Anregungen für weiteres Leinentraining gesucht

  • Frau J.
Hallo zusammen!

Schon ewig habe ich hier nix mehr geschrieben, weil es auch nichts Neues gab. Kurze Zusammenfassung: Unser Schäferhund/Hovawarth-Rüde Nero (knapp 5) hatte immer Probleme mit der Leinenführigkeit, insbesondere was Autos und Räder anging (kann man hier nachlesen: http://forum.ksgemeinde.de/erziehung-verhalten/76058-autos-und-fahrraeder.html ). Wir haben Einzelstunden genommen, Gruppenstunden und irgendwie hat nix etwas gebracht. Was definitiv an uns und unserer Inkonsequenz lag.

Wir sind dann aufs Land gezogen, wo die Wege sehr eng sind und die Leute sehr schnell mit dem Auto fahren. Das Thema Auto wurde dementsprechend wieder ganz akut. Auf Wegen, wo es eine Abgrenzung gibt (z.B. Bürgersteig) ist Nero einigermaßen entspannt und geht nicht auf die Autos los, aber hier gibt es eben keine Bürgersteige, sondern nur Straßen und Wege, die eigentlich nur für Anlieger freigegegeben sind, was aber niemanden interessiert. Und dann versucht Nero, die Autos zu verjagen.
Eine Trainerin, mit der wir gearbeitet haben (Anhängerin von Herrn Nijboer), empfahl uns, die Leine dann mal loszulassen. Wir haben das trotz großer Bedenken unsererseits auch getan, was dazu führte, dass Nero das Auto umkreiste und der Fahrer einfach weiterfuhr und den Hund vor sich hertrieb, netterweise auch mit dem Kotflügel am Hund.

Nach diesem Desaster wechselten wir die Trainerin, weil ich das Vertrauen verloren hatte, und hatten wieder Einzel- und Gruppentraining bei einer sehr guten Trainerin, aber auch hier wieder Inkonsequenz unsererseits, die jeglichen Erfolg zunichte machte. Gerade meinem Mann, der den ganzen Tag den Hund bei sich hat, fiel und fällt es schwer, Nero Grenzen zu setzen. Und Nero weiß das und nutzt es dementsprechend. Also war der Standard: Mein Mann geht mit dem Hund, weil er der Meinung war, das Problem habe vor allem ich, auf ihn hört der Hund. Meine Meinung war eher: Er kann den Hund allein mit Körperkraft kontrollieren, ein Vorteil, den ich nicht habe. ;)

Jetzt bin ich schwanger und stehe kurz vor der Entbindung. Seit einem halben Jahr hat mein Mann mir versprochen, mit dem Hund wirklich zu arbeiten, damit ich den Hund mitnehmen kann, wenn ich mit Kinderwagen und Baby meine Runden ziehe. Pustekuchen, Nero legte den Kopf schief und mein Mann wurde wieder weich. Von Erziehung war nix zu sehen, meine Versuche wurden "untergraben".

Also habe ich mir vor einer Woche gedacht, verdammt, so geht das nicht weiter. Wir wissen eigentlich, was zu tun ist, haben von verschiedenen Trainern so viele Tipps bekommen, wir müssen mal richtig daran und vor allem an uns arbeiten. Und ich konnte meinen Mann davon überzeugen, dass es wirklich, wirklich nötig ist.

Da Nero draußen nicht auf Leckerlies reagiert, habe ich beschlossen, dass er nur noch draußen gefüttert wird und sich sein Futter erarbeiten muss. Und es klappt gut, kein Wunder, eigentlich weiß er ja, was ich von ihm will, hat bisher nur immer die Erfahrung gemacht, dass sein Dickkopf größer ist als meiner.
Das ist jetzt anders. Denn er hat Hunger und ich das Futter. Und das gibt es nur, wenn er bei Fuß läuft, was bei uns lockere Leine und Gehen auf einer Höhe mit mir bedeutet.

Ziehen an der Leine ist schon jetzt nach wenigen Tagen wirklich die große Ausnahme, sogar andere Hunde sind nicht mehr so interessant und ich kann seine Aufmerksamkeit gut auf mich lenken, auch wenn ein Hund an uns vorbei läuft. Und ich meine eine Verbesserung der Bindung zwischen uns zu merken. Ganz nebenbei macht es wirklich Spaß, diese Fortschritte zu sehen, und ich glaube, der Hund hat auch Spaß daran. Nach jedem Spaziergang ist er zudem wirklich müde und schnarcht im Körbchen.

