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Sternenkind - wie könnte ich "helfen"

  1. Normalerweise kennt man nur jemanden, der kennt jemanden und dessen Schwager die Nachbarin oder so ähnlich, aber jetzt ist es leider so, dass eine bekannte am Freitag ihr totes Kind (VET Mitte September) gebären musste...

    Wir sind schockiert und wissen nicht wie umgehen... Habt ihr da Erfahrungen oder Ideen, wie wir "helfen" können?
     
    #1 Spell_2103
  2. Keine Ahnung, aber ich glaub ich würde einfach versuchen da zu sein und zuzuhören.
     
    #2 RiSchäBoCo
  3. Das kommt sicher ganz drauf an wie sie selbst vom Typ her ist. Ich eine Bekannte die konnte und wollte sehr lange gar nicht drüber reden und noch Monaten fing sie von alleine an. Ich würde ihr anbieten dazu sein wenn sie Redebedarf hat, aber gebe zu bedenken da eurer Familienglück Eventuell auch gerade Wunden aufreißen kann :(
    Das Thema ist so schwer und jeder geht anders damit um :(
     
    #3 Manny
  4. Ist schwer zu sagen, weil ja jeder Mensch sowas anders verarbeitet.

    Die einen wollen vielleicht drüber reden und leiden, wenn sich jeder um das Thema drückt, die anderen verkriechen sich eher und können nicht drüber sprechen.

    In eurem Fall kommt noch dazu, dass ihr ja nun seit Kurzem habt, was deine Bekannte nicht haben konnte - das macht es vielleicht für euch beide schwer, irgendwie miteinander umzugehen.

    Da sein und zuhören wäre das eine - und es nicht persönlich nehmen, wenn sie gerade euch im Moment nicht sehen möchte, das andere.

    Vielleicht kannst du ihr ja praktische Hilfe anbieten, falls es ihr erstmal nicht so gut geht. Einkaufen gehen, sie mal irgendwohin mitnehmen (bzw. fragen, ob sie mitkommt) - woher kennt ihr euch denn?
     
    #4 lektoratte
  5. #5 KsCaro
  6. OT:

    Der Link ist ganz hervorragend, aber ich sitze hier und heule Rotz und Wasser.

    Das ist so schlimm... ich bin nun schon ne ganze Weile nicht mehr schwanger, Kind 2 ist grade 2 geworden, und werde das wohl auch nicht mehr, aber allein bei der Vorstellung krieg ich Panikattacken.

    Ich fürchte, mit guten Ratschlägen kann ich eher nicht dienen, das geht mir richtig an die Nieren.
     
    #6 lektoratte
  7. Schlimm :( Mir geht es wie dir Margit...beim lesen schüttel ich den Kopf und denke "nein-nein-NEIN".
    So schrecklich.
     
    #7 Suki
  8. Eine Bekannte musste gerade im 5. Monat ihr Kind wegen einer schwersten Erkrankung gehen lassen und ein Arbeitskollege hat vor ein paar Jahren sein Kind im 8. Monat verloren.

    Bei der Bekannten haben wir jetzt ganz profan Geld gesammelt - die Beerdigung, Grabstein, Grabstätte, all das ist eine große finanzielle Belastung, die die Eltern zu allem Übel auch noch tragen müssen. Ganz viele Leute haben was dazu gegeben - man ist ja auch einfach so hilflos und weiß nicht, was sonst tun. Sie hat sich wirklich sehr über die Geste gefreut.
    Außerdem meinte sie, dass sie seitdem niemand mehr fragt, wie es ihr geht, weil alle von "shice" ausgehen, udn dass das schwierig für sie sei.
    Ich würde zusätzlich alle möglichen Beratungs- und Unterstützungangebote in der Gegend recherchieren, damit sie darauf zurückgreifen kann, wenn sie das will. Viele große Krankenhäuser haben da auch Beratungsangebote bzw. Familientherapeuten, die für solche Situationen da sind. Oder mal bei der Frauenärztin fragen, ob die jemanden Guten weiß.


    Ah, mir fällt noch ein: Eine Freundin hat der Bekannten zwei identische kleine Plüschtiere genäht - eins kommt mit ins Grab undeins behält sie. Das fand ich eine schöne Geste. Da käme auch eine Decke oder ähnliches in Frage.
     
    #8 herzschlag
  9. Die Mutter meines Freundes verlor seinen Bruder in der 40.ssw :(
    Sie trafen damals die Entscheidung, ihn weder sehen noch beerdigen zu lassen.
    Ob sie heute damit gut leben...ich weiß es nicht.
    Es gibt wenige Momente in denen ich sie darauf ansprechen kann.
     
