Bei uns hieß er Paul...

  • Ninchen
Bei uns hieß er Paul


Ein für außenstehende Leser dieser Zeilen schier unglaubliches Hundeschicksal ereignete sich vor kurzer Zeit in Detmold. Für uns, die Tierhilfe Lippe, leider kein Einzelfall.



Es war mal wieder Sonntag in unserem Kreis. Wie an jedem anderen Wochentag standen wir in 24 Std.iger Bereitschaft um in Not befindlichen Vierbeinern zu helfen. Nachmittags dann der Einsatz, ein Hund wäre angebunden zwischen dem Hermannsdenkmal und Hiddesen angebunden gefunden worden. Dem Hund ginge es gesundheitlich nicht sehr gut. Die 'Finder' hätten mehrere Male beim zuständigen Tierheim des Tierschutzvereins 'Tierschutz der Tat' in Detmold angerufen ohne jedoch jemanden zu erreichen. Der Anrufbeantworter des Tierheims war auch nicht in der Lage zu helfen! Nun sei man dorthin gefahren und wollte den Hund persönlich abgeben. Leider sei niemand personell im Tierheim Detmold anwesend und dem Hund würde es schlecht gehen , so die Stimme am Telefon. Also auf ins Auto und hingefahren. Die entrüsteten Leute und ein mit aufgedunsenem Leib daliegender großer Doggenmischling.fanden wir vor Ort vor. 'Magendrehung' durchfuhr es uns bzw. mich dem Fahrer und Verfasser diesen Berichts. Sofort ins Auto mit dem Burschen und zum Tierarzt den ich schnellstens per Telefon informierte. In der Praxis in Barntrup angekommen war schon alles für eine Notoperation vorbereitet. Die beiden Tierärzte flugs von einer privaten Feier gekommen und noch im Freizeitoutfit den grünen Operationskittel übergestreift. Die Operation glückte, was für die Schwere und den Gesamtzustand des Tieres nicht selbstverständlich war. Am nächsten Tag wurde 'Paul' wie er inzwischen getauft worden war abgeholt und zu uns gebracht. Zwei Wochen lang umsorgten wir den langsam genesenden Rüden. Gechipt war er wie festzustellen war. Leider konnte bei den einschlägigen Stellen kein Eigentümer ermittelt werden. Ausgesetzt! war für uns klar. Paul der inzwischen ins Tierheim Bad Salzuflen zur Vermittlung umgezogen war ging es gut. Zu anderen Hunden besonders zu Rüden war ein aggressives Verhalten zu beobachten.

Nach einigen Wochen dann der 'Hammer' Eine Beauftragte eines Tierschutzvereins Roquettas de Mar in Spanien meldete sich telefonisch und erzählte mir das es sich bei 'Paul' in Wirklichkeit um den Mischlingsrüden 'Bronco' handelte der aus Ihrem Tierheim Roquettas nach 5 jährigem Aufenthalt einige Wochen zuvor an eben die angeblichen Finder die in Detmold wohnen, abgegeben worden sei. Die Vermittlung sei nicht wie üblich per eigener Vorkontrolle erfolgt sondern in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls in Spanien ansässigen Tierschutzvereins Granada incl seiner in Deutschland beheimateten Mitarbeiter, zweier Frauen aus Walsrode. Diese hätten bei einer angeblich durchgeführten Vorkontrolle paradisische Zustände für 'Bronco' vorgefunden. Haus mit Garten, Auslauf und gute Betreuung. Auch die weitere Behandlung der Leismaniose, einer in Mittelmeerländern weit verbreiteten Krankheit, an der 'Bronco' schon seit langem litt, sei gewährleistet hieß es! Nun bei einer Nachkontrolle des Tierheims Roquettas de Mar fanden die Anrufer alles andere als paradisische Zustände vor nämlich eine Zweizimmer Behausung im 4.Stock an der Lemgoerstr. 75 in Detmold. Und der Hund war nicht da. Erst nach massiver Intervention rückte man mit der Wahrheit heraus der Hund sei bei uns. Gleich nach unserem Telefongespräch meldeten sich die Kollegen aus Roquettas beim Tierheim in das 'Paul/Bronco' umgezogen war. Von dort nahmen sie den Rüden wieder in Ihre Obhut und wollten ihn im eigenen kleine Rudel bei sich zu Hause privat beherbergen. Trotzdem ich ob der Aggresivität des Hundes davor ausdrücklich gewarnt hatte wurde von Seiten Roquettas so verfahren. Schon am Abend der Ankunft überfiel der inzwischen noch schwerer an Leismaniose erkrankte Hund ( er war seit seit Vermittlung von den neuen Besitzern nicht mehr mit Medikamenten versorgt worden) inzwischen auch erblindet, eine ältere Hündin der Beauftragten des TH Roquettas und verletzte sie schwer! Auch Familienmitglieder wurden angegriffen! Am nächsten Morgen wurde Paul bzw. Bronco nach einer Attacke auf eine Fahrradfahrer dann von seinem Leiden erlöst. Er wurde von einem Tierarzt euthanasiert. Soweit die Geschichte dieses Hundeschicksals. Wir, die Tierhilfe Lippe wollen an dieser Stelle öffentlich keine Wertung dieses Schicksals abgeben. Natürlich denken wir uns unser Teil. Leider sind solche Schicksale von aus den Mittelmeerländern eingeführter Tiere nicht unüblich. Die große Zahl erfolgreich vermittelter Tiere wird natürlich durch Vorfälle dieser Art die auf mieseste Arbeitsweisen einiger 'Tierschutzkollegen' wie hier vorgestellt beruhen, negiert!

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Hi Ninchen :hallo:... hast du hier schon mal geguckt?
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