Der nächste Schritt soll jetzt sein, ihn an die Autos zu gewöhnen. Ein Tipp unserer Trainerin war, dass wir uns an eine vielbefahrene Straße stellen und Nero so sieht, die Autos fahren auch weiter, wenn er sie nicht verjagt. Das klappt auch. Wenn die Abgrenzung da ist.
Anders auf dem Feldweg, wo die Autos keinen Meter Abstand zu uns halten. Bisher zieht Nero dann gerne ins Gebüsch oder aufs Feld, um Abstand zu bekommen, und ich gebe dem nach, da ich ihn derzeit sonst nicht halten könnte, denke ich. Und ich gestehe: Mittlerweile habe ich selbst solche Angst vor diesen Situationen, dasss ich auch Abstand suche. Das wird mit dem Kinderwagen nicht mehr gehen.

Mein Mann und ich wollen nun zusammen gehen, damit er den Hund in einer solchen Situation hält und wir Nero so daran gewöhnen, dass Autos auch nahe an uns vorbeifahren, ohne dass großartig etwas passiert. Und ihn dann natürlich mit Futter belohnen. Aber irgendwann will ich alleine gehen und selbst keine Angst haben, dass ein Auto kommt. Habt Ihr noch eine zusätzliche Idee, wie ich Nero und mich auf diese Situation langsam vorbereiten kann? Wie ich den Trainingserfolg verstärken kann?

Ach ja, und noch etwas: Da Nero sich sein Futter derzeit draußen erarbeitet, habe ich Angst, Stöckchen zu werfen oder ihn sonstwie zu jagen, wegen der Gefahr der Magendrehung. Andererseits liebt er das Stöckchenspiel unglaublich und ich frage mich, ob und wie ich beides machen kann, ohne dass es gefährlich wird. Was meint Ihr?

Liege ich mit der Methode einigermaßen richtig? Habt Ihr noch Tipps und Anregungen, wie ich effektiver/besser trainieren kann?

Liebe Grüße,

Judith

PS: Ach, noch etwas vergessen. Bei so schlechtem Wetter wie momentan sind unsere Runden kürzer, weil sowohl Hund als auch ich schnell ins Trockene wollen. Dann gibt es einen Teil des Futters im Haus, natürlich mit Arbeit verbunden. So lege ich z.B. Futter an verschiedene Stellen und rufe den Hund zu mir, wobei er an den Futterstellen vorbei muss. Das tut er auch mittlerweile (zwar mit sehnsüchtigem Blick auf das Futter, an dem er vorbei läuft, aber ohne hinzugehen) und bekommt dann von mir Futter aus der Hand. Und irgendwann erlaube ich ihm dann, die Futterstellen aufzusuchen. Das klappt echt gut. :)
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
Hi Frau J. :hallo: ... hast du hier schon mal geguckt?
  • lektoratte
Nur kurz, muss den Kurzen aus dem KiGa abholen:

Wenn's bei euch mit dem Futter klappt, ist das doch schon die Antwort auf deine Frage - ja, macht so weiter.

Zum Gewöhnen an Autos:
Hier gibt es irgendwo einen Fred, da hat jemand beschrieben, dass er sich einfach auf ne Wiese gestellt hat, mit großem Abstand zum Auto, aber ohne Zaun, und als Hund bei einem Abstand völlig entspannt war, wurde etwas verringert, und immer so weiter - das wär vielleicht noch ne Idee. Also nicht in Akutsituationen üben, sondern abgeschwächt üben.

Und das Füttern würde ich nicht so kritisch sehen. Er bekommt ja keine großen Portionen am Stück, und die meisten Magendrehungen passieren wohl laut neuesten Erkenntnissen nachts, wenn der gefüllte Magen sich aufbläht, während der Hund liegt, und sich dann beim Aufstehen dreht. (Hatte auch ne Quelle, aber jetzt grad keine Zeit.)

Und herzlichen Glückwunsch, übrigens, zur Schwangerschaft und alles Gute für den Enspurt und die Zeit danach. :hallo:
 
  • MeikeMitBenny
  • #Anzeige
Mein Benny ist auch so ein echter Chaoshund... 



Habt ihr es schon mit einer Hundeschule probiert? In zwei Hundeschulen haben wir seine Macken nicht in den Griff bekommen. Wir haben es dann letztlich mit einem Online Hundetraining von einer Hundetrainerin geschafft. Deutlich günstiger als die Hundeschule vor Ort ist es auch noch gewesen!

Hier der Link zu ihrer Seite! 
Möchte ich jedem Hundehalter ans Herz legen, der sich offen eingestehen kann, dass er seinen liebsten Vierbeiner eben doch nicht immer wie gewünscht im Griff hat.