    #9 Suki
  10. Eine freundin hatte eine totgeburt wegen nabelschnurvorfall nach blasensprung, sie wollte dann eigentlich ein kaiserschnitt ( sie hatte schon eine tochter und wusste was auf sie zu kam, damals bekam man keinerlei betaubungen wie peridural etc.) aber sie musst das kind normal gebaeren, sie war vollgedroehnt mit morfium, sie sagte das sie nichtmal geweint hat, den teil hat ihren mann uebernommen, der hat sich waehrend die geburt nicht mehr eingekriegt. Sie sind noch ein paar stunden mit ihrem perfekten, gesunden aber toten sohn zusammen geblieben, sie haben ihm sein namen gegeben und er wurde beerdigt, bei die beerdigung waren sie nicht anwesend.

    Ich war kurz darauf schwanger, sie ein paar monate spaeter auch wieder und ich kann mich an ihren mann erinnern, der war fast hysterisch vor sorge, auch um mich.

    Dieser sohn macht bis heute einen teil ihre familie aus, nachher hat sie ein junge aus sudamerika adoptiert, der fast genau das alter hatte.

    Ich wuerde einfach fragen was die eltern moechten.
     
    #10 toubab
  11. Das mit der natürlichen Geburt hängt sowohl mit den Hormonen als auch damit zusammen das man durch die Narbe immer wieder dran erinnert werden würde :(
     
    #11 Manny
  12. meine Schwägerin hatte als erste Kinder Zwillinge. Kurz nach der Geburt verstarb leider einer der zwei Brüder. Mein Neffe wird demnächst 18 Jahre alt. Ich finde das ist solch ein traumatisches Erlebnis, da kann nur der professionell Ausgebildete wirklich helfen. Wir Familie, Freunde oder ... können einfach nur da sein, zuhören und mitfühlen. Zu Beginn war die Situation zeitweise so mächtig, dass ich mich zurückziehen musste, zum Selbstschutz. Auch nach diesen 18 Jahren gibt es noch jährlich Momente, Situationen in denen es ist als ob es Gestern passiert wäre. Es gibt Menschen, die vergesse ich zum größen Teil nach ihrem Ableben, den zweiten Neffen nicht. Auch wenn er nicht da ist, er eigentlich nie da war, ist er doch da und wird es wahrscheinlich auch bleiben.
     
    #12 Matthias W.
  13. Die Mutter wird das niemals vergessen. Ich kenne einige Frauen (meine beiden Omas, Freundinnen und Bekannte derer, Großtanten - also alles Frauen, welche vor 50-70 Jahren entbunden haben), welche das erlebt haben und z.T. noch auf dem Sterbebett den Namen des vor X Jahrzehnten neugeboren oder kurz zuvor im Mutterleib verstorbenen Kindes gerufen haben. Das ist so abgedreht, das ich das nicht zu fassen im Stande bin. Jetzt, wo ihre Mütter tot sind, erzählen meine Eltern sogar mal bei Gelegenheit "wir hatte ja noch einen Bruder, der hieß Heribert (Vater) bzw. Paul (Mutter)". Freunde von meiner Oma haben ihren Sohn dann tatsächlich Heribert genannt, in Gedenken an den verstorbenen Sohn der Freundin. Krasser ******* ...

    Zuhören, immer und immer wieder, kleine Aufmerksamkeiten die nichts mit dem Kind zu tun haben und Herzschlags Ratschläge befolgen (die fand ich alle gut, muss sie ja nun nicht noch einmal alle Aufzählen, wo sie schon da stehen). Mehr fällt mir dazu leider auch nicht ein ... :(
     
    #13 Consultani
  14. Das fände ich auch schwer vorstellbar, ehrlich gesagt. Also, dass man so etwas "vergessen" kann. Verdrängen vielleicht, aber vergessen?

    Mir geht's allein mit der Vorstellung, sein Kind so spät zu verlieren, immer noch hundeelend. De facto: ich heule seit zwei Tagen beim bloßen Gedanken daran.

    Bei meiner eigenen FG war ich gefühlt kaum schwanger, da war ich es schon wieder nicht mehr (und war ja vorher auch nie schwanger gewesen). Da kann ich kaum um etwas trauern, was hätte sein können, da ich den Eindruck hatte, dass es nie richtig gewesen ist. Bevor es dazu kommen konnte, hat es einfach wieder aufgehört. "Vergessen" werde ich das ganz sicher auch nicht.

    Trotzdem ist es noch etwas anderes, wenn man das Kind schon gespürt hat und bei sich hatte.

    Beim ersten Kind waren meine Ängste um die Schwangerschaft geschätzt zu 80 Prozent selbstverschuldet. Okay, die FG vorher war kein beruhigender Faktor, aber mit dem Spacko habe ich schwangerschaftstechnisch teilweise wirklich auf Risiko gespielt. Irgendjemand von den netten Helfern auch hier aus der KSG sagte damals zu mir: "Naja, zum Glück ist dein Körper ja dran gewöhnt!" - Vielleicht war das wirklich so. Jetzt würde ich das so sicherlich nicht nochmal machen. Ich habe unverschäntes Glück gehabt, dass da nichts Ernstes passiert ist, und kann das bis heute selbst kaum fassen. - Das ist die eine Seite.

