kp:

ebenso soll ja der alljährliche Aufruf des Bundes der Steuerzahler e. V. belegen, dass die Hundesteuer abgeschafft wird :verwirrt:
 
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