Melde dich doch mal zurück, ob sie dir auch helfen konnte! 

LG Meike mit Benny
  • Buroni
Oje... also ich finde, dass was du schreibst klingt schon gut, aber wenn ihr dabei wieder Inkonsequent seid ist es eigentlich egal, wie gut die Strategie ist;)

Hat er denn Angst vor den Autos?

Ich würde mich ehrlich gesagt nicht gleich an eine vielbefahrene Straße sondern eher eine ruhige Straße stellen, damit der Hund auch verarbeiten kann was da geschieht und das ganze nicht eher imAdrenalinrausch an ihm vorbei geht.
Also ruhige Straße und große entfernung zu den Autos, dann die Entfernung schrumpfen lassen und dann an eine mehr befahrene Straßen gehen und da wieder mit weiter Entfernung anfangen - und halt immer loben wenn er sich angemessen verhält (also nicht zieht etc.) im besten Fall sollte er auch garkeinen Grund dazu haben, sich so zu gebährden, da es ihm nicht nötig erscheinen soll.

(edit: da war jemand schneller)

Wobei ich denke, dass es ziemlich lage dauern wird, bis ihr das komplett im Griff habt, da das Problem ja schon ritualisiert scheint und die Angst manifestiert.
 
  • Frau J.
Danke schon mal für die Rückmeldungen.

@lektoratte: Danke für die Glückwünsche. :) Und für die Beruhigung, was die Magendrehung angeht.

@Buroni: Ja, an der Konsequenz müssen wir arbeiten, wobei ich glaube, dass wir das beide wissen und ich die Konsequentere bin. Und momentan laufe ich jede Runde mit dem Hund, auch, um sicher zu gehen, dass es wirklich keine Ausnahmen gibt.

Nero hat definitiv Angst vor den Autos. Wobei es in der Stadt fast keine Probleme gibt, da die Autos eben gemäßigter fahren und es eine klare Trennung durch den Bürgersteig oder Grünstreifen gibt.
Hier bei uns ist es wirklich so, dass der Weg nur die Breite eines Traktors hat (wenn zwei Autos sich begegnen, muss einer aufs Feld fahren). D.h. wenn wir bei der Hunderunde einem Auto begegnen, fährt es meistens schnell (ist ja außerhalb geschlossener Ortschaften, egal, ob 100 km/h angemessen sind oder nicht, da wird aufs Gas gedrückt) und vor allem mit einem Maximalabstand von vielleicht 50-70 cm an uns vorbei. Da bekomme ich selbst auch einen halben Herzkasper. Was natürlich Nero nicht gerade beruhigend findet.
Wenn der Abstand ca. 2 m zum fahrenden Auto beträgt, tritt das Verhalten bei Nero schon nicht mehr oder nur sehr abgeschwächt auf.

Zeit... Ja, das wird dauern, bis es so ist, wie ich es mir wünsche. Aber irgendwann muss man den Anfang ja mal machen und bei uns hat es definitiv lang genug gedauert.

Ist es übrigens normal, dass der Hund sich auch im Haus durch das Training verändert? Er ist deutlich ruhiger, der Postbote ist ihm z.B. recht egal geworden. Ich interpretiere das als Entspannung, mein Mann als "schlecht gelaunt".
 
  • Buroni
Ist es übrigens normal, dass der Hund sich auch im Haus durch das Training verändert? Er ist deutlich ruhiger, der Postbote ist ihm z.B. recht egal geworden. Ich interpretiere das als Entspannung, mein Mann als "schlecht gelaunt".

Definitiv ist das so!
Du übst ja mehr mit dem Hund und festigst so auch deine Bindung zu ihm und somit lernt er ja, dass er sich mehr auf die verlassen kann!
Ein "schlecht gelaunter" Hund würde doch umso mehr in die Luft gehen;)

Wenn er diese Angst nur bei schnell und nah fahrenden Autos hat würde ich auch da üben, ich weiß ja nicht, wie befahren eure Straßen sind aber ich würde mir da dann eine Stelle suchen, in der der Hund noch seinen Toleranzabstand einhalten kann und den dort dann langsam verkleinern.

Wobei ein Abstand von 50-70cm wirklich sehr gring für die Geschwindigkeit ist - ich würde fast behaupten, dass das auch ziemlich gefährlich ist!
Da muss der Hund ja nur in der Panik einen Satz in die falsche Richtung machen und hängt im Auto:(
Ich weiß garnicht, ob ich das von meiner Hündin verlangen würde/könnte... wobei ich da den Vorteil hätte, dass sie weg will und nicht angreifen würde.