    In der zweiten Schwangerschaft war es anders, "solche" Risiken und Belastungen hatte ich da keine mehr. Trotzdem hatte ich bis zum Schluss die wirklich tief sitzende Befürchtung, mir würde ganz genau so etwas passieren, vielleicht noch kurz vor dem Ende, oder sogar unter der Geburt. Ich kann nichtmal sagen wieso, aber ich war überzeugt davon (und bin es immer noch - natürlich gibt es überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür...), dass beim wieder vergeblichen Versuch einer natürlichen Entbindung Kind 2 von der Fahne gegangen wäre. Oder das jedenfalls nicht unbeschadet überstanden hätte.

    Vielleicht, weil er eh schon so eine komische Kopfform hatte. Weil irgendwas an diesem Kind bei der Entwicklung so anders verlaufen ist, dass der Pränataldiagnostiker mir Brief und Siegel darauf gegeben hätte, dass das Kind Trisomie 21 hätte. Was zum Glück ja nicht der Fall war. Weil aber völlig unklar war, woran das nun gelegen hätte. Weil das Kind groß war und mein Becken mutmaßlich eng (bzw., wie sich mittlerweile herausgestellt hat, nicht eng, aber komisch geformt, zu steil und nicht dehnbar). Oder... weiß der Geier.

    Ich stelle fest: Das Kind ist just zwei geworden, es wurde ruhig und komplikationslos per KS entbunden, etwaige Herzanomalien haben sich komplikationslos und schnell verwachsen, und es wirkt auch beim näheren Hinsehen jetzt wie direkt von Anfang an völlig gesund, munter, normal entwickelt und ist gesünder als der ältere Bruder es jemals war - und ich habe diese Ängste immer noch.

    Offenbar in einem Ausmaß, dass ich Panikanfälle kriege und sich mir alles umdreht, wenn ich solche Geschichten von anderen lese.

    Eigentlich total bekloppt, aber mach mal was. :(
     
    #14 lektoratte
  15. Ich muss mir mal Zeit nehmen, das alles in Ruhe zu lesen, meld mich dann
     
    #15 Spell_2103
  16. Meine Bekannte, von der ich oben schrieb, hat ein Blog zu dem Thema geschrieben (schon vor der Diagnose), und besonders den letzten Eintrag "
     
    #16 herzschlag
  17. Danke für den Link.

    Ich habe ein wenig zurückgelesen (nicht ganz, das hätte ich nicht gekonnt) - irgendwie arbeite ich wahrscheinlich gerade mein ganz persönliches, oben beschriebenes Trauma auf.

    Dieses Gefühl, dass es uns fast, fast, fast, warum auch immer, warum auch immer am Ende nicht - mit dem kleineren Übelchen ähnlich gegangen wäre.
    Wobei der Ablauf hier fast identisch war.
    So schlimm... so traurig...

    Wobei ich deine Bekannte sehr bewundere, für die Art, wie sie die Situation für sich bewältigt und - hmmh, hier fehlt mir das passende Verb. In sich aufnimmt?

    Es war und ist für mich sehr schwer, das zu lesen, ganz, ganz schwer. Ich glaube, das rührt an die größte Angst, die ich jemals hatte - dieses "So wäre es vielleicht weitergegangen"-Gefühl ist kaum zu ertragen. Aber es tut auch gut. Weil es weitergegangen ist.

    Und es bis jetzt, natürlich, in enormer, alles einebnender Trauer, aber nicht in völliger Verzweiflung geendet hat.
     
    #17 lektoratte
  18. Ich hab keine Kinder, und ich könnte heulen wie ein Schlosshund, wenn ich das lese.
     
    #18 herzschlag
  19. Das ist wirklich ein sehr schwieriges Thema. Für alle Beteiligten.

    Ich selbst habe auch ein Sternenkind. Ich war damals junge 22 Jahre alt. Und ich war damals immer der Meinung das es nur anderen passieren kann. Aber niemals mir. Mein Sohn wurde in der 25 SSW geboren worden.
    Ich wollte damals nur in Ruhe gelassen werden. Ich verkroch mich wochenlang zu Hause. Und das obwohl ich bereits einen gesunden Sohn hatte.
    Erst monate später konnte ich langsam mit Freunden darüber sprechen.
    Heute ist es über 6 Jahre her. Heute kann ich ohne Probleme darüber sprechen. Es es ist das Schlimmste was mir jemals passiert ist.
    Und kein Mensch kann sich in diese Situation versetzen, die man in dem Moment durchmacht.

    Aber jeder Mensch ist unterschiedlich, es gibt sicherlich Menschen, die in dem Moment ihre Freunde und Familie ganz besonders brauchen und dringend das Bedürfnis haben, über das erlebte zu sprechen.

    LG Sarah und Anhang
     
    #19 Body2015
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