Alle Kampfhunde müssen an die kurze Leine...

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la loca

... wurde gelöscht.
Alle Kampfhunde müssen an die kurze Leine und 8-fache Kampfhundesteuer wegen Beißunfall mit Dogo

Alzenau/Bayern, 1.3.02

Der Verwaltungsausschuss hatte offenbar gute Vorarbeit geleistet, denn der Stadtrat beschloss die Hundehaltungsverordnung und die Satzung zur höheren Steuer für Kampfhunde einstimmig, ohne eine Silbe oder ein Komma der Vorlage zu ändern. Trotzdem gelang es den Alzenauer Ratsmitgliedern am Donnerstagabend, das Thema rund 40 Minuten zu bereden. Hintergrund der Aktivität ist ein schlimmer Vorfall: Am 11. Januar erlitt eine Frau in Albstadt schwere Bissverletzungen, die ihr von einem Dogo Argentino beigebracht wurden.

Künftig müssen die Hundebesitzer in Alzenau einige strenge Vorschriften beachten. Die Hundehalter sind demnach verpflichtet, alle großen Hunde sowie Kampfhunde der Kategorie 1 und 2 innerhalb der geschlossenen Ortslage an der Leine zu führen. Zu geschehen hat dies zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die Leine muss reißfest und darf höchstens 120 Zentimeter lang sein. Auch an die Begleiter der Hunde werden Anforderungen gestellt. Sie müssen körperlich in der Lage sein, das Tier zu beherrschen.

Schutz für Kinder und Senioren

Fernzuhalten sind Kampfhunde und große Hunde von allen Schulen, einschließlich Musikschule, sowie von Kindergärten, Seniorenheim und Krankenhaus. Für Kampfhunde bleiben sogar die Nachbargrundstücke der genannten Einrichtungen tabu.

Die neuen Vorschriften zur Hundehaltung in Alzenau lehnen sich an Mustersatzungen an und definieren den Begriff »große Hunde«. Als solche gelten alle Tiere, die eine Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern besitzen. Stets als große Hunde werden eingestuft: Schäferhund, Boxer, Dobermann, Rottweiler und Deutsche Dogge sowie alle Kampfhunde der Kategorie 2, wenn diese als nicht gesteigert aggressiv begutachtet sind. In die Kategorie 2 fallen laut Gesetz beispielsweise Bullmastiff, Bullterrier, Dog Argentino, Mastiff und Mastino Napoletano.

Für Kampfhunde der Kategorie 2, die als gefährlich eingestuft sind, gelten die strengeren Vorschriften, denen auch alle Kampfhunde der Kategorie 1 (Pit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa-Inu) automatisch unterliegen: Sie alle müssen in der gesamten Gemarkung, also auch auf Feld und Wiese, immer an der kurzen Leine geführt werden.

Die neuen Bestimmungen zur Hundehaltung werden in Alzenau rechtskräftig, sobald sie demnächst amtlich bekanntgemacht sind. Dann werden Verstöße gegen die Vorschriften als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Die Geldbußen können bis 1000 Euro betragen.

Kein allgemeiner Maulkorbzwang

Erst zum 1. Januar des Jahres 2003 wird die Neufassung der Hundesteuersatzung wirksam. Dann müssen die Besitzer von Kampfhunden der Kategorie 1 den achtfachen Satz der üblichen Steuer bezahlen, nämlich statt 41 Euro 328 Euro im Jahr. Dieser erhöhte Betrag wird auch bei Kampfhunden der Kategorie 2 fällig, falls sie als gesteigert aggressiv und gefährlich eingeordnet sind.

Nicht dienen kann die neue Hundehalteverordnung den Wünschen nach einem allgemeinen Maulkorbzwang für Kampfhunde. Dies lasse das Gesetz in Abwägung des Tierschutzes nicht zu. Allenfalls könne bei gegebenem Anlass das Tragen eines Maulkorbs angeordnet werden, erläuterte der Geschäftsleitende Beamte Mathias Simon auf Fragen.

Verneinen musste Simon die Frage, ob Halter von Kampfhunden eine Haftpflichtversicherung abschließen müssen. In Bayern gibt es diese Pflicht nicht.

In der langen Diskussion zu dem Thema ging es um viele Details, beispielsweise um die Länge von Hundeleinen, die Praktikabilität der erlassenen Vorschriften und ihre Überwachung. Norbert Bensing (SPD) erinnerte an eine Vorschrift im Bürgerlichen Gesetzbuch; diese verpflichte jeden Hundehalter für alle Schäden aufzukommen, die sein Tier verursache.

Georg Grebner (CSU) wies darauf hin, dass die Vorschriften der Verordnung keineswegs mit dem Strafgesetzbuch zu vergleichen seien. Es bestehe kein Zwang Kleinigkeiten wie die exakte Länge einer Leine zu überprüfen. Die Ratsmitglieder waren sich alle einig, dass mit der neuen Verordnung und höheren Besteuerung ein Signal gesetzt werden soll, um die Zahl gefährlicher Hunde zu begrenzen und die Halter in die Pflicht zu nehmen.

saludos jeanny y la loca
dominicanrep_gm_e0.gif

gnadenhof_flemsdorf@gmx.de
 
Was für ein Schrott!!! Jeder Hund kann zum Kampfhund gemacht werden, genau so wie jeder Mensch zum Töten gebracht werden kann. Werden dafür die Menschen an die Leine gelegt oder gar getötet! Ein bißchen Überlegung täte gut.
 
:verwirrt:

Dir ist schon bewußt, dass Du da einen über 7 Jahre alten Thread ausgegraben hast?
 
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