Das ist echt nicht so leicht, ich würde da evtl sogar überlegen, das nach vorne gehen zu regulieren, so dass der Hund lernt, es ist sinnvoller den Rückzug anzutreten als nach vorne zu gehen.

Bei unserem Leinenpöbler, der ja auch Angst hatte haben wir das mit Schleppleine gemacht.
Er war an der lockeren Leine und durfte auch vorsichtig hingehen, sobald ich merkte, dass er anstürmen wollte hab ich die Leine fixiert und ihn reinlaufen lassen, hat er sich abgewendet und kam zu mir ganbs das mega Leckerchen.
Also: anstürmen: "Aua"
abdrehen und friedliches verhalten: Leckerchen
Aber da kommt es auf den Hund drauf an wie sinnvoll das ist...
 
  • SaSa22
  • #Anzeige
  • Frau J.
Viel befahren ist es hier nicht. Ich schätze, 2 Autos pro Stunde im Durchschnitt. Und klar ist es gefährlich, auch wenn die nicht alle 100, sondern vielleicht nur 60 fahren. Auch ohne Hund bin ich hier beim Spaziergang immer auf der Hut.
Wenn wir die ersten 400m geschafft haben, sind wir allerdings auf Feldwegen, die für Autos nicht befahrbar sind. Und dann ist auch der ganze Stress für uns beide vorbei und es gibt kein Problem mehr.

Mit dem Rückzug: Da bin ich mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe. Du meinst, ich soll ihn darin bestärken, bei diesen Situationen zurückzugehen anstatt aufs Auto drauf, oder? Also wäre der nächste Schritt, dass mein Mann mitkommt (als Sicherung, solange mein Bauch noch im Weg ist) und ich Nero beim vorbeifahrenden Auto Nero bestärke, sich auf das Futter in meiner Hand zu konzentrieren, mit dem ich ihn dann so weit wie möglich vom Auto wegführe? Und wenn er doch nach vorne geht, dass mein Mann dann ins Geschirr greift und so den Bewegungsradius derart einschränkt, dass es keine Gefahr darstellt?
 
  • Buroni
Naja, es gibt halt zwei Wege die man versuchen kann einmal den Hund gaaaanz langsam daran gewöhnen, dass die Autos da langfahren, so, dass er garkeinen Grund hat in der Lernphase "nach vorne zu gehen"

oder ihm halt Konsequent beibringen, dass er nicht nach vorne zu gehen hat.

Ich selbst habe mich mit meinem Hund für die erste Variante entschieden, wobei da auch keine große Gefahr bestand, dass was schlimmes passiert wenn er nach vorne geht und die Situation für ihn ja wirklich nicht gefährlich war.

bei euch hat der Hund ja ehrlich gesagt einen guten Grund Angst zu haben, ich glaube, ich könnte meiner Hündin auch nicht vermitteln, dass ein Auto, dass 50cm an ihr mit 100kmh vorbei fährt, keine Gefahr darstellt.

Aber so wie du es schreibst klingt es schon ganz gut, mal gucken was die Experten meinen.;)
 
  • Biggy
Ist es übrigens normal, dass der Hund sich auch im Haus durch das Training verändert? Er ist deutlich ruhiger, der Postbote ist ihm z.B. recht egal geworden. Ich interpretiere das als Entspannung, mein Mann als "schlecht gelaunt".
ja, das ist normal, der Hund ist nämlich ausgelastet und daher wirklich zwischendrin mal rechtschaffen müde .... und wer ausgelastet und somit auch ausgeglichen ist, der muss nicht nach Beschäftigungsmöglichkeiten (Postbote anblaffen) suchen ....

die Situation an Feldwegen mit den Autos ist blöde und ehrlich gesagt, neige ich selber dazu, es so zu handhaben wie der Hund, nämlich lieber ein, zwei Schritte ins Feld reinzugehen als unmittelbar neben einem vorbeifahrenden Auto stehen zu bleiben

die Idee, ihn langsam über zunehmend belebtere Straßen, an nahe vorbei düsende Autos zu gewöhnen, finde ich so schlecht nicht, denn es würde Dir mit KiWa ja schon reichen, wenn Du mit dem Kiwa auf dem Weg bleibst (seitlicher Rand) und der Hund sich am Ende der Leine (sagen wir jetzt mal ein Meter ) im Feld befindet, sofern er dann dort bleibt und nicht versucht auf die Straße zu gelangen (vielleicht könnte man Hund mit einer hingeworfenen kleinen Handvoll Futter da im Feld halten, bis das Auto vorbei ist :verwirrt:)
 
  • Frau J.
Eigentlich bin ich ja für die konsequente Vorgehensweise.

Aber ich denke, bei Nero macht es mehr Sinn, ihn von den Autos abzulenken bzw. ihn nicht in so eine Panik verfallen zu lassen. Der Grund, warum ich das denke, ist, dass er, wenn er körperlich schon gepowert hat, auf Autos mit "Ablenkungsstrategien" reagiert. Er frisst dann Gras oder sucht sich schnell ein Stöckchen, mit dem er sich dann beschäftigen kann. Er tut dann alles, um das Auto zu ignorieren. Wie gesagt, dazu muss er aber erst ausgepowert sein, ansonsten sind auch die heißgeliebten Stöckchen egal. Also sind unsere Rückwege meist entspannter als unsere Hinwege zur "autofreien Zone".

Danke, Buroni, für die ganzen Gedankenanregungen. Ich entdecke dadurch wirklich mir neue Muster bei Nero, die man einbauen und nutzen kann. Und vielleicht rufe ich noch einmal unsere Trainerin an, dass sie speziell für die Autosituation vorbei kommt und wir schauen, wie wir das Training optimieren können. :)

@Biggy: Hat sich überschnitten.

Das mit dem Futter auf dem Feld, während ich auf dem Weg bleibe, ist auch eine Möglichkeit, um ihn vom Auto weg zu lenken. Und stimmt, Hund muss ja nicht zwangsläufig am Weg bleiben, nur weil der Kinderwagen da steht.

Ich werde mal die Tage einfach auch mit "leerem" Kinderwagen üben, dann bekomme ich ein Gespür dafür, wie ich das händeln kann, und der Hund muss sich ja auch daran gewöhnen. Und dann werden wir die Hunderunde mal auf Wege ausdehnen, die an wenig befahrenen, aber klar vom Fußgängerbereich abgetrennten Straßen langführen. Und auch öfter ins Dorf gehen mit Hund, wo die Autos eben auch nahe an den Fußgängern vorbeifahren, aber mit Tempo 20. Wobei dem erst die kleineren Schritte vorangehen werden. So langsam bekomme ich eine Idee, wie wir das langsam aufbauen können.
 
  • Buroni
Eigentlich bin ich ja für die konsequente Vorgehensweise.
Ich würde nicht sagen, dass sich das Ablenken mit Konsequenz nicht vereinbaren lässt, der Hund bekommt ja auch bei Ablenkung mit, dass das Auto vorbei fährt, er lernt nur, dass er es nicht angreifen muss sondern sich auch anders verhalten kann.

Aber ich denke, bei Nero macht es mehr Sinn, ihn von den Autos abzulenken bzw. ihn nicht in so eine Panik verfallen zu lassen. Der Grund, warum ich das denke, ist, dass er, wenn er körperlich schon gepowert hat, auf Autos mit "Ablenkungsstrategien" reagiert. Er frisst dann Gras oder sucht sich schnell ein Stöckchen, mit dem er sich dann beschäftigen kann. Er tut dann alles, um das Auto zu ignorieren. Wie gesagt, dazu muss er aber erst ausgepowert sein, ansonsten sind auch die heißgeliebten Stöckchen egal. Also sind unsere Rückwege meist entspannter als unsere Hinwege zur "autofreien Zone".

das klingt doch schon sehr gut, er versucht ja schließlich schon anders zu reagieren und braucht dazu noch Hilfe.
Ich würde es auch nicht unbedingt Ablenkung sondern "Alternatives Verhalten" nennen, das klingt besser;)
 
  • blue 1
hallo,

wir haben auch so eine strasse ohne bürgersteig ,wo ich mit blue drüber muss. auch sie hatte angst, weil die autos so nah an uns vorbei sind ( 10 stück pro tag ). ich bin dann immer einen schritt von der strasse weg, quasi ins feld, und hab blue sitz machen lassen. hat bei uns gut funktionniert.
zum kinderwagen...ich hab meine kinder , wenn ich mit hund unterwegs war, immer im tragetuch getragen ( geht von geburt an ). vorteile : man hat beide hände immer frei um nach dem hund zu kucken.dem baby kann nix passieren, es ist ja ganz eng an deinem körper, du könntest handstand mit baby machen. kalt wird es auch nicht ,da du es mit deinem körper wärmst und...es ist seeehhhr gesund für die kleinen.nachteile: fällt mir keiner ein.

ansonsten wünsch ich dir noch viel glück für die geburt und viel freude mit dem würmchen :hallo:
 
  • Buroni
zum kinderwagen...ich hab meine kinder , wenn ich mit hund unterwegs war, immer im tragetuch getragen ( geht von geburt an ). vorteile : man hat beide hände immer frei um nach dem hund zu kucken.dem baby kann nix passieren, es ist ja ganz eng an deinem körper, du könntest handstand mit baby machen. kalt wird es auch nicht ,da du es mit deinem körper wärmst und...es ist seeehhhr gesund für die kleinen.nachteile: fällt mir keiner ein.

Mir fällt da ein Nachteil ein - wenn der Hund Autos angreift und in der Beziehung noch nicht kuriert wäre, wäre mir das zu gefährlich, dass er mich umziehen oder es blödes Gerangel gibt, da will ich mein Kind nicht direkt an mir haben - ansonsten geb ich dir recht!

Aber das ist glaube ich auch ne Typsache;)
 
  • blue 1
zum kinderwagen...ich hab meine kinder , wenn ich mit hund unterwegs war, immer im tragetuch getragen ( geht von geburt an ). vorteile : man hat beide hände immer frei um nach dem hund zu kucken.dem baby kann nix passieren, es ist ja ganz eng an deinem körper, du könntest handstand mit baby machen. kalt wird es auch nicht ,da du es mit deinem körper wärmst und...es ist seeehhhr gesund für die kleinen.nachteile: fällt mir keiner ein.

Mir fällt da ein Nachteil ein - wenn der Hund Autos angreift und in der Beziehung noch nicht kuriert wäre, wäre mir das zu gefährlich, dass er mich umziehen oder es blödes Gerangel gibt, da will ich mein Kind nicht direkt an mir haben - ansonsten geb ich dir recht!

Aber das ist glaube ich auch ne Typsache;)

ja, das ist nicht soweit wegzuwerfen. ich geh aber davon aus, dass die halterin weiss ,ob und wie sie ihren hund halten kann. beim kiwa ist das allerdings auch nicht ohne. blue ist ja auch nach vorne bei hunden gegangen. die ist meiner freundin so mal fast in den kiwa rein. wenn ich ihre kleine mal hatte, hab ich die ins tragetuch gesteckt. ich fühlte mich so sicherer.
aber du hast recht...ist warscheinlich ne typsache und muss jeder kucken wie er am besten klar kommt :)
 
  • Frau J.
Oh ja, ein Tragetuch bekommen wir auch auf jeden Fall für die Hunderunden. :) Dann kann ich auch schön querfeldein laufen über die Felder, das lieben Hund und ich am meisten. Allerdings ist mir das tatsächlich (noch) zu unsicher, wenn ich alleine mit Hund und Kind unterwegs bin. Den KiWa kann ich zur Not am Wegesrand stehenlassen und mich mit Hund 2m weiter ins Feld reinstellen und Nero am Geschirr festhalten, das geht selbst jetzt mit dickem Bauch.

Vielleicht mache ich das mit dem Tragetuch, wenn ich selbst mehr Sicherheit habe, denn das ist auf jeden Fall auch Teil des Problems: meine Unsicherheit, die sich aufgebaut hat.

Und jetzt geht es nach draußen. :)
 
  • blue 1
Oh ja, ein Tragetuch bekommen wir auch auf jeden Fall für die Hunderunden. :) Dann kann ich auch schön querfeldein laufen über die Felder, das lieben Hund und ich am meisten. Allerdings ist mir das tatsächlich (noch) zu unsicher, wenn ich alleine mit Hund und Kind unterwegs bin. Den KiWa kann ich zur Not am Wegesrand stehenlassen und mich mit Hund 2m weiter ins Feld reinstellen und Nero am Geschirr festhalten, das geht selbst jetzt mit dickem Bauch.

Vielleicht mache ich das mit dem Tragetuch, wenn ich selbst mehr Sicherheit habe, denn das ist auf jeden Fall auch Teil des Problems: meine Unsicherheit, die sich aufgebaut hat.

Und jetzt geht es nach draußen. :)

wenn du dich sicherer mit kiwa fühlst, dann mach das. das würd auch dann nix werden. das baby spürt deine unsicherheit auch....muss ja nicht sein.
ansonsten kann ich dir das nur empfehlen aus den oben genannten gründen. wenn ich dir noch einen rat geben darf: kauf es dir gross genug, damit du alle varianten ausprobieren kannst. ( bin 1,75 und hab das grösste damals gekauft ). mit dem binden dauert am anfang etwas. mal ist es zu weit dann zu fest....aber nicht aufgeben ;). ich würd am anfang mal zuhause es wickeln und dann das baby auch mal so tragen, um ein gefühl zu kriegen. auch das baby muss sich dran gewöhnen, ausser du machst es von anfang an.

viel spass :D
 
  • Frau J.
Ich hätte für das Baby ja gerne einen Manduca. :) Hauptsache, ich kann weiterhin auch mal querfeldein oder durch den Wald laufen.

Gestern sind wir (mein Mann und ich) mit dem Hund eine zwar schon bekannte, aber wenig benutzte Strecke gelaufen: ca. 300m am engen Weg (geht nicht anders, da wir daran wohnen), dann 1 km auf einem Fahrradweg, der durch einen Grünstreifen von der Straße getrennt ist und sowohl an 4 Hunden (allerdings auf der anderen Straßenseite) als auch an Pferden und Schafen vorbeiführt und abschließend ca. 1km auf einem Feldweg, wo Nero unangeleint laufen kann. Die letzten 300m dann wieder am engen Weg. Mehr geht derzeit mit mir körperlich nicht.

Nero kennt die Runde vom Joggen, auch wenn wir schon lange nicht mehr da lang gelaufen sind. Was auffällig war: Wenn mein Mann und ich zusammen laufen, ist er unaufmerksamer und quirliger. Nach dem Motto: "Herrchen erwartet nicht soviel." Also erstmal Diskussion, wie wir unser Erziehungskonzeptr draußen angleichen. Ging dann ganz gut, auch wenn ich glaube, ich habe mehr Ruhe und Geduld als mein Mann.

Am Anfang zog Nero also und es war echt harte Arbeit, ihn auf uns zu fokussieren. Aber ein Auto, das nahe (und auch langsam) an uns vorbei fuhr, war egal, weil wir aufs Feld ausgewichen sind und ihn mit Futter gelockt haben. Nero hat erst ganz spät gemerkt, dass da ein Auto war. Dann vorbei an den anderen Hunden. Einer davon angekettet, zwei im Auslauf, einer freilaufend auf dem Hof. Die anderen Hunde haben Nero angepöbelt; er hat wieder versucht, sich mit Gras fressen abzulenken und wirkte schon gestresst (nach dem Motto: Ich soll nicht drauf eingehen, ich will nicht drauf eingehen, wie blende ich die aus?) und hatte auch etwas Durchfall. Wir haben ihn bei dem "Alternativverhalten" unterstützt, indem wir Futter an den Rand geworfen haben und er das gesucht hat. Auch Autos waren dann uninteressant, wobei das Suchspiel nicht wirklich Begeisterung auslöst. Vielleicht hat einer da noch eine andere Idee? Jedenfalls war es erstaunlich, wie wenig er sich hat provozieren lassen, aber die Anstrengung war ihm deutlich anzumerken.

Danach war er platt und die Konzentration ließ nach. Trotz sicherem Abstand hat er dann einmal versucht, auf ein Auto mit Pferdeanhänger loszugehen. Zwar eher halbherzig, aber man merkte den Stress. Wobei es auch an mir lag, ich hab das Futter nicht von der Straße weg geworfen, sondern eher in Richtung Straße. Aber auch anschließend zog er wieder mehr und es fiel ihm schwer, auf uns zu achten. Gut, da waren wir auch schon 30 Minuten konzentriert unterwegs; das hat ihn ziemlich geschafft, denke ich.

Freilauf war wie immer super. Er achtet immer extrem auf uns, läuft nicht zu weit weg, ist gut abrufbar, hat Spaß. Und als wir dann zuhause waren, haben Hund und ich erstmal 3 h am Stück geschlafen.

Heute morgen dann kleine Runde (ca. 30 Minuten in sehr langsamen Tempo), überhaupt kein Ziehen an der Leine (ich war ja auch alleine unterwegs), gute Aufmerksamkeit auf mich. Ich habe jetzt auch zuhause immer einen Beutel mit Futter an meinem Körper, um ihn vom Postboten oder von vorbeilaufenden Hunden, die er sehen kann, abzulenken bzw. ihm klar zu machen, hey, bei Frauchen ist es interessanter. Klappt ganz gut.

Leider hindert mich echt der Bauch und die immer mal wieder einsetzenden Wehen daran, länger mit ihm zu laufen, so dass mein Mann das Gassigehen übernimmt, der eben weniger Geduld (und auch Druck) hat. Ich hoffe, wir können das durch viele kurze Einheiten drinnen und draußen zumindest etwas kompensieren.

Ich glaube, wir machen Fortschritte.

LG;

Judith
 
  • Buroni
Hej,

das klingt doch alles total positiv!:zufrieden:

Also zum einen finde ich, dass du dafür, dass du grad ne Kugel mit dir rumträgst:), schon sehr viel mit ihm machst- Respekt!!


Und zum Ablenken... macht ihr das mit normalem Futter?
Oder mit was besonderem?
Dann ist auch nicht jeder Hund über fressen gut zu kriegen - evtl würde ihn ein Spiel mehr interessieren?
Du könntest es z.B. mal mit eine Apportierbeutel versuchen (die, in denen Futter ist) - meine Hündin fährt da total drauf ab... ich hab da auch in der Wohnung mit dem Training angefangen, damit die Ablenkung nicht so groß ist - evtl wäre das ja was für euch?
bei uns hat das auch die Bindung nochmal sehr gestärkt - ich war/bin echt begeistert:)
 
  • Frau J.
:hallo:

Na ja, ich hab mich lange genug zu wenig um den Hund gekümmert und immer gedacht, mein Mann ist den ganzen Tag zuhause und beschäftigt sich sehr viel mit Nero, die beiden sind ein eingespieltes Team, da braucht's mich nicht so. Jetzt, wo ich eben nicht mehr 12h am Tag im Büro sitze, merke ich, welche blöden Ausreden ich dafür parat hatte.

Zum Ablenken nehmen wir immer normales Futter, weil auch Leckerlis keinen Reiz ausüben im Fall der Fälle. Eine Zeitlang haben wir mit dem Futterbeutel trainiert, den findet Monsieur aber auch nicht sonderlich spannend. Tennisbälle sind für ihn doof (auf denen kann man nicht gescheit rumkauen), den Kong liebt er, aber der verspringt oft und das ist mir etwas zu gefährlich Stöckchen gehen bedingt, am besten funktionieren Schneebälle, aber die sind eben nicht ganzjährig verfügbar. ;) Vielleicht muss ich mir etwas mit dem Kong einfallen lassen, dass der nicht auf die Straße hüpfen kann und nicht permanent verloren geht. Mal schauen.

Heute nachmittag üben wir mal auf unserem Grundstück mit Kinderwagen. Bin schon gespannt, wie er sich macht. Und dann stehen auch noch die Überlegungen an, wie wir Kind und Hund aneinander gewöhnen können. Tagesfüllendes Programm, das Ausarbeiten eines Trainingsplans. ;) Aber macht Spaß.
 
  • Buroni
;) Aber macht Spaß.

Das ist doch die Hauptsache:)

ich weiß jetzt leider auch nicht, womit man nen Hovi (er ist doch einer, oder?) so hinterm Ofen hervorlocken kann... kenn mich mit der Rasse kaum aus... jagen die?
 
  • Frau J.
Im TH sagte man uns, er sei ein DSH-Labbi-Mix. Jeder Tierarzt und jeder Trainer sieht eher einen DSH-Hovi-Mix dadrin. Will sagen: Genau weiß ich es nicht.

Zu Neros Charakter: Er jagt eher weniger, hat aber einen (mittelmäßig ausgeprägten) Hütetrieb. Eine der dominierenden Eigenschaften von zumindest Nero ist sein Dickkopf, wobei ich mittlerweile finde, sobald er geschnallt hat, damit kommt er nicht durch, ist das auch gut händelbar.

Ich liebäugle jetzt mit dem Kong-Zerr-Spielzeug. Damit könnte man ihn evtl. kriegen...
 
Wenn dir die Beiträge zum Thema „Anregungen für weiteres Leinentraining gesucht“ in der Kategorie „Erziehung / Verhalten“ gefallen haben, du noch Fragen hast oder Ergänzungen machen möchtest, mach doch einfach bei uns mit und melde dich kostenlos und unverbindlich an: Registrierte Mitglieder genießen u. a. die folgenden Vorteile:
  • kostenlose Mitgliedschaft in einer seit 1999 bestehenden Community
  • schnelle Hilfe bei Problemen und direkter Austausch mit tausenden Mitgliedern
  • neue Fragen stellen oder Diskussionen starten
  • Alben erstellen, Bilder und Videos hochladen und teilen
  • Anzeige von Profilen, Benutzerbildern, Signaturen und Dateianhängen (z.B. Bilder, PDFs, usw.)
  • Nutzung der foreneigenen „Schnackbox“ (Chat)
  • deutlich weniger Werbung
  • und vieles mehr ...
Oben Unten